Deutschland bleibt 2013 in Division I der Nationenpreise

 

FEI-Springausschuss hat zum „Fall St. Gallen“ entschieden:

Warendorf (fn-press). Die deutschen Springreiter können in diesem Jahr weiterhin in der Division I an Nationenpreisen teilnehmen. Diese Entscheidung seines Springausschusses veröffentlichte heute der Weltverband FEI. Nach dem Startverzicht der Mannschaft beim verregneten Furusiyya FEI Nations Cup in St. Gallen, wo aufgrund der schlechten Bodenverhältnisse ein hohes Verletzungsrisiko der Pferde bestand, hätte laut Reglement der Ausschluss aus Division I gedroht.

Bundestrainer Otto Becker hatte vor zwei Wochen gemeinsam mit den Reitern und Pferdebesitzern entschieden, auf den Nationenpreis zu verzichten. „Wir haben bewusst in Kauf genommen, dass diese Haltung negative Konsequenzen haben könnte, aber das Wohl unserer Pferde hat für uns oberste Priorität.“ Das erst zu Jahresbeginn 2013 in Kraft getretene neue Reglement der Nationenpreis-Serie sieht vor, dass ein für die Prüfung genanntes Team bei Nicht-Starterfüllung seine bereits gesammelten Punkte verliert bzw. während der Saison keine neuen Punkte mehr sammeln kann. Als Ausnahme von dieser Regel gilt nur höhere Gewalt. Dies hätte für die deutschen Reiter bedeutet, dass sie mit Sicherheit nicht am Finale der Serie, das Ende September in Barcelona ausgetragen wird, teilnehmen können.

Das FEI Jumping Commitee hat nun akzeptiert, dass der Startverzicht der deutschen Reiter als „höhere Gewalt“ eingestuft werden muss, weil die Pferdebesitzer den Einsatz der Pferde bei derart schlechten Bodenverhältnissen nicht gestattet hatten. Daraus folgert die FEI: Die Deutschen sind für die drei kommenden Nationenpreise in Rotterdam, Aachen und Hickstead, die für das Finale gewertet werden, zugelassen. Ob die dort erzielten Punkte allerdings ausreichen, um sich für Barcelona zu qualifizieren, bleibt abzuwarten. Eine Wild Card, wie die FN sie beantragt hatte, ist jedenfalls laut Reglement nicht vorgesehen, teilt die FEI mit. In Spanien nehmen insgesamt 18 Nationen teil, sechs aus der Division I (Mittel-, Süd- und Nordeuropa), drei aus Division II (weitgehend Osteuropa und kleinere europäische Nationen) sowie neun aus den übrigen Divisionen (Nord- und Südamerika, Asien, Australien, Afrika).

FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach erläuterte: „Wir haben mit allem Nachdruck der FEI gegenüber deutlich gemacht, dass unsere Pferdebesitzer aus Verantwortung für die Pferde gegen den Einsatz in St. Gallen gestimmt haben. Eine solche Entscheidung steht im Einklang mit unseren Ethischen Grundsätzen und mit dem Code of Conduct for the Wellfare of the Horse der FEI. Dafür dürfen wir nicht bestraft werden. Jetzt sind wir zunächst erleichtert, dass der Weltverband den deutschen Springreitern auch weiterhin die Möglichkeit gibt, in der Division I Punkte zu sammeln.“ Lauterbach fügt hinzu: „Letztlich hat sowohl die St. Gallener Turnierabsage nach dem Nationenpreis als auch der Beschluss des FEI-Springausschusses unsere Entscheidung, nicht zu starten, voll und ganz bestätigt.“