DKB - Bundeschampionate Warendorf 2015: Der Sonntag

Premiere für "Bartles Rock on Ruby"

Premiere am Stand der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport

Warendorf (fn-press). "Bartles Rock on Ruby“ war bei den DKB-Bundeschampionaten der Publikumsmagnet am Stand der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport. Das nach Ideen von Vielseitigkeits-Bundestrainer Christopher Bartle entwickelte "Balance-Lehrgeräts" ist Teil des von der Stiftung unterstützten Projekts "Mit SICHERHEIT besser reiten“.

Fritz Lutter, Bundestrainer der Pony-Vielseitigkeitsreiter, stellte den brandneuen Prototyp des „Rock an Ruby“ am Stand der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport gemeinsam mit einigen jungen Vielseitigkeitsreitern erstmals vor. Das Gerät funktioniert wie eine Wippe: Der längenverstellbare Hals und die am hinteren Teil des Pferdes angebrachte Gewichte müssen vom Reiter durch seinen Sitz und die Verlagerung seines Schwerpunkts in die richtige Position gebracht werden.„Rock on Ruby“ soll die Balance und einen sicheren Sitz trainieren, damit sich vor allem Vielseitigkeitsreiter in der Anreit- und Landungsphase, aber auch in brenzligen Situationen optimal ausbalancieren und so sogar gegebenenfalls Stürze vermeiden können.

Ein weiterer Teil des Stiftungs-Projektes für mehr Sicherheit im Pferdesport ist die Verbreitung des sogenannten MIM-Systems, das den Besuchern der Veranstaltung ebenfalls am Stand der Stiftung präsentiert wurde. Mit Hilfe des MIM-Systems sollen Überschlag-Stürze verhindert werden. Eingebaute Schienen im oberen Teil eines Sprunges ermöglichen bei Einwirken einer Kraft von zirka 300 Kilogramm das Abklappen des oberen Sprungelementes nach hinten. 34 Geländestrecken hat die Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport in diesem Jahr bereits mit dem MIM-System ausgestattet.

Goldenes Reiterkreuz für Sönke Sönksen

Warendorf (fn-press). Im Rahmen der DKB-Bundeschampionate in Warendorf erwartete den „Ring-Chef“ des Springbereichs, Sönke Sönksen, eine besondere Ehrung: Aus der Hand des Präsidenten der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), Breido Graf zu Rantzau, erhielt der ehemalige Mannschaftseuropameister, Trainer, Equipechef und Richter das Deutsche Reiterkreuz in Gold. „Dies ist aber keine Abschiedsvorstellung, sondern nur ein Zwischenstopp“, erklärte Graf zu Rantzau und fügte schmunzelnd hinzu: „Du bist ja noch ein junger Kerl und kannst hier noch 20 Jahre machen!“

In kurzen Worten skizzierte Breido Graf zu Rantzau den Werdegang des heute 77-jährigen Holsteiners, der bereits als Elfjähriger erstmals in der Aachener Soers gegen die besten Reiter Deutschlands antrat, mit 13 Jahren den damaligen "Preis von Aachen" und ein Jahr später den Preis der Freien und Hansestadt Hamburg gewann. In den 70er Jahren zählte Sönksen zu den erfolgreichsten Springreitern Deutschlands. 1975 gewann er mit Kwept bei den Europameisterschaften der Springreiter in München Mannschaftsgold und die Bronzemedaille in der Einzelwertung, ein Jahr später bei den Olympischen Spielen in Montreal errang er zusammen mit Alwin und Paul Schockemöhle sowie Hans Günter Winkler die Silbermedaille in der Mannschaftswertung. 25 Mal ging Sönksen in Nationenpreisen an den Start.

Auch nach seinem Rückzug aus dem aktiven Sport blieb Sönke Sönksen den Pferden treu. Mittlerweile im nahe gelegenen Versmold beheimatet, arbeitete er als Trainer für das Deutsche Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR) in Warendorf (1992 bis 2001), fungiert bis heute als Equipechef deutscher Springmannschaften, als Richter und seit 22 Jahren als Bereichsleiter Springen bei den DKB-Bundeschampionaten in Warendorf. „ Das alles macht er – schon als Aktiver sowie heute als Funktionär – mit großer Zielstrebigkeit, einer besonderen Portion Ehrgeiz, mit großer Gradlinigkeit, Verlässlichkeit und Ehrlichkeit. Ich glaube, es ist kein Wort ungesagt geblieben, wenn er meinte, dass es gesagt werden muss“, sagte der FN-Präsident und wandte sich dann direkt an Sönksen. „Eines steht fest: Kaum einer hat das Goldene Reiterkreuz mehr verdient als du.“

Philip Weßling ist bester Azubi

Auszubildender aus dem Stall Klimke gewinnt J.J.Darboven Trainee Cup

Warendorf (fn-press). Bereits zum zweiten Mal wurde im Rahmen der DKB-Bundeschampionate mit dem „J.J.Darboven Trainee Cup“ eine Auszeichnung an den besten Auszubildenden des Turniers vergeben. Dieser kommt in diesem Jahr aus dem Stall von Ingrid Klimke (Münster), ist 21 Jahre alt und wurde mit der Holsteiner Schimmelstute Weisse Düne fünfter bei den sechsjährigen Vielseitigkeitspferden.

„Ich habe mich sehr über die Auszeichnung gefreut“, berichtet ein sichtlich glücklicher Philip Weßling. Wenige Tage zuvor hatte der Auszubildende mit dem Schwerpunkt klassische Reitausbildung noch nicht einmal von dem zu vergebenden Preis gewusst. Er habe erst auf den DKB-Bundeschampionaten selbst einen Plakataushang entdeckt und anschließend eine Bewerberkarte ausgefüllt. Zum Sieg im J.J.Darboven Trainee Cup verhalfen ihm seine guten Leistungen mit der Stute Weisse Düne (v. Clarimo – Romino, Züchter Hanno Köhncke, Badendorf, Besitzerin Marion Drache). Als fünftbestes Paar in das Finale der sechsjährigen Vielseitigkeitspferde eingezogen, konnten sich die beiden diesen Platz auch im Finale am Sonntag sichern. „Ich bin überaus zufrieden mit den Leistungen meines Pferdes. Als Reiter hat man natürlich immer die eine oder andere Kleinigkeit, die man noch besser hätte machen können, aber dies war auch mein erster Start bei dieser Veranstaltung und es ist super gelaufen“, so Weßling. Die Auszeichnung war quasi das „i-Tüpfelchen“ auf dem Wochenende. „Ich war total überrascht und hatte nicht damit gerechnet. Wir waren schon wieder im Stallzelt angelangt, als Greta, die Tochter von Ingrid Klimke, ankam und meinte, dass ich gewonnen habe. Da durfte ich das Pferd dann nochmal rausholen und zur Ehrung auf den Springplatz reiten.“

Dotiert ist der J.J.Darboven Trainee Cup mit 1.000 Euro, zudem darf Philip Weßling als Gewinner für eine Trainingswoche zu Springreiter Holger Wulschner nach Groß Viegeln reisen. „Als Reiter und Pferdebesitzer gibt es immer viele Sachen, für die man das Geld gut gebrauchen und ausgeben kann. Rund ums Pferd kann man viele schöne Dinge kaufen“, gibt der gerade ins dritte Lehrjahr gekommene Auszubildende einen Einblick, wofür er die Prämie verwenden wird. Sein eigenes Pferd heißt Lissa’s Lady und ist eine zwölfjährige, dunkelbraune Westfalenstute von Lissabon aus einer Polydor-Mutter. Philip Weßling hat sie selbst in Springen und Vielseitigkeit bis zur Klasse M ausgebildet. Auch die Trainingswoche bei Holger Wulschner möchte er nutzen, um sich speziell im Springsattel weiter zu verbessern. Er habe bereits mit seiner Chefin Ingrid Klimke gesprochen und diese habe vorgeschlagen, dass er den Gewinn möglichst schon in diesem Winter in Vorbereitung auf die nächste Saison einlösen solle. „In jedem Fall ist der gesamte Preis eine klasse Sache!“, findet Weßling.

