DKB - Bundeschampionate Warendorf 2012: Zusammenfassung und Highlights

DKB-Bundeschampionate mit sonnigem Startschuss

Sieg für Fürst Fugger und Kristina Sprehe

Warendorf (fn-press). Einen perfekten Start erwischten die DKB-Bundeschampionate in Warendorf. Noch bis Sonntag werden sich knapp 800 junge Pferde und Ponys in allen klassischen Disziplinen den Richtern und Zuschauern präsentieren. Zum Auftakt feierten die Zuchtverbände Hannover und Oldenburg ihre ersten Sieger.

Der erste Turniertag steht ganz im Zeichen der Springpferde. Zwar sind die Prüfungsfelder nicht mehr so voll wie früher, aber mit 95 fünfjährigen und 106 sechsjährigen Pferden gab es immer noch einen sehr guten Überblick über die Qualität der beiden Jahrgänge. Turnierleiter Carsten Rotermund: „Insbesondere bei den fünfjährigen Springpferden hatten wir eine überaus hohe Qualität. Die Pferde wurden sehr gut vorgestellt. Das lässt sich auch daran absehen, dass eine Wertnote von 7,7 benötigt wurde, um sich für die nächste Prüfung zu qualifizieren.“

Der Zuchtverband Holstein erwies sich einmal mehr als „Bundeschampionatslieferant Nummer 1“. Bei den Fünfjährigen stellte er mit 30 Pferden das weitaus größte Kontingent, gefolgt von Westfalen (19), Hannover (14). Oldenburg und Oldenburg International brachten es zusammen auf 20. Der Sieger trug allerdings nicht den Holsteiner Brand, sondern das „H“ der Hannoveraner. Mit einer guten 9,0 wurde der Celler Landbeschäler Figari belohnt. Der For Edition-Drosselklang I-Sohn wurde von Eva Bitter geritten und stammt aus der Zucht von Bernd von der Fecht (Oberndorf). Zwei Zehntel weniger spendierte die Jury dem Holsteiner Cassilano. Der Cassini I-Lavaletto I-Sohn aus der Zucht von Jens Ritters (Krumstedt) steht in Diensten des Holsteiner Verbandes und wurde von dessen Mitarbeiter Thomas Konle, dem Leiter des Springstalls in Elmshorn, gekonnt in Szene gesetzt . Auch der Drittplatzierte vertrat die Holsteiner Farben. Henrik von Eckermann steuerte Captain Sparrow, einen Cormint-Barnaul xx-Sohn (Züchter: Manfred Pohling, Krempel, Besitzer: Anna-Maria Bestmann, Ostrohe), zu einer Wertnote von 8,7.

Von London nach Warendorf: Der Doppel-Olympiasieger der Vielseitigkeit, Michael Jung, frönt beim Bundeschampionat übrigens nicht seiner Paradedisziplin, sondern misst sich mit seinen Youngstern im Parcours. Mit der Holsteinerin Cardea v. Caretino-Capitol I (Züchter: Witt Pferdezucht, Wellinghusen, Besitzer: J. und R. Schill, Neuried) belegte er mit der Wertnote 8,6 den vierten Platz. Dasselbe Ergebnis erzielten drei weitere Holsteiner.

Der Blick auf die Statistik der 106 Sechsjährigen zeigte eine ähnliche Verteilung: Holstein lag mit 28 Pferden an der Spitze, gefolgt von Westfalen (20), Hannover (19), Oldenburg International (14) und Oldenburg (9). Wie der Vater so der Sohn ­- Familie Tebbel machte Platz eins und zwei unter sich aus. Maurice Tebbel führte den Stakkato-Embassy I-Sohn Stakko mit der Tages-Topwertnote von 9,2 an die Spitze des Feldes. Der Fuchs, im Besitz von Rene Tebbel, wurde von Dr. Bonny-Jasmin Jacobs (Hohenhameln) gezogen. Er hatte bereits im Vorjahr das Bundeschampionats-Finale der fünfjährigen Springpferde erreicht. Vater Rene blieb mit 9,0 knapp hinter seinem Sohn. Er saß im Sattel von Café Champus, einem Hengst von Cafe au lait-Calido I, Zuchtverband Oldenburger International (Z. und B.: Hildegard Kuhlmann, Bramsche). Wertnote 8,9 lautete das Ergebnis für Chaquilot aus dem Gestüt Lewitz. Der von Patrick Döller, Bereiter bei Paul Schockemöhle, gerittene Sohn des Chacco-Blue aus einer Quilot-Mutter trägt ebenso das Brandzeichen von Oldenburg International.

Auf dem Dressurviereck traten die Sechsjährigen zum ersten Kräftemessen an, die ein Jahr jüngeren Pferde sind am Donnerstag an der Reihe. Wie bei Michael Jung führte auch Kristina Sprehes Weg von London nach Warendorf. Die Olympia-Zweite mit der Mannschaft sattelte ihr Nachwuchspferd Fürst Fugger, der im Besitz des familieneigenen Gestüts Sprehe ist. Der Oldenburger Hengst v. Fürst Heinrich-Weltmeyer aus der Zucht von Renate Renschen (Cloppenburg) kennt das Warendorfer Terrain bereits. Vor zwei Jahren gewann er das Bundeschampionat in der Klasse der vierjährigen Hengste. Damals saß Gestütsbereiter Lukas Fischer im Sattel. Mit Kristina Sprehe erreichte der Rappe die Wertnote 8,7. Der zweitbeste Sechsjährige stammt aus dem Nordrhein-Westfälischen Landgestüt: Sunday NRW v. Sandro Hit-Donnerhall (Züchter: Heinrich Wulhorst, Waltrop) und Anja Wilimzig hatten vier Wochen zuvor einen respektablen neunten Platz im Finale der Weltmeisterschaft in Verden belegt. In Warendorf starteten sie mit einer 8,5 ins Championatsgeschehen. Auch auf dem dritten Rang behauptete sich ein Pferd mit Weltmeisterschaftserfahrung. Der Florestan-Londonderry-Sohn Florentinus aus dem Coesfelder Gestüt Lette (Z.: ZG Möhle, Hille), erzielte mit Jennifer Hoffmann 8,4.

51 Sechsjährige wurden vorgestellt, die größte Gruppe stellten mit 20 Dressurpferden die Hannoveraner, gefolgt von Oldenburg (10) und Westfalen (9). Mit je vier Nachkommen empfahlen sich die Vererber Fürst Heinrich, Sandro Hit und Sir Donnerhall.

 

DKB-Bundeschampionate: Helen im Dauereinsatz

Warendorf (fn-press). Nach den sechsjährigen Dressurpferden starteten am heutigen Donnerstag auch die fünfjährigen sowie die Reitpferde und Reitponys ins DKB-Bundeschampionat. Auf dem Vielseitigkeitsplatz drehten die „Buschpferde“ ihre ersten Runden.

Fleißig und erfolgreich – diese beiden Attibute gelten uneingeschränkt für Helen Langehanenberg. Bei den DKB-Bundeschampionaten ist die 30-Jährige aus Havixbeck, Silbermedaillengewinnern mit der Mannschaft bei den Olympischen Spielen, gewissermaßen rund um die Uhr im Einsatz. In der Alterklasse der fünfjährigen Dressurpferde stellte sie gleich drei Pferde vor und übernahm mit der Tageshöchstnote von 9,1 die Führung. Auf Damon’s Delorange, einer Tochter ihres Olympiapferdes Damon Hill aus einer Rubin-Royal-Mutter, beeindruckte Helen Langehanenberg die Richter und Zuschauer gleichermaßen. Die 9,5 für den Gesamteindruck sprach für sich. Insgesamt erhielt die westfälische Stute aus der Zucht und im Besitz von Christian Becks (Senden) 9,1.

Während Helen Langehanenberg auf olympischem Parkett agierte, wurde Revolverheld v. Rockwell-Landstreicher bei der Weltmeisterschaft der jungen Dressurpferde gefeiert. Der Vize-Weltmeister mit dem netten Namen platzierte sich an zweiter Stelle (8,9). Er ist der Vollbruder des zweimaligen Vize-Bundeschampions Rock Forever, wurde gezogen von Maria und Heinz Könemann (Gronau) und von Ann-Christin Wienkamp vorgestellt. Die drittbeste Note 8,7 vergaben die Richter zweimal: Erneut demonstrierte Helen Langehanenberg auf dem Fidertanz-Landsieger-Sohn Filaro exzellentes Reiten (Züchter: Alfred Heuft, Bockhorn, Besitzer: Margit Eisner, Ahorn). Drei Westfalen in Führung – da strahlten die Zuchtverbandsvertreter. Ebenfalls Platz drei erreichte der von Beatrice Buchwald gerittene Rheinländer Lord Carnaby v. Lord Loxley I-Rocket Star, der bei Peter Schweimanns in Meerbusch zur Welt kam und in österreichischem Besitz ist.

Freuten sich die Westfalen am Dressurviereck, so verdüsterten sich die Mienen der Trakehner Freunde am Reitpferdeplatz, wo die Vierjährigen ihren ersten Auftritt hatten. Sowohl der Reservesieger der Trakehner Körung 2010, Herbstkönig, als auch der zweite Reservesieger, Millennium, verpassten den Einzug ins Finale. Besonders von dem bildschönen und als Zuchthengst stark nachgefragten Millennium v. Easy Game-Ravel aus der Zucht von Dr. Bettina Bieschewski (Selent) hatte man mehr erwartet. Doch Reiter Kay Pawlowska schaffte es nicht, den Hengst, der dem Sächsischen Landgestüt Moritzburg gemeinsam mit dem Gestüt Sprehe gehört, zu motivieren. Die Wertnote von 7,67 - dieselbe bekam auch Herbstkönig - bedeutete das schnelle Aus für diesen beiden herausragenden Pferde, die leider nicht ihren besten Tag hatten.

In Führung mit 8,75 ging der Hannoveraner Franziskus, den Johanna Klippert vorstellte. Der Fidertanz-Alabaster-Sohn aus der Zucht von Elisabeth Albers (Löningen) gehört der Hengststation Holkenbrink. Die Wertnote 8,58 und viel Applaus aus dem Publikum gab es für den NRW-Landbeschäler und in Westfalen gekörten Sir Heinrich OLD. Der Oldenburger mit Anja Wilimzig im Sattel stammt aus der renommierten Zuchtstätte Paul Wendeln in Garrel. Der drittplatzierte Hannoveraner Prämienhengst Quasar de Charry v. Quaterback-Wolkentanz I aus der Zucht von Erika Lütjen (Grasberg) ist auf der Hengststation Pape aufgestellt und wurde von Susan Pape präsentiert (8,42).

„Gute Qualität“ bescheinigten die Richter den vierjährigen Stuten und Wallachen. Erneut brachte sich der vor zehn Jahren abgetretene Vererber-Heros Donnerhall ins Gespräch. Zehn Pferde gehen über seine Söhne und Enkel auf den großen Oldenburger zurück. Auf der Mutterseite taucht das „D“ zudem noch viermal auf, und bei einigen Pferde sind Vater wie Mutter von dem Ausnahmehengst geprägt. Wie erfolgreich Donnerhalls Nachkommen auch im großen Sport sind, haben gerade erst die Olympischen Spiele bewiesen. Alle deutschen Dressurpferde, inklusive des Reservisten, entstammen der Donnerhall-Dynastie.

 

Bei den DKB-Bundeschampionaten setzen die Youngster die Erfolgsgeschichte fort. Die braune Oldenburgerin De la Beaute OLD v. Don Romantic-Depardieu aus der Zucht und im Besitz von Bernd Lampe (Emstek) vermochte mit Andrea Müller-Kersten im Sattel die Richtergruppe am meisten zu überzeugen: Wertnote 8,67. Oldenburg stellte auch das zweitbeste Pferd: 8,5 lautete das Ergebnis für Fashion Designer OLD v. Faustinus-De Niro (Z. u. B.: Heike Kind, Bremen). Der amtierende Oldenburger Landeschampion wurde von Veronika Steinhoff vorgestellt.

Aller guten Dinge sind drei: Nach Damon’s Divene und Damon’s Delorange präsentierte Helen Langehanenberg den jüngsten Vollbruder aus der Zucht von Christian Becks: Damon’s Satelite v. Damon Hill-Rubin-Royal. Mit der Wertnote von 8,33 rangiert das Paar an dritter Position.

