Derby-Woche in Berlin-Mariendorf: Die Traber-Damen und der Nachwuchs haben das Wort

 

Freitag, 1. August 2014 (BTV-Expertentalk ab 16.30 Uhr / Start des 1. Rennens um 17.20 Uhr)

4. Tag der Derby-Woche

 (Text: Dr. Manfred Wegener)  Am 4. Tag der Derbywoche haben traditionsgemäß die Traber-Damen den Vortritt, was das Naschen an den großen Prämientöpfen betrifft. Mit dem in Vorläufen und Finale an diesem Tag entschiedenen Bruno-Cassirer-Rennen gedenkt Mariendorf seines Retters der ersten Stunde und langjährigen Vereinsvorsitzenden, der 1913 die noch nicht einmal ein Jahr alte Bahn mit großem persönlichem Engagement vor dem Ruin  bewahrt hat.

Großer Einsatz ist auch bei den 20 Stuten gefragt, wollen sie sich einen Happen aus dem mit 20.000 Euro wohlgefüllten Finaltopf angeln. In Vorlauf 1 (3. Rennen) könnte es zu einer Auseinandersetzung zwischen Blits Buitenzorg und Freccia Rossa kommen, wenn zum einen der „Blitz aus Gelsenkirchen“ die jüngste, ungewohnte Galoppade sofort aus dem Gedächtnis streicht und der „rote Pfeil“ gute Laune hat. Vor einem Jahr gewann die Fuchsstute in der Derbywoche zwei Rennen - das sollte alle warnen, sie wegen ihrer durchwachsenen Formen aus Schweden und Dänemark auf die leichte Schulter zu nehmen. Auch Needyou Diamant und Honeybee könnten ihren Stich machen.

In Vorlauf 2 (4. Rennen) scheint der Sieg nur über jene Pferde zu gehen, die 20 Meter Zulage wettzumachen haben. Fünf Siege am Stück schaffte Zelda Zonk bis zum Finale der Deutschen Amateurmeisterschaft, dann setzte es eine knappe Niederlage - und seitdem keinen Volltreffer mehr. Enttäuscht hat die Braune dabei beileibe nicht, und sehr ähnlich ist der Siegfaden bei Simply The Best aufgedröselt, die seit Mitte April auf den fünften Saisonsieg wartet.

Eine, die bei sechs Starts noch unbezwungen ist, wagt sich in den Shootingstar-Cup (1. Vorlauf, 5. Rennen), ein Rennen für den noch nicht so lange geprüften Traber-Nachwuchs: Velten New York. In Kanada vom einstigen Eishockey-Bundesliga-Spieler- und Trainerstar Bernard Johnston gezüchtet, eilt die erst in diesem Jahr ins Renngeschäft eingestiegene Rappstute von Sieg zu Sieg. Sie ist der lebende Beweis des „immer langsam mit den jungen Pferden“ und praktisch schon ein Shooting-Star. Um den entsprechenden Ritterschlag samt Cup und 7.000 Euro zu holen, bedarf es zunächst des Einzugs ins Finale (12. Rennen) und dort, jene Brocken aus dem Weg zu räumen, die aus Vorlauf 2 (6. Rennen) auf sie zukommen. Das könnten durchaus Carry on O, Dashing Dragon und gar Stallgefährte Velten My Way sein.

Nach der Maxime: „Auch dem Nachwuchs eine Chance“ messen sich im 9. Rennen Steuermänner und -frauen, die in ihrer Laufbahn noch keine 50 Rennen gewonnen haben. Auch der beste Fahrer kann wenig bewerkstelligen, wenn ihm der entsprechende vierbeinige Partner fehlt - in dieser Hinsicht sieht’s exzellent für Björn Spangenberg aus, der mit Rayman einen über Winter in Schweden erfolgreichen Heimkehrer an der Hand hat, und Jeffrey Mieras, der mit Brenda Charisma ein Herz und eine Seele ist.

Wer nach dem abschließenden Trabreiten (13. Rennen), das hoffentlich auf ein messerscharfes Duell zwischen den Spezialisten Bendt Ricardo und Aflame Dragon hinausläuft, noch immer nicht genug vom (sportlichen) Feuerwerk des Abends hat, bleibt natürlich noch ein Weilchen. Ausklingen wird der unter dem Motto „Barock“ stehende Renntag mit einem festlichen Höhen-Feuerwerk.

Unsere Tipps:

1. Schubert – Samovar As – Back in the Bike

2. Love You Corner – Let’s gos Champ – Cezanne

3. Needyou Diamant – Zora Island – Lilly Ass – Idomeneo

4. Zelda Zonk – Resaca de Nando – No Limit Diamant

5. Velten New York – King of Love – Indio Corner

6. Dashing Dragon – Velten My Way – Hello Kutti

7. Dynamic Transs R – Rubino degli Dei – Chelsea Norg

8. Altesse Royale – Italianec – Donovan Norg

9. Brenda Charisma  – Rayman – Abaton

10. Finale Bruno Cassirer-Rennen

11. Dayenne Lane – Amur – Raquel Welsh

12. Finale Shootingstar-Cup

13. Aflame Dragon – Bendt Ricardo – Evita

Führen souverän durch die Derby-Woche: die Moderatoren Nicolai Laaser (links) und Christoph Pellander   (Foto: M. Schwarz)