DKB-Bundeschampionate 2012: Positive Bilanz der Veranstalter

Warendorf (fn-press). Zufriedene Gesichter wohin man schaute: Zum Abschluss der DKB-Bundeschampionate zog Turnierleiter Carsten Rotermund ein positives Fazit. Mit seinem rund 400 Helfer starken, eingespieltem Team hatte er für Reiter und Pferde sowie Besucher wieder eine reibungslose Veranstaltung gezaubert. Und dann spielte auch der Wettergott mit, der nur einen Tag schwächelte.

Mit 37.000 Gästen waren die 19. DKB-Bundeschampionate fast genauso gut besucht wie 2011 (37.500). Das merkten auch die rund 200 Aussteller, die gute Geschäfte machten. Die Mehrheit hat schon für 2013 zugesagt, so Volker Wulff, der mit seiner Firma En Garde Marketing die Veranstaltung vermarktet.

Wenngleich alle zufrieden sind, wird weiter nach Optimierungspotenzialen gesucht. Soenke Lauterbach, Generalsekretär der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) und von 2001 bis 2003 selbst Turnierleiter, erinnerte in der Abschlusspressekonferenz an das Motto, das seit den ersten Bundeschampionaten in Warendorf gilt: „Jedes Jahr ein bisschen besser. Diesem Leitsatz sind wir weiter verpflichtet.“ Zwar hat sich die Veranstaltung neuen Anforderungen angepasst und sich mit den Zeiten gewandelt. Dennoch wollen die Verantwortlichen die Veranstaltung auf den Prüfstand stellen, um sie zu verbessern und für künftige Herausforderungen fit machen. Dazu findet Ende Oktober eine Klausurtagung statt, an der auch Vertreter aus den Reihen der Reiter, Züchter, Pferdebesitzer, Richter, Aussteller und Medien teilnehmen.

Dass Anregungen auf offene Ohren stoßen, bestätigte Eva Bitter, Springreiterin und langjährige Teilnehmerin. „Man spürt, dass man es hier mit Experten zu tun hat. Früher war die Burandtwiese tatsächlich eine Wiese, so dass der Springplatz nicht allen Springreitern die gleichen Bedingungen bot. Jetzt reiten wir seit ein paar Jahren auf Sand.“ Das erfuhr auch Argelith Stakkato, der Hannoveraner Hengst mit dem Bitter bei ihrer ersten Teilnahme 1998 spektakulär das Bundeschampionat des fünfjährigen Springpferdes gewann und der im Jahr drauf Vize bei den Sechsjährigen wurde. Der jetzt 19-jährige Hengst wurde bei den DKB-Bundeschampionaten 2012 aus dem Sport verabschiedet. Auf Sand.          Bo

Bundesministerium zeichnet Reitpferde- und -ponyzüchter aus

Warendorf (fn-press). Die erfolgreichsten Züchter von Nachwuchsreitpferden und -ponys wurden im Rahmen der DKB-Bundeschampionate 2012 wieder mit einem Sonderehrenpreis vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) ausgezeichnet. Staatssekretär Dr. Robert Kloos überreichte stellvertretend für Bundesministerin Ilse Aigner die Preisgelder, Gold- und Silbermedaillen an die Best- und Zweitplatzierten. Insgesamt wurden 2.500 Euro an die Preisträger verteilt.

In der Kategorie „Züchter des erfolgreichsten vierjährigen, gekörten und leistungsgeprüften Reitpferdehengstes“ wurde Elisabeth Albers (Löningen) für den hannoversch gezogenen Bundeschampion Franziskus 15 v. Fidertanz – Alabaster geehrt. Die Silbermedaille bekam Paul Wendeln (Garrel) für den Vize-Bundeschampion Sir Heinrich OLD v. Sir Donnerhall – Fürst Heinrich.

Der Preis in der Kategorie „Züchter der erfolgreichsten vierjährigen, in ein Zuchtbuch eingetragenen Reitpferdestute“ ging an Bernd Lampe aus Emstek, Züchter der Vize-Bundeschampionesse De la Beaute OLD v. Don Romantic – Depardieu. Den zweiten Preis erhielt Wolfgang Lohmann (Sandbostel) für die von ihm gezogene vierjährige Hannoveraner Stute Donna Felice v. Don Frederico – White Star.

Für den „besten dreijährigen, in ein Zuchtbuch eingetragenen Reitpferdehengst“ wurde Frank Dahlhoff (Lippetal) mit dem Ehrenpreis des BMELV ausgezeichnet, Züchter des in Westfalen gezogenen Vize-Bundeschampion Quotenkönig 2 v. Quaterback – Fürst Piccolo. Die Zuchtgemeinschaft Anton und Uwe Mengelaers (Geilenkirchen) wurde als Züchter des zweitbesten dreijährigen Hengstes, des rheinischen Stanford 9 v. Sir Donnerhall – Diamond Hit geehrt.

In der Kategorie „beste dreijährige, in ein Zuchtbuch eingetragene Reitpferdestute“ ging der Ehrenpreis an Hannelore Koch (Nümbrecht). Sie ist Züchterin der rheinisch gezogenen Vize-Bundeschampionesse Rivery Royal v. Rock Forever – Rohdiamant. Ebenfalls ausgezeichnet wurde der Züchter der Westfalen-Stute Rapunzel W v. Rock Forever – Laureus: Wolfgang Wießner aus Verl.