Für den J.J.Darboven Trainee Cup wurden alle bei der FN registrierten Auszubildenden bewertet, die an den DKB-Bundeschampionaten teilnehmen, sich beworben hatten und einen der folgenden Berufe erlernen: Klassische Reitausbildung, Pferdehaltung und Service, Pferdezucht, Spezialreitweisen oder Pferderennen. Die Bewertung erfolgte vor Ort über die Abteilung Ausbildung und Wissenschaft der FN in Zusammenarbeit mit der Bundesvereinigung der Berufsreiter. Vorjahressieger Lars Volmer hat seinen Gewinn vom letzten Jahr im Übrigen noch nicht ausgegeben, wie er in einem Gespräch verriet. Auch die Führerscheinprüfung, für die er die Prämie sparen wollte, hat er noch nicht absolviert. Dafür konnte er seinen anderen Preis, ein Wochenende in Hamburg, letztes Jahr vor Weihnachten einlösen und die Zeit nutzen, um sich die Hansestadt anzusehen und Weihnachtsgeschenke einzukaufen.

D-Day AT und Timberlake SH triumphieren

Westfalen dominieren bei fünf- und sechsjährigen Dressurponys

Warendorf (fn-press). Bereits am frühen Morgen des Finalsonntags haben die Dressurponys das Viereck bei den DKB-Bundeschampionaten erobert. Dabei gingen zwei Gold- und eine Silbermedaille an das Zuchtgebiet Westfalen. „Bemerkenswert hoch war die Qualität bei den fünfjährigen Ponys“, sagte Cornelia Endres, Bundestrainerin der Ponydressurreiter. „Aber auch bei den Sechsjährigen haben wir gut gerittene Ponys gesehen, die vor allem von Kindern leicht zu handeln sind, was uns sehr wichtig ist.“

Im jüngeren Jahrgang war es der Hengst D-Day AT aus der Zucht und im Besitz von Adolf-Theo Schurf (Bedburg), der Zuschauer und Richter verzückte. Der braune Westfale von Dance Star AT aus einer Notre Beau-Mutter legte die Messlatte von Beginn an unerreichbar hoch. Zoe Gilbers (Issum) präsentierte den Hengst und erntete dafür viel Lob von den Richtern. „Du hast das Pony auf eine ganz tolle Weise vorgestellt“, sagte Kommentator Christoph Hess. „Das war wirklich eine super Runde.“ Für den Trab erhielt Dance Star AT die Note 8,5. Die Begründung: „Das Pony fußt gut ab und kommt sehr schön zum Schwingen, das ist genau so, wie man es als Richter und Ausbilder sehen möchte“, erklärte Hess. Etwas mehr Dehnung hätte sich die Jury im Schritt gewünscht, dennoch gab es dafür eine 8,0, genauso wie für den Galopp, der schön nach oben gesprungen war. „Außerdem war das Pony wunderbar gehorsam, deshalb gibt es für die Durchlässigkeit eine 8,5.“ Diese Wertung bekam der Hengst ebenfalls für den Gesamteindruck, das bedeutete eine Endnote von 8,3.

Ganz knapp dahinter lag mit der Gesamtnote 8,2 auf dem Silberrang der Rheinländer FS Dorian Gray im Besitz der Hengststation Wilbers/Stücker (Weeze) aus der Zucht von Karl Dercks (Kranenburg). Der Hengst von FS Don’t Worry-FS Cocky Dundee, den Alissa Horz (Weeze) vorstellte, überzeugte vor allem mit seinem Schritt, für den er die Tageshöchstnote 9,0 erhielt.

Die Bronzemedaille teilten sich mit der Note 7,9 zwei Ponys. Das war zum einen der Wallach Carleo Go WE v. Constantin-Weltmeyer aus der Zucht von Maria Brocks (Ahaus) und im Besitz des Hofs am Eifgen (Wermelskirchen). Im Sattel von Carleo Go WE, der aus dem Zuchtgebiet Weser-Ems stammt, saß Paulina Holzknecht (Solingen), EM-Dritte der Junioren. Ebenfalls auf Rang drei lag ein Hengst aus dem Zuchtverband für Deutsche Pferde. Den Rappen Tiger Hill v. Top Anthony II-Sandro Song stellte die deutsche Pony-Dressur-Meisterin Maike Mende (Nordwalde) vor. Für die Siebzehnjährige, die am Sonntag im Dauereinsatz war und zwei fünfjährige und zwei sechsjährige Ponys vorstellte, sollte dieser Tag noch einen krönenden Abschluss finden.

Triple für Timberlake SH

Denn bei den sechsjährigen Ponys gewann Mende mit dem Westfalen-Hengst Timberlake SH die Goldmedaille. Der Fuchs von Timberland aus einer Top Karetino-Mutter steht im Besitz von Sabina Hübner (Löhne). Züchter ist die Zuchtgemeinschaft Karl Heinz und Gaby Sander (Lüdinghausen). „Das Pony überzeugt in allen drei Grundgangarten. Auch wenn es in der Rittigkeit vielleicht etwas zäh erschien, hat es seine Aufgaben gut erfüllt“, lautete das Urteil von Christoph Hess. Die Noten lagen allesamt im Achterbereich: Für Schritt, Trab und Gesamteindruck gab es die 8,5, für Galopp und Durchlässigkeit eine 8,0, womit die Siegernote von 8,3 feststand.

„Das ist in diesem Jahr das Triple für Timberlake und Maike hat ihn ganz toll vorgestellt“, freute sich Besitzerin Sabina Hübner. Der Hengst gewann in diesem Jahr bereits den Titel des Westfalenchampions und siegte im August bei der Premiere des International Dressage Cup for Young Ponys in Verden. Wie bereits dort reihte sich am Sonntag erneut der Hengst Del Estero auf dem Silberrang ein, der auch schon im vergangenen Jahr Vize-Bundeschampion der fünfjährigen Dressurponys war. Der dunkelbraune Westfale von Dance Star AT-Marsvogel xx im Besitz von Danica Duen (Bad Oeynhausen) und aus der Zucht von Antonius Sternschulte (Welver) kam lediglich im Trab unter die Note 8,0. Die Richtergruppe um Hans-Peter Schmitz, der anschließend in den Ruhestand verabschiedet wurde, legte sich auf eine 7,0 fest, denn sie hatte sich noch etwas mehr Schwung und weniger Eile gewünscht. Eine 8,5 gab es für Schritt, Galopp und Durchlässigkeit sowie eine 8,0 für den Gesamteindruck.

Ein Sonderlob für ihr feines Reiten holte sich Sophie Duprée (Stedebergen) ab, die Del Estero vorgestellt hatte. „Das war ein toller Ritt, das Pony hatte immer eine leichte Anlehnung“, lobte Christoph Hess. Sowohl Mende als auch Duprée durften sich bei den Siegerehrungen über den Tierschutzpreis des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) freuen.

