DM Zweispänner 2016 in Schwaiganger: Siege für Sebastian Warneck und Steffen Brauchle

Favoriten bei den Pferde-Zweispännern vorne, Überraschungen bei den Ponys

Schwaiganger (fn-press). Sebastian Warneck (Potsdam) und Steffen Brauchle (Lauchheim-Hülen) heißen die neuen Deutschen Meister bei den Zweispänner-Fahrern. Auf der Anlage des Bayerischen Haupt- und Landgestüts in Schwaiganger setzten sie sich mit ihren Pferden bzw. Ponys nach Dressur, Gelände und Hindernisfahren gegen ihre Konkurrenz durch.

„Wir haben an diesem Wochenende sehr anspruchsvolle Prüfungen gesehen, die hügelige Landschaft hat die Pferde und Ponys konditionell gefordert, sodass diese Deutsche Meisterschaft insgesamt sehr aufschlussreich für mich war“, zog Bundestrainer Karl-Heinz Geiger (Rechtmehring) sein persönliches Fazit. „Insbesondere der Marathon war schon sehr technisch und mit dem starken Regen kam eine weitere Herausforderung hinzu“, so Geiger weiter. Während der Bundestrainer und die Zuschauer in Schwaiganger bei den Pferde-Zweispännern vor allem die favorisierten Kader-Fahrer auf den vorderen Plätzen sahen, gab es im Lager der Pony-Zweispänner einen Außenseitersieg und auch sonst die eine oder andere Überraschung.

Pferde-Zweispänner

Es war ein Start-Ziel-Sieg, den Sebastian Warneck bei den Pferde-Zweispännern hinlegte. Mit insgesamt 155,54 Strafpunkten in der kombinierten Wertung sicherte er sich seinen achten nationalen Meisterschaftstitel. Bereits nach der Dressur hatte Warneck mit 42,53 Strafpunkten die Führung übernommen und diese mit einem dritten Platz im Gelände (102,96 Strafpunkte) ausgebaut. Mit 10,05 Strafpunkten und damit nur dem 17. Platz im Hindernisfahren machte es der 33-jährige Staatsanwalt aus Potsdam allerdings noch einmal spannend: Ein Wimpernschlag von lediglich 0,27 Strafpunkten trennte ihn am Ende vom Zweitplatzierten Stefan Schottmüller (Kraichtal). Schottmüller kam nach den Plätzen zwei, drei und fünf in Dressur, Gelände und Hindernisfahren auf 155,81 Strafpunkte, der Silberrang. Bronze sicherte sich mit 160,75 Strafpunkten und den Plätzen acht, zwei und zehn in den drei Teilprüfungen Anna Sandmann (Lähden). Die 20-jährige Bürokauffrau aus dem Emsland, die in diesem Jahr auch schon vierspännig unterwegs war, verwies Lars Schwitte (Stadtlohn; 160,87 Strafpunkte) um nur 0,12 Strafpunkte auf den undankbaren vierten Platz. Fünfter wurde Sandro Koalick (Drebkau), Sechster Dennis Schneiders (Petershagen), der die Teildisziplin Gelände für sich entscheiden konnte.

Pony-Zweispänner

Ganz oben auf dem Treppchen bei den Pony-Zweispännern stand am Ende ein Mann, der normalerweise mit zwei Ponys mehr vor der Kutsche sehr erfolgreich unterwegs ist und wohl selbst nicht mit dem Titel in dieser Konkurrenz gerechnet hatte: Steffen Brauchle. Der 27-jährige Vize-Weltmeister der Pony-Vierspänner-Fahrer sicherte sich einen Tag vor seinem Geburtstag nach Platz fünf in der Dressur und Siegen im Gelände und beim Hindernisfahren mit 146,34 Strafpunkten seinen ersten nationalen Meistertitel bei den Pony-Zweispännern. Da es in diesem Jahr nur sehr wenige Turniere für Pony-Vierspänner gibt, nutzte der A-Kader-Fahrer der Pony-Vierspänner aus dem bayerischen Lauchheim-Hülen die Chance, seinen Ponys unweit der Heimat etwas Wettkampfpraxis zu verschaffen. „Sicherlich ist es überraschend, dass Steffen Brauchle am Ende hier sogar Deutscher Meister wird und nicht einer unserer Zweispänner-Kader-Fahrer“, sagte Karl-Heinz Geiger. „Aber Steffen kam mit den Bedingungen hier in Schwaiganger sehr gut zurecht und hat davon profitiert, dass seine Ponys die hügelige Landschaft von zuhause aus gewohnt sind. Er ist bei Regen und somit schwierigen Witterungsverhältnissen nicht nur toll durch den Marathon gekommen, sondern er hat im Anschluss auch noch ein exzellentes Hindernisfahren gezeigt“, so der Bundestrainer weiter.

Auf Platz zwei der Prüfung (151,30 Strafpunkte) landete mit Johann Weitlaner aus Italien einer von zwei ausländischen Gastfahrern. Somit ging der Deutsche Vize-Meistertitel an den Drittplatzierten der Prüfung, Dressursieger Jacob Finck (Wachenheim), der es nach den drei Teilprüfungen auf 153,30 Strafpunkte brachte. Zur Bronzemedaille fuhr entsprechend der Vierte der Prüfung, B-Kader-Fahrer Niels Kneifel (Wunsdorf). Er behauptete sich mit 158,04 Strafpunkten knapp vor Steffen Brauchles Freundin Jasmin Genkinger (Pfalzgrafenweiler), die die zweitbeste Runde im Gelände zeigte und insgesamt auf 159,40 Strafpunkte kam. Max Berlage (Schüttorf) wurde mit 160,96 Strafpunkten Fünfter in der Meisterschafts- und Sechster in der Prüfungswertung.

Für den Deutschen Meister des Vorjahres, A-Kader-Fahrer Christof Weihe (Petershagen), reichte es nach gleich zweimaligem Verfahren im Gelände und den damit verbundenen Strafpunkten diesmal nur zu Platz 21 im Wettkampf bzw. Platz 19 in der Meisterschaftswertung. Ein ähnliches Schicksal ereignete seinen A-Kader-Kollegen, den Weltmeister von 2011, Dieter Baackmann (Emsdetten), der sich in der Dressur einmal verfuhr und dabei wertvolle Punkte liegen ließ. Dennoch reichte es für ihn noch zu Platz sechs in der Meisterschaft.