Bei den Reitponys machten die Dreijährigen den Anfang. Lediglich 13 Stuten und Wallache hatten in diesem Jahr den Weg nach Warendorf gefunden. Am besten gefiel den Richtern der Falbe Don Henley. Der Sohn von Starvererber FS Don’t Worry aus einer Notre Beau-Mutter (Züchter: Harald Kockerscheidt, Ratingen, Besitzer: Liusa Köllner, Düsseldorf) wurde von Wibke Hartmann-Stommel vorgestellt und mit der Wertnote 8,58 belohnt.

Wibke Hartmann-Stommel durfte sich gleich zweimal über die goldene Schleife freuen, denn auch im Klassement der dreijährigen Hengste stellte sie mit dem auffälligen westfälischen Palomino Golden State v. FS Golden Moonlight-Donchester den Besten. Ein überragender Sieger, dem aller Voraussicht nach der Titel „Bundeschampion“ schon jetzt sicher sein dürfte. Die Note 10 für den Schritt, dreimal 9,5 für Trab, altersgemäße Ausbildung und Gesamteindruck, zweimal 9,0 für Galopp und Gebäude ergaben im Durchschnitt 9,42 – von einem solchem Ergebnis konnte man bei den Reitpferden nur träumen! Züchterin Melissa Rose Mulchahey aus Paderborn und Besitzer Dietmar Boom aus Ledgen konnten zu recht stolz sein.

Ortswechsel: Auf dem Militaryplatz gingen 67 fünfjährige Vielseitigkeitspferde an den Start. Damit wurde das Topergebnis von 2010 (66) sogar noch knapp übertroffen. Die beiden Abteilungen der Geländepferdeprüfung Klasse A führten Anna Siemer (Salzhausen) mit dem Hannoveraner Butt’s Avondale (9,5) und Olympiasiegerin Sandra Auffarth (Ganderkesee) mit Corona (9,2) an. Beide Reiterinnen sind ehemalige Mitglieder der Perspektivgruppe Vielseitigkeit. Anna Siemer, geborene Junkmann, konnte neben Butt’s Avondale v. Nobre xx- Heraldik xx (Züchter und Besitzer: Prof. Dr. Volker Steinkraus, Hanstedt) noch zwei weitere Pferde auf Anhieb qualifizieren: die Holsteiner Stute Chloe v. Com Air I-Sir Shostakovich (8,7) und den Hannoveraner Don Domingo v. Don Crusador-Wolkenstein II (8,5).

Insgesamt kamen alle Pferde mit den Noten 8,5 und besser weiter, was für die Qualität des Jahrgangs spricht, ebenso wie die geringe Zahl der Ausgeschiedenen. Nur fünf Paare beendeten den Kurs nicht, darunter auch der Mecklenburger Andreas Brandt, der mit seinem ersten Pferd einen falschen Weg einschlug. Da aber zum alten Reglement zurückgekehrt wurde – Donnerstag Finalqualifikation mit zehn Qualifizierten und Freitag Kleines Finale mit weiteren fünf Qualifizierten – hat er noch eine Chance.

Das Feld der Sechsjährigen war mit definitiv 20 Startern extrem klein. Es siegte der Rheinländer Sunny Row W v. Sandro Classic-Painter’s Row xx aus der Zucht von Herbert Werth (Duisburg) und aus dem Besitz von Dr. Klaus Hachmeister (Aurich). Geritten wurde der Fuchswallach von Jens Hoffrogge (Dorsten). Für den Ritt gab es die Wertnote 9,0.

Noch erwähnenswert: Von den 20 Startern sind zehn „Wiederholer“, darunter auch der Vorjahreschampion Priemus, ein Westfale v. Primeur’s As – Foxiland xx, geritten von Nils Trebbe (Telgte). Er belegte mit der Note 8,7 den dritten Platz in der als Geländepferdeprüfung Klasse L ausgeschriebenen Finalqualifikation.

 

DKB-Bundeschampionate: Escolar gewinnt Kräftemessen der dreijährigen Hengste

DKB-Bundeschampionate: Doppelsieg für Andreas Dibowski

Warendorf (fn-press). Während bei den DKB-Bundeschampionaten in manchen Disziplinen der Freitag den Kleinen Finals vorbehalten ist, setzten sich die dreijährigen Reitpferde erstmals in Szene.

Der NRW-Siegerhengst von 2006, Estobar, stellte den besten dreijährigen Hengst. Sein Sohn Escolar aus einer Fürst Piccolo-Mutter kam bei Sabine Ludwichowski aus Oer-Erkenschwick zur Welt und ist wie Escobar im Besitz der Equus Invest AG. Der von Hermann Burger präsentierte Westfale bekam für seinen Galopp die bislang einzige 10 bei den Reitpferden. Mit der Wertnote 8,83 setzte sich der kapitale, ungemein elastische braune Hengst souverän an die Spitze des 19 Pferde umfassenden hochklassigen Feldes. Das zweitbeste Ergebnis (8,67) erzielte der Rheinländer Stanford v. Sir Donnerhall I-Diamond Hit. Der braune, elegante Hengst unter dem Sattel von Stefanie Wolf begeisterte mit dem besten Schritt der Prüfung und herrlich gelassener Ausstrahlung (Züchter: Zuchtgemeinschaft Mengelaers, Geilenkirchen, Besitzer: Stefan Sevens, Heinsberg). Quotenkönig, der zweite Reservesieger der letztjährigen NRW-Körung, behauptete sich an dritter Position (8,42). Der westfälische Sohn des Quaterback, der wie Escolar mütterlicherseits auf Fürst Piccolo zurückgeht, wurde von Lisa Neukäter geritten. Züchter ist Frank Dahlhoff aus Lippetal, Besitzerin Karin Dust aus Senden. Das Finale am Sonntag erreichen diesmal acht Hengst statt der sonst üblichen sechs, da drei Pferde mit der Wertnote 8,17 auf Platz sechs rangieren.

Viermal Wertnoten über 9 – in der Gruppe der dreijährigen Stuten und Wallache ließ die schwarze Oldenburgerin Soiree d’Amour, eine Tochter des San Amour aus einer Latimer-Mutter, die Herzen am Reitpferdeviereck höher schlagen. Die von Kira Wulferding präsentierte Schönheit aus der Zucht von Birgit Kalvelage (Höltinghausen) und im Besitz von Maren Bergen (Wagenfeld) wurde mit der Gesamtwertnote 9,08 belohnt. Sam Amour trumpfte noch einmal auf: Auch die zweitplatzierte Rheinländerin Saphira W, geritten von Lydia Camp, hat ihn zum Vater und geht in der Mutterlinie auf den Trakehner Monteverdi zurück. Die Dunkelbraune kam bei Herbert Werth in Duisburg zur Welt und gehört der Familie Werth (8,67). Auf dem dritten Platz mit 8,42 behauptete sich die hannoversche Londontime-Corradino-Tochter Lionella mit Andreas Müller im Sattel (Züchter: Helmut Sieverding, Twistingen, Besitzer: August Busse, Goldenstedt).

Die Münsteranerin Wibke Hartmann-Stommel schreibt in diesem Jahr Bundeschampionatsgeschichte. Am Donnerstag gewann sie beide Reitponyprüfungen bei den Dreijährigen, am Freitag setzte sie ihre Siegesserie eindrucksvoll fort. Dreimal die Höchstnote 10 vergaben die Richter für den von ihr vorgestellten vierjährigen westfälischen Ponyhengst Dimension AT v. Donchester-Notre Beau. Der bewegungs- und ausdrucksstarke Fuchs aus der Zucht von Hubert Waning (Vreden) ist im Besitz von Adolf-Theo Schurf und führte das 24-köpfige Feld mit souveränem Abstand an (Wertnote 9,42). Platz zwei (8,42) erreichte der von Sascha Böhnke gerittene Bünteeichen Ricardo v. Rocketti-Navajo (Z. u.B.: Wilfried Lührs, Neustadt), gefolgt von FS Mr. Right v. FS Mr. Mobility-Goldendancer, den Jana Freund für die Züchter und Besitzer Ferienhof Stücker vorstellte (8,33)

In der Gruppe der vierjährigen Stuten und Wallache nahmen mit 27 Ponys ungewöhnlich viele teil. Das „Rennen“ machte die bayerische Stute Lettenhofs Easy Finish v. Dörnberg’s Erimon II-Renoir. Annkatrin Anselstetter führte die von Zuchtgemeinschaft Anselstetter (Harsdorf) gezogene Braunschimmelstute zur Wertnote 8,58. Wiederum punktete Wibke Hartmann-Stommel, die mit der Stute Tatoo v. Top Non Stopp II-Alabaster mit 8,17 den dritten Platz belegte (Z. u. B.: Sascha Hahn, Brahmsche).

Auf dem Vielseitigkeitsplatz hatte Andreas Dibowski am Freitag doppelten Grund zur Freude: Der Döhlener gewann nicht nur das Kleine Finale der Fünfjährigen mit dem Mecklenburger Fuchshengst Don Olymp v. D’Olympic-Meerwirbel xx aus der Zucht von Marion und und Andrea Wegener (Lübtheen), sondern hatte auch mit Euroridings Chracker Jack bei den sechsjährigen Vielseitigkeitspferden die Nase vorn. Fürs Finale qualifizieren musste er Letzteren allerdings nicht mehr, denn das Ticket hat der Hannoveraner v. Concinales xx-Escudo II bereits seit Donnerstag in der Tasche. Grund ist eine Änderung im Reglement, die auch den bereits qualifizierten Paaren den Start im Kleinen Finale offen lässt  – eine Chance, die auch zwei Reiter mit ihren Fünfjährigen nutzten. In dieser Altersklasse musste die Prüfung aufgrund der großen Starterzahl erneut geteilt werden. Während Andreas Dibowski die erste Abteilung anführte, gab es in der zweiten Abteilung mit der Westfalenstute Pasadena v. Primeur’s As-Kamiros II xx, vorgestellt von Josephine Schnaufer, und dem Holsteiner Landor v. Landos-Quebec, geritten von Louise Swennson-Jähde, eine Doppelspitze. Beide erzielten die Wertnote 8,7. Darüber hinaus vergaben die Richter gleich fünf Mal die Wertnote 8,6 und vergrößerten damit das Starterfeld im Finale auf 18 statt der vorgesehen 15 Paare.

Zwölf Paare qualifizierten sich bei den fünf- und sechsjährigen Vielseitigkeitsponys für das Finale. Bereits am Vortag konnten sich die „Kleinen" im Schritt einen Eindruck von der Strecke verschaffen. Das zahlte sich aus, auch wenn der eine oder andere Kandidat heute Schwierigkeiten am überbauten Graben hatte. Der Sieg in der Finalqualifikation ging auf das Konto von Pascal S.W. aus der Zucht und im Besitz von Hugo Wartenhorst aus Everswinkel. Der Fuchshengst v. Principal Box-Bolero, der von Tim Kolkmann geritten wurde, beendete die Prüfung mit einer 8,9.

 

DKB-Bundeschampionate: Erster Champion gekürt

Goldene Schärpe für Don Henley

Warendorf (fn-press). Die erste Schärpe auf dem Warendorfer Reitpferdeplatz schmückte den dreijährigen, in Westfalen gezogenen Falben Don Henley von FS Don’t Worry aus einer Mutter von Notre Beau. Wibke Hartmann-Stommel aus Münster stellte den neuen Bundeschampion vor, Züchter ist Harald Kockerscheidt aus Ratingen, Besitzerin Luisa Köllner aus Düsseldorf.

Die Silbermedaille im DKB-Bundeschampionat der dreijährigen Ponys – Stuten und Wallache – holte sich ebenfalls ein Westfale: Timberley SH von Timberland-Top Karetino (Züchter: ZG Karl Heinz und Gaby Sander, Lüdinghausen, Besitzerin: Sabina Hübner), mit Tanja Kleimann im Sattel. Auf den Plätzen drei und vier folgten zwei Ponys aus dem Zuchtgebiet Weser-Ems. Bronze gewann Coppery Crack WE von FS Cracker Jack aus einer Mutter von Black Boy (Züchter: Rolf Wichmann, Hude, Besitzer Ferdinand Koch, Reiterin Christiane Seelig). Mit Platz vier musste sich die Rappstute Bieni Bo HE WE von Hilken’s Black Delight-Rocky Twist (Züchterin und Besitzerin: Silla Holtkamp-Endemann, Freiburg, Reiterin Andrea Müller-Kersten, Vechta) begnügen.