Den dritten Rang bei den sechsjährigen Ponys belegte Churschill E WE aus dem Verband Weser-Ems, der sich als Sieger des kleinen Finals am Samstag für die Endrunde qualifiziert hatte. Im Sattel saß Marlen Schramm (Cloppenburg), die den Auftritt ihres Ponys mit einem einem einzigen Wort beschrieb: „Geil!“. Einen gleichmäßigen Trab (8,0) und einen bombensicheren Schritt (8,5) bescheinigten die Richter dem Hengst von FS Chicago-Viktoria’s Colano aus der Zucht von August Ellers (Emstek) und dem Besitz von Emma Ellers. Der Galopp war der Jury eine 7,5 wert, die Note für Durchlässigkeit und Gesamteindruck lag bei 8,0, das bedeutete ein Endergebnis von 8,0.

Cha Cha und High Noon siegen bei den Springponys

Vorjahressieger High Noon wird erneut Bundeschampion

Warendorf (fn-press). Mit einem Start-Ziel-Sieg holte sich Cha Cha den Titel bei den fünfjährigen Springponys. Bei den DKB-Bundeschampionaten setzte sich die in Weser-Ems gezogene Fuchsstute im Finale klar gegen die Konkurrenz durch. Seine Spitzenposition im Klassement der Sechsjährigen behauptete der Vorjahreschampion High Noon.

Als klare Favoritin ging Cha Cha von Campino aus einer Losander-Mutter im Finale der fünfjährigen Springponys mit ihrer Reiterin Kathrin Stolmeijer (Emsbüren) an den Start. Bereits Einlaufprüfung und Finalqualifikation konnte die Fuchsstute aus der Zucht von Hans Huster-Klatte (Lastrup) und im Besitz von Victoria Klatte für sich entscheiden. Im Feld der 17 Finalisten überzeugte sie mit einer eindrucksvollen Vorstellung, immer schön an den Hilfen sprang sie kraftvoll abfußend durch den Körper. „Ein Pony mit sehr vielen Möglichkeiten, auch für den großen Sport“, attestierte Peter Teeuwen, Bundestrainer der Ponyspringreiter, in seinem Kommentar. 9,0 lautete das Urteil der Richter, damit konnte Cha Cha ihre Note aus den ersten beiden Prüfungen noch einmal um drei Zehntel steigern. Über eine halbe Note lag am Ende zwischen der neuen Bundeschampionesse und dem Vizechampion Maradonna.

Der holsteinisch gezogene Ponywallach von Melvin-Windsor N lag in Einlaufprüfung und Finalqualifikation auf Rang drei. Im Finale bestätigte er als letzter Starter seine Note aus der Einlaufprüfung: 8,4 lautete das Endergebnis für den Palomino aus der Zucht von Angelika Jahr aus Keitum (Besitzer: Lillyhof Wacken). „Eine sehr schöne Runde, das Pony ist immer aufmerksam am Sprung und gleichmäßig im Vorderbein, das Hinterbein fußt energisch ab“, lobte Teeuwen. Reiterin Marieke Reimers (Mehlbek) hatte dabei im Finale alle Hände voll zu tun, neben dem Vizechampion Maradonna qualifizierte sie sich mit zwei weiteren Ponys für die Endrunde.

Die Bronzemedaille bei den fünfjährigen Springponys ging an Mac Cain H von Machno Carwyn-Brillant. Der in Weser-Ems von Besitzer Josef Hemme (Löningen) gezogene Hengst zeigte mit Reiterin Pauline Willen (Löningen) eine sehr solide Runde, für die die Richter eine 8,2 vergaben. Damit konnte er sich von Rang 19 mit einem Fehler in der Einlaufprüfung, über Rang 13 in der Finalqualifikation in der Endrunde enorm steigern.

Favorit High Noon holt sich erneut den Titel

Kein Unbekannter ist der Sieger der sechsjährigen Springponys: Halifax-Chico Sohn High Noon aus der Zucht von Gisela Jung (Rittersheim) und im Besitz von Helmut Ewenz (Bonefeld) sicherte sich bereits im letzten Jahr den Titel als Bundeschampion. Dieses Jahr wusste der Ponyhengst aus dem Zuchtgebiet Rheinland-Pfalz-Saar auch im Feld der Sechsjährigen zu begeistern. Mit dem Sieg in der Finalqualifikation (9,3) kam dem Braunen im Finale der 15 besten Ponys klar die Favoritenrolle zu.

Schon im ersten Umlauf war er mit seinem Reiter Lars Volmer (Legden) nicht zu schlagen. „Das war eine Runde, bei der man wirklich überlegen muss, was es zu verbessern gibt“, zeigte sich Teeuwen in seinem Kommentar begeistert und hob besonders die Einstellung des Hengstes hervor: „Das Pony zeigt an jedem Sprung hundertprozentige Aufmerksamkeit und versucht immer alles richtig zu machen.“ Ihre Note aus dem ersten Umlauf (9,3) konnten die beiden in der zweiten Runde, an der die besten fünf Ponys teilnehmen durften, noch einmal steigern. „Das war perfektes Springen von Anfang bis Ende“, urteilte Teeuwen. 9,5 lautete die Note, damit hatten High Noon und Lars Volmer den Sieg mit einer Gesamtsumme von 18,8 locker „in der Tasche“.

Vize-Champion bei den sechsjährigen Springponys wurde Schimmelhengst Mr. Bubble von Machno Carwyn-Boomer. Der Baden-Württemberger aus der Zucht und im Besitz von Hans Zollmann (Waldbrunn) ging als Bronzemedaillengewinner des letzten Jahres an den Start. Reiterin Mona Bucher (Kirchardt) hatte den Ponyhengst gut an den Hilfen, außerdem überzeugte die Richter das schnelle Vorderbein und die große Gleichmäßigkeit im Parcours. In beiden Umläufen bewerteten sie den Hengst mit einer 9,1, die Gesamtsumme von 18,2 reichte am Ende für den Vizetitel.

Bronze bei den sechsjährigen Springponys ging an die Holsteinerin Holiday R. Vorgestellt wurde die dunkelbraune Stute von Rocketti aus einer Hondsrug Don Gregory-Mutter von Philipp Schulze Topphoff (Havixbeck). Kommentator Teeuwen zeigte sich beeindruckt von der Leistung am Sprung: „Eine schöne Dehnung über dem Sprung und ein sehr schnelles Vorderbein.“ Die Richter belohnten die Vorstellung mit einer 8,8 im ersten und einer 9,1 im zweiten Umlauf. Züchter der Stute ist Volker Reimer (Schönhorst). Er dürfte sich ebenso über das gute Abschneiden des Paares gefreut haben wie Besitzerin Inke Reimer.

Sir Donnerhall stellt Champion

Hannoveraner Smirnoff bestes fünfjähriges Dressurpferd

Warendorf (fn-press). Die Wertnote 8,8 reichte diesmal aus, um das Finale der fünfjährigen Dressurpferde zu gewinnen. Der neue Bundeschampion Smirnoff vertritt die Hannoveraner Zucht. Silber sicherte sich der Trakehner Goldmond v. Imperio-Latimer, auf dem Bronzerang folgte FBW Sir Solitär aus Baden-Württemberg.

In Punkto Losgelassenheit gehörte er zu den Allerbesten auf dem Warendorfer Dressurviereck. Der hochbeinige, elastische Smirnoff, schwarzbrauner Sohn des Sir Donnerhall aus einer Florencio I-Mutter, wurde hervorragend von Manuel Bammel vorgestellt. In der Qualifikation hatte der gekörte Hengst das drittbeste Ergebnis erzielt, im Finale konnte er sich vor seine Mitstreiter setzen (Wertnote 8,8). Der neue Champion kam bei Eggerk Gronewold (Weener) zur Welt und gehört dem Hof Rosenthal im niedersächsischen Bleckede.

