DKB - Bundechampionate Warendorf 2016: Holsteiner Lissino und Quin siegen bei den Springpferden

Cornada gewinnt Warendorfer Youngster Championat

Warendorf (fn-press). Lissino heißt der neue Bundeschampion der fünfjährigen Springpferde. Der Holsteiner Hengst von Limbus - Cassini I setzte sich gegen 37 weitere vierbeinige Finalteilnehmer durch. Bei den sechsjährigen Springpferden verließ der Holsteiner Hengst Quin von Verdi - Corrado I als Bundeschampion 2016 den Parcours. Das Warendorfer Youngster Championat gewann die westfälisch gezogene Stute Cornada.

„Eine Prüfung mit ganz, ganz hohem Niveau“, so fasste Kommentator Joachim Geilfus (Göttingen) das Finale der fünfjährigen Springpferde zusammen. Allein sechs Ritte wurden mit 9,0 oder besser benotet. 8,6 oder besser musste das Ergebnis im ersten Umlauf des mit zwei unterschiedlichen Umläufen ausgeschriebenen Springens sein, in dem die Gesamtnote aus beiden Umläufen entschied. 38 Paare waren angetreten, acht von ihnen kamen in den zweiten Umlauf.

Der Holsteiner Hengst Lissino von Limbus-Cassini brillierte mit einem nahezu perfekten ersten Umlauf. Immer im Gleichgewicht, immer aufmerksam an den Hilfen seines Reiters Patrick Stühlmeyer (Osnabrück) stehend, mit dem erwünschten Ehrgeiz zum Sprung galoppierend, begeisterte er Richter und Publikum: 9,2 die Note. „Besser geht es kaum“, kommentierte Joachim Geilfus den zweiten Umlauf des Holsteiner Hengstes, 9,5 bedeutet besser als sehr gut, 18,7 insgesamt den Sieg im Championat. Gezüchtet ist Lissino von Günter-Johannes Brockstedt (Langwedel), Besitzer ist Bernfried Erdmann (Wallenhorst).

DJ ist ebenfalls ein Holsteiner Hengst von Diarado - Loran; Mit 18,6 Punkten wurde knapp hinter Lissino Vize-Champion. Seine Reiterin Teike Carstensen (Sollwitt), die am Vortag 18 Jahre alt wurde, machte sich damit selbst ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk. Ihre Vorstellung des Hengstes im ersten Umlauf wurde mit 9,1 bewertet, wobei es den Richtern schwer fiel, den minimalen Unterschied zu Lissinos Leistung zu begründen. „Und das soll ich jetzt erklären“, seufzte Joachim Geilfus. Schwer, da noch Erklärungen zu finden, wenn alles sehr gut und besser ist. Vielleicht weil DJ einmal ganz leicht eine Stange berührt hat, war er eine Nuance weniger sicher als Lissino. Als eine „Vorführung vom Allerfeinsten“ lobten die Richter den zweiten Umlauf von DJ und Teike. Hierfür gab es die 9,5 für den von Gerd Carstensen (Hörup) gezüchteten Hengst der im Besitz der Hengststation Sollwitt ist.

Bronze erhielt Come and Fly, der Sieger der zweiten Qualifikationsprüfung der fünfjährigen Springpferde. Der als Oldenburger Springpferd (OS) eingetragene Schimmelhengst von Cornet Obolensky - Calido absolvierte den ersten Umlauf konzentriert und sehr aufmerksam, großzügig springend mit der erwünschten Bascule, das war den Richtern eine 9,3 wert. Mit Denise Svendsson (Neu Benthen) hatte Come and Fly eine Reiterin, die ihm alle Chancen gab, sich gut zu präsentieren. Die Bestätigung erfolgte im zweiten Umlauf, wobei hier eine leichte Unruhe in der Anlehnung den Gesamteindruck störte. 9,2 gab es für diese Vorstellung, die Gesamtnote betrug damit 18,5. Come and Fly wurde von Jens Pax (Bad Laer) gezüchtet, Heiko Schmidt (Neu Benthen) ist der Besitzer.