In der Kategorie „Züchter des besten vierjährigen, in ein Zuchtbuch eingetragenen Reitponyhengstes“ ehrte das BMELV Hubert Waning (Vreden), Züchter des westfälisch gezogenen Bundeschampions Dimension AT v. Donchester – Notre Beau. Die Silbermedaille erhielt Johann Hinnemann (Voerde) für den ebenfalls aus Westfalen stammenden Vize-Bundeschampion Golden Challenge H v. FS Golden Moonlight – FS Challenger.

Als Züchter des westfälisch gezogenen Bundeschampions Golden State 2 v. FS Golden Moonlight – Donchester wurde Dietmar Boom (Legden) in der Kategorie „bester dreijähriger Reitponyhengst“ ausgezeichnet. Die Silbermedaille des BMELV ging an Josef Volle aus Lüdinghausen, Züchter von Top Christobell v. Top Champy – Rosedale Tiberius.

Sabine Goldberg (Uetze) ist die Züchterin der „besten vierjährigen Reitponystute“: Vize-Bundeschampionesse Goldberg´s Donatella v. Go for Gold – Golden Dancer, die in das Zuchtbuch des Verbandes der Pony- und Kleinpferdezüchter Hannover eingetragen ist. Die zweite Ehrung in dieser Kategorie erhielt Angela Bottermann (Voerde) für den Erfolg ihrer westfälischen Stute Dorette B v. FS Don´t Worry – Amigo Valeur.

Als Züchterin der „besten dreijährigen Reitponystute“ zeichnete das BMELV Sylla Holtkamp-Endemann (Freiburg) für ihre in das Zuchtbuch des Pferdestammbuches Weser-Ems eingetragene Bieni Bo HE WE v. Hilkens Black Delight – Rocky Twist aus. Für die zweitbeste Reitponystute in dieser Altersklasse, Memory 121 v. FS Don´t Worry - Monsun N, erhielt die Zuchtgemeinschaft Bahrenfuss und Kless aus Klein Bennebeck einen Sonderehrenpreis.

Mit diesen Auszeichnungen bringt das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz seine Wertschätzung der deutschen Pferdezucht zum Ausdruck. Da es sich um einen Zuchtpreis handelt, werden nur die Züchter von zuchtfähigen Pferden – also Hengsten und Stuten – geehrt. Zum einen ist der Preis Anerkennung für die bei den DKB-Bundeschampionaten gezeigten züchterischen Leistungen, zum anderen dient er als Ansporn, den erfolgreichen Weg der deutschen Pferdezucht fortzusetzen.  Bo

Unser Stall soll besser werden 2012:

Leuchttürme der Pferdehaltungs ausgezeichnet

Warendorf (fn-press). „Wir wollen Leuchttürme setzen", so Dr. Karsten Zech, Fachtierarzt und Jury-Mitglied beim Wettbewerb „Unser Stall soll besser werden“, den die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) und die Fachzeitschrift Reiter Revue international zum 19. Mal auslobten. Dabei geht es um moderne Pferdehaltungen mit Luft, Licht, Bewegung und Sozialkontakt. 30 Stallbetreiber bewarben sich mit Neu- und Umbauten, acht Ställe kamen in die engere Auswahl und wurden besucht. Eine siebenköpfige Jury um FN-Vizepräsidentin Ruth Klimke (Münster) vom Bereich Persönliche Mitglieder begutachtete die Finalisten und wählte die besten drei Ställe aus, die bei den DKB-Bundeschampionaten geehrt wurden.

Die Siegerurkunde erhielt Gabriele De Vries für das Birkenhof Ostertal Reitsportcenter. In St. Wendel-Osterbrücken im Saarland liegt der sportgeprägte Pensionspferdestall mit großzügigen und hellen Paddockboxen. Alle Pferde kommen dort täglich auf die Weiden. „Vieles Vorhandene des ehemaligen Milchviehbetriebes wurde umgebaut zu einer optimalen Reit- und Pferdenutzung“, lobte Jurymitglied Dr. Hanno Dohn, selbst promovierter Landwirt. Alle drei prämierten Ställe erhielten einen 1.000-Euro-Scheck. Die Siegerin gewann eine große Heuraufe der Firma Großewinkelmann.

Der zweite Platz ging an Hof Nudow in Nuthetal bei Potsdam. „Ich möchte zeigen, dass auch Sportpferde artgerecht leben können“, so das Anliegen von Marita Schreiber. Sie baute einen alten Vierseitenhof zu einem luxuriösen Pferdestall um, mit Boxen, die teilweise bis 22 Quadratmeter groß sind. Besonders gelobt: das ausgeklügelte Gesundheitsmanagement und die wetterfesten Winterausläufe. Für Marita Schreibers Pferde gibt es Futter von der Firma Höveler im Wert von 1.000 Euro – inklusive Beratung.

Den dritten Platz nahm Dr. Tanja Romanazzi für das Gut Heinrichshof in Großröhrsdorf bei Dresden entgegen. Sie baute aus dem ehemaligen Dressurstall drei Aktivställe und zwei Laufställe nach dem Paddock-Trail-Prinzip. Dort sind die Lebensräume zum Ruhen, Fressen –Heuraufen, die immer zugänglich sind, aber mit engmaschigem Gitter gegen Gier – und Bewegen auf unterschiedlichen Bodenarten verteilt. Der dort lebende  Wallach Nugget wurde per GPS überwacht – 10,56 Kilometer legte er am Tag zurück. Die Jury war beeindruckt. Der Preis: Einstreupellets von German Horse Pellets im Wert von 500 Euro inklusive Beratung. Jurymitglied Gerlinde Hofmann, Leiterin der FN-Abteilung Pferdehaltung und Umwelt, lobte: „Hier gibt es eine engagierte Stallführung, die Vielfalt überzeugt, man findet das gesamte Spektrum der Reiterei.“            Janet Mlynarski