Über die Silbermedaille freute sich der Trakehner Zuchtverband, der ansonsten bei den Dressur- und Reitpferden leer ausging. Der schwarzbraune Wallach Goldmond v. Imperio-Latimer brachte unter dem Sattel von Birgit Held seine qualitätsvollen Grundgangarten sehr schön zur Geltung. Der noble Wallach aus der Zucht und im Besitz von Ingo Wittlich im hessischen Neuberg erhielt mit 9,5 die höchste Schrittnote des Tages (gesamt 8,7). Der Zuchtverband Baden-Württemberg stellte den Bronzemedaillengewinner. Katrin Burger präsentierte mit dem schwarzbraunen FBW Sir Solitär v. Sir Sandro-Disco-Tänzer ein ebenfalls sehr durchlässiges Pferd (Wertnote 9,0) mit viel Potenzial für den gehobenen Dressursport. Insgesamt erzielte der von Fritz Brenner (Öhringen) gezogene Hengst im Besitz von Lothar Merkt (Weil) die Wertnote 8,5.

Eine Stute, wie sie schöner nicht sein könnte, fiel knapp aus den Medaillenrängen und belegte Platz vier: Bellena, Siegerin der Qualifikation, tanzte mit ihrer Reiterin Esther Maruhn regelrecht durchs Viereck. Die rotglänzende hannoversche Belissimo-Welser-Tochter aus der Zucht von Hans Richelshagen (Brockel) meisterte die gestellten Aufgaben souverän, dennoch hatten die Richter Zweifel an ihrer Losgelassenheit. So reichte es am Ende nur zur Wertnote 8,4.

Insgesamt präsentierten sich etliche fünfjährige Pferde im Finale ein wenig unter Form. Manche von ihnen hatte man in der Finalqualifikation deutlich besser gesehen. So auch den Sir Donnerhall-Florestan-Sohn Sir Olli, der mit Laura Klein Platz zwei in der ersten Prüfung belegt hatte. Er rutschte ab auf Rang sieben. Dieses Ergebnis hatte er auch bei der Weltmeisterschaft vier Wochen zuvor in Verden erzielt, dort allerdings mit Ann-Christin Wienkamp im Sattel.

Golden West verteidigt Titel bei vierjährigen Reitponys

Tackmann's Baiser holt Sieg bei den vierjährigen Reitponys (Stuten und Wallache)

Warendorf (fn-press): Er ist ein Wiederholungstäter: Der vierjährige westfälisch gezogene Reitponyhengst Golden West v. Hesselteich’s Golden Dream-FS Golden Moonlight (Z.: Bianca Weidner, B.: Melissa Rose Mulchahey) wurde nach seinem Vorjahressieg bei den dreijährigen Reitponys erneut Bundeschampion mit Reiterin Wibke Hartmann-Stommel. Und wieder entschied die bessere Testreiternote über den Sieg des Cremello-Hengste bei den DKB-Bundeschampionaten. Silber und Bronze gingen an den westfälischen Reitponyhengst Drei D AT v. Dance Star AT-Dreamdancer und Ceylon E WE v. Cyriac-Viktoria’s Colano aus dem Zuchtgebiet Weser-Ems.

„Wir sehen hier einen Hengst in seltener Farbe, der wirkt wie aus einer Porzellanmanufaktur modelliert. Er ist sehr gut bemuskelt, zeigt eine natürliche Erhabenheit und geht in schöner Selbsthaltung bei sehr williger Annahme der Reiterhilfen“, kommentierte Dr. Martin Plewa die Noten der Richter-Jury. Viermal zogen Peter Mannheims, Reinhard Richenhagen und Johann-Speth die 8,5 für den Titelverteidiger. Lediglich für den „fleißigen, taktsicheren und absolut geregelten Schritt“ gab es die 8,0, was in der Endabrechnung 61,5 Punkte bedeutete. „Das war dieses Jahr wieder ganz schön spannend“, war Reiterin Wibke Hartmann-Stommel erleichtert über den extrem knappen Ausgang des Duells mit dem Silbermedaillen-Gewinner Drei D AT. Einen halben Punkt mehr (19,5) vergaben die beiden Testreiterinnen Nadine Plaster (Ganderkesee) und Anja Wilimzig (Warendorf) für den rittigen Hingucker, der mit seinem elastischen Bergaufgalopp das Publikum besonders begeistern konnte. In der Qualifikation am Freitag rangierte Golden West noch mit 8,6 Punkten hinter seinem Konkurrenten aus dem westfälischen Zuchtverband Drei D AT (8,8). „Innerhalb des letzten Jahres ist Golden West noch erwachsener geworden und hat körperlich zugelegt. Bis auf eine kurze Deckperiode stand er komplett bei mir. Rittigkeit und Charakter sind beim ihm einfach nach wie vor hundertprozentig“, strahlte seine Reiterin.

Das Nachsehen hatte der bildschöne Dunkelfuchshengst Drei D AT aus der Zucht und im Besitz von Adolf-Theo Schurf mit Reiterin Jaqueline Schurf, der im Vorjahr in der Konkurrenz der dreijährigen Reitponyhengste Bronze holte. „Hier stellt sich ein Modellathlet vor, der durch und durch Hengst ist mit hervorragender Oberlinie und tollen Proportionen. Wir sehen hier ein bedeutendes Sportpferd mit einem kaum zu überbietenden, sehr geregelten Schritt“, urteilten die Richter über den ausdrucksstarken Ponyhengst, der mit einer der Testreiterinnen allerdings einmal kurz mit einem beherzten Satz über die Viereckabgrenzung den Platz verließ. Trotzdem fühlen sich beide Damen so wohl in seinem Sattel, dass sie 19 Punkte vergaben. Die Tages-Höchstnote in der Reitpony-Konkurrenz der Hengste heimste er für den Schritt ein (9,5). Auch er kam auf 61,5 Punkte.

Bronze ging an den dunkelbraunen in Weser-Ems gezogenen Ceylon E WE v. Cyriac-Viktoria’s Colano (Züchter: August Eilers, Besitzer: Emma Eilers). Anna-Lisa Theile, die mit ihm in der Qualifikation noch auf Rang vier gelegen hatte, schaffte am Sonntagmorgen noch den Sprung ins Finale Teil B. „Ein Pony mit sehr guten Proportionen, das sich in stets vorbildlicher Anlehnung präsentiert“, befanden die Richter und spendierten vier mal die 8,5 für Exterieur, Trab, Galopp und die Ausbildung. Das Nachsehen hatte der holsteinisch gezogene Steendiek’s Corlandos v. FS Chambertin-Nordstar (Züchter und Besitzer: Peter Böge), der in der Qualifikation noch Dritter war (8,4) und mit Reiterin Antonia Holtmann am Ende auf den fünften Platz rutschte (8,0).

