DM Einspänner Drebkau: Detlef Böhlmann und Patrick Hanisch werden Deutsche Meister

Drebkau (fn-press). Der Führende Detlef Böhlmann aus Otter bewies bei der Deutschen Meisterschaft der Einspänner in Drebkau Nervenstärke. Sein Vorsprung vor Christoph Dieker aus Gescher war so gering, dass er sich mit seinem Pferd Diaz keinen einzigen Ball im Kegelfahren erlauben durfte. Doch er blieb ruhig und kam fehlerfrei und unter dem Beifall der Zuschauer ins Ziel. Damit sicherte er sich seinen zweiten Deutschen Meistertitel nach 2009. Silber ging an Christoph Dieker mit FST Elmor, den Deutschen Meister des Vorjahres, Bronze an Dieter Lauterbach (Dillenburg) mit Dirigent.

„Man muss einfach abschalten und ignorieren, wie die anderen Fahrer vorher waren“, erklärte Detlef Böhlmann nach seiner Nullrunde. Direkt vor ihm war Christoph Dieker an der Reihe gewesen. Dieker war ohne Fehler ins Ziel gekommen. „Endlich mal wieder eine Nullrunde“, freute er sich. Dass die Titelverteidigung nicht geklappt hatte, ärgerte ihn nicht so sehr. „Detlef gönne ich das auch und Elmor hat alles gegeben. Schließlich lief es im Gelände auch nicht ganz optimal“, erklärte er. In der Geländeprüfung am Vortag hatte er durch zwei Fahrerfehler wertvolle Zeit verschenkt.

Auch Dieter Lauterbach gelang eine fehlerfreie Runde durch den Hindernisparcours, so dass er mit Dirigent seinen Platz halten konnte und sich über die Bronzemedaille freute. In der Kombinierten Wertung belegte er allerdings Platz vier, da Christoph Dieker sich mit seinem Nachwuchspferd Connect noch vor seinem erfahrenen Elmor auf Platz zwei platzierte. Mit Connect – genannt Kurt - hatte er sich selbst geschlagen und die Dressur gewonnen. „Hammer, Platz eins und Platz zwei in der Dressur bei einer Deutschen Meisterschaft – das ist schon ein verdammt gutes Gefühl“, freute sich Dieker nach dem ersten Tag. „Außerdem ist das Kurts erster S-Sieg und das bei einer DM!“ Mit Connect war er dann auch schnell im Gelände unterwegs und war im Hindernisfahren fehlerfrei geblieben. An der Wertung für die Deutsche Meisterschaft dürfen die Fahrer allerdings nur mit einem Pferd teilnehmen, daher gab es auch keine zwei Medaillen. Bronze gewann stattdessen der viertplatzierte Dieter Lauterbach.

Platz fünf in der Kombinierten Wertung ging an Klaus Tebbe (Neuenkirchen) mit Falko, der mit seiner schnellen und fehlerfreien Runde das Kegelfahren gewinnen konnte. Am Tag zuvor hatte er bereits in der Geländeprüfung mit Zweitpferd Pietje Puck und Falko die Plätze eins und zwei belegt. Heinz Künstler (Greffrath) platzierte sich mit Ragando auf Platz sechs der Kombinierten Wertung. 6,21 Fehler im Kegelparcours führten dazu, dass er mit Klaus Tebbe die Plätze getauscht hatte. Platz sieben ging noch einmal an Dieter Lauterbach mit seinem Zweitpferd Rheinprincess, Platz acht an den 22-jährigen Philipp Faißt (Lahr-Reichenbach) mit seiner siebenjährigen Stute Ann in Time G.W., Platz neun an Klaus Tebbe mit Zweitpferd Pietje Puck und Platz zehn an die 20-jährige Katja Helpertz (Monheim) mit Chester.

Den Länderpokal, die Mannschaftswertung der Einspänner, gewann an das Team Westfalen, das den Pokal bereits im vergangenen Jahr mit nach Hause genommen hatte. Zur Mannschaft gehörten Christoph Dieker, Klaus Tebbe und Peter Reibrich.

Gold für Patrick Hanisch bei der DM der Pony-Einspänner

In Drebkau, in der Nähe von Cottbus, fanden auch die Deutschen Meisterschaften der Pony-Einspännerfahrer statt. „Jahhhh”, einen richtigen Jubelschrei ließ Patrick Hanisch aus Ennigerloh los, als er die Ziellinie durchfuhr und sich damit zum ersten Mal den Titel des Deutschen Meisters sicherte. Mit seinem Haflinger Moses lag er bereits vor dem Hindernisfahren auf dem ersten Platz. Fehlerfrei und mit nur 1,5 Fehlerpunkten für das Überschreiten der erlaubten Zeit kam er ins Ziel. Silber sicherte sich Dennis Schneiders (Petershagen) mit Cathy’s Tabor vor Herbert Rietzler (Rettenberg) mit Nakuri.