Überschattet wurde das Finale der fünfjährigen Springpferde durch einen Unfall. Der Sport trat erst mal für eine Stunde in den Hintergrund. Die niederländische Reiterin Judith van der Zande stürzte am zweiten Sprung, einer Tripplebarre, mit ihrer Stute Cocominka EST. Ein Arzt und der Sanitätsdienst waren sofort bei ihr. Während die Stute unverletzt blieb, musste die Reiterin mit dem Hubschrauber in eine Klinik gebracht werden.

Sechsjährige Springpferde

Vierzig Starter bewarben sich um den Titel des Bundeschampions der sechsjährigen Springpferde, sechzehn beendeten den Umlauf strafpunktfrei, neun davon auch im Stechparcours. Am schnellsten gelang das Quin von Verdi-Corrado. Mit seiner Reiterin Katrin Eckermann (Kranenburg) galoppierte er nach 37,11 Sekunden über die Ziellinie. Mit seiner dynamischen Galoppade bewältigte der Schimmelhengst die Wendungen am schnellsten, auch am Sprung verschenkte er keine Zeit. Katrin Eckermann hat schon häufig bewiesen, dass sie richtig schnell reiten kann, der Lohn für beider Bemühungen war die Schärpe des Bundeschampions 2016. Züchter des Holsteiners ist Laura Trinchero, Besitzer Eckermanns Lebensgefährte Christian Glanemann (Sassenberg). Diese Tatsache macht der Reiterin Hoffnung, den Hengst noch lange reiten und aufbauen zu können für größere Aufgaben.

Gewinner der Silbermedaille war Mac Uwe, ebenfalls Holsteiner, geritten von Kendra Claricia Brinkop (Warendorf). Hatte die Dritte der Deutschen Meisterschaften der Damen im vorigen Jahr den Hengst A la Carte NRW zum Warendorfer Youngster-Champion geritten, gelang ihr dieses Jahr mit dem Wallach Mac Uwe wiederum eine Platzierung in den Medaillenrängen. 38,01 Sekunden benötigte der Sohn des Cayado-Salient xx für den Stechparcours. Mac Uwe ist im Besitz von Susanne Brinkop (Neumünster), gezüchtet hat ihn Jan-Peter Goetze (Arkebek).

2015 war Cartaro Oldenburger Landeschampion in Rastede, 2016 ist sein größter Erfolg der Gewinn der Bronzemedaille beim Bundeschampionat. Der Schimmelhengst von Carinue - Chacco-Blue machte in den vier Parcours in Warendorf keinen einzigen Springfehler, worauf sein Reiter Philip Rüping (Mühlen) besonders stolz war. 38,54 Sekunden standen auf der Uhr nach dem Stechparcours. Züchter und Besitzer von Cartaro ist das Gestüts Lewitz.

Beinahe hätte Vater Otmar Eckermann (Kranenburg) seiner Tochter Katrin den Sieg noch streitig gemacht. Als letzter Starter im Stechen beendete er den Parcours in 36,95 Sekunden, also deutlich schneller als die Führende. Leider fielen bei seinem Cornwell zwei Stangen, der Sieg war dahin. Vielleicht waren bei Cornwell, der sich als Sieger des Kleinen Finales für das Finale qualifiziert hatte, doch die Kräfte am Ende.