Die Entscheidungen in dieser Prüfung fällten letztendlich die beiden Fremdreiterinnen Anja Rietbrock (Sottrum) und Klarissa-Alexandra Liss (Bielefeld). Hatte Don Henley zwar die Qualifikation vor Timberlake SH gewonnen, musste er sich im Finale Teil A hinter dem Fuchswallach einreihen. Vier Mal (für den Trab, den Schritt, die Ausbildung und die Präsentation) gab es von der Jury (Dr. Carsten Munk, Peter Olsson und Reinhard Richenhagen) ein glattes „sehr gut“ für Timberlake SH (Gesamtwertnote 8,58), Don Henley konnte bei den Richtern nur im Gesamteindruck mit dieser hohen Note punkten (Gesamtwertnote 8,5). Anja Rietbrock und Klarissa Alexandra Liss fühlten sich auf Don Henley jedoch am wohlsten und vergaben 18,5 Punkte, während das Gefühl der Beiden auf Timberlake SH offensichtlich nicht so gut war (16,0 Punkte).

Die beiden Weser-Ems-Ponys waren als gemeinsame Dritte, allerdings mit deutlichem Abstand zu den beiden Führenden, in den Fremdreitertest eingezogen. Beinahe hätte es hier noch eine Überraschung gegeben. Mit 18,0 Punkten erhielt Coppery Crack WE die zweithöchste Benotung der Testreiterinnen und hätte fast noch den Vize-Champion vom Thron gestoßen. Am Ende zählten 67,5 Punkte für Timberlake SH und 67 Punkte für Coppery Crack WE. Bieni Bo HE WE kam mit einer Durchschnittswertnote von 8,17 aus dem Teil A und 17,5 Punkten von den Fremdreiterinnen am Ende auf 66,5 Punkte. Der neue Champion erzielte insgesamt 69,5 Punkte. Insgesamt also eine sehr ausgeglichene Gruppe.

 

DKB-Bundeschampionate: Überlegener Sieg für Golden State

Entscheidung bei den dreijährigen Reitponyhengsten

Warendorf (fn-press). Einen so überlegenen Sieg hat es in der Warendorfer Reitponykonkurrenz schon lange nicht mehr gegeben. Insgesamt 76,5 Punkte zählten am Ende für den neuen Bundeschampion der dreijährigen Hengste, den in Westfalen gezogenen Palomino-Hengst Golden State von FS Golden Moonlight-Donchester.

Der neue Champion gehört der Kalifornierin Melissa Rose Mulchahey (Paderborn), stammt aus der Zucht von Dietmar Boom aus Ledgen und begann seine Karriere begann er auf der NRW-Fohleauktion. Reiterin Wibke Stommel schaffte es damit auch, innerhalb von nur einer Stunde das zweite Pony zum Sieg beim DKB-Bundeschampionat zu führen. Doch damit nicht genug: Die sympathische Reiterin aus Münster-Albachten stellte auch den Vizechampion Top Christobell vor. Platz drei belegte FS Numero Uno mit Jana Freund im Sattel (.

Schon in der Vorrunde hatte der amtierende Westfalen-Champion Golden State die Richter überzeugt: 9,42 lautete hier das Ergebnis, das im Finale sogar noch getoppt wurde. Im Durchschnitt gab es eine 9,5 – das ist eine sehr seltene Note in der Ponykonkurrenz und wurde vom Publikum mit viel Applaus bedacht. Auch die beiden Fremdreiterinnen Anita Rietbrock (Sottrum) und Klarissa Alexandra Liss (Bielefeld) waren mehr als angetan von den Reiteigenschaften des jungen Hengstes und vergaben mit 19,5 Punkten die Höchstnote in der Konkurrenz der dreijährigen Ponys.

Von Top Charmy-Rosedale stammt Vize-Champion Top Chistobell ab. Züchter und Besitzer dieses Endringhengstes der Körung 2011 ist Josef Volle aus Lüdinghausen. Vier Mal (für den Trab, die Ausbildung, das Gebäude und den Gesamteindruck) erhielt der Palomino von den Richtern Dr. Carsten Munk, Peter Olsson und Reinhard Richenhagen die Wertnote 9,0 und kam im Durchschnitt auf eine 8,83. 18,5 Punkte von den beiden Fremdreiterinnen führten zu einem Gesamtergebnis von 71,5 Punkten.

Eine stetige Steigerung während der Championatstage zeigte der Drittplatzierte, der im Rheinland gezogene Fuchs FS Numero Uno von Noir de Luxe-FS Don’t Worry aus der Zucht und dem Besitz des Ferienhofes Stücker in Weeze. 8,33 lautete das Ergebnis in der Vorrunde, 8,67 im Finale Teil A. Von den Fremdreiterinnen gab es die zweitbeste Bewertung (18,5 Punkte), was zu einem Endergebnis von 71,0 Punkten und damit nur noch 0,5 Punkten Abstand zum Vize-Champion führte.

Nicht unerwähnt bleiben soll die Leistung der erst zwölfjährigen Mylene Straeten aus Würselen. Die jüngste Teilnehmerin auf dem Reitponyviereck belegte mit dem Holsteiner Fehkamps Nightley Platz fünf im Gesamtklassement.

 

DKB-Bundeschampionate: FST Royal Speed ist Fahrpferdechampion

Graf Ibiskus wird mit Dieter Lauterbach Vizechampion

Warendorf (fn-press). Bei den DKB-Bundeschampinaten hat der vierjährige Hengst FST Royal Speed gleich als erster Starter im Finale der vier- bis sechsjährigen Fahrpferde die Richter beeindruckt. Vorgestellt von Bettina Winkler (Greiz) war der Hengst direkt in Führung gegangen. Keines der anderen sieben Pferde im Finale konnte sein Ergebnis mehr überbieten – auch der Sieger der Qualifikation Graf Ibiskus mit dem international erfolgreichen Einspännerfahrer Dieter Lauterbach (Dillenburg) nicht. Der vierjährige Trakehner Wallach wurde Vize-Bundeschampion.

Bettina Winkler, die bereits 2009 mit FST Arielle mit einer Bundeschampionesse nach Hause fahren durfte, hatte gehofft, mit FST Royal Speed „recht weit nach vorne zu fahren“. „Aber bei Hengsten ist das immer so Sache“, sagte sie. Bei der Einlaufprüfung am Donnerstag war der braune Hengst mit der Wertnote 8,0 Zweiter gewesen. „Da merkte man ihm die lange Reise vom Vortag noch an und seine neuen Stallkollegen hier, hatten ihn auch etwas aus der Fassung gebracht“, erklärte sie. Die Richter Dr. Klaus Christ und Wilfried Gehrmann lobten besonders den guten Ausbildungsstand des Pferdes (9,0), das vorbildliche Leinen aus der Hand kauen lassen und gaben unter anderem eine 9,0 für den schwungvollen, leichtfüßigen und taktsicheren Trab und eine 9,0 für die Trabverstärkung. Insgesamt kam das Deutsche Sportpferd v. Rich Charly, Mutter v. Renier aus der Zucht und im Besitz des Gestüts Bretmühle auf eine Wertnote von 8,8. Auch Fremdfahrer Tobias Bücker (Emsdetten) sah den Hengst als Sieger der Prüfung. Er lobte besonders „den Leistungs- und Lernwillen und, dass das Pferd sehr schön in der Hand liegt“. Er gab eine 9,1, die zu der doppelt gewerteten Richternote hinzugezählt wird. Damit kam FST Royal Speed auf ein Ergebnis von 26,7 Punkten.

Knapper war dagegen die Entscheidung um die Plätze zwei und drei. Mit 22,9 Punkten setzte sich Graf Ibiskus, der vierjährige Trakehner v. Hibiskus aus einer Titelheld-Mutter als Vizechampion durch. Der Rappe aus der Zucht und im Besitz von Martin Kessler (Friedewald) hatte am Donnerstag mit Dieter Lauterbach (Dillenburg) knapp die Qualifikation gewonnen. Im Finale ließ sich der Vierjährige vom Umfeld rund um den Fahrplatz leicht beeindrucken, hielt sich im Rücken etwas fest und galoppierte in der Trabverstärkung kurz an. „Er hätte auch den Hals noch mehr fallen lassen dürfen“, so Richter Gehrmann. Positiv bewerteten die Richter das geschmeidige Verhalten im Hindernisparcours. Er erhielt eine 7,7 von den Richtern. Fremdfahrer Bücker vergab eine 7,5 und erklärte den Zuschauern, dass das Pferd von der Hand her sehr angenehm zu fahren sei. „Man konnte aber auch sehen, dass dieses ein Pferd ist, das man mehr treiben muss.“

Mit 22,8 Punkten nur ganz knapp hinter Graf Ibiskus platzierte sich auf Rang drei die sechsjährige Stute Tropical Girl, ein Deutsches Sportpferd von Samba Hit I – Frühlingsbote. Das Haupt- und Landgestüt Neustadt-Dosse ist Züchter und Besitzer. Die Fuchsstute wurde bereits zum dritten Mal von Karl-Heinz Finkler bei den DKB-Bundeschampionaten vorgestellt. Im vergangenen Jahr war sie Vierte, 2010 hatte sie ebenfalls die Bronzemedaille gewonnen. „Das hat sie sich auch echt verdient“, so Finkler. Für den Trab bekam sie eine 8,5, im Schritt dagegen nur eine 6,5, da sie  deutliche Spannung zeigte und „angezackelt“ war. Von der Wertnote 7,6 mussten dann noch 0,2 Punkte abgezogen werden, da sie im Hindernisparcours einen Abwurf hatte. Fremdfahrer Bücker hatte die Stute sogar noch etwas besser als den zweitplatzierten Graf Ibiskus beurteilt. „Sie zeigt eine tolle Leistungsbereitschaft und der Wille nach vorne ist immer da“, so Bücker. Karl-Heinz Finkler konnte sich dagegen nicht so richtig freuen. „Glückwunsch oder doch eher Beileid?“, fragte er die Gratulanten. Denn mit seinem zweiten Pferd, dem sechsjährigen Hannoveraner Honeymoon HRH (Züchter: Heiner und Renate Hörmann, Besitzer: Guido Bernasconi), mit dem er in der Qualifikation gleichauf mit FST Royal Speed Zweiter geworden war, hatte er als letzter Starter eine tolle Vorstellung gezeigt. Im Hindernisparcours vergaß er allerdings Tor fünf und schied aus. „Das Pferd hätte gute Noten bekommen und dann schieße ich so einen Bock“, ärgerte er sich.

Platz vier ging an die sechsjährige Rheinländer Stute Revenia v. Riccione – Florestan I (Züchter: Karl-Heinz Gierkes, Besitzer: Uwe Sahle) mit 22,1 Punkten, die von Ulrich Hengemühle (Greven) vorgestellt wurde. Auf Platz fünf rangierte noch einmal Bettina Winkler, dieses Mal mit dem fünfjährigen Sigonetti. Das Deutsche Sportpferd v. Sir Oldenburg – Dr. Jackson (Züchterin: Babett Bischoff, Besitzerin: Dr. Steffi Berthold) erhielt 22 Punkte. Die besten fünf Pferde waren alle zusätzlich nach der ersten Prüfung vom Fremdfahrer Bücker beurteilt worden. Mit der Wertnote 7,3 platzierte sich der sechsjährige Rheinländer Hengst des Nordrhein-Westfälischen Landgestüts Son of Cologne v. Sir Donnerhall – Lanciano (Züchter: Leonie und Georg Kellerwessel) vorgestellt von Christian Koller auf Rang sechs. Platz sieben ging an Roxana, eine sechsjährige Hannoveraner Stute v. Romancero – Donnerhall (Züchter: Reinhard Kloppenborg, Besitzer: Stefanie Schuster) mit der Wertnote 7,2. An den Leinen saß der amtierende Deutsche Meister der Einspänner Detlef Böhlmann (Otter).