Vierjährige Reitponys (Stuten und Wallache)

Wenke Kraus konnte in der Konkurrenz der vierjährigen Reitponys (Stuten und Wallache) gleich zwei Ponys in die Medaillenränge steuern. Mit der neuen Bundeschampionesse Tackmann’s Baiser v. FS Golden Highlight-Barrichello aus der Zucht  und im Besitz der Familie Tackmann holte sie im Vorjahr bei den dreijährigen Reitponys Bronze – dieses Jahr wurde die Leistung der holsteinisch gezogenen Stute im Reitponyviereck vergoldet. Die Bereiterin der Familie Tackmann stellte mit dem Palomino Wallach Tackmann’s Hochgenuss v. Highway-Llanarth Fire Flyer (Züchter: Kerstin Hansen-Baig, Besitzer: Familie Tackmann) auch noch den Vize-Bundeschampion. Dritte wurde die westfälisch gezogene Stute Daddy’s Chanel v. FS Daddy Cool-Chantre B (Züchter: Reiner Bockholt), die von Reiterin und Besitzerin Lisa Albers vorgestellt wurde.

„Tackmann’s Baiser kann schon eine echte Diva sein. Aber sie hat sich super gesteigert. Nach Bronze im Vorjahr wurde sie auch Landeschampionesse und heute dann Bundeschampionesse“, berichtet Reiterin Wenke Kraus über die FS Golden Highlight Tochter, die in der Qualifikation mit einem achten Platz (7,8), gerade so in der Finale gerutscht war und nun das Feld von hinten aufgerollt hatte. „Ein Pony in großem Zuschnitt, das seinen Rahmen gut ausfüllt und mit leichtem Genick ausgestattet ist. Unter dem Reiter präsentiert es sich mit einer guten Dehnungsbereitschaft und insgesamt schon sehr geschlossen“, waren sich die Richter in ihrem Urteil einig. Sie vergaben vier Mal die 8,5 und entschieden sich im Trab für die 8,0. Dazu addierten sich 17,5 Punkte von den Testreitern (59,5 Punkte). Ein noch viel außergewöhnlicherer Erfolg war allerdings für Wenke Kraus die Leistung ihres „Silber-Ponys“ Tackmann’s Hochgenuss. „Der Wallach kam erst vor acht Wochen als unreitbar in unseren Stall. Er wurde vorher wegen seines Sattelzwangs noch nie geritten. Ich habe ein Vertrauensverhältnis zu ihm aufgebaut und war anfangs dreimal täglich einfach nur mit ihm spazieren. Vor zwei Wochen ging der das erste Turnier in seinem Leben und bekam gleich eine 9,0. Eigentlich sollte er gar nicht mit nach Warendorf, denn er kennt ja bisher nichts. Außer mir hatte noch nie jemand auf dem Pony gesessen“, strahlte die Ausbilderin und konnte es kaum fassen, dass der sehr brave und rittige Wallach hier auf ganzer Linie überzeugen konnte. „Ein sehr harmonisch konstruiertes Pony mit guter Halsung und einer bedeutenden Schulter und deutlich bergauf gesprungenem Galopp, das sich immer in der gewünschten Anlehnung präsentiert“, so der Richterspruch. Mit der Testreiternote von 17,5 kam er auf 59 Punkte.

Die Siegerin in der Qualifikation (8,3), die FS Daddy Cool-Tochter Daddy’s Chanel, gewann am Ende Bronze für Westfalen. „Ein Pony mit vorzüglicher Halsung in bildschönem Stutentyp, das sich sehr ausbalanciert und bergauf im Galopp zeigt und viel Übertritt im Schritt hat.“ Ihre Höhepunkte waren der Galopp, der Schritt und das Gebäude (8,5). Nicht in das Geschehen eingreifen konnte die Vorjahres-Bundeschampionesse Tropensonne v. Totilas-Top Non Stop, die in der Qualifikation noch auf Platz zwei rangierte (Platz sechs, 7,9) und die Silbermedaillen-Gewinnerin 2014, FS Daddy’s Starlight v. FS Don’t Worry (Platz sieben, 7,8).

Fürst William HC und Quizmaster gewinnen bei den Dreijährigen

Oldenburg und Hannover vorn

Warendorf (fn-press). Im DKB-Bundeschampionat der dreijährigen Reitpferde machten die beiden niedersächsischen Zuchtverbände Hannover und Oldenburg die Medaillenplätze unter sich aus und holten sich je einen kompletten Medaillensatz. Gold gab es für den Oldenburger Hengst Fürst William HC sowie für den Hannoveraner Wallach Quizmaster.

Von beiden Fremdreitern die Traumnote 10,0 – das hat es auf dem Warendorfer Reitpferdeviereck nicht allzu oft gegeben. Doch bei Fürst William HC waren sich Philipp Hess (Bettenrode) und Anja Wilimzig (Warendorf) absolut einig. Und nicht nur sie: Der dreijährige braune Hengst von Fürst Wilhelm-Lord Sinclair I war auch der Liebling des Publikums und Wunschsieger des Richtergremiums. Mit einer 9,2 hatte er die Finalqualifikation angeführt und wurde im Finale Teil A mit einer 9,1 bedacht. Ganz besonders gefiel der Jury (Dr. Carsten Munk, Peter Olsson und Jürgen Uthoff) der „dynamische und souveräne Auftritt, das hohe Maß an natürlicher Erhabenheit sowie das äußerst energische Abfußen im Trab und Galopp“. Lediglich im Schritt mussten kleine Abstriche gemacht werden. „Hier wünschten wir uns doch etwas mehr Über- und Vortritt“, sagte Dr. Dietrich Plewa, der wie gewohnt die Kommentierung der jungen Pferde übernommen hatte. Fürst William HC trägt den Oldenburger Brand und wurde 2014 bei den Mecklenburger Hengsttagen gekört. Züchterin ist Monika Stärk, Besitzer HC Stables. Vorgestellt wurde der neue Bundeschampion von Anna-Sophie Fiebelkorn (Ottersberg), das Endergebnis lautete 65,50 Punkte.

Zweiter in der Finalqualifikation und Zweiter im Finale Teil A: Bon Coeur, Prämienhengst der Verdener Körung und auch Hannoveraner Vize-Champion, wusste vor allem durch „seine Elastizität, seine natürliche Kadenz und sein hohes Maß an Bergauf-Tendenz“ zu begeistern. 8,9 lautete das Richterurteil für den Rappen von Benetton Dream-Sandro Hit (Züchterin Birgit Tietjen; Besitzerin Martina Wahlers) und seine Reiterin Lena Berwe (Ahlerstedt). Von den beiden Fremdreitern bekam Bon Coeur 18,50 Punkte, so dass er am Ende mit 63,00 Punkten Silber gewann.

Mit 18,50 Punkten bedachten Philipp Hess und Anja Wilimzig auch den schwarzbraunen Der Schufro. Mit deutlichem Abstand (Wertnote 8,4) war der Hannoveraner Champion als Dritter in den Fremdreitertest eingezogen und kam am Ende auf 60,50 Punkte. Der Sohn von Der Designer aus einer Mutter von Schufro erhielt seine höchste Wertnote für das Gebäude (9,0), konnte aber im Schritt nicht ganz überzeugen (WN 7,5). Der Schufro wurde im Gestüt Lewitz geboren, steht im Besitz des Hofes Kasselmann in Hagen a.T.W. und wurde von Eva Möller (Hagen) vorgestellt.

Platz vier im Championat der dreijährigen Hengste teilten sich der Rheinländer Lord Nunes von Lord Loxley-Jazz (Züchter H. Steeghs Linders, Besitzer Hengststation Wilbers/Stücker, Reiterin Jana Freund) und der Hannoveraner Founder von Foundation-Sarkozy (Züchter und Besitzer Gestüt Lewitz, Reiter Heiko Klausen). Beide Youngster erhielten im Finale Teil A die Wertnote 8,3.

