Derby-Woche in Berlin-Mariendorf: Stellt Langeweg wieder den Shootingstar?

 

Capriatitranss R soll Beamon Boko auf den Shootingstar-Thron folgen / Offene Ausgänge im Vierjährigen Marathon Trial II und im Master Rennen 6

Die dreitägige Verschnaufpause ist vorbei und ab jetzt geht es in der Rennwoche 2013 an vier Tagen Schlag auf Schlag weiter. Im Mittelpunkt des 3. Renntages stehen zwei Vorläufe und das Finale des Shootingstar-Cups, das Master-Rennen 6 und der Trial II der Vierjährigen über die Marathondistanz von 2.500 Meter.

Klein aber fein kommt der Trial II (4. Rennen) über die lange Distanz daher. Für den Sieg bietet sich King of the World (Michael Nimczyk) an Der Fuchs, der über Winter in Berlin in einigen PMU-Rennen Kostproben seines überdurchschnittlichen Könnens gegeben hat, scheint die anfänglichen Marotten abgelegt zu haben. Seit Monaten kennt er keinen falschen Schritt, siegte in Gelsenkirchen über den langen Kanten in toller Zeit und durfte in Trial I nur wegen der zu hohen Gewinnsumme nicht ran. Wie gut er drauf ist, bekamen die Zuschauer zu sehen, als er dort einen Probelauf im Alleingang in 1:16,5 absolvierte. Rechtzeitig auf hohem Niveau zurück meldete sich auch Irrwisch (Heinz Wewering), der 2012 eine BC-Entlastung gewonnen hatte. In Hamburg blieb er leicht mit 1½ Längen voraus - die Manier führt ihn hier in den Kreis der heißesten Anwärter. Brandgefährlich ist Contucky Newport (Jesse ter Borgh), der seine Generalprobe übers Hamburg-Horner Gras in überlegener Haltung absolvierte; waren die Gegner dort vielleicht nicht so hochkarätig, so sollten die guten Kritiken aus dem Westen für alle Starter Warnung genug sein. Der noch sieglose Cuby Baldwin (Hendrik Hamming) stellte sich auf dem Gelsenkirchener Rechtskurs mit Platz zwei erstmals in Deutschland vor, dabei war er bis in den Einlauf Schlusslicht und kam erst auf den letzten 300 Metern glänzend auf Touren, wobei ihm zum Sieger nur eine halbe Länge fehlte.

Mit dem 1. Vorlauf zum Shootingstar-Cup (5. Rennen) geht auch der Start der V5 Wette mit einer Garantieauszahlung von 10.000.- Euro einher. Der Dinslaken-Spezialist Lotus Star (Tim Schwarma) hat auch in Gelsenkirchen schon Meriten eingefahren: Ein Sieg, zwei Ehrenplätze bei drei 2013er Versuchen zeigen, dass er auch rechtsherum prächtig drauf ist; die „8“ sollte ihm nicht allzu sehr zu schaffen machen. Sein großer Gegenspieler sollte Andersson Mo (Michael Nimczyk) sein, der seit der Pause wie ausgewechselt läuft, sich beim letzten Sieg einen neuen Rekord holte. Prächtig mischt Emma Peel (Ines Kubatzki) mit und hat so manchen Gegner mit ihrem Endspurt aus den Angeln gehoben; hier trifft sie es schwer wie nie an, da sollte das Erreichen des Finales erstes Ziel sein. Schließlich ist auch Bonaparte (Stefan Schoonhoven) kein Schlechter, der aber aus einer langen Pause kommt und in der Wiederquali nichts verraten hat.

