DKB - Bundeschampionate Warendorf 2015: Der Samstag

Fasine - von Platz 13 zu Gold

Klarer Sieg bei den sechsjährigen Dressurpferden für Fürst Romancier-Tochter

Warendorf (fn-press). Eine Achterbahnfahrt erlebte Isabel Bache bei den sechsjährigen Dressurpferden. Die norwegische Bereiterin im Stall von Paul Schockemöhle startete mit der dunkelbraunen Oldenburgerin Fasine weit unter den hoch gesteckten Erwartungen und musste sich in der Qualifikation mit der Wertnote 7,2 (Platz 13) zufrieden geben. Über das Kleine Finale, das sie haushoch gewann (8,7), erarbeitete sich das Paar den Weg in die Medaillenentscheidung. Hier zeigte Fasine ihre ganze Klasse und trabte souverän zur Goldmedaille – Wertnote 9,3.

FN-Ausbildungsbotschafter Christoph Hess schwärmte in seinem Kommentar: „Das war ein Ritt vom Allerallerfeinsten!“ Dem konnte man nur zustimmen. Die elegante Stute, Tochter des Fürst Romancier aus einer Sir Donnerhall-Mutter, präsentierte sich stets durchlässig und leichtfüßig. Hervorragend von Isabell Bache in Szene gesetzt, gelangen ihr schöne fliegende Wechsel, denen bei den sechsjährigen Pferden die größte Bedeutung zukommt. Für den Gesamteindruck erhielt sie sogar die Höchstnote 10. Fasine hat bereits „Promistatus“. Als Dreijährige war sie gefeierte Oldenburger Siegerstute, ihr gleichaltriger Vollbruder For Romance hatte als Zweieinhalbjähriger die Oldenburger Körung als Siegerhengst verlassen. Das Erfolgsduo aus der Zucht des Gestüts Lewitz ist dank des dort intensiv praktizierten Embryotransfers entstanden.

Die Silbermedaille gewann die schwarzbraune Lord Loxley-Tochter Lady Loxley (Muttervater Abanos), die Carola Koppelmann vorstellte. Die Rheinländerin aus der Zucht und im Besitz von Franz Josef-Münker in Meerbusch hatte schon vier Wochen zuvor bei der Weltmeisterschaft der jungen Dressurpferde in Verden gefallen. Auf Warendorfer Parkett präsentierte sie sich noch ein klein wenig souveräner. Lady Loxley  besticht besonders durch ihre Durchlässigkeit, die die Jury mit 9,0 bewertete (Gesamtnote 8,8). Mit Damon‘s Dejaron war Donnerhall-Sohn Damon Hill wieder einmal in den Medaillenrängen der DKB-Bundeschampionate vertreten. Der bei Züchterfamilie Becks in Senden geborene westfälische Hengst aus einer Matcho AA-Mutter wurde von Heiner Schiergen geritten. Der athletische Fuchs, der besonders in den Schritt- und Galoppphasen begeistern konnte, gewann mit einem Endergebnis von 8,6 die Bronzemedaille knapp vor Saphira Royal NG und Stefanie Wolf. Die rheinische Tochter des San Amour-Monteverdi aus der Zuchtstätte Heinrich Werth in Rheinberg wurde mit 8,4 bewertet.

Die Sieger der beiden Abteilungen der Qualifikationsprüfungen unterlagen im Wettstreit um die Medaillen. Die Hannoveranerin Danza v. Dimaggio-Rubin Royal (Z.: Johannes Lage), die Julia Katharina von Platen vorstellte, blieb unter ihren Möglichkeiten, ließ Schwung und Engagement vermissen (Platz 5, WN 8,3). Vom Regenguss und den vielen auf- und zuklappenden Schirmen blieb der Schimmelwallach FBW Fair Play zwar unbeeindruckt, aber der Qualifikationssieger der zweiten Abteilung mochte seine überzeugenden Leistungen nicht noch einmal abrufen. Die Galoppwechsel misslangen, so dass der Fürst Hohenstein-Sohn (MV: Disco-Tänzer) letztlich mit der Wertnote 7,7 und Platz zwölf Vorlieb nehmen musste. Aber mit dem ungemein locker schwingenden und bewegungsstarken Wallach aus der Zucht von Werner Häfner (Osterburken) hat seine Ausbilderin Ines Knoll ein herrliches Pferd für größere Aufgaben unter dem Sattel.

