Der Renntag in Berlin – Mariendorf: Tietz und Nimczyk bestimmen das Geschehen

Foto von Marius Schwarz: Der von Thorsten Tietz gesteuerte Wallach Aggetto, der zur Tagesbestzeit trabte

Berlins Champion führt vier Pferde auf die Ehrenrunde. Der Goldhelm schlägt zweimal zu. Stan Libuda (Tony Böker), One and Only (André Pögel) und Geronimo Express (Ferdinand Hirsch) imponieren mit famosen Leistungen.

Berlin, 6. März 2016

Vom nahenden Frühling war zwar noch nichts zu entdecken – der Mariendorfer Märzauftakt wurde von Nieselregen und kühlen Temperaturen begleitet. Doch das unangenehme Wetter beeinflusste die positive Grundstimmung des wettfreudigen Publikums nicht. Der Rennverein erzielte einen erfreulichen Umsatz und auch sportlich stimmte alles, denn trotz der schlechten äußeren Bedingungen wurden mehrfach Kilometerzeiten im 14-er Bereich getrabt. Und besonders für Thorsten Tietz entwickelte sich der Nachmittag zu einem Volltreffer, denn der Silberhelm konnte vier Pferde auf die Ehrenrunde führen.

 „Er ist kräftemäßig noch nicht ganz auf hundert – aber das war schon mal eine wirklich feine Leistung und wir haben mit dem Wallach in dieser Saison sehr viel vor“, freute sich der Berliner Champion über seinen Auftaktsieg mit Famous Rich. Der kleine Bruder solch toller Pferde wie Yardley Rich, Cotton Rich und Uschi Rich übernahm sofort die Spitze. Thorsten Tietz ließ dann kurzzeitig die Gegenspielerin Lonely PS (Daniel Wagner) vorbei, schickte seinen Schützling mit Erreichen der Tribünengeraden aber umgehend wieder nach vorne. Famous Rich gewann sein Berlin-Debüt überlegen mit dreieinhalb Längen Vorsprung und stellte auf Anhieb seine Bestmarke von 16,1/1.900m ein.

Nach einem nahezu identischen Rennverlauf siegte der Silberhelm wenig später mit dem 11:10-Topfavoriten Whisper, in dessen Sulky er sich auf der letzten Halben allerdings mächtig rühren musste. Thorsten Tietz: „Der Hengst war heute sehr phlegmatisch, weil er die Führungsarbeit ganz alleine machen musste und kein Pferd in seiner Nähe spürte.“ Der dritte Tagestreffer gelang Thorsten Tietz mit Aggetto. Und wie könnte es anders sein: Auch hier suchte der Silberhelm sofort die Offensive. Der Wallach schoss hinter dem Startauto los wie ein Düsenjet, ließ seine Konkurrenten nur Ende der Gegenseite kurzzeitig heran und ging auf der Zielgeraden in der Tagesbestzeit von 14,5/1.900m auf und davon. Einen Tick länger – nämlich bis zur Tribünengeraden – brauchte nur zwanzig Minuten später der vierte „Trumpfbube“ des Berliner Champions, um die Spitze zu ergattern. Nämlich Robin Toft, der seine Bestmarke trotz des nassen Bodens auf 14,6/1.900m steigerte.

Michael Nimczyk punktete zweimal. Der Goldhelm führte Carissima SL zu einem Start-Ziel-Erfolg, über den sich vor allem Claudia Eilenberger, die Besitzertrainerin der Stute, mächtig freute: „Heute hat sie endlich die Leistung aus dem Probelauf bestätigt und mit diesem tollen Fahrer im Sulky konnte einfach nichts schiefgehen.“ Gute zweieinhalb Stunden später bewies Andersson Mo mit einem fulminanten Tempolauf in 14,9/1.900m, dass er den Hufspuren seiner Mutter Always Verona folgt, die 2001 für die Farben von Ulrich Mommert das Fritz-Brandt-Rennen gewann. Michael Nimczyk steuerte den Fuchshengst nach vierhundert Metern an die Spitze und ließ die Attacken des einzigen Verfolgers Rayman (Thorsten Tietz), der im Einlauf zu allem Überfluss von den Beinen geriet und disqualifiziert wurde, völlig unbeeindruckt abprallen.

„Ich bin total glücklich, dass er nach seiner langen Pause auf Anhieb voll da ist!“, strahlte der Siegfahrer Tony Böker nach seinem Triumph mit dem in den Farben seiner Familie laufenden Stan Libuda. In der Tat: Das Saisondebüt des fünfjährigen Wallachs, der seit seinem dritten Platz bei der Breeders Crown am 27. September nicht mehr am Start war, glich einer Demonstration. Der Fünfjährige flog wie ein Pfeil an die Spitze und rannte seine Gegner in 14,9/1.900m in Grund und Boden. Der Wallach führte stets mit klarem Vorsprung und lediglich die zweitplatzierte und von ihrer Fahrerin Linda Matzky klug eingeteilte Holly go lightly konnte den Abstand auf den letzten Metern noch etwas verkürzen.   

Der Sieg von One and Only und André Pögel ergab sich nach genau dem gleichen Strickmuster: Die Stute schaltete schon in der Startphase mächtig den Turbo ein und löste sich sofort deutlich von ihren Kontrahenten. „Ich war total überrascht, dass sie derartig loslegte – denn beim Heat hatte sich die Stute bei weitem nicht so spritzig präsentiert“, erklärte André Pögel im Anschluss bei der Ehrung im Winner-Circle. „Ich musste mich im Grunde genommen nur festhalten – die Stute hat alles alleine gemacht!“ Noch nicht einmal Sandspritzer bekamen die Verfolger ab, denn dazu waren sie viel zu weit entfernt. One and Only triumphierte mit acht Längen Vorsprung.

Wesentlich enger ging es in der Abschlussprüfung der Veranstaltung zu, die in einen Sieg von Ferdinand Hirsch mit dem 141:10-Außenseiter Jeronimo Express mündete. Es war übrigens das einzige Rennen des gesamten Nachmittags, das nicht von vorne gewonnen wurde. Ferdinand Hirsch begnügte sich auf der 2.500-Meter-Strecke zunächst mit der sechsten Stelle und gab seinem Wallach erst Mitte der letzten Überseite das entscheidende Zeichen. Jeronimo Express verbesserte fortan kontinuierlich seine Position und hatte im Einlauf Anschluss an die beiden führenden Streithähne Abano W (Michael Nimczyk) und Vengeur de Max (Heinz Wewering) gefunden. Mit dem allerletzten Schritt zog der Außenseiter schließlich an beiden Gegnern, die bei ihrem aufwendigen Duell viel Kraft gelassen hatten, vorbei.     

Gesamtumsatz:  113.241,76 Euro – Bahnumsatz: 35.631,50 Euro - Außenumsatz: 77.610,26 Euro.

Unser Terminhinweis: Der nächste Mariendorfer Renntag findet am Sonntag, dem 20. März statt. Im sportlichen Mittelpunkt stehen sieben hochdotierte PMU-Prüfungen. Beginn ist um 16.30 Uhr.

Unsere nächste Veranstaltung findet am Sonntag, dem 20. März ab 16.30 Uhr statt. Im Mittelpunkt stehen dann sieben hochdotierte PMU-Rennen.