DKB - Bundeschampionate Warendorf 2016: Reitponychampions der Dreijährigen gekürt

Westfalen und Schleswig-Holstein stellen dreijährige Reitponychampions

Warendorf (fn-press). Aus dem hohen Norden stammt der beste dreijährige Reitponyhengst 2016: Der holsteinisch gezogene Fuchs Double Diamond AK v. Dreidimensional AT - FS Don’t Worry bekam jede Menge Szenenapplaus von den Rängen des voll besetzten Warendorfer Reitponyvierecks. Gezogen ist der Reitpony-Sieger (61,0) von Ulrike Hoefert (Süstedt) und im Besitz von Janna Alpers. Auf dem Silber- und Bronzerang rangierten zwei westfälisch gezogene Hengste: Herzkönig v. Helios B - FS Don’t Worry (59,0) und Dreiklang AT v. Dreidimensional AT - Classic Dancer (58,5).

Dreijährige Reitponys (Hengste)

„Wir sahen in der Finalprüfung ein sehr homogenes Feld mit rittigen und leichtfüßigen Ponyhengsten. Wenn dann die Fremdreiternote das Zünglein an der Waage ist, macht das doch die ganze Entscheidung erst richtig spannend“, war sich das Richter-Trio Peter Olsson (Kropp), Ute von Platen (Wietze) und Jürgen Uthoff (Bielefeld) einig. Bereits am Morgen führte Double Diamond AK mit Reiterin Julia Coldewey (Großenkneten) das Feld der sieben Finalteilnehmer mit einer 8,4 an. Der Sieger der Qualifikation (8,5), Miami v. FS Mr. Right - Pilgrim’s Red (Züchter: Gerhard Ikena, Großheide, Besitzer: Hartmann GbR), trat im Finale nicht mehr an. So war die Bahn frei für den Dreidimensional AT-Sohn, dessen Richterspruch von Dr. Carsten Munk (Kassel) lautete: „Ein Ponyhengst mit Ausdruck und Typ mit schöner Halsung. Der Trab ist kraftvoll mit deutlichem Abfußen. Im Galopp geht das Pony klar bergauf mit aktiv unterspringender Hinterhand. Der Hengst zeigte sich unter dem Sattel geschlossen mit guter Reaktion auf die Reiterhilfen.“ Höhepunkte seiner Vorstellung waren der Trab (9,0) sowie die Noten für Galopp, Ausbildung und Gebäude (je 8,5). Sichtlich wohl fühlten sich im Sattel des holsteinisch gezogenen Reitponyhengstes auch die Fremdreiterinnen Iris Borchers (Lilienthal) und Annika Bardenhagen (Bremervörde) und vergaben zusammen 19,0 Punkte. Bereits seit einem Jahr steht Double Diamond AK im Stall von Familie Coldewey. „Seit der Körungsvorbereitung ist er bei uns. Das Beste an diesem Ponyhengst ist sein Top-Charakter, weil er einfach immer mitarbeiten möchte. Ich bin sehr froh, dass seine jetzigen Besitzer ihn für uns auf der Auktion gekauft haben“, so Reiterin Julia Coldewey.

Um einen Platz auf den Silber-Rang verbessern konnte sich der Palomino Herzkönig v. Helios B - FS Don’t Worry aus der Zucht von Alfons Baumann (Rees), der von seiner Besitzerin Danica Duen (Bad Oeynhausen) im Viereck vorgestellt wurde. Von Platz fünf in der Qualifikation (8,0) und Platz drei im Finale Teil A (8,1) wurde er dank der guten Fremdreiternote (18,5) am Ende Vize-Bundeschampion. „Ein modern konstruiertes formschönes Reitpony, dem man lediglich etwas mehr Halslänge wünscht“, so die Richter. Seine beste Bewertung (8,5) heimste er für das Gebäude ein.

„Man sagt, dass ein Pferd eigentlich keine Farbe hat. Aber dieser Hengst leuchtet wie Kupfer in der Sonne. Er ist typvoll und harmonisch konstruiert mit einer formschönen Halsung und Oberlinie und sehr rittigem Fundament. Der Trab ist fleißig und sicher durchschwingend, der Galopp klar geregelt und bergauf, der Schritt gelassen. Dies ist ein absolut fleißiges, ausbalanciertes und leistungsbereites Pony, das fein auf die Hilfen reagiert. Diese Gleichmäßigkeit zog sich durch die ganze Prüfung“, lautete der Richterspruch für Dreiklang AT v. Dreidimensional AT - Classic Dancer, der von Ingrid Schmidt (Soest) gezogen und im Besitz von Adolf-Theo Schurf (Bedburg) ist. Für Ausbildung und Gebäude heimste er im Finale zweimal die 8,5 ein, die Fremdreiterinnen vergaben 17,5 Punkte. Vorgestellt wurde der Falbhengst von Jaqueline Schurf (Bedburg). Von Platz drei in der Qualifikation (8,2) rutschte der westfälisch gezogene Hengst Doppelpunkt v. Del Estero AT - FS Don’t Worry (Züchter und Besitzer.: Isabel Mense, Blomberg) auf Rang fünf (7,8). Vierter wurde der hannoversch gezogene Hengst Damico R v. Da Vinci HS - Oosteinds Ricky aus der Zucht im Besitz von Katharina Tünemann-Rohlfing, Wagenfeld (7,9).