 

DKB-Bundeschampionate: Fürstlicher Triumph auf dem Dressurviereck

Haushoher Sieg für Kristina Sprehe und Fürst Fugger

Warendorf (fn-press). Was für eine schöne Vorstellung! Kristina Sprehe und der elegante Hengst Fürst Fugger gewannen souverän mit der Wertnote 9,5 das Bundeschampionat des sechsjährigen Dressurpferdes. Für den Trab des lackschwarzen Oldenburgers spendierten die Richter sogar die Traumnote 10.

Das war vom allerallerallerallerfeinsten!“ Christoph Hess, Kommentator des Finales der sechsjährigen Dressurpferde, konnte und wollte seine Begeisterung nicht mehr zügeln, als Kristina Sprehe und Fürst Fugger ihre Prüfung beendet hatten. Der Oldenburger v. Fürst Heinrich-Weltmeyer im Besitz des familieneigenen Gestüts Sprehe in Löningen und aus der Zucht von Renate Renschen (Cloppenburg) brillierte mit herausragendem, durch den ganzen Körper schwingenden Trab, den die Richter zu recht mit der Höchstnote 10 bewerteten. Die 10 gab es auch für den harmonischen Gesamteindruck, dazu zweimal 9,5 für Galopp und Durchlässigkeit. Allein der Schritt war vom Optimum etwas entfernt: Hier reichte es „nur“ für eine 8,5. Fürst Fugger hat wie Kristinas Olympiapferd Desperados eine Box in Hagen a.T.W. bezogen, wo Jürgen Koschel Kristina Sprehe trainiert. So kam Christoph Hess’ Kompliment an den Trainer aus vollem Herzen: „Jürgen, das habt ihr gut gemacht.“ Fürst Fugger schmückt sich nun mit seinem zweiten Titel „Bundeschampion“. Vor zwei Jahren in der Alterklasse der vierjährigen Hengste hatte er schon einmal gewonnen, damals mit Gestütsbereiter Lukas Fischer im Sattel.

Gäbe es bei den Bundeschampionaten einen Sympathiepreis, hätte diesen auch die bayerische Stute Novia verdient. Die Stedinger-Alabaster-Tochter, die bei Erich Neukirchinger in Tiefenbach zur Welt kam, bestach durch ihre natürliche Elastizität und Balance (Wertnote 8,6). „Die lässt sich bestimmt klasse reiten“, schwärmte ein Zuschauer und erntete allgemeines Kopfnicken aus dem Umfeld. Reiterin Victoria Michalke kann sich freuen, mit der Braunen, die ihrer Mutter gehört, ein erstklassiges Nachwuchspferd unter dem Sattel zu haben.

Das Nordrhein-Westfälische Landgestüt freute sich über die Bronzemedaille. Sunday NRW, ein Sohn des Sandro Hit aus einer Donnerhall-Mutter (Züchter: Heinrich Wulhorst, Waltrop), wurde bestens von Anja Wilimzig in Szene gesetzt (Wertnote 8,5). Für seine Perspektive als Dressurpferd und den Gesamteindruck erhielt der dunkelbraune Hengst die Note 9,0. Einen Monat zuvor hatte Sunday übrigens die westfälischen Farben bei der Weltmeisterschaft der jungen Dressurpferde in Verden vertreten.

So großartig die Ritte an der Spitze waren, so enttäuschend verlief das Finale für einige der hochfavorisierten Pferde. Besonders Superstar Fürstenball war, salopp gesprochen, völlig von der Rolle. Nach gutem Auftakt im Trab und Schritt erschrak sich der als Deckhengst stark nachgefragte ehemalige Siegerhengst, HLP-Gewinner und Bundeschampion des Vorjahres. Danach wollte nichts mehr gelingen. Die fliegenden Wechsel waren kaputt, im Galopp hüpfte er ohne Takt und Rhythmus. Christoph Hess’ Bemerkung „so ein Pech“ war nicht viel hinzuzufügen. Trotz der 9,5 für seinen außerordentlich guten Schritt verpasste der Oldenburger die Platzierung. Die 6,5 für Galopp und die 6,0 für Durchlässigkeit wogen zu schwer.

Wenig zufrieden dürfte auch Holga Finken das Viereck verlassen haben. Mit der Sandro Hit-Fidermark-Tochter Sissy v.d. Heide belegte er den vorletzten Platz (Wertnote 7,2). Die Dunkelbraune stand sichtlich unter Stress, hatte bereits kurz nach Beginn der Vorstellung kein trockenes Haar mehr am Körper, zeigte kaum Schritt und bewegte sich ausgesprochen unausbalanciert. Die Schrittnote von 5,5 war den Zuschauern aber dann doch zu hart und wurde mit einem Pfeifkonzert quittiert. Christoph Hess: „Die Körpersprache der Stute signalisiert, dass ihr die mentale Gelassenheit fehlt.“ Umso gelassener reagierte Finken und demonstrierte Richtern und Publikum, dass es zwar heute mit dem Reiten nicht geklappt hat, aber die Stute auf dem besten Wege ist, Piaffe und Passage zu lernen.

 

DKB-Bundeschampionate: Damon Hill setzt seine Erfolgsstory fort

Sieg für Damon’s Satellite und Helen Langehanenberg bei den vierjährigen Reitpferden

Warendorf (fn-press). Die Fremdreiterinnen waren im DKB-Bundeschampionat der vierjährigen Reitpferde – Stuten und Wallache - das Zünglein an der Waage. Mit den 19,0 Punkten von Uta Gräf (Kirchbolanden) und Anja Rietbrock (Sottrum) konnte der Westfale Damon’s Satellite an der bis dahin führenden Oldenburger Stute De la Beaute OLD vorbeiziehen.

Damon’s Satellite von Damon Hill-Rubin Royal wurde – man möchte fast sagen natürlich – von Helen Langehanenberg vorgestellt. Die Pferdewirtschaftsmeisterin aus Havixbeck gewann mit dem Donnerhall-Nachkommen Damon Hill NRW Mannschaftssilber bei den Olympischen Spielen in London, ritt die Vollschwester von Damon’s Satellite, Damon’s Divene, zum zweifachen Sieg bei den Bundeschampionaten und hat mit der weiteren Vollschwester Damon’s Delorange im DKB-Bundeschampionat der fünfjährigen Dressurpferde 2012 (Platz eins in der Qualifikation) ein weiteres, ganz heißes Eisen im Feuer. Alle drei stammen aus der Zuchtstätte von Christian Becks in Senden.

Zunächst hatte es noch nicht nach einem Sieg für Damon’s Satellite ausgesehen. In der Vorrunde hatte der Fuchs, der vor kurzem erst den Nachwuchspreis „Optimum“ beim Turnier der Sieger in Münster gewonnen hatte, mit der Wertnote 8,33 auf dem dritten Platz gelegen. Im Finale Teil A war es mit einer Durchschnittswertnote von 8,42 dann schon der zweite Rang. Dabei konnte der neue Champion hier besonders im Galopp gefallen – Wertnote 9,0, eine ganze Note mehr als noch in der Qualifikation. Ein gutes Gefühl hatten die beiden Testreiterinnen, 19 Punkte addierten sich zu den 53 Punkten der Richter Peter Mannheims, Johann Speth und Jürgen Uthoff. Das hieß Platz eins in dieser Konkurrenz.

Das Nachsehen hatte die Oldenburger Stute De la Beaute OLD von Don Romantic-Depardieu aus der Zucht und dem Besitz von Bernd Lampe in Emstek. Sie konnte mit Andrea Müller-Kerstan (Vechta) im Sattel sowohl in der Vorrunde (Wertnote 8,67) als auch im Finale Teil A (Wertnote 8,92) die Richter überzeugen, kam aber bei den beiden Fremdreiterinnen nicht „so gut an“. Mit 17,5 Punkten blieb sie deutlich unter dem Ergebnis der beiden Konkurrenten. 71,0 Punkte lautete das Gesamtergebnis der Braunen, die bei der Oldenburger Elitestutenschau im Brillantring lief und Kandidatin der Oldenburger Eliteauktion ist.

Bronze ging an den Hannoveraner Dance in Black von Don Frederico-Lauries Crusador xx. Der Rappe erblickte bei Adolf Bachmann in Wesenberg das Licht der Welt, gehört Eckard Witthake aus Ibbenbüren und wurde von Ann-Christin Wienkamp (Ibbenbüren) vorgestellt. Auch er konnte sich im Verlauf des Championats steigern (Vorrunde Wertnote 8,17 / Finale Teil A Wertnote 8,42) und erhielt von den beiden Fremdreiterinnen 19,0 Punkte (Gesamtergebnis 69,5 Punkte).

Einen rabenschwarzen Tag erwischte dagegen der Zweitplatzierte der Vorrunde, Fashion Designer OLD. Der Oldenburger Landeschampion von Faustinus-De Niro aus der Zucht und dem Besitz von Heike Kind (Bremen) wurde von Veronika Steinhoff (Bremen) vorgestellt und kam mit seiner dritten Position in der Abteilung offensichtlich gar nicht zurecht. Zu keiner Zeit fand der Braune zu der gewünschten Gelassenheit, was von der Jury konsequent mit den Wertnote 6,0 für die Ausbildung und das Temperament geahndet wurde. Die Gangart Schritt war gar nicht zur erkennen, den Richtern blieb daher nichts anderes übrig, als eine 4,0 zu geben. Kommentator Dr. Dietrich Plewa versuchte zu trösten: „Das kann bei einem jungen ehrgeizigen Pferd passieren, wenn es nicht an der Tete gehen kann“.

 

DKB-Bundeschampionate: Franziskus marschiert an die Spitze

Hannover vor Oldenburg bei den vierjährigen Hengsten

Warendorf (fn-press). Das war ein glatter Durchmarsch: Schon in der Qualifikation hatte der Hannoveraner Fidertanz-Alabaster-Sohn Franziskus aus der Zucht von Elisabeth Albers (Löningen) mit einer Gesamtwertnote von 8,75 das Feld der vierjährigen Hengste beherrscht. Im Finale Teil A konnte sich der Beschäler der Station Holkenbrink (Münster-Albachten) mit seiner Reiterin Johanna Klippert nochmals steigern (Wertnote 8,83) und auch die beiden Fremdreiterinnen Anja Rietbrock (Sottrum) und Uta Gräf (Kirchbolanden) vergaben mit 19,5 Punkten die höchste Bewertung.

72,5 Punkte lautete das Endergebnis für den dunkelbraunen Franziskus, der damit die Konkurrenz deutlich auf die Plätze verwies. „Ein Pferd, das auch den Namen ‚Herzensdieb’ verdient hätte“, sagte Dr. Dietrich Plewa in seiner Kommentierung. „Der Hengst lässt in Punkto Modernität keine Wünsche offen“. Für den Trab, der „aus dem Seitenbild beurteilt kaum besser sein könnte“, gab es von den Richtern Peter Mannheims, Johann Speth und Jürgen Uthoff die Wertnote 9,5. Gleich dreimal (für Gebäude, Galopp und Gesamteindruck) gesellte sich eine 9,0 hinzu.

Neuer Vize-Champion ist der in Diensten des Warendorfer NRW-Landgestüts stehende Oldenburger Sir Heinrich OLD von Sir Donnerhall I-Fürst Heinrich aus der renommierten Zuchtstätte von Paul Wendeln in Garrel. Der Fuchs wurde von der Gestüterin Anja Wilimzig gut in Szene gesetzt. Schon in der Qualifikation hatte das Paar Platz zwei belegt (Wertnote 8,58), im Finale Teil A erhielt der „sehr noble und moderne Hengst“ in allen Beurteilungskriterien die Wertnote 8,5. 19,0 Punkte der beiden Testreiterinnen kamen hinzu, das hieß am Ende 70,0 Punkte.

Bronze sicherte sich der Hannoveraner Fuchshengst Quasar de Charry. Der Sohn der beiden ehemaligen Bundeschampions Quaterback (2006) und Wolkentanz I (1994) kam in der Endabrechnung auf 68,0 Punkte. Der Hannoveraner Prämienhengst aus der Zucht von Erika Lütjen (Grasberg) ist auf der Hengststation Pape (Hemmor) aufgestellt und wurde von Susan Pape präsentiert. Sowohl in der Qualifikation als auch im Finale Teil A war er mit der Wertnote 8,42 Dritter. Die beiden Fremdreiterinnen vergaben 17,5 Punkte. Das war zwar das schlechteste Ergebnis in dieser Runde, aber alle drei Kandidaten im Finale Teil B hatten gelegentlich „Nerven“ gezeigt und es den Testreiterinnen nicht immer einfach gemacht.