Stuten und Wallache

Bei den Stuten und Wallachen entschied der Fremdreitertest das Ergebnis. Exakt 62,50 Punkte standen am Ende auf dem Konto des neuen Champions und der neuen Vizechampionesse. Die Fremdreiter, Philipp Hess und Anja Wilimzig, gaben dem Hannoveraner Wallach Quizmaster den Vorzug (WN 19,5) und sicherten ihm damit den Sieg vor der Oldenburgerin Flora de Marposa OLD, für die 19,0 Punkte notiert wurden.

Das enge Ergebnis hatte sich schon während der Championatstage angedeutet: Quizmaster gewann die Finalqualifikation, Flora de Marposa OLD stand nach dem Finale Teil A an der Spitze. Beide wurden in der Finalprüfung mehrfach mit der Wertnote „sehr gut“ bedacht: Quizmaster im Galopp und im Schritt, Flora de Marposa OLD im Trab, Schritt und für die Ausbildung. Der neue Champion stammt ab von Quasar de Charry-Velten Third. Züchter ist Klaus Küver, Besitzer Mathieu Beckmann, im Sattel saß die Schwedin Jessica Lynn Andersson. Flora de Mariposa OLD ist eine Tochter des Fürstenball, dessen Nachkommen beim diesjährigen Bundeschampionat zahlreiche Medaillen einheimsten. Gezogen wurde sie von Carsten Middendorf aus einer Mutter von Rubin-Royal, steht im Besitz von Rolf Moormann und wurde von Hermann Gerdes (Dötlingen) vorgestellt.

Ausgehend von Platz fünf in der Finalqualifikation gewann am Ende die Oldenburger Stute Fiesta Danza OLD Bronze. Die Fürstenball-Weltmeyer-Tochter beeindruckte die Richter vor allem im Trab „mit einer sehr schönen Vorderbeinmechanik“ (WN 9,0). Von den Fremdreitern gab es 17,5 Punkte, am Ende standen 59,50 Punkte auf dem Konto. Fiesta Danza OLD stammt aus der Zucht und dem Besitz von Johannes Westendarp, ihre Reiterin war Alexa Westendarp (Rulle).

Platz vier teilten sich mit der Wertnote 8,3 der Oldenburger Flying Dancer OLD von Fürst Romancier – Sir Donnerhall I (Züchter und Besitzer Wilhelm Hofrogge, Reiter Hermann Gerdes) und der Hannoveraner Felix von Foundation-Weltmeyer (Züchter Jill und Jules Walker, Besitzer Christian Heinrich, Reiterin Anne-Kathrin Pohlmeier).

Nobleman C, Michel und SF Detroit gewinnen Titel "im Busch"

Warendorf (fn-press). Gespannt warteten die Fans der Vielseitigkeit bei den DKB-Bundeschampionaten auf die nächste Generation hoffnungsvoller Talente „für den Busch“. Wer neben jungen Pferden auch die großen Namen erleben wollte, wurde in diesem Jahr aber enttäuscht. Die meisten Topstars waren an Bundeschampionats-Wochenende bereits in Großbritannien, um sich auf die ein oder andere Art auf die Europameisterschaften in Blair Castle vorzubereiten. Dennoch fieberten sie aus der Ferne mit den Pferden in Warendorf mit, von denen sich in diesem Jahr Nobleman C, Michel und SF Detroit die Siegerschärpen sichern konnten.

Nobleman C– dynamisch zum Sieg

Er galoppierte mit den höchsten Vornoten auf den Geländeplatz – Nobelman C, der seine Führung dort noch ausbaute und eindrucksvoll auf das Siegerpodest der sechsjährigen Geländepferde stürmte. In seinem Sattel: Moa Kulle, Bereiterin vom Team Thomsen, die nicht weniger als fünf Pferde (vier bei den fünfjährigen Buschpferden) in Warendorf an der Start brachte, zeigte auf „Nobi“, wie der smarte Braune von Nekton im heimischen Stall genannt wird, in allen drei Teilprüfungen überzeugende Leistungen. So zirkelte sie mit dem holsteinisch gebrannten Nekton-Sohn (M.v. Candillo) in der Dressur eine tolle 8,5 ins Viereck, setzte im Springen mit einer 8,8 noch einen drauf und dem Ganzen im Gelände mit 9,5 die Krone auf. Der Wallach aus der Zucht von Ursula Chojnacki, in deren Besitz er auch steht, ließ Kommentator Thies Kaspareit keinen Raum für weitere Wünsche, sondern brachte ihn und die Jury zum Schwärmen: „Nobleman C hat das Gelände hier in überzeugender Art und Weise und ohne jede Schwierigkeit absolviert“, so Kaspareit. Dynamisch, kraftvoll, dabei rationell reihte Nobleman die Hindernisse aneinander wie die Perlen auf einer Schnur. Das gab klar und unangefochten die Tagesbestnote von 9,5!

Zum Vizetitel steuerte Jens Hoffrogge eine gut aufgelegte Victoria MB: Die patente Stute von Volkano (M. v. Lenz) glänzte mit einer unaufwendigen und fleißig repetierenden Galoppade, mit einem flinken Vorderbein und offenbar einem großen Kämpferherz. All das belohnten die Richter mit einer 8,8. Da die braune Westfalenstute aus der Zucht von Maria Bruns, in deren Besitz sie auch steht, aus der Dressur (7,5) und dem Springen (8,6) reichlich Punkte mitbrachte, gab´s am Ende die Silbermedaille.

Knapp dahinter platzierte Christin Tidow ihren Hulingshof´s Jogi auf dem Bronzerang. Die Bereiterin aus dem Stall von Andreas Dibowski, hatte mit dem statiösen Schimmel das Kleine Finale für sich entscheiden können und dann kontinuierlich starke Leistungen gezeigt. Im abschließenden Cross überzeugte der Clinton-Sohn (M. v. Goofalik xx) mit Übersicht, Kraft und hoher Rittigkeit. 8,5 gab das Richtergremium dem Oldenburger aus der Zucht und im Besitz von Johannes Baumann.

Trotz knapp bemessener Zeit und hoher Schwierigkeit kamen alle der elf Finalisten ins Ziel und zeigten hier durchweg gute bis sehr gute Leistungen. Lediglich Elena Otto-Erley (Warendorf), die von Platz zwei nach Dressur und Springen aussichtsreich ins Rennen ging, kassierte einen Vorbeiläufer, pilotierte ihren Finest Fellow v. Fidertanz – Sir Shostakovich xx aus der Zucht ihres Vaters Friedrich Otto-Erley dann aber ganz gelassen und vorbildlich ins Ziel.

Favoritensieg für Michel

Auch bei den fünfjährigen Vielseitigkeitspferden hatte es einen Favoritensieg gegeben. Der Hannoveraner Michel, einer von vier Nachkommen des Mighty Magic M aus einer Federweisser-Mutter, hatte der Jury bereits in der Finalqualifikation gefallen (9,2) und bestätigte diesen Eindruck auch in sämtlichen Teilprüfungen des Finales. In der Dressur gab es die 8,5, das Springen beendete er mit 8,7 und für den Geländeritt zückten die Richter Dietmar Hogrefe und Horst Karsten sogar die 9,5. Beeindruckend war vor allem die Selbstverständlichkeit, mit der der braune Wallach aus der Zucht und im Besitz von Helmut Böttcher aus Rehlingen die gestellten Aufgaben bewältigte. „Als wäre es nichts Besonderes, als hätte er das schon hundert Mal gemacht“, so Kommentator Thies Kaspareit. Vorgestellt wurde Michel von Stephanie Böhe, die zuletzt bei Weltmeisterin Sandra Auffarth arbeitete und trainierte und sich gerade erst selbständig gemacht hat. Eine Woche vor den DKB-Bundeschampionaten erfolgte der Umzug nach Döhle, wo sie einen Stalltrakt von Andreas Dibowski gepachtet hat.