Warendorfer Youngster Championat

Strahlender Sonnenschein, volle Ränge und toll springende siebenjährige Pferde, das vierte Warendorfer Youngster-Championat war ein voller Erfolg. Der „neue“ Parcoursbauer Peter Schumacher (Kruft), der viele Jahre als Assistent des im vorigen Jahr verabschiedeten Eckardt Hilker tätig war, zeichnete erstmals allein verantwortlich für die Parcours auf der „Burandtwiese“. Und er hatte das richtige Gespür für die Leistungen, die er den jungen Springpferden abfordern konnte. 37 Starter bewarben sich in einem Springen Klasse S** um den Titel des Warendorfer Youngster-Champions. Acht erreichten nach einem strafpunktfreien Umlauf das Stechen, elf Pferde hatten lediglich einen Abwurf. Die Springfehler verteilten sich auf den ganzen Kurs, eine richtige Fehlerquelle gab es nicht. Peter Schumacher hatte die Protagonisten in den vorangegangenen Tagen gut beobachtet und die technischen Anforderungen altersentsprechend, die Höhe der Hindernisse leistungsentsprechend im Parcours umgesetzt.

Die Beste unter den Guten war am Ende des Tages Cornada, eine Tochter des westfälischen Landbeschälers Cornado aus einer Mutter von Lados. Cornadas Züchter ist Eckart Höll (Iserlohn), Besitzer Andre Höll (Iserlohn). Nach A la Carte 2015 konnte wieder ein westfälisches Pferd den begehrten Titel erringen. Die Schimmelstute hat alles, was ein gutes Springpferd ausmacht. Sie ist schnell, hoch konzentriert auf ihre Aufgabe und sehr vorsichtig. Ihr Reiter Stefan Engbers stellte die Stute meisterhaft vor. In 39,88 Sekunden gewannen die beiden souverän das Youngster-Championat. Man kann sich durchaus vorstellen, dass Cornada ihrem berühmten Vater nacheifert. Ganz überraschend kam der Sieg nicht, schon in den beiden Qualifikationsprüfungen war sie strafpunktfrei geblieben und an achter und siebter Stelle platziert. In allen vier absolvierten Parcours hat Cornada nicht einen einzigen Springfehler gemacht, Chapeau!

Zweiter wurde der Mecklenburger Hengst Chaccon Blue (von Chacco-Blue - Cartoon). Bei 42,78 Sekunden blieb die Uhr stehen, damit hatte Chacoon Blue`s Reiter Florian Meyer zu Hartum (Herford) als zweiter Starter im Stechen schon mal eine Marke gesetzt. Die ersten drei Hindernisse ging Meyer zu Hartum noch recht ruhig an, dann drückte er auf das Tempo. Und der Schimmelhengst (Züchter und Besitzer Gestüt Lewitz) folgte dem sofort und bewies, dass er auch aus höherem Tempo fehlerfrei springen kann.

An dritter Stelle stand Summersby, die Siegerin der ersten Qualifikation. Beinahe hätte die Stalypso-Landadel-Tochter es gar nicht ins Stechen geschafft, im Umlauf gab es heftige Steuerungsprobleme in einer Rechtswendung. Mit großer Entschlossenheit regelte ihr Reiter Patrik Majher (Aying) den Störfall, Summersby schaffte es mit bewundernswerter Akrobatik den folgenden Sprung fehlerfrei zu überwinden, der Einzug ins Stechen war gesichert. Dort ging dann alles glatt bei der Hannoveranerin. 43,71 Sekunden reichten für Platz drei. Eberhard Wotte (Rhede) als Züchter und die Gebrüder Schäfer (Schemmerhofen) als Besitzer können sich über Summersbys Erfolg freuen.

Als Favoritin war La Vista angetreten, die hannoversche Stute von Lordanus - For Pleasure mit Sandra Auffarth (Ganderkesee), frischgebackene Vize-Mannschafts-Olympiasiegerin in der Vielseitigkeit. Die beiden waren Fünfte in der ersten Qualifikation, die zweite Qualifikation hatten sie gewonnen, Grund genug für Optimismus. Extra zu ihrem Start war ein großer Fanclub aus dem Vielseitigkeitslager inklusive Bundestrainer Hans Melzer auf den Springplatz gekommen. Leider half auch deren Daumendrücken nicht, La Vista leistete sich an Hindernis vier einen Flüchtigkeitsfehler, aus der Traum vom Sieg.