 

DKB-Bundeschampionate: Weiterer Erfolg für Westfalen

Nuno und Marie Schulze Topphoff gewinnen das Finale der fünfjährigen Springponys

Warendorf (fn-press). Mit einem Erfolg für die westfälische Ponyzucht begann der Abschlusstag der Bundeschampionate in Warendorf. Die Wertnote 8,4 sicherten sich Marie Schulze Topphoff (Havixbeck) und der westfälische Ponyhengst Nuno (v. Nabucco R-Van Gogh R) und gewannen damit den Titel bei den fünfjährigen Springponys.

Im Feld der 18 Finalisten wusste der von Christel Noltmann-Kröger (Ladbergen) gezüchtete Rappe die Richter durch sein Gleichmaß in der Bewegung und seinen kraftvollen Ablauf am Sprung zu überzeugen und seinen Besitzer Hans-Jürgen Habermehl (Alsfeld) zu beglücken. Bundestrainer der Ponyspringreiter Peter Teeuwen (Hanstedt), der als Richter und Kommentator agierte, vergaß in seiner Beurteilung nicht, die überaus gut und routiniert einwirkende Reiterin zu loben.

Mit der Wertnote 8,2 knapp geschlagen landete Casanova WE auf Platz zwei und bescherte so der Ponyzucht aus Weser-Ems einen weiteren Erfolg. Der von Christopher Kläsener (Marl) vorgestellte und im Besitz von Lara Könemann (Rhede) stehende Hengst (v. Cyriac WE-Viktoria´s Colano) bestach durch seinen aktiven und energischen Galopp sowie seinen hohen Rittigkeitsstatus. Züchterische Verantwortung für den Erfolg trug Emma Ellers (Emstek).

Platz drei eroberte Headliner (v. Halifax-Losander), der damit die Bilanz der Weser-Ems-Ponys zusätzlich aufstockte. Der vom Gestüt Kastanienhof der Familie Coldewey (Großenkneten) gezogene Fuchshengst ging mit seiner Reiterin Fabienne Graefe (Salzbergen) als erstes Paar an den Start und setzte gleich mit einer beeindruckenden Runde einen Maßstab für das Verfolgerfeld. Aufmerksam und mit großem Potential ausgestattet, hatte der im Besitz des Gestütes Lilienhof (Ravensburg) stehende Headliner keinerlei Probleme mit dem Parcours und erhielt die Wertnote 8,0.

Deutlich schwerer taten sich einige der nachfolgenden Paare mit dem Einsprung in die zweifache Kombination, die für etliche Strafpunkte sorgte. Insgesamt machte sich jedoch positiv bemerkbar, dass die Reiter im Rahmen der Einlaufprüfung am Donnerstag die Möglichkeit hatten, den Parcours gemeinsam mit ihren Pony zu besichtigen. Mit insgesamt fünf Ponys stellte der Ponyzuchtverband Weser-Ems die meisten Teilnehmer am Finale.

 

DKB-Bundeschampionate: Captain Sparrow erbeutet Titel

Holsteiner Cormint-Sohn Erster bei den fünfjährigen Springpferden

Warendrof (fn-press). Die Filmfigur des Piratenkapitäns Jack Sparrow aus der Hollywoodserie „Piraten der Karibik“ hätte im Finale der fünfjährigen Springpferde beim Bundeschampionat seine Freude gehabt. Denn sein Namensvetter, der Holsteiner Captain Sparrow (v. Cormint I-Barnaul xx), war im Finale das Maß der Dinge.

Mit seinem Reiter Henrik von Eckermann (Schweden) zeigte der von Manfred Pohling (Krempel) gezüchtete Hengst Captain Sparrow zwei gleichermaßen beeindruckende wie identische Runden, die vom Richtergremium jeweils mit der Wertnote 8,8 belohnt wurden und ihm ein Gesamtergebnis von 17,60 einbrachten. Kommentator Joachim Geilfus (Duderstadt) lobte besonders Gleichgewicht, Leichtigkeit und Rittigkeit der beiden Vorstellungen des im Besitz von Anna Maria Bestmann (Ostrohe) stehenden Dunkelbraunen.

Mit DSP Araldik konnte sich der Verband Brandenburg-Anhalt über den Titel des Vize-Champions freuen. Das DSP steht für Deutsches Sportpferd und ist das gemeinsame Zuchtbuch der Pferdezuchtverbände Brandenburg-Anhalt und Sachsen-Thüringen. Der Askari-Sohn aus einer Heraldik xx-Mutter mit Bastian Freese (Steinfeld) im Sattel präsentierte sich in der ersten Runde mit der Wertnote von 8,6 recht gut und überzeugte neben seinem sicheren Springen durch eine ausgezeichnete Galoppade. Im zweiten Umlauf konnte der von der Zuchtgemeinschaft Pietscher (Zethlingen) gezüchtete Hengst diesen Eindruck sogar noch verbessern, was ihm eine 8,8 einbrachte. Der dem Gestüt Bonhomme gehörende DSP Araldik kam damit auf ein Endergebnis von 17,4.

Doppel-Olympiasieger Michael Jung (Horb) präsentierte auf dem dritten Platz die Holsteiner-Stute Cardea (v. Caretino-Capitol I) mit dem Gesamtergebnis von 16,80. Nach einer 8,8 im ersten Umlauf reduzierte ein Abwurf in der zweiten Runde die Wertnote auf 8,0. Vielleicht nicht ganz so spektakulär springend wie der Sieger zeigte die von der Witt Pferdezucht GbR (Wellinghusen) gezüchtete Stute jedoch zwei Runden, die sich nach Ansicht der Richter durch einen hervorragenden Rhythmus auszeichneten.

Pech hatte der Westfale Cristobar (v. Cristallo-Lancer III). Vorgestellt vom Südafrikaner Oliver Lazarus dominierte der von Dr. Axel Schürner (Nideggen) gezüchtete Wallach die erste Runde mit der Höchstnote von 8,9. Mit zwei Hindernisfehlern im zweiten Umlauf und der daraus resultierenden Wertnote von 6,9 fiel Cristobar in der Gesamtwertung auf Platz acht (15,80) zurück. Insgesamt zeigten einige Pferde in der Finalrunde, dass die vergangenen Tage doch ein gehöriges Maß an Kraft gekostet hatten. Statistisch gesehen konnten die Holsteiner mit zwölf Pferden die meisten Finalteilnehmer verbuchen. Jeweils fünf Pferde aus Hannover und Westfalen qualifizierten sich ebenfalls fürs Finale. Vererber-Primus war der westfälische Hengst Cristallo, der drei Nachkommen im Finale stellte.

 

DKB-Bundeschampionate: Pony-Champion für Bayern

Wallach Lettenhofs Easy Finish siegt bei den vierjährigen Ponys

Warendorf (fn-press). Der neue Bundeschampion der vierjährigen Ponys – Stuten und Wallache – heißt Lettenhofs Easy Finish und kommt aus Bayern. Der Schimmel von Dörnberg’s Erimon aus einer Mutter von Renoir I stammt aus der Zucht und dem Besitz der Zuchtgemeinschaft Anselstetter im bayerischen Harsdorf und wurde von Annkatrin Anselstetter vorgestellt.

Die Entscheidung fiel knapp aus. Zwar hatte Lettenhofs Easy Finish die Vorrunde deutlich für sich entscheiden können, rutschte aber im ersten Teil des Finales auf Platz zwei ab. Grund war der Übereifer, den der kleine Schimmel zunächst im Trab, dann auch im Galopp zeigte, was ihm eine ganze Note weniger in der Beurteilung der Vorstellung und ein halbe Note weniger in der Beurteilung der Ausbildung einbrachte. Am Ende schlug das Pendel dann aber wieder in seine Richtung: Die beiden Fremdreiterinnen Iris Borchers (Lilienthal) und Nadine Plaster (Selsingen) vergaben 18,0 Punkte und damit die höchste Bewertung der drei Finalisten. 67,5 Punkte lautete das Endresultat für Lettenhofs Easy Finish, der in diesem Jahr schon mehrfach siegreich in Dressurpferdeprüfungen der Klasse A war.

Knapp geschlagen (67 Punkte) musste sich die in Hannover gezogene Palomino-Stute Goldberg’s Donatella von Go for Gold-Golden Dancer mit dem Vize-Titel zufrieden geben. Die kleine Stute aus der Zucht und dem Besitz von Sabine Goldberg in Uetze hatte mit Danica Duen (Bad Oeynhausen) im ersten Teil des Finales gegenüber der Qualifikation ordentlich zugelegt und war mit einer Durchschnittsnote von 8,33 (gegenüber 8,08 aus der Vorrunde) als Führende in den Fremdreitertest eingezogen. Sowohl für den Galopp und den Schritt als auch für die Kriterien Ausbildung und Präsentation gab es von den Richtern Peter Mannheims, Johann Speth und Reinhard Richenhagen jeweils eine halbe Note mehr als zuvor. Von den beiden Fremdreiterinnen addierten sich dann aber nur 17,0 Punkte hinzu.

Etwas deutlicher war der Abstand der Drittplazierten: 66 Punkte lautete das Endergebnis für die in Westfalen gezogene Stute Dorette B von FS Don’t Worry aus einer Mutter von Amigo Valeur. Züchterin und Besitzerin der Fuchsstute ist Angela Bottermann aus Voerde, vorgestellt wurde sie von Laura Wendels (Dinslaken). Doch auch Dorette B konnte sich während der Tage in Warendorf deutlich steigern. In der Vorrunde noch mit einer 7,92 bedacht, kam sie im ersten Teil des Finales auf eine Gesamtwertnote von 8,17. Im Schritt gab es eine ganze Note mehr, im Galopp eine halbe. Die beiden Fremdreiterinnen attestierten das gleiche Gefühl wie bei Goldberg’s Donatella und vergaben 17,0 Punkte.

Nicht mehr in Szene setzten konnte sich die Drittplatzierte der ersten Qualifikation, die ZfdP-Stute Tattoo. Sie zeigte im Finale leichte Defizite in der Anlehnung und wurde schließlich Siebte im insgesamt 28-köpfigen Teilnehmerfeld.

 

DKB-Bundeschampionate: Klarer Sieg für Dimension AT

Dritter Pony-Champion für Wibke Hartmann-Stommel

Warendorf (fn-press). Mit dem Sieg im DKB-Bundeschampionat der vierjährigen Ponyhengste hat die Münsteranerin Wibke Hartmann-Stommel Championatsgeschichte geschrieben. Insgesamt drei Ponys führte die junge Dressurausbilderin in diesem Jahr in Warendorf zum Sieg. Nach den beiden dreijährigen Champions Golden State und Don Henley nun auch den vierjährigen Dimension AT.

Dimension AT, Sohn des Donchester aus einer Mutter von Notre Beau, ließ an seinem Sieg zu keiner Zeit Zweifel aufkommen. Der amtierende Westfalen-Champion aus der Zucht von Hubert Waning (Vreden) und dem Besitz von Adolf-Theo Schurf (Bedburg) dominierte das insgesamt 24-köpfige Teilnehmerfeld nach Belieben. Schon die Finalqualifikation hatte der in Westfalen gekörte und für Weser-Ems anerkannte Fuchs mit deutlichem Vorsprung (Wertnote 9,42) für sich entschieden. Drei Mal gab es die Traumnote 10: für den Trab, die Ausbildung und die Vorstellung. Etwas geringer fiel dann zwar das Ergebnis im ersten Teil des Finales aus (Wertnote 9,08), doch der Vorsprung gegenüber den Mitbewerbern war so groß, dass die beiden Fremdreiterinnen Iris Borchers (Lilienthal) und Nadine Plaster (Selsingen) den Titelgewinn kaum hätten „verhindern“ können. Der Sieg war aber auch gar nicht in Gefahr: Beide fühlten sich auf Dimension AT „pudelwohl“ und vergaben mit 19,0 Punkten ihre höchste Bewertung.

