Deutsche Vielseitigkeitsreiter gewinnen Nationenpreisserie in Boekelo

 

Im CCIO3* Boekelo Platz acht für deutsches Team

Boekelo/NED (fn-press). Die deutschen Vielseitigkeitsreiter haben den FEI Nations Cup Eventing 2014 vor Großbritannien und Frankreich gewonnen. Ihren Vorjahreserfolg beim CCIO3* Boekelo konnten die Deutschen allerdings nicht verteidigen. Als Sieger der letzten von insgesamt neun Stationen gingen die Neuseeländer hervor, in der Einzelwertung setzte sich Thomas Carlile (Frankreich, Foto) mit Sirocco du Gers durch. Als bester Deutscher belegte Andreas Dibowski (Döhle) mit Hans Dampf den achten Platz.

Mit fünf Siegen und einem zweiten Platz in der Nationenpreisserie gingen die Deutschen in Boekelo mit zehn Punkten Vorsprung vor den Briten an den Start. Die waren, wie sich herausstellte, auch hilfreich, denn bereits nach der Dressur war die deutsche Mannschaft nur noch zu dritt am Start. Schlussreiterin Sandra Auffarth (Ganderkesee) hatte nach einem Superstart auf dem Viereck („Das Einreiten, Halten und wieder Anreiten war für eine '9'", so Bundestrainer Hans Melzer) vorzeitig aufgegeben. Ihr Schimmel The Blue Frontier hatte sich derart vor seinem eigenen Bild auf der Videoleinwand erschrocken, dass an eine erfolgreiche Beendigung der Aufgabe nicht mehr zu denken war.

Auch im Gelände lief nicht alles nach Plan. Peter Thomsen (Lindewitt) musste mit Unessa als erster Teamreiter gleich an Hindernis sieben einen Vorbeiläufer hinnehmen, Zeitfehler kamen hinzu. Im Springen blieb der zweimalige Mannschaftsolympiasieger zwar gewohnt fehlerfrei, kam allerdings nicht über Platz 89,7 Minuspunkte (Platz 47) hinaus.

Vorbeigelaufen oder nur die Flagge umgeworfen – das war die Frage nach Andreas Dibowskis Geländeritt. Am Ende wurde zugunsten des Döhleners und seines Oldenburgers Heraldik xx-Sohnes Hans Dampf entschieden. Damit blieb es bei vier Strafpunkten für Zeitüberschreitung, zu denen im Springen vier weitere hinzukamen. Mit 57,3 Minuspunkten erzielte „Dibo“ das beste Ergebnis für das Team und sicherte sich selbst Platz acht.

Nach dem Ausfall von Sandra Auffarth war Andreas Ostholt (Warendorf) mit Pennsylvania mit dem besten deutschen Dressurergebnis ins Gelände gestartet und hatte lediglich ein paar Zeitfehler kassiert. Am Sonntagmorgen zog er sein Pferd allerdings vor dem Springen zurück. Für die deutsche Mannschaft bedeutete dies einen Endstand von 1.147 Minuspunkten und Platz acht im Nationenpreis. Dafür gab es drei Punkte in der Nationenpreisserie, so dass bei einem Endstand von 67 Punkten der Gesamtsieg vor Großbritannien (63) und Frankreich (55) nicht gefährdet war.

Den neuseeländischen Sieg in Boekelo machte Lucy Jackson mit Willi Do perfekt und sicherte sich dank einer Nullrunde im Springen selbst Platz zwei in der Einzelwertung. Drei Teams waren mit weniger als einem Strafpunkt voneinander getrennt ins Springen gestartet: Neuseeland, Großbritannien und Australien. Während die Briten knapp hinter Neuseeland Zweite wurden, mussten sich die Australier mit Platz vier begnügen. Ihr bestes Paar, Paul Tapner und Indian Mill, kassierte sechs Abwürfe im Parcours, fiel damit vom zweiten auf den 31. Platz zurück und sorgte für Punktegleichstand des Teams mit der gastgebenden Mannschaft. In diesem Fall werden die Platzziffern der besten drei Paare gewertet, was den Niederländern wie schon bei den Weltmeisterschaften in Frankreich Platz drei eintrug.

Insgesamt waren elf deutsche Paare in Boekelo am Start. Das zweitbeste Ergebnis erzielte Dirk Schrade (Sprockhövel) mit Boleybawn Prince mit 68,9 Minuspunkten. Damit belegte er Rang 27, einen Platz vor dem jüngsten deutschen Teilnehmer, Niklas Bschorer (19, Dinkelsbühl) mit Win and Love (69,1), der vor allem durch eine der schnellsten Runden durch die Geländestrecke überzeugte. „Mit dieser Leistung hat er in diesem Jahr sein drittes drei Pferde für Vier-Sterne-Turniere qualifiziert“, lobte Bundestrainer Hans Melzer den noch nicht ganz 20-jährigen Reiter, der längere Zeit bei seinem Trainerkollegen Chris Bartle in England trainierte und nun wieder in Deutschland lebt.

Foto von eventingphoto.com/FEI: Thomas Carlile (FRA) and Sirocco du Gers