Deutsche Meisterschaft Vielseitigkeit Luhmühlen 2015: Andreas Ostholt mit Titel

Ingrid Klimke verpasst nur knapp den Hattrick

Luhmühlen (fn-press). Andreas Ostholt ist neuer Deutscher Meister der Vielseitigkeitsreiter. Bei der internationalen Vielseitigkeit in Luhmühlen sicherte sich der Hauptfeldwebel aus Warendorf nicht nur den Sieg in der Meßmer-Trophy (CIC3*), sondern auch seinen zweiten Meistertitel nach 2011.

Viel hätte nicht gefehlt und die frisch gebackene Vier-Sterne-Siegerin Ingrid Klimke hätte auch ihre fünfte Deutschen Meisterschärpe gewonnen. Nach Dressur und Gelände rangierte sie mit Horseware Hale Bob, einst als Hobby- und Jagdpferd für Ehemann Andreas Busacker erworben, noch auf Platz vier des CIC3*. Beflügelt durch ihren vorangegangenen Sieg im CCI4* blieb die Reitmeisterin aus Münster erneut im Springen fehlerfrei und beendete die Prüfung mit 43,6 Minuspunkten. Das Nachsehen hatten bis dato vor ihr liegenden Jonelle Price und Pia Münker. Die Neuseeländerin patzte mit Cloud Dancer bereits am dritten Sprung und musste außerdem zwei Zeitfehler in Kauf nehmen: Statt eines zweiten Platz wie im CCI4* landete sie auf Platz fünf (49,2). Pech hatte auch Pia Münker. Die 22-jährige Warendorfer Sportsoldatin hatte nach Dressur geführt und beim Geländeritt nur wenige Zeitstrafpunkte kassiert, musste dann allerdings mit Louis M nach einem guten Beginn drei Abwürfe im Springen hinnehmen. Damit beendete die zweimalige Deutsche Meisterin der Jungen Reiter ihre DM-Premiere bei den „Senioren“ mit 51,2 Minuspunkten auf Platz vier der Meisterschaftswertung.

Nach dem Pech der beiden stand Klimkes Titel nur noch einer im Weg: Andreas Ostholt ging nach einer guten Dressur und einer schnellen Geländerundes als Führender und Letzter ins Springen. Tatsächlich blieben auch bei ihm die Stangen liegen – bis auf den letzten Sprung. Die Fans jubelten jedoch schon vorher. Sie wussten genau, dass Ostholt trotz des Abwurfs der Sieg nicht zu nehmen war. Zwar ließ ein Zeitfehler den Vorsprung zusätzlich schmelzen, doch am Ende blieben ihm 0,6 Punkte auf Klimke. Zu den ersten Gratulanten zählte übrigens einer, der zuletzt als Aktiver vor über 40 Jahren in Luhmühlen war: Springreiterlegende Hans Günter Winkler, auf dessen Reitanlage Andreas Ostholt zuhause ist und trainiert.

Platz drei und damit Bronze in der Meisterschaftswertung ging an den zweimaligen Mannschafts-Olympiasieger Peter Thomsen (Lindewitt) mit Horseware’s Barny. Er beendete die Prüfung mit 48,2 Minuspunkten. „Wenn man Meister werden will, muss man in allen drei Teilprüfungen Bestleistungen bringen“, sagte er. Bei ihm habe es vor allem in der Dressur noch etwas gehapert. „Aber im nächstes Jahr bin ich ja wieder dabei“, sagte der 54-Jährige und fügte augenzwinkernd hinzu: „Wenn die Sechs davor steht, höre ich auf.“ Seine erste Meisterschaft liegt dann über 30 Jahre zurück. „Das war 1987 in Siekkrug“, erinnerte sich Thomsen. Ein Sieg war ihm seither nicht vergönnt, allerdings drei Mal Bronze – die aktuelle von Luhmühlen mit eingeschlossen.