Wie schon zuvor bei den vierjährigen Ponystuten und -wallachen war die Rangierung im Finale gegenüber der Vorrunde ordentlich durcheinander gewürfelt. Der Zweitplatzierte der Qualifikation, der Hannoveraner Siegerhengst Bünteteichens Ricardo, kam zwar wie in der Vorrunde auf eine 8,42 im Durchschnitt, doch reichte das nicht für den Einzug in den Fremdreitertest (am Ende wurde der Rappe Vierter). Federn ließ auch „Strahlemann“ FS Mr. Right, der so Kommentator Dr. Dietrich Plewa „im Verlauf der Prüfung zunehmend spannig wurde“ und mit einer 8,17 am Ende auf Platz sechs rangierte.

Plätze gut machten der neue Vizechampion Golden Challenge H (Vierter der Qualifikation) und Steendiek’s Classic Dream, der Fünfter der Qualifikation war und nun die Bronzemedaille gewann. Golden Challenge H, ein Sohn des Golden Moonlight aus einer Mutter von FS Challenger (Züchter und Besitzer: Johann Hinnemann, Voerde) mit Beatrice Buchwald (Dinslaken) im Sattel kam im Finale auf eine Durchschnittswertnote von 8,67 und erhielt damit eine halbe Note mehr als noch am Freitag. Für den Trab gab es eine 9,5, für die Ausbildung eine 9,0. Dabei gefiel den Richtern Peter Mannheims, Johann Speth und Jürgen Uthoff ganz besonders die „Versammlungsbereitschaft“, die der rheinische Palomino-Hengst zeigte.

Der Holsteiner Steendieks Classic Dream von FS Chambertin-Vita Nova’s Golden Boris (Züchter und Besitzer: Peter Böge, Schönhorst) wurde von Wenke Kraus (Neumünster) vorgestellt. Der Fuchs punktete im Finale besonders im Trab und im Schritt, hier gab es jeweils ein „sehr gut“. Die Fremdreiterinnen fühlten sich auf Golden Challenge H und Steendieks Classic Dream gleichermaßen wohl: jeweils 18,0 Punkte führten im Gesamtergebnis zu 70,0 Punkten für den Rheinländer und 68,5 Punkten für den Holsteiner.

 

DKB-Bundeschampionate: Soiree d’Amour ließ Richter schwärmen

Hochkarätiges Starterfeld bei den dreijährigen Stuten und Wallachen

Warendorf (fn-press). Von außergewöhnlich hoher Qualität war bei den DKB-Bundeschampionaten in diesem Jahr das Feld der dreijährigen Stuten. Die drei Wallache im 18-köpfigen Feld wirkten dagegen etwas blass und verpassten das Finale. Und bei den Stuten reichte eine 8,0 in der Qualifikation nicht aus, um einen Platz im Finale zu ergattern. Die gesamte Prüfung war geprägt von einem sehr hohen Niveau, gepaart mit ganz feinem Reiten.

Außergewöhnlich dann auch das Ergebnis der neuen Bundeschampioness, der Oldenburger Stute Soiree D’Amour: Zwei Mal gab es von den beiden Fremdreitern Marcus Hermes (Paderborn) und Kim Pfeiffer (Worms) die Traumnote 10 – besser geht es nicht. 75 Punkte kamen so für die San Amour-Latimer-Tochter aus der Zucht von Maren Bergen (Wagenfeld) und dem Besitz von Birgit Kalvelage (Höltringhausen) zusammen. Kira Wulferding (Wildeshausen) stellte die Stute vor. Für die Pferdewirtschaftsmeisterin war dies übrigens der dritte Titel bei ihren 15. Bundeschampionaten.

Am Gesamtsieg der Rappstute, die auch schon beim Oldenburger Landeschampionat den Platz als Siegerin verlassen hatte, gab es zu keinem Moment einen Zweifel. Wie in einer „anderen Liga“ marschierte sie sowohl durch die Qualifikation (Wertnote 9,08) als auch durch das Finale (Wertnote 9,17) und erhielt mehrfach Szenenapplaus vom Publikum. „Der Trab ist für einen Dreijährige optimal, die innere Gelassenheit sucht ihresgleichen“, fasste Kommentator Dr. Dietrich Plewa das Urteil der Richter Dr. Carsten Munk, Peter Olsson und Reinhard Richenhagen zusammen und kam ins Schwärmen „Die charmante Stute hat unsere Herzen gewonnen“.

Gemeinsame Zweite waren nach dem ersten Teil des Finales die beiden Rock for Ever-Töchter Rivery Royal unter Stefanie Wolf (Dinslaken) und Rapunzel W unter Manuela Nitschke (Rietberg). Beide waren mit einer Durchschnittswertnote von 8,5 in den Fremdreitertest gezogen und hatten die Zweit- und Drittplatzierte der Vorrunde, Saphira W und Lionella, von den vorderen Plätzen verdrängt. Rivery Royal, die von Hannelore Koch (Nümbrecht) aus einer Mutter von Rohdiamant gezogen wurde und Christine Bauer (Köln) gehört, punktete bei der Jury vor allem im Galopp und im Schritt (jeweils 9,0).

Der Stute Rapunzel W, deren Muttervater der Warendorfer Landbeschäler Laureus ist (Züchter: Wolfgang Wießner, Verl; Besitzer: Thomas Wimpissinger, Österreich), attestierten die Richter einen „absolut taktreinen Schritt“ (9,0) und außer im Exterieur jeweils eine Wertnote zwischen „gut“ und „sehr gut“.Ganz klar war der Unterschied zwischen den beiden Halbgeschwistern für die Testreiter: Für Rivery Royal gab es 17,5 Punkte, das bedeutete Silber für die Rheinländerin. 16,5 Punkte und damit Bronze erzielte die Westfälin Rapunzel W.

 

DKB-Bundeschampionate: NRW-Finale bei den dreijährigen Hengsten

Escolar wurde seiner Favoritenrolle gerecht

Warendorf (fn-press). Zu einem reinen NRW-Finale geriet die Entscheidung der dreijährigen Hengste beim DKB-Bundeschampionat: Zwei Westfalen gegen einen Rheinländer. Das „Rennen“ machte – wie erwartet – der westfälische Körsieger Escolar. Der imposante Sohn des Estobar NRW hatte sich sowohl in der Qualifikation als auch im ersten Teil des Finales deutlich von der Konkurrenz abgesetzt und legte im Fremdreitertest noch „eins“ drauf: ein Mal gab es die 10,0, ein Mal die 9,5 (Gesamtpunktzahl 74,0).

Escolar wurde von Hermann Burger, Ausbilder bei Heinrich Ramsbrock (Menslage), bestens in Szene gesetzt. Schon das Westfalen-Championat hatte das Paar deutlich für sich entscheiden können. In Warendorf gab es in beiden Prüfungen für den Braunen, der von Sabine Ludwichowski in Oer-Erkenschwick aus einer Mutter von Fürst Piccolo gezogen wurde und im Besitz der Equus Invest AG (Kürten) steht, im Galopp die Höchstnote „ausgezeichnet“. Im Finale fand auch der Trab höchste Anerkennung bei den Richtern Dr. Carsten Munk, Peter Olsson und Reinhard Richenhagen. „Das ist das Optimum an Schwungentfaltung, Kadenz und Taktsicherheit““, fasste es Kommentator Dr. Dietrich Plewa in Worte.

Auch die Silbermedaille blieb in Westfalen. Mit insgesamt 70,5 Punkten wurde der zweite Reservesieger der NRW-Körung 2011, Quotenkönig, Vize-Bundeschampion. Der Sohn des Bundeschampions von 2006, Quaterback, konnte sich gegenüber der Vorrunde deutlich steigern und überzeugte im Finale vor allem in den Kriterien Exterieur, Trab, Galopp und Präsentation. Vier Mal gab es hier von der Jury eine 9,0. Die beiden Fremdreiter Marcus Hermes (Paderborn) und Kim Pfeiffer (Worms) fügten 18 Punkte hinzu. Quotenkönig wurde vorgestellt von Lisa Neukäter (Hünxe). Der Fuchs erblickte bei Frank Dahlhoff in Lippetal das Licht der Welt und entspringt der Anpaarung der Fürst Piccolo-Tochter Fleet-Street – auch sie war Bundeschampionatsteilnehmerin – mit dem Neustädter Hengst. Besitzerin des auf der Station Schulte eingesetzten neuen Vize-Bundeschampions ist Karin Dust aus Senden.

Platz drei belegte der rheinische Sir Donnerhall I-Diamond Hit-Sohn Stanford, den Stefanie Wolf, Chef-Bereiterin von Johann Hinnemann (Voerde), vorstellte. Der Hengst aus der Zucht der Zuchtgemeinschaft Anton und Uwe Mengelaers (Geilenkirchen) und dem Besitz der Besitzergemeinschaft Stefan Sevens, Ann-Kathrin Schulte und Dr. Gert Jungbluth war in diesem Jahr ebenfalls schon hoch erfolgreich: Er gewann das NRW-Frühjahrsmeeting und ist Rheinischer Champion. Den Warendorfer Richtern gefiel vor allem der Schritt und das ausgeglichene Temperament des Hengstes, für beide Merkmale gab es die Wertnote 9,0. Die Testreiter beurteilten Stanford mit 17,5 Punkten, das Endergebnis lautete 69,5.

Mit insgesamt 19 Startern war das Feld der dreijährigen Hengste in diesem Jahr ausgesprochen stark besetzt. Hoch war auch die Qualität der vorgestellten Pferde, so gab es in der Finalqualifikation für elf Youngster eine Wertnote von 8,0 und besser. Besonderes Pech hatte der Hannoveraner Prämienhengst Fürst Nymphenburg II. Er war Vierter der Vorrunde, verletzte sich dann aber und konnte im Finale nicht mehr an den Start gebracht werden.

Doch nicht nur für die Hengste gab es auf dem Reitpferdeviereck viel Beifall. Auch die Leistungen der beiden jungen Fremdreiter Marcus Hermes (27) und Kim Pfeiffer (21) wurden vom Publikum immer wieder mit einem Sonderapplaus honoriert.

 

DKB-Bundeschampionate: Olympisches Flair auf dem Vielseitigkeitsplatz

Corona, Sunny Row W und Dutchman's Lord sind die neuen Champions

Warendorf (fn-press). „Seit ich hier dabei bin, habe ich noch keine solche Qualität erlebt wie in diesem Jahr“. Im Rückblick auf die drei Bundeschampionate auf dem Vielseitigkeitsplatz geriet Bundestrainer Hans Melzer förmlich ins Schwärmen.

Eine Krone für Corona

In der Finalqualifikation musste sie sich noch mit dem Sieg in der zweiten Abteilung begnügen, am Ende ging sie als haushohe Siegerin der Fünfjährigen hervor: Corona, Hannoveraner Stute v. Contendro – Garibaldi, vorgestellt von der Mannschaftsolympiasiegerin und Bronzemedaillengewinnerin Sandra Auffarth (Ganderkesee). Mit einer 8,8 in der Dressur („So sieht gutes Reiten aus“, O-Ton Christoph Hess) und einer 8,0 im Springen legte das Paar den Grundstein zum Sieg. Beim abschließenden Geländeritt legten die Richter Carlheinz Boes, Horst Karsten und Hans Melzer dann sogar noch einen drauf. Sie vergaben die Note 9,5, die doppelt gewertet, einen Endstand von 35,8 Punkten für Corona und Sandra Auffarth bedeutete. „Ein Ritt, wie er fast kaum besser geht“, kommentierte Hans Melzer. Bereits als Dreijährige kam Corona in den Auffarthschen Ausbildungstall in Bergedorf, ging danach zurück zum Züchter, bekam ein Fohlen und stand im vergangenen Jahr bei der Verdener Auktion zum Verkauf. Hier schlug die Familie Auffarth gemeinsam mit Lothar Grabe (Bochum) zu und sicherte die Stute für Sandra. „Corona soll mal die Nachfolgerin für ‚Wolle’ werden“, sagte Sandras Mutter Bärbel Auffarth und ergänzte schmunzelnd. „Und es sieht doch so aus, als könnte das was werden.“

Mit 34,7 Punkten Zweite wurde Valentine v. Valentino – Varus, vorgestellt von Nadine Marzahl (Munster). Die Hannoveraner Fuchsstute aus der Zucht und im Besitz von Martina Paulus (Telspe) glänzte vor allem im Parcours und Gelände. In der Dressur noch mit einer 7,1 bedacht, gab es im Springen die Tagesbestnote von 9,0 und im Gelände die 9,3.