Im 2. Vorlauf / 6. Rennen) hat der den Titel verteidigende Stall mit der deutschen Neuerscheinung Capriatitranss R (Hugo Langeweg) offenbar ein ähnliches Geschoss wie im Vorjahr zur Hand, als Beamon Boko im Finale in der famosen Zeit von 1:13,7 der Konkurrenz nicht den Hauch einer Chance ließ. 10 Starts, 7 Siege, 3 Ehrenplätze sind eine beeindruckende Bilanz für Capriatitranss R. Der Gegner könnte aus dem gleichen Land kommen: Cesc Boko (Rob de Vlieger) war beim Ehrenplatz in Duindigt nur knapp bezwungen; sein Stall hält auf den erst fünf Mal gestarteten Flirtin-Man-Sohn offenbar so große Stücke, dass er ihn für nicht unerhebliche 1.250 Euro nachgenannt hat. Da wird man ihn nicht nur mitgenommen haben, um ihm die Berliner Bahn zu zeigen. Cry me a river (Tim Schwarma) ist ein grundsolider Busche, der eher selten nach Sieg schreit, obwohl er schon drei Rennen in der kalten Jahreszeit gewonnen hat. Er tummelt sich ständig in Prämienrängen herum - das Finale ist fast Pflicht. Crazy Lover (Robbin Bot) ist sogar noch besser aufgestellt, schaffte jüngst den dritten Sieg überlegen und darf demzufolge mit breiter Brust nach Berlin fahren.

Bevor die zehn Finalisten Shootingstars sich im 12. Rennen um die 10.000 Euro streiten, begeben sich 11 Spitzentraber für das gleiche Honorar im Master Rennen 6 (7 Rennen) aus drei Bändern unter Order des Hauptstarters. Von der Grundmarke tritt Britt Newport (Jesse ter Borgh mit besten Chancen an, ist in dieser Rennserie eine alte Bekannte, denn sie hat sich in Mariendorf zweimal prächtig verkauft. Die ungemein kampfstarke Herana (Maik Esper) war im turbulenten Schlussviertel des Master V, als Dritte riesig drauf. während Cosmic Love (Gerhard Biendl) durch den im Schlussbogen voll ausgebremst wurde. Best Well (Robbin Bot) gewann spektakulär aus dem Windschatten mit krachendem Spurt. Vielleicht gilt für sie das alte Sprichwort: Frische Form schlägt Klasse! Klasse verkörpert Anky Kievitshof (Rob de Vlieger), die sich schon mit ganz anderer Sorte gemessen, aber nicht wieder einen so aufwendigen Verlauf bekommen darf wie im Master 5. Aus der Deckung will auch El Conchita (Thomas Panschow), wie Mitte Juni im Master 4, zuschlagen. Mit dieser Leistung ist die „Ziegenfreundin“ erste Wahl. Aus Europas Norden kommt Racerstina (Daniel Wagner), die in Schweden einst als Spezialistin für lange Wege galt; in diesem Jahr keinen ihrer 16 Auftritte gewinnen konnte. Allein auf weiter 2040m-Flur dreht Going As (Josef Franzl) ein, was ihm Platz zum Schwungholen beschert. Im II. Geburtstags-Rennen verkaufte sich der Fuchs zweimal prächtig, gewann das Finale von der Grundmarke leicht. Heute ist er der Jäger, und 40 Meter sind auf der Mitteldistanz eine Menge Holz.

Unsere Tipps:

1. Halliwell – Radamante – Abetka TF

2. Handicap-Pokal de luxe; 1. Halbfinale

   3. Zemmi Jay – Zvetlena Fortuna – Andersik Well – VanHalen

4. King of the World – Contucky Newport – Cuby Baldwin

5. Lotus Star – Andersson Mo – Bonaparte

6. Capriatitranss R – Crazy Lover – Cesc Boko

7. Cosmic Love – Best Well – Going As

8. Oncoming Diamant – Bullseye – Offenbach Bigi

9. Velten Fairytale – Daisy Charisma – Lady Oscar

10. Like a Porsche – Not to Bi – Britany

11. Handicap-Pokal de luxe; 2. Halbfinale

12. Finale zum Shootingstar-Cup

13. Wolvega Mo – Rapido – Konaro