Deutsches Derby Mariendorf 2013: Countdown der Stuten am Eröffnungstag

Mustang´s Sally unter 32 Anwärterinnen die klare Nummer eins / Großartig besetztes Monté um fürstliche 20.000 Euro

Der zum vierten Mal praktizierte Modus, das Derby nicht mehr an einem Tag zu entschieden, sorgt dafür, dass die Rennwoche ohne Vorgeplänkel mit dem „German Tote Deutsches Stutenderby“ (142.958 Euro) beginnt. Doch bevor es in den vier Vorläufen hinter das Startauto geht, wird um 13:00 Uhr traditionell in einer feierlichen Zeremonie das „Blaue Band“ zerschnitten und die Derbywoche 2013 eröffnet. Für das Arthur Knauer-Rennen haben 32 Stuten genannt und mit Zenyatta, Red Ridding Hood, Mustang´s Sally und Fräulein Wunder wurden die bisher erfolgreichsten gesetzt. Auch wenn sich diese vier Pferde-Damen dieses Privileg verdient haben, ein Freifahrtschein in Richtung Finale ist es nicht zumindest für drei von ihnen längst nicht. Der muss in den mit 10.000 Euro dotierten Vorläufen noch erkämpft werden.

Einzig die vom Niederländer Paul Hagoort trainierte und von Robin Bakker gefahrene Mustang´s Sally dürfte diesem Auftakt gelassen entgegen sehen. Zu stark waren ihre bisherigen Auftritte, ja fast peinlich überlegen deklassierte sie bei der Generalprobe im Buddenbrock-Rennen ihre Konkurrentinnen. Da müsste schon ein Unglück passieren, wenn es im Feld der 32 Mitbewerberinnen eine Stute geben sollte, die der Holländerin den Griff zur Krone, geschweige denn im 3. Vorlauf / 12. Rennen den Weg ins Finale verstellen kann. Bei dem zu erwartenden hohem Tempo dürfen sich dennoch zwei weitere Kontrahentinnen Hoffnungen auf ein Finalticket machen, denn eine der zeitschnellsten Dritten könnte aus die Lauf kommen. Honeybee (Victor Gentz), die in dieser Saison nur auf Rang eins oder zwei einkam und gerade erst Charlotte W. (Rob de Vlieger), die einen feinen Formenspiegel aufweisen kann, nach hartem Kampf mit einem kurzen Kopf das Nachsehen gegeben haben beste Chancen. Auch Donna Kievitshof (Maik Esper) hat einiges für sich anzubieten, raufte sich bisher stets mit Startern des großen Derbys herum und sah dabei nie schlecht aus. Fairness war bisher stets auf gehobenem Parkett unterwegs, bei denen es allerdings immer nur zu kleinen Prämien reichte. Sie muss ganz sicher noch eine Schippe drauflegen, während es Cadence, Dublin Boko und Medusa hier wohl zu schwer antreffen.

Wesentlich offener geht es im 1. Vorlauf / 2. Rennen los. Zenyatta (Cees Kamminga) hat sich ihr Privileg der Gesetzten mit Rang drei im Buddenbrock-Rennen erobert, kam erst spät auf Touren, aber sehr weit hinter der Siegerin ins Ziel. Abasi (Gerhard Mayr) kann vier Siegen abseits der großen Route aufwarten, musste die bisher einzige Niederlage bei ihrer Berliner Generalprobe hinnehmen. Inari hat sich mit Rang drei bei den Breeders Crown der Zweijährigen in die Winterruhe verabschiedet und damit auch gleichzeitig für höhere Aufgaben empfohlen. Im Adbell Toddington Trial 2 ging der Test auf der Derbypiste daneben. Somit hat die Jauß-Stute nur einen ordentlichen Probelauf im aktuellen Angebot. Joyful Angel (Peter Strooper) sprang sich sofort nach dem Ab ins Aus, doch ihr Trainer und Fahrer hat gerade an Derbytagen oftmals zu überraschen gewusst und deshalb darf die Stute kaum voreilig abgeschrieben werden. Für Grande Dame, Guantanamera, Obsession Diamant und Issi wird es eher um ein Platz in kleinen Finale gehen.