Die Leistung von Michel ist umso höher zu bewerten, als sich nach vielversprechender Finalqualifikation und Kleinem Finale doch einige der Fünfjährigen beim Geländefinale schwer taten. Von 19 Pferden wurden vier vorab zurückgezogen, drei Reiter gaben auf, eine Reiterin verzichtete auf die Wertung, ein Sturz endete glimpflich. „Wir haben viele gute, talentierte Pferde gesehen, für die die Aufgabenstellung aber an der oberen Grenze lag. Man merkte diesem Finale an, dass viele Kader- und Spitzenreiter mit ihrer Routine in der Vorbereitung und der Prüfung selbst in diesem Jahr in Warendorf fehlten“, erklärte Thies Kaspareit.

Auf dem Vizerang landete wie auch bei den Sechsjährigen Jens Hoffrogge, der bereits den dritten Nachkommen seiner ehemaligen Erfolgsstute Laroxa v. Larome aus der Zucht seines Vaters Hans Hoffrogge aus Dorsten vorstellte. Nach Rittersporn H und Ready to Do H, ebenfalls Finalisten der DKB-Bundeschampionate, war es nun der gekörte und leistungsgeprüfte Hengst Black Rock H v. Black Jack, der mit einer 7,4 aus der Dressur sowie einer 8,2 in Springen und Gelände die Silbermedaille davontrug. Besonders überzeugend war der Hengst in seiner Leistungsbereitschaft, für die ihm bereits bei seiner HLP eine glatte 10 attestiert worden war. Im Deckeinsatz ist Black Rock H allerdings nicht. "Hier konzentrieren uns auf unseren Vollblüter Asagao", erklärte Hans Hoffrogge. Dieser hätte sich dank hoher Noten ebenfalls für Warendorf empfohlen, war dort aber als reiner Vollblüter nicht startberechtigt. Die Beschränkung auf deutsche Pferde der Liste I hatte sich auch auf auf den Sieger der Finalqualifikation ausgewirkt. Jadore Moi (v. Conthargos), geritten von Sophie Leube (Fröndenberg), wurde als Liste II-Pferd nachträglich disqualifiziert. "Das ändert natürlich nichts an der Leistung des Pferdes und tut uns für Reiter und Besitzer sehr leid", sagte Turnierleiter Carsten Rotermund.

Ebenfalls eine 8,2 im Gelände gab es für den fünfjährigen Caramio v. Canturo – Limbus (Züchter: Adelbert Sporn, Jardelundfeld, Besitzer: Hengststation Sollwitt GbR). Der dunkelbraune Wallach wurde wie der Sieger der Sechsjährigen von der schwedischen Bundeschampionats-Debütantin Moa Kulle vorgestellt. Besonders lobend hoben die Richter die energische und dennoch leichtfüßige Galoppade und die Ehrlichkeit des dunkelbraunen Wallachs hervor, auch wenn sie in der Rittigkeit noch einige Abzüge machten. So hatte es in der Dressur auch nur zu einer 6,8 gereicht, was Caramio jedoch mit einer guten Vorstellung im Parcours (8,5) wieder ausgleichen konnte.

Sieg für Detroit

Die ersten Schärpen in der Vielseitigkeit wurden traditionsgemäß bei den Ponys vergeben. Als neuer Bundeschampion glänzte der sechsjährige, in Schleswig-Holstein gezogene SF Detroit v. Denver, der sich im Vorfeld nicht nur für die Vielseitigkeit, sondern auch für den Start bei den Dressurponys qualifzieren konnte. Daher überraschte es wenig, dass der imposante Fuchshengst mit dem selbstbewussten Auftreten bereits in der Vielseitigkeits-Teilprüfung Dressur den Grundstein seines späteren Erfolgs legte. Mit den Noten 8,8 (Dressur) und 7,7 (Springen) startete SF Detroit als Führender ins Gelände. Dort entlockte er den Richtern Tonius Lehmkuhl und Dieter Hesselbach trotz einiger nicht ganz optimaler Sprünge aufgrund der überragenden Springmanier und der guten Rittigkeit die Note 9,0. SF Detroit stammt aus der Zucht von Gabriele Schmücker-Feld und ihrer Tochter Dorothea Feld, die bereits dessen Mutter Bellevue (v. Bolero) zwei Mal fürs Finale der Springponys empfehlen konnte. Bereits als Fohlen wurde Detroit an die Zuchtgemeinschaft Eichenhof Thomas und Sascha Göpfert (Lüdersburg) verkauft, blieb aber zur Aufzucht und Ausbildung bei Felds im Stall. Vorgestellt wurde er in Warendorf von Laura Lilienthal, die in diesem Jahr ihre erste Vielseitigkeitsprüfung bestritten hat und nach ihrem Sieg entsprechend überwältigt war. „Laura ist hier über sich selbst hinausgewachsen“, freute sich Schmücker-Feld für ihre Schülerin.

Den Höhepunkt in der Geländeprüfung setzte allerdings der ebenfalls sechsjährige, in Weser-Ems gezogene Camillo WE v. Cracker Jack – Brillant. „Camillo erfüllt alle herausragenden Merkmale eines guten Geländeponys“, lobte Thies Kaspareit den Fuchswallach, der sich im Gelände mit fleißigem Galopp, patent und mit viel Übersicht am Sprung präsentierte und dafür die Topnote 9,5 erhielt. Mit einer Dressurnote von 8,6 und einer Stilnote von 7,2 im Springen hätte es sogar zum Sieg gereicht, wenn da nicht der Fehler im Parcours gewesen wäre. So wurden Camillo WE und sein Reiter Constantin Harting Zweite, im Vorjahr belegten sie noch Platz drei. Damals war Constantin das Pony aus der Zucht von Aloys Meyer noch von seiner Besitzerin zur Verfügung gestellt worden war. Mittlerweile gehört Camillo WE jedoch zur Familie. Nach den DKB-Bundeschampionaten 2014 war Constantins Großmutter Barbara Harting so begeistert, dass sie das Pony für ihre sieben Enkelkinder erwarb.

Auf dem dritten Platz landete die in Westfalen gezogene Stute Mama’s Liebling v. Mr Hale Bob, vorgestellt von Johanna Schulze Thier. Auch hier gab das Geländeergebnis von 8,9 den Ausschlag, so dass das Paar zu guter Letzt die Vorjahreszweiten Annika Schnüpke und Prinz S.W. hinter sich lassen konnte. „Ein tolles Geländepony mit einer tollen Einstellung“, sagte Thies Kaspareit nach Geländerunde. „Mama kann heute wirklich zufrieden sein“. „Mama“ ist in diesem Falle Züchterin und Besitzerin Elke Stegemann, die das Pony aus der nur 1,40 großen Bolero-Tochter Bonny gezogen hat. „Bonny war mein erstes Pony. Als Mr. Hale Bob verkauft wurde, wollten wir gerne eine Erinnerung haben“, erzählte Tochter Nina Stegemann, die mit dem Hengst 2008 Doppel-Europameisterin geworden war.

