DKB - Bundeschampionate Warendorf 2016: Dreijährige Champions sind Destacado und Festina PS

Warendorf (fn-press). Mit Traumnoten von den Fremdreitern endeten die Bundeschampionate der dreijährigen Reitpferde.  Zwei Mal gab es die 10,0 für den neuen Bundeschampion der Hengste, den Hannoveraner Destacado, ein Mal auch für die neue Bundeschampioness, die Oldenburger Stute Festina PS.

Das Publikum raunte, als Sprecher Klaus Blässing die Noten der beiden Fremdreiter Stefanie Wolf (Voerde) und Philipp Hess (Bettenrode) für Destacado verkündete: 20,0, und damit von beiden die Topnote 10,0. Allzu oft hat es das auf dem Warendorfer Reitpferdeviereck noch nicht gegeben. Reiter Pascal Kandziora (Spelle) fiel seinem Fuchs um den Hals und strahlte über das ganze Gesicht. Mit einer Gesamtwertnotensumme von 64,00 wurde der Sohn des Olympiasiegers Desperados, der von Heinrich Gießelmann (Barver) gezogen wurde, Dr. Friederike Lohse gehört und auf dem Schafhof in Kronberg im Deckeinsatz steht, neuer Bundeschampion der dreijährigen Hengste. Der hannoversche Prämienhengst hatte von Beginn an das Feld der 16 teilnehmenden Hengste dominiert. Mit der Wertnote 8,8 gewann er die Finalqualifikation und hatte auch im Finale Teil A die Nase vorn. Drei Mal vergaben die Richter, Peter Olsson, Ute von Platen und Jürgen Uthoff, die Wertnote sehr gut – für das Gebäude, den Schritt und die Ausbildung. Für den Trab und den Galopp erhielt der Fuchs eine 8,5. „Ein Hengst, der über große Reitqualitäten verfügt, sich im Trab und Galopp ausgesprochen schwungvoll und im Schritt sehr losgelassen präsentiert“, fasste Kommentator Dr. Carsten Munk das Richterurteil zusammen.

Neuer Vizechampion wurde Marc Cain, Deutsches Sportpferd von Millennnium-Don Primero. Der Rappe, der von Ulrich Vité (Priestevitz) gezogen wurde, im Besitz des Gestüts Sprehe (Löningen) steht und von Hermann Gerdes (Dötlingen) vorgestellt wurde, war Zweiter der Finalqualifikation und auch als Zweiter in den Fremdreitertest eingezogen. Zu den Wertnoten der Richter (9,0 für den Trab, für den Galopp und das Gebäude, 8,5 für die Ausbildung und 8,0 für den Schritt) addierten sich 19,00 Punkte der beiden Fremdreiter: gesamt 62,5. „Ein hochmodernes, sehr edles Sportpferd mit viel natürlichem Schwung in einer sicheren Selbsthaltung“, so der Kommentar. Platz drei in der Finalqualifikation, Platz drei im Finale: Bronze gewann MDM Zodiac OLD. Der schwarzbraune Oldenburger Landeschampion und Sattelkörungssieger von Zonik - Donnerschwee (Züchter: Bernhard Huslage sen. Essen; Besitzer Max J. und Doris Matti, Schweiz; Reiterin Anna-Sophie Fiebelkorn, Ottersberg) erhielt in allen Teilbereichen von den Richtern die Wertnote 8,5 und von den Fremdreitern 18,5; Gesamtwertnote 61,0.

Dreijährige Stuten und Wallache

Sieben Stuten und ein Wallach konkurrierten in diesem Jahr im Finale um den Sieg in diesem Bundeschampionat. Gleich zwei Medaillen – als Züchter und Besitzer – gingen in das Gestüt Lewitz. Gold gewann die Oldenburger Stute Festina PS, die gleich von Beginn an ihre Konkurrenz dominiert hatte. Vorgestellt von Anja Engelbart (Steinfeld), gewann die Fürstenball-Festrausch-Tochter mit der Wertnote 8,9 die Finalqualifikation, stand mit der gleichen Beurteilung an der Spitze des Finals Teil A und erhielt auch von den beiden Fremdreitern Stefanie Wolf und Philip Hess die höchsten Wertnoten (19,5). Insgesamt kam die Rappstute so auf eine Wertnotensumme von 63,00. Zwei Mal zückten die Richter, Peter Olsson, Ute von Platen und Jürgen Uthoff eine Wertnote von sehr gut und besser. Vor allem der „kraftvolle, schwungvolle Trab, mit deutlichem Antritt und einer großen natürlichen Erhabenheit“ – so Kommentator Dr. Carsten Munk – gefiel den Juroren: Wertnote 9,5. Auch für das Gebäude gab es ein sehr gut (9,0): „Ein harmonisches Sportpferd mit einer geschmeidigen Oberlinie und leichtem Genick“. Für den Galopp und die Ausbildung gab es eine 8,5, lediglich im Schritt waren kleinere Abstriche zu machen – Wertnote 8,0. Vor einigen Wochen war die Stute bereits Zweite des Oldenburger Landeschampionats. Bronze holte sich Festina’s Stallkameradin, Farosa PS, die ebenfalls von Anja Engelbart vorgestellt wurde. Die Hannoveraner Rappstute von Fürst Romancier - Sarkozy punktete bei den Richtern mit ihrem „sehr guten Schritt“ (WN 9,0), erhielt in den anderen Teilbereichen eine 8,5 und kam am Ende zusammen mit der Fremdreiternote (17,0) auf 60,00 Punkte.

Die neue Vize-Championesse hat während der Championatstage mächtig aufgeholt: In der ersten Prüfung noch Sechste gab es am Ende für die Hannoveraner Stute Brasilia von Benicio - Lauries Crusador xx (Züchter und Besitzer Eibe Icken, Dorum; Reiterin Anja Duetsch, Geestland) Silber. Gleich drei Mal erhielt das Richterurteil „sehr gut“: für den „geregelten und geschlossenen Trab mit deutlichem Abfussen“, für den „erhaben gesprungen Galopp“ und für den Schritt. Auch den Fremdreitern gefiel die noble Fuchsstute: Sie vergaben 18,5 Punkte und damit kam die Siegerin des Hannoveraner Reitpferdechampionats auf eine Gesamtwertnotensumme von 62,50.