Mit einer 9,2 im Gelände gelang gegen Ende der Prüfung auch noch der Westfalenstute Pasadena den Sprung in die Medaillenränge. „Noch ein Pferd für die Kollektion der Marke modernes Vielseitigkeitspferd“, so Hans Melzer. Die Tochter von Priemeur’As aus einer Mutter von Kamiros II (Züchterin Angelika Beisenkötter, Dorsten, Besitzerin Annette Schnaufer, Neitersen) wurde von Josephine Schnaufer vorgestellt. Mit einer 8,2 in der Dressur und einer 7,7 im Springen kam das Paar auf ein Endergebnis von 34,3 Punkten.

Insgesamt fünf Sechsjährige bedachten die Richter im Finale mit einer Geländenote von 9,0 und besser. Unter ihnen auch der noch etwas "grün" wirkende, aber gewaltig springende Holsteiner Schimmel Meyer’s Happy v. Happy Guest xx – Caletto I. Im Sattel saß Claas Hermann Romeike (Nübbel) und manch langjähriger Zuschauer mag sich bei dem Anblick an dessen Vater Hinrich Romeike erinnert haben, der mit seinem berühmten Schimmel Marius ebenfalls einst zu Gast bei Bundeschampionaten war. Im Gesamtergebnis landete das Paar auf Platz acht (30,2).

Eine weitere 9,0 im Gelände gab es für die Siegerin der Finalqualifikation, Butt’s Avondale v. Nobre xx – Heraldik xx. Die vom Züchter und Besitzer Professor Dr. Volker Steinkraus (Hanstedt) ganz im Sinne der Butt’schen Zucht vorgenommene Anpaarung („Blut zu Blut“) ergab ein Pferd, das „ganz dem Prototyp eines Pferdes für unseren Sport“ entspricht, kommentierte Hans Melzer. Als „unglaublich intelligent“ bezeichnete ihre Reiter Anna Siemers (Salzhausen) die Hannoveraner Stute und „wie fürs Gelände gemacht“. Allerdings haperte es noch etwas in der Dressur, daher reichte es am Ende nur für Platz vier.

Olympisches Flair auch bei den Sechsjährigen

War das Starterfeld bei den Fünfjährigen mit 67 Teilnehmern sehr hoch, war es mit nur 20 Startern bei den Sechsjährigen außergewöhnlich klein. Zehn davon waren „Wiederholer“ aus dem Vorjahr. „Vielleicht müssen wir doch noch einmal die Qualifikationskriterien überdenken“, sagte Hans Melzer im Nachhinein.

Was die Qualität betrifft, mussten allerdings keine Abstriche gemacht werden. Mit seinem Sieg in der Finalqualifikation nahm der rheinische Wallach Sunny Row W bereits die Rolle eines Favoriten ein und wurde dieser am Ende auch gerecht. „Das ist eines der besten Pferd, das ich je hatte“, sagte sein Reiter Jens Hoffrogge (Dorsten). Im vergangenen Jahr bekam er den Fuchs v. Sandro Classic – Painter’s Row xx, der eigentlich Dressurpferd werden sollte, von dessen Züchter Herbert Werth (Duisburg) zur Ausbildung. Bereits nach der ersten Geländeprüfung erkannte Joachim Hachmeister (Aurich) die Qualitäten des Pferdes und so wechselte Sunny Row W den Besitzer. In Warendorf freuten sich Reiter, Züchter und Besitzer gemeinsam über den Erfolg „ihres“ Sunny Row W, der mit einem Gesamtergebnis von 34,0 Punkten (6,9 für Dressur, 8,3 für Springen und 9,4 für Gelände) die Siegerschärpe gewann. Fast hätte Herbert Werth (übrigens nicht verwandt oder verschwägert mit der deutschen Dressurreiterin Isabell Werth) mit der dreijährigen Saphira W, vorgestellt von Lydia Camp, noch eine Medaille bei den Dreijährigen Stuten und Wallachen geholt. Das Paar wurde Vierter.

Zweite bei den sechsjährigen Vielseitigkeitspferden wurde der Hannoveraner Kalle v. King Kolibri – Really Fabulous xx aus der Zucht von Birgit Diekmann (Winterfeld). Der braune Wallach aus dem Besitz von Frank Ostholt (Warendorf) wurde von dessen Ehefrau Sara Algotsson-Ostholt vorgestellt, der schwedischen Silbermedaillengewinnerin von London 2012. Die Richter Tonius Lehmkuhl, Hans Melzer und Dr. Ernst Topp bestätigten Kalle „Talent für mehr“ und vergaben die glatte 9,0 für den Geländeritt. Mit einer 8 in der Dressur und einer 7,1 im Springen ergab dies ein Endergebnis von 33,1 Punkten.

Mit 32,6 Punkten belegte eine weitere Schwedin den dritten Platz. Louise Swennson-Jähde vom RV Großenwiehe stellte in Warendorf den Trakehner Fuchswallach Maybach vor. Der Der Sohn des Vollblüters Zigeunerheld aus einer Mutter von Pret a Porter aus der Zucht und im Besitz von Annkatrin Rabe (Schwichtenberg) kam mit einer 7,4 beziehungsweise 7,2 aus Dressur und Springen ins Geländefinale und setzte dort mit der Note 9,0 zum Sprung in die Medaillenränge an.

Ein weiteres „Sehr gut“, eine 9,0 im Gelände, ging an die schwarzbraune Trakehner Stute Saviola, eine Tochter des ehemaligen Bundeschampions Grafenstolz. Großes Pech im Springen kosteten sie allerdings eine mögliche Platzierung. Sie landete mit 32,6 Punkten auf Platz vier.

A propos Grafenstolz. Dessen ehemaliger Reiter Michael Jung (Horb), mittlerweile Doppel-Olympiasieger in der Vielseitigkeit, war zwar in Warendorf auch am Start, allerdings nur im Springen, wo er mit Cardea Platz drei bei den Fünfjährigen und mit Savita Platz sechs bei den Sechsjährigen belegte.

Dutchman’s Lord – wie die Mutter so der Sohn

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm – dies zeigte sich bei den DKB-Bundeschampionaten bei den fünf- und sechsjährigen Vielseitigkeitsponys. Fünf Jahre nach seiner Mutter Rhapsodie holte Sohn Dutchman’s Lord die Siegerschärpe in dieser Kategorie.

Dutchman’s Lord, gezogen und im Besitz von Joachim Holländer aus Beuster in Sachsen-Anhalt, wurde in Warendorf von Championatsreiterin Leoni Leuwer (Königswinter) vorgestellt. In der Finalqualifikation verpasste der Sechsjährige noch knapp den Sieg, übernahm aber im Finale vom Fleck weg die Führung. Auf dem Viereck war er mit einer 8,5 das Maß der Dinge und auch im Springen vergaben die Richter, Carlheinz Boes und Tonius Lehmkuhl, die Note acht, von der allerdings 0,2 Punkte für Zeitüberschreitung abgezogen werden mussten. Im abschließenden Gelände trumpfte der nur 1,45 Meter kleine Dunkelbraune dann noch einmal auf. „Das war die sportlichste Runde, die wir heute Vormittag gesehen haben“, sagte Kommentator Hans Melzer und lobte Galoppiervermögen und Rittigkeit. „Noch ein bisschen mehr Lässigkeit an dem ein oder anderen Sprung und es hätte für ein „Sehr gut“ gereicht.“ So wurde eine 8,9 daraus und Dutchman’s Lord durfte sich mit einem Endstand 34,1 Punkten die Siegerschärpe umhängen lassen. „Er freut sich immer, wenn ich ihn aus dem Stall hole und mit ihm etwas mache“, sagte seine Reiterin.

Auf dem zweiten Platz landete der westfälische Fuchshengst Pascal S.W. aus der Zucht und im Besitz von Hugo Schulze Wartenhorst aus Everswinkel. Der fünfjährige Sohn des Principal Boy aus einer Mutter v. Bolero überzeugte vor allem im Gelände. Vorgestellt von Tim Kolkmann (Ostbevern) siegte er bereits in der die Finalqualifikation und erzielte auch Finale mit einer glatten 9,0 die Bestnote. In der Dressur und Springen gab es allerdings „nur“ die 7,6 und 7,5, so dass sich Pascal S.W. am Ende hinter Dutchman’s Lord einordnen musste.

Ein weiterer Hengst landete auf Platz drei: Dorian Gray. der in Weser-Ems von Heinrich Schmees (Niederlangen) gezogene und im Besitz von Regina Neubauer (Idstein) befindliche Schimmel v. Der Harlekin – Apslau xx wurde in Warendorf von Celin Zimmermann (Nieder-Waroldern) vorgestellt. In der Dressur gab es 6,8, im Springen eine 7,8 und im Gelände schließlich die 8,5, die dem Schimmel den Sprung in die Medailleränge ermöglichte.

 

DKB-Bundeschampionate: Crespo PKZ bester Sechsjähriger im Parcours

Stakkato von der sportlichen Bühne verabschiedet

Warendorf (fn-press). Fiel bei den DKB-Bundeschampionaten in Warendorf bereits der erste Tagessieg am Sonntag bei den fünfjährigen Springponys an einen Westfalen, so durfte sich dieser Zuchtverband auch über einen Sieg in der letzten Prüfung des Tages, dem Finale der sechsjährigen Springpferde, freuen.

Mit seinem Reiter Toni Hassmann (Lienen) lieferte der westfälische Hengst Crespo PKZ v. Cornet Obolensky-Landadel aus der Zucht von Marianne Nolte-Wittland (Münster) im Stechen eine Nullrunde in der nicht mehr zu unterbietenden Zeit von 40,14 Sekunden ab. Dieses Kunststück gelang dem Paar, obwohl es als erstes in den Stechparcours musste. Bereits in der ersten Runde zeigte sich der Andrij Milovanov (Klein Offenseth) gehörende Schimmel nach Ansicht von Richter und Kommentator Joachim Geilfus (Duderstadt) sehr pfiffig und gleichmäßig im Sprung wie in der Galoppade. Mit einer Wertnote von 8,5 rutsche er jedoch noch gerade ins Stechen.

Nur um vier Hunderstel geschlagen geben musste sich die neue Vize-Championesse, die Zweibrücker Stute Cassinja S (v. Carinjo-Cassini I) aus der Zucht von Josef Schwinn (Beckingen). Vor ihrem Reiter Hendrik Dowe (Heiden) gut unterstützt, erreichte die im Besitz von Jennifer Schwinn (Beckingen) stehende Stute ohne Abwurf das Ziel in 41,18 Sekunden. Auch sie hatte sich im ersten Umlauf mit 8,5 nur ganz knapp für das Stechen empfohlen. Im ersten Umlauf glänzte sie durch viel Vermögen am Sprung und eine hohe Beweglichkeit.

Platz drei eroberte mit Cornetto ebenfalls ein Sohn des Cornet Obolensky. Der Wallach aus einer Polydor-Mutter, der bei Wilhelm Lambardt (Hamm) das Licht der Welt erblickte und Marc Idelmann (Großenkneten) gehört, sah mit seinem Reiter Gerd Könemann (Rhede) das Ziel strafpunktfrei in 42,96 Sekunden. Schon im ersten Umlauf spielte der mit enorm viel Vermögen ausgestattete Wallach mit den Anforderungen. Im ersten Umlauf hatte das Paar eine Wertnote von 8,6 zu verzeichnen.

Vielseitigkeitsreiter Michael Jung (Horb), doppelter Olympiasieger von London, zeigte nach seinem dritten Platz mit Cardea bei den Fünfjährigen auch bei den sechsjährigen Springpferden sein Können. Mit der Württemberg Stute Savita (v. Stakkato Gold-Centissimo I) aus der Zucht von Sabine Rothfuss (Sulz) präsentierte er in der ersten Runde mit einer Wertnote von 9,1 das Tagesbestergebnis. Im Stechen, welches das Paar mit einer Nullrunde in 43,14 Sekunden beendete, reichte das für den etwas undankbaren vierten Platz. Selbst bei dem erhöhten Tempo in der zweiten Runde glänzte die Dr. Hermann Flaig (Überlingen) gehörende Stute durch höchste Rittigkeit und sicheres und völlig rationelles Springen.