Vierjährige Champions stehen fest - Siege für Fürsten-Look und Victoria’s Secret

Warendorf (fn-press). Die eine Entscheidung stand schon vor dem Fremdreitertest fest, bei der anderen waren Miriam Becher (Waldbröl) und Kim Pfeiffer (Griesheim) das „Zünglein an der Waage“. Die neuen Bundeschampions der vierjährigen Reitpferde sind der Hannoveraner Hengst Fürsten-Look und die Rheinländer Stute Victoria’s Secret.

Fürsten-Look dominierte das Feld der Hengste von Anfang an. Schon die Finalqualifikation hatte der Fürstenball-Londonderry-Sohn aus der Zucht von Johannes Sabel und dem Besitz der Hengsthaltung Schockemöhle mit der Wertnote 9,4 und damit mit einem Abstand von 1,1 zum Zweitplatzierten gewonnen. Mit der Wertnote 9,2 und damit ebenfalls einem deutlichen Vorsprung zog er dann in den Fremdreitertest ein und erhielt hier von Miriam Becher und Kim Pfeiffer wiederum das beste Ergebnis (19,5). 65,5 Punkte kamen so am Ende für ihn und seine Reiterin Isabel Bache (Mühlen) zusammen. Silber ging mit der Wertnotensumme von 61,0 an den Hannoveraner Don Monet, Bronze (58,5) an den Oldenburger Fior.

Fürsten-Look war in diesem Jahr der einzige Vierjährige, der im Verlauf des Championats von den Richtern mit einer 10,0 bedacht wurde: Die Höchstnote hatte der Sieger der Sattelkörung in Vechta und aktuelle Hannoveraner Reitpferdechampion in der Finalqualifikation für seinen Trab bekommen. Im Finale vergaben die Richter für alle drei Grundgangarten die Wertnote 9,5, für die Ausbildung gab es wegen eines kurzen Moments der Spannung eine 8,5. „Ein Spitzenmodell“ fasste Kommentar Dr. Dietrich Plewa den Eindruck der drei Richter Peter Mannheims, Reinhard Richenhagen und Johann Speth kurz und bündig zusammen.

Der neue Vize-Champion Don Monet ist ein Sohn des Don Nobless aus einer Mutter von Rascalino. Züchter und Besitzer des Hengstes mit Hannoveraner Brand ist Herbert Kruse, vorgestellt wurde er von Sandra Frieling (Balge). Die Richter hatten den Dritten des Hannoveraner Reitpferdechampionats durchgängig mit der Wertnote 8,5 beurteilt, gegenüber der Finalqualifikation konnte er sich damit um insgesamt 0,4 Punkte verbessern. Von den beiden Fremdreitern kamen 19,00 Punkte hinzu.

Wie der Sieger stammt auch der Drittplatzierte vom ehemaligen Bundeschampion der fünfjährigen Dressurpferde (2011) Fürstenball ab. Fior wurde im Gestüt Lewitz aus einer Mutter von Sandro Hit gezogen und steht im Besitz des Hofs Kasselmann in Hagen a.T.W. Der aktuelle Oldenburger Landeschampion und Prämienhengst der Oldenburger Körung war mit dem Spanier Borja Carrascosa Martinez Zweiter der Finalqualifikation und Dritter im Finale Teil A. „Fior ist ein sehr moderner Hengst, ausgestattet mit einem sehr elastischen Trab und einer Galoppade mit einer deutlichen Bergauf-Tendenz“, sagte Plewa. „Der Schritt allerdings ließ heute ein wenig den Raumgriff vermissen“.

Platz vier teilten sich mit der Gesamtwertnote 8,0 der Hannoveraner Florenz von Florencio-Sandro Hit (Züchter Dr. Rolf-Peter Schulze, Besitzer Gerd Sosath, Reiter Lukas Fischer) und der Sieger des Westfalen-Championats, Fürst Magic von Fürstenball-Sir Donnerhall I (Züchter Bernhard Ilting-Reuke, Besitzer Gestüt Fohlenhof; Reiterin Laura Strobel).

