DM Voltigieren Alsfeld 2015: EM-Medaillengewinner gehen in Führung

Umlauf-Siege für Team Neuss-Grimlinghausen, Jannis Drewell, Corinna Knauf und Engelberty/Jacobs

Alsfeld (fn-press). Die deutschen EM-Medaillengewinner von Aachen bleiben auch eine Woche nach den kontinentalen Titelkämpfen im Flow. Bei den Deutschen Voltigier-Meisterschaften im hessischen Alsfeld setzten sich nach dem ersten Umlauf folgende Eroberer des Championats-Edelmetalls an die Spitze: Jannis Drewell (Steinhagen) bei den Herren, Corinna Knauf (Köln) bei den Damen, Pia Engelberty und Torben Jacobs (Köln) im Doppelvoltigieren sowie das Team des RSV Neuss-Grimlinghausen im Mannschaftswettbewerb.

Den Auftakt am heutigen Freitag machten die Gruppen. Gleich als zweites Team im 24 Mannschaften umfassenden Starterfeld liefen die Favoriten ein. Der RSV Neuss-Grimlinghausen – frisch gekürter Europameister – konnte auch zu früher Morgenstunde auf dem Rücken von Delia FRH seine Leistung abrufen. Das Team von Longenführerin Jessica Lichtenberg kassierte starke 7,827 Punkte. An diesen Wert sollte im weiteren Verlauf des Vormittags kein Team herankommen. Am dichtesten auf den Fersen sind den Rheinländern die Akteure vom VV Ingelsberg. Die bayrische Mannschaft von Alexander Hartl kam auf Lazio zu 7,747 Punkten. Es folgt der VV Köln-Dünnwald (7,243), dicht dahinter die Hannoveraner vom RV Fredenbeck (7,218). Spannung ist also vorprogrammiert. Sowohl beim Kampf um die Gold- als auch um die Bronze-Medaille scheint sich jeweils ein Duell herauszukristallisieren. Die Bayern aus Ingelsberg wollen dabei die Siegesserie der Neusser durchbrechen. Die Lichtenberg-Mannschaft gewann den nationalen Titel zuletzt neun Jahre in Folge (wobei 2010 ein Mix-Team aus Neusser und Kölner Voltigierern ins Rennen ging). Auch beim Zweikampf um Rang drei werden die nun folgenden beiden Küren entscheiden. Köln holte zuletzt 2007 als Solo-Team eine DM-Mannschaftsmedaille (Silber in Vechta). Für die Fredenbecker um Trainerin Gesa Bührig, die mit ihrer starken Pflicht für eine kleine Überraschung sorgten, wäre es die allererste Medaille auf nationaler Ebene.

Auch bei den Doppelvoltigierern stehen die Favoriten ganz vorn: Pia Engelberty und Torben Jacobs, die in Aachen mit ihrer Vampir-Kür zu Silber voltigierten, holten mit 8,813 Punkten den Tagessieg vor ihren Vereinskollegen Gera Marie Grün und Justin Van Gerven (8,668). Beide Duos aus dem Rheinland turnten auf Danny Boy, longiert von Patric Looser. Auf Rang drei folgt mit großem Abstand – 7,761 – das westfälische Paar Lena Feldhues und Markus Cohaus mit Wizzard, longiert von Kerstin Bock. Es ist die allererste offizielle Deutsche Meisterschaft im Pas-de-Deux. In den Jahren zuvor wurde in dieser Disziplin lediglich der Bundessieger ermittelt.

In den Einzeldisziplinen wird es für den zweiten Durchgang ebenfalls spannend. Bei den Damen rangiert derzeit Corinna Knauf (Köln) mit Fabiola – longiert von ihrer Schwester Alexandra Knauf – mit 8,541 Punkten an erster Stelle. Die 22-jährige Vize-Europameisterin kam sowohl in der gestrigen Pflicht als auch in der Kür heute auf Platz zwei. Es folgt die EM-Vierte Christine Kuhirt aus Haan mit 8,39 Zählern, gefolgt von Janika Derks (8,363). Die 25-Jährige aus dem Neusser Team glänzte gestern mit einem überragenden Pflichtsieg (8,432).

Bei den Herren überzeugte in erster Linie der frisch gebackene Europameister: Jannis Drewell gewann mit seinem Pferd Diabolus und seiner Mutter Simone Drewell an der Longe die Pflicht mit herausragenden 8,509 Punkten und legte mit einer 8,869 in der Kür nach. Ergibt für den 24-jährigen Sportsoldaten aus Steinhagen total 8,689 Punkte und damit die Gesamtführung vor Thomas Brüsewitz. Der 21-jährige Garbsener voltigierte auf Airbus (Longe: Irina Lenkeit) zu 8,615 Punkten. Auf Rang drei (8,466) liegt derzeit Daniel Kaiser (Delitzsch), der auf seinem Pferd Down Under (Andreas Bäßler) die heutige Kür mit 8,986 Punkten gewann. Auf Platz vier (8,417) folgt EM-Bronzemedaillengewinner Viktor Brüsewitz (Garbsen).