„Ich hatte gar keine Zeit nervös zu werden, denn Moses machte so einen Druck, da war ich voll beschäftigt“, sagte Patrick Hanisch als er aus dem Kegelparcours kam. Nach der Dressur hatte er bereits auf Rang zwei gelegen und dank einer starken Geländefahrt dann die Führung in der Kombinierten Wertung übernommen. Nach der Dressur hatte zuerst Herbert Rietzler mit dem Haflingerhengst Nakuri mit deutlichem Vorsprung geführt. Aber er wusste auch, dass die Geländeprüfung nicht zu den Stärken seines Pferdes gehört. „Super wäre es, wenn am Ende ein Platz auf dem Treppchen rauskommt“, hatte Herbert Rietzler im Vorfeld angekündigt. Um so mehr freute er sich, dass er sich die Bronzemedaille sichern konnte. Nach 9,89 Fehlerpunkten im Parcours fiel er von Platz zwei auf drei zurück.

Dennis Schneiders, der bis dahin noch auf Platz drei gelegen hatte, hatte den Kegelparcours mit nur drei Fehlern für einen gefallenen Ball beendet und zog an Rietzler vorbei. Der Deutsche Meister von 2011 hatte mit Cathy’s Tabor ein Pony dabei, dass er zum ersten Mal auf einem Turnier fuhr. „Die Titelverteidigung war daher kein Thema und ich hätte auch nicht gedacht, dass ich überhaupt eine Chance auf einen Treppchenplatz habe“, freute sich Dennis Schneiders. Aber auch das Pony Maverick, mit dem er im vergangenen Jahr den Titel holte, war erfolgreich bei der DM am Start. Maverick wurde von seiner Besitzerin, der Nachwuchsfahrerin Jaqueline Walter (Petershagen), vorgestellt und sie schaffte im Hindernisfahren die einzige fehlerfreie Runde. Damit schob sie sich von Platz sieben nach Dressur und Gelände auf Platz vier vor. Für sie war es kein „undankbarer vierter Platz“, sie strahlte über das ganze Gesicht. „Ich bin mehr als zufrieden. Ich wusste schon, wenn alles gut läuft, könnte ich vielleicht vorne mithalten, aber es sind ja auch immer drei Teilprüfungen, die alle klappen müssen“, sagte Jaqueline Walter, die vor einigen Wochen noch bei den Jugend-Europameisterschaften in Österreich Team-Silber gewonnen hat. Platz fünf der Deutschen Meisterschaft ging an einen weiteren Nachwuchsfahrer. An den 22-jährigen Niels Grundmann (Fredenbeck) mit Cincinnatti vor Edwin Kiefer (Horb) mit Desperado.

In Drebkau fand auch eine Kombinierte Prüfung für Zweispänner statt. Hier gingen die ersten drei Plätze an den gastgebenden Verein Drebkau. Es siegte Sandro Koalick (124,30) vor dem Polen Sroka Przemyslaw (125,75) und seinem Vater Torsten Koalick (126,58).

Ergebnisse und weitere Informationen unter www.reitundfahrverein-drebkau.de      evb

Einspännerfahrer für WM in Portugal benannt

Drebkau (fn-press). Im Anschluss an die Deutschen Meisterschaften der Einspänner hat der Ausschuss Fahren des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) die Fahrer nominiert, die bei den Weltmeisterschaften für Deutschland an den Start gehen dürfen. Die WM der Einspänner finden vom 12. bis 16. September in Lezirias in Portugal statt.

Der Ausschuss nominierte Detlef Böhlmann (Otter) mit Diaz, Christoph Dieker (Gescher) mit FST Elmor und Dieter Lauterbach (Dillenburg) mit Dirigent für die deutsche Mannschaft. Als Einzelfahrer gehen Philipp Faißt (Lahr-Reichenbach) mit Ann in Time G.W. und Katja Helpertz (Monheim) mit Chester in Portugal an den Start. „Wir haben uns entschieden, die championatserfahrenen Fahrer in der Mannschaft starten zu lassen, aber zusätzlich auch zwei vielversprechende Nachwuchsfahrer mit nach Portugal zu nehmen, um den Nachwuchs in dieser Anspannungsart weiter aufzubauen“, erklärte Bundestrainer Eckardt Meyer (Hermannsburg). Als Reserve wurden die Zweitpferde der Mannschaftsfahrer Connect von Christoph Dieker, Rheinprincess von Dieter Lauterbach und Woody von Detlef Böhlmann benannt. Durch seine guten Saisonleistungen hatte sich auch Klaus Tebbe (Neuenkirchen) mit Falko für eine WM empfohlen. Er verzichtete allerdings aus Rücksicht auf sein Pferd, da Falko auf Turnieren fern der Heimat nicht richtig frisst. Die Deutschen Meisterschaften in Drebkau waren nach den Sichtungen in Schildau, Dillenburg und Viernheim die vierte und damit letzte Möglichkeit für die Fahrer, sich für ein Ticket zur WM zu empfehlen.    evb