Stuten und Wallache

In der Konkurrenz der Stuten und Wallache hingegen fiel die Entscheidung erst im Fremdreitertest. Kim Pfeiffer und Miriam Becher fühlten sich auf Victoria’s Secret am wohlsten und sicherten der Dunkelfuchsstute damit den Sieg.

Die neue Championesse konnte sich im Verlauf des Bundeschampionats steigern. In der Finalqualifikation hatte die Vitalis-Fidermark-Tochter der Zucht von Walther Schulte-Böker und dem Besitz der Rhenania Pferde GmbH mit der Wertnote 8,1 Platz vier belegt. Im Finale Teil A erhielt sie vom Richter-Trio Peter Mannheims, Reinhard Richenhagen und Johann Speth für den Galopp die Wertnote 9,5, für den Trab und die Ausbildung eine 9,0 und zog mit einer Gesamtwertnote von 8,8 als Zweitbeste in den Fremdreitertest. Kommentator Dr. Dietrich Plewa nannte Victoria’s Secret „ein ausgesprochen harmonisches Pferd mit einer sehr guten Bergauf-Tendenz und einer großen Taktsicherheit, das stets sicher an den Hilfen seiner Reiterin steht“. Vorgestellt wurde Victoria’s Secret von Beatrice Buchwald, Chefbereiterin im Stall von Isabell Werth.

In der Finalqualifikation und auch im Finale Teil A stand der Hannoveraner Wallach Lordswood Dancing Diamond an der Spitze. Anne-Kathrin Pohlmeier (Rethem) stellte den lackschwarzen Dancier-Wolkenstein II-Sohn aus der Zucht von Heinrich Ebeling und dem Besitz der Besitzergemeinschaft Whitefield & Stack vor. Der amtierende Hannoveraner Vize-Champion konnte besonders im Trab punkten (WN 9,5) und erhielt auch in den Kriterien Galopp, Schritt und Ausbildung von den Richtern ein glattes „sehr gut“. Die beiden Fremdreiterinnen vergaben 17,5 Punkte, so dass Lordswood Dancing Diamond am Ende hinter Victoria’s Secrat zurückfiel.

Wie im vergangenen Jahr gewann der Oldenburger Quel Filou OLD die Bronzemedaille. Der Braune aus der Zucht von Aloys und Christian Hinxlage war Ende des vergangenen Jahres für eine Million Euro über die PSI-Auktion in Ankum verkauft worden und steht nun im Besitz eines Dressurstalls in Luxemburg. Eva Möller (Hagen a.T.W.) stellte den Sohn des Quaterback aus einer Mutter von Stedinger vor und hatte mit ihm in der Finalqualifikation Platz zwei (WN 8,3) belegt. Von den Finalrichtern bekam er im Trab die Wertnote 9,0 und vier Mal die 8,5 (Gesamt 8,6), das bedeutete Platz drei im Finale Teil A. Kim Pfeiffer und Miriam Becher fügten 18,5 Punkte hinzu. Endergebnis: 61,50.

Nur knapp hatte der Belissimo-Brentano II-Sohn Blickfang HC den Einzug in den Fremdreitertest verpasst. Der aktuelle Reitpferdechampion des Hannoveraner Verbandes (Züchter Theodor Linnenbäumer; Besitzer HC Stables; Reiterin Wibke Hartmann-Stommel) wurde am Ende mit der Wertnote 8,5 Vierter. Platz fünf teilten sich die westfälische Vizechampioness Liss La Belle (von Lissaro-Laurentianer) mit Nadine Plaster im Sattel und die im Rheinland gezogene Vitalis-Florestan I-Tochter Vencia, die Miriam Becher vorgestellt hatte.