Für den 2. Vorlauf / 10. Rennen hat sich Stall Adamas’ Red Riding Hood (Conrad Lugauer) mit ihrem überlegenen Erfolg in der Zweijährigen Breeders Crown als Gesetzte empfohlen. Gegen die harte schwedische Konkurrenz markierte sie mit 1:14,3 die schnellste Kilometerzeit aller Teilnehmerinnen, doch sprang bisher noch nicht viel Zählbares heraus. Mit einem sehenswerten Formenspiegel greift Annabelle As (Roland Hülskath) nun nach den Sternen, hatte dabei bisher kaum Laufkundschaft gegen sich und gehört hier ganz sicher in alle Berechnungen. Onmyknees Diamant (Rob de Vlieger) verkaufte sich im Buddenbrock Trial 2 in Gelsenkirchen als Dritte recht ansprechend, obwohl sie zehn Längen hinter der großen Favoritin einkam, dabei aber mit Zenyatta und Dear Butcher zwei der jetzigen Mitfavoritinnen auf ein Finalticket hinter sich ließ. Icy Girl und Ashlee Nasad gehen als ungeschlagene Pferde in diese schwere Aufgabe, müssen nun nachweisen, dass sie auch die zu erwartende schnellere Pace unbeschadet mitgehen können. Sorbonne, Lady Ellen und Roesie werden hier trotz einiger Ansätze einen sehr schweren Stand haben.

Der 4. Vorlauf / 4. Rennen sollte auf ein Duell zwischen Fräulein Wunder (Roland Hülskath), die sich mit Rang zwei im Gelsenkirchener Adbell Toddington-Rennen den Status der Gesetzten verdient und Dear Butcher (Heinz Wewering) hinauslaufen, die ihre beste Saisonleistung als Zweite des Buddenbrocks ablieferte. Zwei mehr als brauchbare Formspitzen zeigte Delisa di Quattro (Patrick de Haan), die zwar einen negativen Karriereeinstand hatte, beim zweiten Versuch klar voraus war und in Gelsenkirchen als Favoritin zwar bezwungen wurde, aber kaum alle Karten aufdeckte. Ein Fragezeichen könnte hinter Evalina Ray (Thorsten Tietz) stehen, die den Einstand schon an der Startmarke verpatzte. Doch wenn der Vorjahressieger sie trotz allem im Derby antreten lässt, dann darf man sich getrost auf Besseres einstellen. Avelon und Bella Lady sind in ihrer kurzen Laufbahn selten ohne Hafergeld in den Stall zurückgekehrt, können als Trumpfkarte ihre Trabsicherheit ins Spiel bringen, während Olympia Diamant jetzt zweimal in Folge die erforderliche Trabsicherheit fehlte. Baraija BR kommt ohne ein Rennen im Bauch an den Ablauf, hat eine flotte Qualifikation absolviert und sollte mit dem designierten Goldhelm nicht übersehen werden.

Gewissermaßen als Leckerbisse rundet ein mit 20.000 Euro dotiertes Monté / 7. Rennen mit hochkarätiger internationaler Besetzung den Tag ab. Ein dreifaches Aufgebot wirft Henk Grift ins höchstdotierte Trabreiten, das Deutschland je gesehen hat. Global Limousin und Quel Hermès kennen sich nicht nur aus dem Training, sondern auch vom 18. Juli in Gelsenkirchen, wo der Schwede dem etwas in die Jahre gekommenen französischen Schwergewicht, das im Monté überaus erfahren ist, leicht mit drei Längen das Nachsehen gab. Dessen damaliger Reiter Quentin Seguin nimmt sich heute des Weltrekordlers in diesem Metier an: Schneller als Prince de Monfort ist noch nie ein Satteltraber um die Bahn geflogen. Der Zehnjährige hat vier Jahre lang die lukrativen Montés im Rahmen der Großprüfungen Oslo Grand Prix, Finlandia Ajo, Elitloppet zum Teil mehrmals abgeräumt. Der bayerische Seriensieger Alquin Elegance gibt hier seinen Einstand in diesem Metier und hat dafür die deutsche „Mademoiselle Monté“, Marisa Bock abbekommen, die schon häufig Debütanten außerordentliche Leistungen entlockt hat.

Unsere Tipps:

1. Poison Spin – Mr. Crown – Jamaha

2. Zenyatta – Inari – Abasi                                                        

3. Pretty Ripped – Famous Faberge – Il Lamborghini – Elton                                                          

4. Fräulein Wunder – Dear Butcher – Delisa di Quattro        

5. Boy Jaden H – Moonwalker – Great Gold Py

6. Disney As – Ronny Brandt – Roadtrip Diamant

7. Prince de Montfort – Organdi d’Or – Global Limousine

8. Butterfly Boko – Arlanza – Imperia                                                          

9. Pikus G – Major Eck – Zizou AM

10. Red Riding Hood – Annabelle As – Onmyknees Diamant      

11. Abaton – Bavaria Blue – Volydor

12. Mustang’s Sally – Honeybee – Fairness                              

13. Shark Attack – Pershing Shadow – Höwings Pothos Z

14. Uforio de Clarbec – Best of Lane – Lay on me Diamant