Insgesamt nahmen 20 Ponys an der Finalqualifikation teil, wobei lediglich ein Vorbeiläufer registriert werden musste. „Aus dem Vorbereitungslehrgang wusste ich bereits, dass wir dieses Jahr ein gutes Starterfeld haben werden“, sagte Fritz Lutter, Bundestrainer der Ponyvielseitigkeitsreiter. Seit einigen Jahren ist dieser Lehrgang für alle Teilnehmer Pflicht und hat für eine deutliche Verbesserung der gezeigten Leistungen geführt. Dazu trug ebenfalls bei, dass viele der Ponys durch aktive oder ehemalige Kaderreiter mit entsprechender Prüfungsroutine vorgestellt wurden. „Jetzt wünsche ich mir nur noch, dass wir möglichst viele dieser wirklich guten Ponys auch im Vielseitigkeitssport wiedersehen“, sagte Lutter.

Sieg für Caressini und Cooper

Stall Beerbaum gelingt mit Christian Kukuk beinahe der Doppelsieg

Warendorf (fn-press). Aus dem Stall Beerbaum sind schon viele Reiter in die Annalen der Bundeschampionate eingegangen: Angefangen bei Ludger Beerbaum selbst, der 1988 und 1993 einen Bundeschampion stellte, über Marco Kutscher (2002, 2005 und 2007), Henrik von Eckermann (2006, 2011 und 2012) und zuletzt Philipp Weishaupt 2008 und 2010. In diesem Jahr setzte Christian Kukuk die Tradition fort: Er stellte mit Caressini den Bundeschampion der fünfjährigen Springpferde vor und verpasste mit dem sechsjährigen Casanova nur knapp einen weiteren Sieg.

Mit vier Pferden hatte sich Kukuk für das Finale am Sonntagmittag qualifiziert, erreichte den zweiten Umlauf jedoch nur mit Caressini, dem Schimmelhengst von Carento - Cassini I. Im ersten Umlauf erhielt Caressini die Wertnote 9,1, bestach vor allem durch seine perfekte Rittigkeit. „In der Ausbildung total auf dem richtigen Weg“, lobte Kommentator Joachim Geilfus. „Der Hengst ist absolut sicher am Sprung, galoppiert und springt überaus gleichmäßig, das ist sehr gut“. Ebenso sicher und überzeugend absolvierte Caressini den zweiten Umlauf. Wertnote 9,4 stand im Protokoll. Klarer Sieg, Goldene Schleife und Schärpe für Caressini und Christian Kukuk, Gratulation und Ehrung für den Züchter Dr. Axel Schürner.

Vize-Champion wurde Catoki Boy mit Judith Emmers im Sattel, der mit der Wertnote 8,8 den zweiten Umlauf erreicht hatte, sich hier noch einmal erheblich steigerte und mit 9,2 benotet wurde. Der Holsteiner Hengst von Catoki - Cassini II (Züchter: Kai Gerkens, Besitzer: Syndicaat Rhein-Maas E.E.S.V.) sprang hochkonzentriert, kraftvoll und sehr sicher. „Eure zweite Runde war fast perfekt“, lobte Joachim Geilfus, „eine leichte Störung in der Abstimmung zwischen euch verhinderte eine noch bessere Note. Catoki Boy ist ein Sportler!“ Vielleicht eifert der Dunkelbraune ja seinem Vater nach, der unter mehreren Reitern internationale Erfolge errungen und mit Philip Weishaupt unter anderem Weltcup-Springen gewonnen hat.

Vielleicht schafft das auch Catoki Boys Halbbruder Candinas aus einer Mutter v. Cantus, der mit Oliver Ross auf dem dritten Platz rangierte. Züchterin und Besitzerin des Holsteiner Hengstes ist Sonja Zeiger-Innauer, die Wertnote 17,4 sein Endergebnis. Der Fuchs bestach durch Manier und Technik am Sprung, präsentierte sich losgelassen und konzentriert. Das Paar profitierte von einer Unaufmerksamkeit des Continus Stern vom Zuchthof Rene Tebbel, der mit Philip Bölle im Sattel im ersten Umlauf die höchste Wertnote von 9,2 erhalten hatte. Eine Fehler des OS-Hengstes am ersten Sprung im zweiten Umlauf hatte nach Abzug eine 8,0 zur Folge: keine Medaille.

Der westfälische Zuchtverband stellte mit zehn der 35 angetretenen Finalisten bei den fünfjährigen Springpferden das größte Kontingent. Die zweitstärkste Gruppe kam aus Holstein, acht Pferde kamen aus dem Land zwischen den Meeren. Der beste Hannoveraner war Aussie-Bay, geritten von Guido Klatte (Lastrup). Der braune Wallach von Armitage hatte die erste Qualifikation überzeugend gewonnen, war einer von fünf Hannoveranern, die das Finale erreicht hatten und belegte am Ende Platz fünf.

Überraschungssieger Philipp Schulze-Topphoff

Für die Überraschung bei den sechsjährigen Springpferden sorgte der erst 17-jährige Reiter Philipp Schulze-Topphoff (Havixbeck). Er stellte mit dem dunkelbraunen Wallach Cooper, einem Sohn des Cornado I, aus der Zucht von Karl-Heinz Wortmann und dem Besitz von Karl-Heinz Schulze-Isfort, seinen ersten Champion. Vater Bernd Schulze-Topphoff hat selbst zahlreiche Pferde auf den Bundeschampionaten vergangener Jahre erfolgreich vorgestellt, war auch oft im Finale, zu einem Sieg hatte es aber nicht gereicht. Umso größer die Freude über den riesigen Erfolg des Sohnes, der darüber hinaus bei den sechsjährigen Springponys mit Holiday R Dritter wurde.

Ganz knapp musste sich Christian Kukuk mit Casanova geschlagen geben, beinahe wäre ihm das Kunststück gelungen, in beiden Altersklassen den Bundeschampion 2015 zu stellen. Um 0,36 Sekunden langsamer als Cooper beendete Casanova den Stechparcours, der Hannoveraner Wallach von Clinton - Stakkato musste sich auf Platz zwei einreihen. Casanova stammt aus renommierter Zuchtstätte: Die Zuchtgemeinschaft Heinrich und Wilhelm Strunk hat auch Bella Rose, das Dressurpferd von Isabell Werth, hervorgebracht.

An dritter Stelle landete mit Curly v. Carell – Forsyth wieder ein westfälisches Pferd. Die braune Stute ist sozusagen ein Familienpferd: Züchterin und Besitzerin ist Anja Haßmann, vorgestellt wurde die Braune von Ehemann Toni Hassmann. Der gab im Stechen alles, riskierte viel und kam in 46,33 Sekunden doch nur als Drittschnellster in Ziel. Curly galoppiert mit hoher Frequenz, war allerdings im Raumgriff den beiden Erstplatzierten unterlegen.

Der anspruchsvolle Parcours, den Eckardt Hilker den sechsjährigen Springpferden aufgebaut hatte, zeichnete sich vor allem durch lange Galoppstrecken aus. Frisches Galoppieren war angesagt, was auf den freundlich angelegten Linien auch gut möglich war. Wie immer wurde den jungen Pferden viel abverlangt, es sollen schließlich auch die besten deutschen Nachwuchspferde vorn stehen. Es waren übrigens seine letzten Kurse bei den DKB-Bundeschampionaten: Nach 22 Jahren beendet Hilker seine Tätigkeit als Parcoursbauer in Warendorf.

Auch bei den sechsjährigen Springpferden waren die Westfalen nicht nur auf der Ehrenrunde vorn. Sie stellten ebenso wie die Oldenburger acht Pferde im Finale, sechs trugen den Hannoveraner Brand, fünf kamen aus Holstein.