Movie Star und Damenwahl K WE siegen bei den dreijährigen Reitponys

Rheinland und Weser-Ems stellen die dreijährigen Reitpony-Bundeschampions

Dreijährige Reitponys

Warendorf (fn-press). Wenn Harpos 1975er Hit „Movie Star“ am Warendorfer Reitpferdeviereck ganz laut aufgedreht wird, hat das einen besonderen Grund. Mit dem Kult-Song des schwedischen Popstars wurde bei den DKB-Bundeschampionaten der Sieger bei den dreijährigen Hengsten, Movie Star v. FS Mr. Right-Lancer II, gebührend gefeiert. Gezogen ist der rheinische Ponyhengst von Arno Leufkens und im Besitz von Reiterin Danica Duen. Zwei Hengste rangierten dahinter auf dem Silber- und Bronzerang: der rheinisch gezogene Mister Universum v. FS Mr. Right-Fürst Piccolo und Diamond Touch v. Golden Dime-FS Golden Moonlight aus dem Zuchtgebiet Westfalen.

„Man gerät einfach ins Schwärmen beim diesjährigen Feld der dreijährigen Reitponyhengste. Die Züchter können stolz sein auf die enorme und geballte Qualität, mit der man später auch im internationalen Ponysport mithalten kann“, kündigte Dr. Dietrich Plewa die sechs Finalisten am Samstagmorgen an. 8,4 war hier die niedrigste Note aus der Qualifikation – die drei Favoriten traten mit den Vornoten 9,3 (Movie Star), 9,2 (Diamond Touch) und 9,1 (Mister Universum) an. Entsprechend begeistert reagierte auch das Publikum und sparte nicht mit Szenen-Applaus für die jungen Ponyhengste. Keinen Zweifel an seiner Anwartschaft auf Gold ließ Movie Star, der aktuelle Siegerhengst der rheinischen Körung. 65,5 Punkte sammelte der Palomino Hengst mit Danica Duen im Sattel insgesamt. „Ein tolles, hochmodernes Sportpony in großzügiger Formation, das durch die Kombination von Losgelassenheit und Ausdruck begeistert. Der raumgreifende, lockere, elastische und ausdrucksstarke Trab war uns eine Zehn wert. Für den imponierenden Galopp mit viel Raumgewinn mussten wir ebenso tief in die Notenkiste greifen“, kommentierte die Richterjury, Dr. Carsten Munk, Peter Olsson und Jürgen Uthoff, den umjubelten Sieger. Seine Ausbildungsnote lautete 9,5. Jeweils eine 8,5 bekam er für den Schritt und das Gebäude. 19 Punkte spendierten außerdem die Testreiterinnen Ina Tapken (Ganderkesee) und Michele Schulmerig (Gundheim). „Es ist einfach sehr gut gelaufen für uns heute. Natürlich fährt man mit der Hoffnung nach Warendorf, am Ende mit so einem Pony auch ganz vorne zu stehen. Am meisten freut mich, dass Movie Star sich so ausgeglichen zeigte und überhaupt keinen Stress hatte. Er besitzt ein top Nervenkostüm und eignet sich bestens für Kinder. Mein neunjährige Tochter kann ihn zuhause schon im Schritt reiten“, so Besitzerin Danica Duen, die außerdem mit Grandios WE v. Golden Rock-Desperado K aus dem Zuchtgebiet Weser-Em (Züchter und Besitzerin: Gisela Wehrmann) in dieser Konkurrenz den fünftplatzierten Hengst stellte (8,5).

Ein sehr gutes Reitgefühl vermittelte auch der Silbermedaillen-Gewinner. 19 Punkte konnte Mr. Universum (Züchter: Jörg Zahn, Besitzer: Thomas Christoffer) von den Testreitern einheimsen. Mareike Mimberg stellte den Falben unter dem Sattel vor (64,5 Punkte). „Dieser Hengst füllt seinen Rahmen optimal aus. Im Trab gibt es kaum noch Spielraum nach oben – tolle Kadenz, viel Antritt. Der Galopp ist sicher und großzügig bergauf gesprungen. In der Rittigkeit überzeugt er mit hoher Elastizität und allerbester Balance.“ Der FS Mr. Right Sohn bekam viermal die glatte Neun und seine Bestnote (9,5) für den herausragenden Trab.