Savitas Großvater, der mittlerweile legendäre Springpferdevererber Stakkato spielte vor dem Stechen eine ganz besondere Rolle. Unter stehenden Ovationen tausender Zuchauer wurde das Spitzenpferd von Eva Bitter (Bad Essen) aus dem Sport verabschiedet. 1998 begann die Karriere von Stakkato mit dem Sieg im Finale der fünfjährigen Springpferde. Im Sattel saß damals wie bis zu seiner Verabschiedung seine ständige Reiterin Eva Bitter. 1999 holte sich das Paar den Titel des Vize-Champions bei den Sechsjährigen. 2003 und 2010 gewannen beide die Deutsche Meisterschaft der Springreiterinnen. 2004 reichte es bei der DM für die Silbermedaille. Möglicherweise noch erfolgreicher war Stakkato als Vererber. Allein 41 gekörte Söhne und 54 Staatsprämienstuten haben ihn zum Vater. Insgesamt sind allein beim Hannoveranerverband 1.100 Nachkommen eingetragen. Auch aus einem weiteren Grund war Warendorf als Ort der Verabschiedung der ideale Schauplatz. Mit insgesamt 16 teilnehmenden Kindern und Enkelkinder nahm Stakkato bei den Springpferden in diesem Jahr auch quantitativ als Vererber Platz eins ein.

 

DKB-Bundeschampionate: Sensationelle 9,8 für Damon’s Delorange

Helen Langehanenberg stellte Championesse der fünfjährigen Dressurpferde

Warendorf (fn-press). Schon nach dem ersten Paar im Finale der fünfjährigen Dressurpferde war klar: Das ist die Championesse des Jahres 2012! Dreimal die Traumnote 10 für Schritt, Durchlässigkeit und Gesamteindruck „zückten“ die Richter für Helen Langehanenberg und die Dunkelfuchsstute Damon’s Delorange. Dazu gesellten sich jeweils 9,5 für Trab und Galopp. Die Damon Hill-Rubin-Royal-Tochter aus der Zucht und im Besitz von Christian Becks (Senden) verzauberte das Publikum und die Richter gleichermaßen.

Mancher sprach von einem neuen Notenrekord auf dem Warendorfer Dressurviereck. Das stimmt jedoch nicht, denn Dr. Ulf Möller hatte vor zwölf Jahren mit dem Wallach Placido ebenfalls das Finale mit der 9,8 beendet. Aber so eine Supernote wird eben nur alle paar Jahre mal vergeben. Ein Novum gab es dennoch: Helen Langehanenberg führte mit Damon’s Delorange und Damon’s Satelite zwei Vollgeschwister zum Titel „Bundeschampion“. Am Tag zuvor hatte die vierjährige Satelite bei den Reitpferden die Goldmedaille gewonnen. So empfahl sich beider Vater Damon Hill, vor einem Monat mit Helen Langehanenberg bei den Olympischen Spielen in London mit der Mannschafts-Silber dekoriert, einmal mehr als ausgesprochener „Champion-Macher“. Die Qualität der Nachwuchsstars weckt Begehrlichkeiten. Züchter und Besitzer Christian Becks gab auf Nachfrage zu, dass ihm etliche Kaufofferten während der Bundeschampionatstage unterbreitet worden seien. Aber daraus wird nichts. Eine der Damon Hill-Töchter soll seiner 14-jährigen Tochter Jil Marielle den Weg in den Sport ebnen, außerdem peilt er für die beiden Bundeschampionessen im kommenden Jahr einen Start bei den Weltmeisterschaften in Verden an.

Ein Strahlemann mit viel Kaliber ist der Vize-Champion. Westfale Revolverheld v. Rockwell-Landstreicher und seine Reiterin Ann-Christin Wienkamp erhielten höchstes Lob von Kommentator Christoph Hess: „Genauso muss sich ein Pferd bei höchstem reiterlichen Niveau bewegen.“ Der dunkelbraune Hengst, der vor einem Monat Silber bei der Weltmeisterschaft der jungen Dressurpferde in Verden gewonnen hatte und ein Vollbruder des bekannten Hengstes Rock Forever ist, begeisterte mit sensationellem Takt (Hess: „Ein Tritt wie der andere“) und einer ungemein dynamischen Galoppade. 9,3 lautete die Wertnote für den von Maria und Heinz Könemann gezogenen Hengst.

Die drittbeste Note 8,8 vergaben die Richter zweimal: Hannoveraner Don Darius, ein Sohn des Don Frederico aus einer Mutter von Markus Deak xx, wirkt als Pachthengst im Niedersächsischen Landgestüt Celle und wurde von Gestütsmitarbeiter Mike Habermann meisterlich vorgestellt (Züchter: Claus Quast, Hamburg, Besitzer: Rudolf Otto Fuchs, Meinzerzhagen). Den Bronzerang teilt sich Don Darius mit dem von Isabell Bache gerittenem Bobcat, Hannoveraner von Breitling-Silvano. Der Dunkelfuchs-Wallach kam bei Hans-Heinrich Oltmann in Borstel zur Welt und ist im Besitz der Finken GmbH in Kirchwalsede.

Die beiden Finalisten der diesjährigen Weltmeisterschaften in Verden, Discovery OLD und Lord Carnaby, wussten sich auch auf Warendorfer Parkett bestens in Szene zu setzen. Dimaggio-Classiker-Nachkomme Discovery, geritten von Heiner Schiergen, platzierte sich mit der Wertnote 8,7 an fünfter Stelle (Z.: Josef Böckmann, Garthe, B.: Heinz Bellen, Krefeld). Der Rheinländer Lord Carnaby v. Lord Loxley-Rocket Star, den Beatrice Buchwald vorstellte, erreichte Platz 7 (8,5). Er stammt aus der traditionsreichen Zucht von Peter Schweimanns in Meerbusch.

 

DKB-Bundeschampionate: Just Forever war besonders clever

Jaqueline Bührmann bei den sechsjährigen Springponys

Musste das Pony-Hochzuchtgebiet Weser-Ems bei den fünfjährigen Springponys den Dauerkonkurrenten aus Westfalen den Vortritt lassen, so gab es bei den Sechsjährigen Grund zu jubeln. Mit einer 8,4 im ersten und einer 8,6 im zweiten Umlauf gelang Just Forever WE (v. Just do it-Feuerdorn) unter seiner Reiterin Jaqueline Bührmann (Friesoythe) die beste Leistung.

Richter und Kommentator Peter Teeuwen (Hanstedt) lobte sicherlich auch zur Freude von Züchter und Besitzer Egbert Ostermann (Löningen) besonders den eindringlichen, aber kontrollierten Vorwärtsdrang sowie die Übersicht des Wallachs Just Forever am Sprung. Vize-Champion wurde die westfälische Stute Nightlady (v. Notre Beau-Nobel) aus der Zucht von Josef Einck (Velen). Mit Lea Bone (Velen) im Sattel musste Nightlady zwar im ersten Umlauf einen Abwurf hinnehmen, was die Note auf eine 8,0 senkte. In der zweiten Runde puntete das Paar jedoch mit einer 8,8, das war das höchste Ergebnis der gesamten Prüfung. Die Stute wusste durch ihr ungeheures Vermögen zu begeistern.

Platz drei sicherte sich mit Pott´s Pelle WE (v. FS Pour l´Amour-Vivaldi) wiederum Weser-Ems. Unter Carola Wegener (Lembruch) zeigte der Wallach aus der Zucht von Monika und Dr. Paul Pottebaum (Belm) mit den Wertnoten 8,5 und 8,2 ebenfalls zwei beeindruckende Runden.

Insgesamt äußerte sich Bundestrainer Peter Teeuwen sehr positiv über die Finalprüfungen der Springponys. Die Qualität der teilnehmenden Ponys, aber auch die reiterlichen Fähigkeiten der Jugendlichen hätten sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich verbessert, was in diesem Jahr zu einer Vielzahl sehr guter Vorstellungen geführt habe.

 

DKB-Bundeschampionate: Da Vinci HS und DSP De Long neue Pony-Dressurchampions

Warendorf (fn-press). Nicht so spektakulär, aber mit drei gleich guten Grundgangarten und bestens geritten präsentierte sich der neue Champion der sechsjährigen Dressurponys. DSP De Long, vorgestellt von Lea Luise Nehls, erhielt fünfmal die Note 8,5.

Der dunkelbraune Hengst aus der Zucht von Susanne Olnhoff, Nennhausen, und im Besitz von Anja Nehls, Berlin, vertrat die Farben der brandenburgischen Ponyzucht. In der Qualifikation hatte der HB Daylight-Brillant-Sohn noch Platz drei belegt. Im Finale schubst er dann den als Favoriten gehandelten Bundeschampion des Vorjahres, Mad Max WE, vom Thron. Der von Semmieke Rothenberger vorgestellte Dunkelfuchshengst aus einer Sandro Hit-Mutter brillierte besonders im Galopp, für den er die Wertnote 9,0 erhielt (Züchterin: Elisabeth van Hoorn, Leer). Die erst zwölfjährige Reiterin, die in diesem Jahr bereits Europameisterin der Ponydressurreiter wurde, überzeugte durch sehr korrekte Hufschlagfiguren und exakte Übergänge. Mit 8,5 verpasste das Paar jedoch die Goldmedaille ganz knapp.

Bronze (8,0) sicherte sich der auffällige Holsteiner Braunschecke Jacky Boy unter dem Sattel von Lisa Kleinbuntemeyer. Der Sohn v. Eiluns Jonas N-Sandro Paso wurde von Gerd Andresen in Handewitt gezogen und gehört Bianca Veiders in Luxemburg. Allein in der Durchlässigkeit verlor er etwas an Boden, hier gab es nur die 7,5.

Auch ehemalige Bundeschampions stellten sich der Konkurrenz. Allerdings saßen nicht die einstigen starken Reiterinnen im Sattel, sondern die unter 16-Jährigen, wie es in den Dressurpony-Konkurrenzen vorgeschrieben ist. FS Daddy Cool v. FS Don’t Worry-FS Cocky Dundee, in vergangenen Jahr mit Jana Freund siegreich, wurde nun von Sophie Dammeyer auf Platz 4 (7,8) geritten. Cyrill WE v. FS Champion de Luxe-Power Man, gewann als Dreijähriger mit Wibke Hartmann-Stommel das Championat. Nun belegte er mit Nadine Krause den sechsten Platz (7,7).

Mangelnde Durchlässigkeit kennzeichnete etliche der ein Jahr jüngeren Dressurponys. Besonders bei der Lektion Rückwärtsrichten zeigte sich Widersetzlichkeit. Für die Besten im Klassement der Fünfjährigen galt dieses freilich nicht. Der Zuchtverband Hannover stellte den Champion: Da Vinci HS, vorgestellt von Vivien Lou Petermeier, ließ zu Beginn des Championats allerdings keine Medaille erahnen. Der mit einem ungemein mächtigen Hals ausgestattete Fuchshengst von Double-Inn-Gregory startete mit einer 6,9 ins Turnier, wuchs dann im Kleinen Finale über sich selbst hinaus (8,3) und lief schließlich in der Championatsentscheidung der Konkurrenz davon, wiederum mit der Wertnote 8,3. Auch der drittplatzierte Wallach Der Clou musste den Umweg übers Kleine Finale nehmen. Nane Grunewald stellte den Palomino v. Golden Dancer-Dornik B vor (Z.: Gestüt Bönninger, Tönisvorst, B.: Dieter Grundwald, Bad Essen) vor – Wertnote 8,1. Zwischen diese beiden Ponys schob sich der Silbermedaillengewinner Kick Down mit Louisa Lieber im Sattel (8,2). Der Hannoveraner v. Kennedy-Display II aus der Zucht von Joachim Heinrich Völksen, Hannover, und im Besitz von Henrike Habermann, Uetze, gefiel besonders im Galopp und in der Durchlässigkeit.

Bianca Nowag aus Ostbevern sammelte Fleißkärtchen im Finale der fünfjährigen Dressurponys. Zwar verpasste sie die Medaillenränge, belegte aber mit drei westfälischen Ponys die Plätzen vier, fünf und sechs: Don Joan (8,0), WES Don Dolino (7,9) und Carlo Cassini (7,8) – das gab ein dickes Lob der Richter Elke Ebert, Kerstin Holthaus und Dr. Dieter Schüle

Ergebnisse: www.dkb-bundeschampionate.de