Dreijährige Reitponys (Stuten und Wallache)

Er war der erste Bundeschampion auf dem Warendorfer Reitpferdeviereck und entschied sowohl die Qualifikation als auch das Finale für sich: Der in Westfalen gezogene Wallach Camino Royal von FS Cracker Jack aus einer Courage-Mutter gewann die Entscheidung der dreijährigen Reitponys (Stuten und Wallache) mit einer Endnote von 61,0. Vorgestellt wurde der Fuchswallach (Züchter: Bernhard Jansen, Groß Berßen; Besitzer: Thomas Stuhldreier, Münster) von Wibke Hartmann-Stommel (Münster). Vize-Bundeschampion wurde der rheinisch gezogene Fuchswallach Doc Hollywood v. FS Daddy Cool - Dornik B (59,5) vor dem westfälischen Reitponywallach Schelenburgs Mr. Lou (56,0) aus der Zucht und im Besitz von Dorothee Kellermann.

Der Sieger der Qualifikation (8,3) stand am Ende auch in der Rangierung des Finales ganz vorne. Bei Camino Royal, der sich in der zweiten Prüfung noch deutlich steigern konnte (8,7), schwärmten die Richter: „Ein modern konstruiertes Sportpony mit deutlichem Raumgriff und viel Fleiß im Schritt, elastisch federndem Trab, der über den Rücken geht und viel Erhabenheit zeigt. Der Galopp ist bergauf gesprungen und geregelt. Ein absolut ausgeglichenes, konzentriertes Pony, das sich sensibel und leistungsbereit sowie immer konstant in der Anlehnung präsentiert.“ Das spiegelte sich auch in den Finalnoten für den herausragenden Schritt (9,5) und die Ausbildung (9,0) wider. 17,5 Punkte vergaben die Fremdreiterinnen „Das ist ein hundertprozentiges Kinderpony mit sehr schöner Rittigkeit und Einstellung. Er hat sich in dem halben Jahr bei mir wirklich toll entwickelt und einen richtigen Schub nach vorne gemacht. Sein Schritt ist der Hammer“, freut sich Reiterin Wibke Hartmann-Stommel über ihren 13. Titel als Reiterin eines Bundeschampions. Auch Besitzer Thomas Stuhldreier war begeistert: „Wir haben im Vorfeld extra nicht zu viel mit Camino gemacht. Zweimal die Woche reiten, einmal longieren und ansonsten Spaß auf der Weide waren genau das richtige und schonende Rezept für den Warendorfer Auftritt. Man muss so ein junges Pony nicht über die Uhr drehen.“

Für die Verteilung der weiteren Medaillen gab es im Vorfeld noch viele heiße Kandidaten, die bei den Stuten und Wallachen dicht beieinander lagen. Von insgesamt 23 Paaren qualifizierten sich die acht Besten für das Finale. Mit 8,1 in der Qualifikation noch auf Platz vier, sicherte sich Doc Hollywood v. FS Daddy Cool - Dornik B (Zuchtstätte Bäumken, Issum), mit einer 8,4 im Finale und einer Fremdreiternote von 17,5 die Silbermedaille: „Ein modernes Sportpony, wie gewünscht mit schöner Halsung und guten Proportionen. Der Trab war losgelassen und schwingend aus der Hinterhand, dabei sehr schön bergauf. Der Galopp zeichnete sich durch natürlichem Schwung und viel Gleichgewicht aus. Das Pony ist sicher an den Hilfen mit prompten Reaktionen.“ Gleich viermal sprang für den Fuchswallach die Note 8,5 heraus (Trab, Schritt, Ausbildung und Gebäude). Ebenfalls noch auf Rang vier in der Qualifikation (8,1) lag der Bronze-Medaillengewinner, Schelenburg’s Mr. Lou v. FS Mr. Right - Dornik B (Züchterin und Besitzerin: Dorothee Kellermann von Schele, Bissendorf): „Ein geschmeidiges Pony mit guten Proportionen und viel Elastizität. Der Trab war losgelassen und sicher schwingend, der Galopp mit guter Schulterfreiheit und bergauf gesprungen. Wir sahen ein rittiges Pony mit guter Hilfenakzeptanz“, so der Richterspruch des Falbwallachs aus Westfalen, der für Galopp und Gebäude jeweils die 8,5 bekam. In der Qualifikation lagen jeweils zwei weitere westfälisch gezogene Reitponys auf dem aussichtsreichen zweiten Platz (8,2). Für Dimacci D v. Del Estero-Casino Royale K WE (Züchter: Danica Duen, Bad Oeynhausen, Besitzer: Cerstin Reinhardt, Wietze) endete das Finale gemeinsam mit dem hannoversch gezogenen Don Hendrix HW v. Don Chocolate -Dance Star AT (Züchter und Besitzer: Claus Wohlers) auf dem vierten Platz (7,9). Die FS Don’t Worry-FS Champion de Luxe-Tochter Donna, aus der Zucht und im Besitz der Zuchtgemeinschaft Monika und Jürgen Sommerer (Essen) schloss das Finale auf Rang sechs ab (7,8).