Jaqueline Schurf, die eine Stunde zuvor mit Damenwahl K WE bereits die Bundeschampionesse der dreijährigen Stuten und Wallache stellte, freute sich bei den gleichaltrigen Hengsten über den Bronzerang mit dem Golden Dime-Sohn Diamond Touch, der von Bianca Weidner gezogen wurde und im Besitz der Familien Weidner und Schurf ist (64,5 Punkte). Sein Richterspruch lautete: „Ein geschlossener Reitponyhengst mit grenzenloser Schulterfreiheit, der über eine sehr außergewöhnliche natürliche Erhabenheit verfügt. Er kommt richtig vom Boden weg und hat ein sehr aktives Hinterbein. Auch der Schritt lässt keine Wünsche offen.“ In Noten drückte sich das in einer Zehn für den Trab aus, eine 9,5 gab es für den Schritt.  Ebenfalls von Jaqueline Schurf vorgestellt wurde der viertplatzierte Hengst Dating AT v. Dimension AT aus einer Genesis B-Mutter (Züchter: Annette Börger), der im Besitz ihres Vaters Adolf-Theo Schurf steht (8,8).

Dreijährige Reitponys (Stuten und Wallache)

Sie war die erste Bundeschampionesse auf dem Warendorfer Reitpferdeviereck und entschied sowohl die Qualifikation als auch das Finale für sich. Die in Weser-Ems gezogene Stute Damenwahl K WE von Dimension AT aus einer Champion de Luxe-Mutter gewann die Entscheidung der dreijährigen Reitponys (Stuten und Wallache). Vorgestellt wurde die Palomino Stute (Züchter: Hermann Koopmeiners) von Jaqueline Schurf, Tochter des Besitzers Adolf-Theo Schurf.

Mit der Silbermedaille durfte am Ende die rheinische gezogene Falbstute Daily Kiss v. Dornier-Valido, nach Hause fahren. Die Vize-Championesse gehört ebenfalls Adolf-Theo Schurf und wurde von Wolfgang Schmitz gezogen. Mit Anna-Franziska Franz im Sattel verteidigte Daily Kiss erfolgreich ihren zweiten Rang aus der Qualifikation vor dem Bronzemedaillengewinner Dubique A v. FS Daddy Cool-Padparadscha. Der rheinisch gezogene Fuchswallach (Züchter und Besitzer: Norbert Arnolds) verbesserte seinen sechsten Rang aus der Qualifikation und zog auch als drittbestes Pony ins Finale Teil B ein.

Die neue Bundeschampionesse Damenwahl K WE bekam von den Testreiterinnen weitere 17 Punkte auf ihr Konto. Überzeugt von der bewegungsstarken Ponystute im Feld der insgesamt 22 Stuten und Wallache waren auch die Richter Peter Mannheims, Peter Olsson und Jürgen Uthoff: „Ein modernes Sportpony mit bedeutender Schulterpartie, das sensibel und bereitwillig auf die Hilfengebung reagiert. Der Trab ist ein echtes Highlight: bergauf und aktiv durch den Körper schwingend“, lautete der abschließende Kommentar von Dr. Dietrich Plewa. Ihre Endnotensumme für Gebäude, Gangarten und Ausbildung/ Rittigkeit lautete 60,5 Punkte. Als Höchstnote zogen die Richter eine 9,5 (Trab) gefolgt von der 9,0 für Ausbildung und Exterieur sowie zwei Achten für Schritt und Galopp (Endergebnis: 60,5 Punkte). „Das ist der Wahnsinn. Ich kann es kaum fassen. Die Stute macht einfach immer super mit und ist für den Reiter da“, freute sich Jaqueline Schurf über die Siegerschärpe und verriet auch gleich noch das Geheimnis, welcher vierbeinige Herr für Damenwahl K WE die erste Wahl war: „Die Stute geht jetzt erstmal in die Zucht und ist tragend von Dreidimensional AT, dem Bundeschampion 2014 der fünfjährigen Dressurponys.“

