DKB - Bundeschampionate Warendorf 2016: Top My Girl und Cha Cha mit Titel bei den Springponys

Westfalen und Weser-Ems stellen die Champions

Warendorf (fn-press). Die neue Bundeschampionesse der fünfjährigen Springponys heißt Top My Girl. Im Finale setzte sich die Schimmelstute von Top Montreal – Cornet Obolensky gegen 15 weitere Ponys durch. Bei den sechsjährigen Springponys sicherte sich Cha Cha die Goldmedaille. Bereits 2015 stand die Fuchsstute von Campino aus einer Losander-Mutter bei den DKB-Bundeschampionaten in Warendorf an der Spitze.

„Wir haben viele gut springende Ponys bei den Fünfjährigen gesehen. In diesem Jahr war sehr auffällig, dass alle Paare ziemlich gut vorbereitet hier nach Warendorf gekommen sind. Man sieht eine positive Entwicklung was die Vorbereitung und das Ausbilden der Ponys anbelangt. Das spiegelt sich auch in den guten Noten wider“, sagte Peter Teeuwen, Bundestrainer der Ponyspringreiter, der als Kommentator im Finale die Richterurteile für die Zuschauer „übersetzte“. Die beste Wertnote bei den Fünfjährigen erhielt die westfälisch gezogene Ponystute Top My Girl aus der Zucht und im Besitz vom Josef Volle (Lüdinghausen). In Einlaufprüfung und Finalqualifikation jeweils noch auf dem zweiten Rang, setzte sie sich mit ihrer Reiterin Johanna Schulze Thier (Ascheberg) im Finale mit einer glatten 9,0 gegen die Konkurrenz durch. „Ein Pony ausgestattet mit allen Möglichkeiten, die man an ein Springpony stellt“, kommentierte Teeuwen den Ritt. „Kraftvolles Abspringen, Benutzen des Körpers, Übersicht im Parcours und dabei immer gut an den reiterlichen Hilfen – die Grundvoraussetzungen für den großen Sport sind bei diesem Pony auf jeden Fall gegeben.“

Auf dem Silberrang landete Scooby-Doo, ein Zandheuvel’s Sunny Boy-Sohn aus einer FS Chiwago-Mutter aus der Zucht von Tanja Lasarzik (Schapen). Mit Justine Tebbel (Emsbüren) im Sattel hatte der westfälische Wallach am Freitag mit einer 9,0 bereits die Einlaufprüfung für sich entschieden. Im Finale hätten sich die Richter die Anlehnung etwas besser gewünscht, waren aber insgesamt mit Sprungablauf und Einstellung des Ponys sehr zufrieden. 8,8 lautete ihre Wertnote.

Auf dem dritten Platz behauptete sich mit 8,5 die rheinisch gezogene Miraculix-FS Pavarotti-Tochter Marisca (Züchterin Bärbel Biermann, Goch, Besitzerin Felicia Dahlkamp, Selm). Immer aufmerksam am Sprung überzeugte sie mit Reiterin Lara Tönnissen (Senden) die Richter mit ihrem schnellen Vorderbein. „Ein Pony, das versucht am Sprung alles richtig zu machen, auch wenn die Distanz mal nicht so passt“, sagte Teuween in seinem Kommentar.

Favoritin Cha Cha siegt bei den sechsjährigen Springponys

Keine Unbekannte ist die Bundeschampionesse der sechsjährigen Springponys. Cha Cha von Campino aus einer Losander-Mutter trug mit Reiterin Kathrin Stolmeijer (Emsbüren) bereits im letzten Jahr die Siegerschärpe bei den fünfjährigen Springponys. Ein Jahr älter wusste die in Weser-Ems von Hans Huster-Klatte (Lastrup) gezogene Stute auch in diesem Jahr zu begeistern. Bereits in der Einlaufprüfung lag sie vorne, in der Finalqualifikation wurde es Rang drei. Im Finale, einer Spezialspringponyprüfung mit zwei Umläufen, erhielt Cha Cha im ersten Umlauf die Wertnote 9,4. Dieser Vorsprung war ihr auch im zweiten Umlauf, an dem die besten sechs Ponys teilnehmen durften, nicht zu nehmen. Im Gegenteil: Mit 9,7 legte sie noch eine „Schippe drauf“ und ließ die Konkurrenz mit einer Wertnotensumme von 19,1 deutlich hinter sich. Fast schon sprachlos zeigte sich Teeuwen in seinem Kommentar: „Hier gibt es quasi nichts zu sagen, was man verbessern könnte. Genau so stellen wir uns ein Springpony vor.“ Auch Reiterin Kathrin Stolmeijer zeigte sich begeistert von der Ponystute: "Ich bin froh, dass ich sie zwei Jahre hintereinander in Warendorf reiten durfte. Cha Cha gehört Familie Beckmann aus Brunsbüttel, meine Freundin Johanna wird sie nach dem Bundeschampionat übernehmen und ich bin sicher, dass man von den beiden noch einiges hören wird."

Bundestrainer Peter Teeuwen dachte nach der Prüfung bei der Siegerin wie auch einigen anderen der 16 Finalteilnehmer schon an den großen Ponysport. „Wir hatten hier heute eine breite Spitze an gut springenden Ponys, da sind im nächsten Jahr bestimmt schon ein paar dabei, die wir auf internationalen Turnieren wiedersehen werden.“ Die ersten Weichen dafür sind gestellt: Bundeschampionesse Cha Cha wird im nächsten Jahr mit Johanna Beckmann (Brunsbüttel), der diesjährigen Siegerin im Bundesnachwuchschampionat der Ponyspringreiter, an den Start gehen. Sie hatte die Stute auch selbst für die DKB-Bundeschampionate qualifiziert, ließ in Warendorf dann aber der erfahreneren Kathrin Stolmeijer den Vortritt.

Vize-Championesse bei den sechsjährigen Springponys ist Prestige von Paul SG - Potter. Die rheinisch gezogene Ponystute aus der Zucht von Gerd Neukäter (Voerde) wurde von ihrer Besitzerin Anna Lena Schaaf (Voerde) vorgestellt. Im ersten Umlauf schon technisch überzeugend, aber in der Anlehnung zwischen den Sprüngen noch nicht immer ganz beständig (Wertnote 8,4), steigerte sich das Paar im zweiten Umlauf auf eine glatte 9,0. „In der ersten Runde war Prestige schon super aufmerksam am Sprung. Jetzt im zweiten Umlauf war sie noch lockerer im Körper, fußte am Sprung noch kraftvoller ab“, kommentierte Teeuwen den Ritt, der in Addition mit dem ersten Umlauf (17,4) die Silbermedaille bedeutete.

Mit lediglich einem Zehntel weniger in der Wertnotensumme folgten auf dem dritten Rang Call Me SP WE und sein Reiter und Besitzer Calvin Hobitz (Emsbüren). Der in Weser-Ems gezogene Ponyhengst von Calido G - Stakkato (Züchter Sven Pfleumer, Barßel) ließ am Sprung wenig Wünsche offen. „Dein Pony ist unheimlich schnell im Vorderbein, fußt energisch ab und weiß den ganzen Körper zu benutzen“, erklärte Teeuwen. „Nur in der Anlehnung kann er noch ein bisschen besser werden und sollte etwas mehr vor dich kommen.“ 8,7 im ersten und 8,6 im zweiten Umlauf bedeuteten in der Summer 17,3 Punkte und damit die Bronzemedaille.