Eine noch höhere Testreiternote sahnte die zweitplatzierte Stute Daily Kiss (17,5) ab, die mit einer 9,0 für das Gebäude bewertet wurde und am Ende auf 59,5 Punkte kam. „Eine sehr gut modellierte Stute mit optimalen Reitpferdepoints, die sich mit natürlicher Erhabenheit bewegt. Sie imponiert vor allem durch ihre Geschlossenheit“, lautete ihr Richterkommentar. Auf 58 Punkte summierten sich die Noten für den FS Daddy Cool-Sohn Dubique A, der seine Stärken im Schritt und Galopp ausspielen konnte (je 8,5): „Ein harmonisch konstruierter Wallach mit absolut taktsicherem Galopp und aktivem Hinterbein und sehr ergiebigem Schritt.“

NRW-Landbeschäler springt zum Sieg - A la Carte NRW ist Warendorfer Youngster Champion

Warendorf (fn-press). Spannend bis zum Schluss blieb es bei den DKB-Bundeschampionaten am frühen Samstagabend auf dem Springplatz, wo die siebenjährigen Parcourstalente im Finale der dritten Auflage des Warendorfer Youngster Championats ihren Sieger ermittelten. In einem rasanten Stechen mit 14 Teilnehmern konnte sich am Ende A la Carte NRW mit Reiterin Kendra Claricia Brinkop (Warendorf) durchsetzen.

Sie hatten quasi ein Heimspiel, der am Nordrhein-Westfälischen Landgestüt in Warendorf stationierte und in dessen Besitz stehende Westfalenhengst und seine am Bundesleistungszentrum trainierende, 20-jährige Reiterin, die als Mitglied der Perspektivgruppe Springen zu den deutschen Nachwuchshoffnungen im Sattel zählt. Blieben im Normalumlauf der Springprüfung der Klasse S** mit einmaligem Stechen noch fast die Hälfte der 31 Starter fehlerfrei und innerhalb der erlaubten Zeit, konnte sich das Paar im 380 Meter langen Stechparcours entscheidend von der Konkurrenz absetzen. Ohne Fehler absolvieren sie die noch verbliebenen acht Hindernisse mit neun Sprüngen in der Zeit von 42,48 Sekunden, ganz zur Freude des Warendorfer Publikums.

Am dichtesten folgen konnten der Auszubildenden zur Bürokauffrau und dem von Jenny Ekkel (Geesteren/Niederlande) gezogenen Sohn des Abke aus einer Mutter von Lux ausgerechnet das letzte Starterpaar im Stechen: Cornwall und Christian Kukuk (Riesenbeck), Viertplatzierter bei den deutschen Meisterschaften in diesem Jahr. Für seine ebenfalls fehlerfreie Runde benötigten der Schimmelhengst von Cornet Obolensky aus einer Contender-Mutter, der im Besitz der Ludger Beerbaum Stables GmbH steht, und der Bereiter aus dem Stall Beerbaum 44,24 Sekunden – Platz zwei. Züchter des Hannoveraners ist Heinrich Ramsbrock (Menslage). Platz drei ging in 46,79 Sekunden an die Holsteiner Stute Qienna und Reiter Christian Hess (Boostedt). Züchter der Tochter des Quo Vados I aus einer Mutter von Clearway ist Günther Gehrke (Glüsing), Besitzerin Camilla Sundmann.

Nach spannendem Sport war auch die Siegerehrung am Ende stimmungsvoll. Fast alle Zuschauer folgten der Aufforderung des Stadionsprechers: „Geben Sie Ihrem Championatssieger die Ehre, denn jeder Nordrhein-Westfale ist schließlich ein Stückchen Mitbesitzer des NRW-Landbeschälers A la Carte NRW.“ Entsprechend groß war der Jubel, der den Lokalmatadoren zuteil wurde. Die Reiterin und Susanne Schmitt-Rimkus, Leiterin des NRW-Landgestüts und als solche den Ehrenpreis für den Besitzer entgegennehmend, strahlten um die Wette und der braune Hengst versuchte, eingedeckt in die Paradedecke, in den Sieger-Blumenstrauß zu beißen. Selbst das wechselhafte Warendorfer Wetter spielte mit und schickte Siegern und Platzierten einige Sonnenstrahlen. Nur eine blieb am Ende doch nicht trocken: Siegerin Kendra Claricia Brinkop musste im Anschluss an die Siegerehrung – ganz ohne Pferd – noch ein Bad im Wassergraben über sich ergehen lassen.