Der Renntag in Berlin - Mariendorf: Chapeau, Michael Nimczyk!

Foto von Marius Schwarz © Glanzleistung von Michael Nimczyk, dem etwas Einmaliges gelang: Der Deutsche Meister gewann sämtliche vier Rennen der Veranstaltung!

Vier Starts, vier Siege: Der Deutsche Meister schreibt ein kleines Stück Geschichte und gewinnt sämtliche Rennen der Mariendorfer PMU-Veranstaltung.

Berlin-Mariendorf, 20. Februar 2016.  „Wenn es läuft, dann läuft es!“ Das war das kurze, aber überaus freudige Resümee des Deutschen Meisters Michael Nimczyk, nachdem er einen außergewöhnlichen Coup gelandet hatte. Der Goldhelm schaffte auf der Derby-Bahn nämlich etwas, was zuvor in der langen Geschichte des hiesigen Sulkysports wenn überhaupt, dann nur ganz wenigen Fahrern gelungen ist: Er gewann sämtliche Prüfungen einer Rennveranstaltung! Gewiss – der Mariendorfer Samstagtermin bestand nur aus vier mit jeweils 4.500 Euro dotierten PMU-Prüfungen. Aber man darf trotzdem ein klares Fazit ziehen und das lautet: Chapeau, Michael Nimczyk! Der 29-Jährige bewies an diesem unfreundlichen und verregneten Wintertag, der keine schnellen Kilometerzeiten zuließ, einmal mehr, aus welchem Holz er geschnitzt ist und dass er ein würdiger Champion ist. Seine taktischen und fahrerischen Leistungen waren für alle Fans dieser Sportart ein wahrer Augenschmaus!

Das Geschehen in chronologischer Reihenfolge:  „Mein Pferd musste wirklich nur das Nötigste tun“, lautete Michael Nimczyks Kommentar zu seinem Sieg in der Auftaktprüfung mit Robinia Diamant. In der Tat – die Stute der Familie Schwarz gewann das Rennen nach einem Idealverlauf in der Außenspur quasi im Schongang. Als der Deutsche Meister die Vierjährige auf den letzten 350 Metern einsetzte, stand sie sofort turmhoch über dem Feld und löste sich überlegen mit drei Längen von den Gegnern. Die nur mäßige Kilometerzeit von 18,0/1.900m spielte dabei eine völlig untergeordnete Rolle und man darf sehr gespannt sein, wie sich die enorm verbesserte Tochter der Coccola Diamant (42.665 Euro Gewinnsumme) in dieser Saison verkaufen wird. Eine gute Note verdiente sich auch der von Norbert Bierman präsentierte Sir Carlton, der im Finish noch viel Reserven freimachte und den zweiten Rang eroberte.

Eine regelrechte Demonstration war dann Michael Nimczyks zweiter Tagestreffer mit Power Point – sehr zur Freude von Patricia Ruckdäschel, die in Personalunion Züchterin, Trainerin und Besitzerin des Hengstes ist. Mit der Startnummer elf lag Power Point zunächst an letzter Stelle. Doch der Goldhelm fackelte nicht lange, trat sofort auf das Gaspedal und mit viel Offensivgeist zog der 15:10-Topfavorit genau eine Runde vor dem Ziel an die Spitze. Damit waren die Weichen bereits entscheidend gestellt. Der von Ferdinand Hirsch gesteuerte 229:10-Außenseiter Jeronimo Express verfolgte den 17,9/1.900m trabenden Piloten zwar hartnäckig, musste aber trotz aller Tapferkeit die Aussichtslosigkeit seiner Bemühungen erkennen. Vier Längen hinter Power Point wurde der Wallach mit dem Ehrenrang belohnt.

Auch bei seinem dritten Sieg führte der Goldhelm sein Pferd an die Spitze – und das scheint genau der Rennverlauf zu sein, den Supervera Diamant mag. Denn ihre vorherige Aufgabe in Bahrenfeld beherrschte die Diamanten-Stute in genau der gleichen Manier. Diesmal musste die Love-You-Tochter in 17,0/1.900m allerdings wirklich alles geben, denn auf den letzten Meter rang ihr der vehement attackierende Kap de bonne (Marisa Bock) alles ab. Es hätte zwar auch so gereicht: Denn der Angreifer konnte die korrekte Gangart nicht einhalten und wurde nach Überprüfung durch die Stewards schon kurz nach der Zieldurchfahrt aus der Wertung genommen, sodass der zweite Rang an Ben Kingsley (Heinz Wewering) ging. Dennoch – die Art und Weise, in der Michael Nimczyk Supervera Diamant zum Sieg finishte und das Potential zu hundert Prozent aus der Stute herauslockte, war einfach grandios. Hut ab!

Der Hattrick war also unter Dach und Fach – doch sollte dem Champion beim vierten Start an diesem Tag tatsächlich noch der vierte Sieg gelingen? Vor dieser Frage stand das wettende Publikum vor dem abschließenden letzten Rennen und die Quote von 48:10, für die sein Schützling Baraija BR gehandelt wurde, deutete an, dass nicht jeder von einem Erfolg der Mommert-Stute überzeugt war. Doch als es dann ernst wurde, war schon bald zu erahnen, dass Nimczyk seine Gegner erneut an der Nase herumführen würde. Denn der Goldhelm verschaffte der Sechsjährigen einen Traumverlauf an zweiter Stelle innen hinter dem führenden Domecq Baldwin (Roman Matzky) und als Baraija BR im Einlauf mühelos freikam, war der Spieß gegen ihren Widersacher schnell umgedreht. Und das sogar in der Tagesbestzeit: Die Sechsjährige flitzte in 15,8/1.900m um die Kurven – eine angesichts der widrigen äußeren Bedingungen bravouröse Leistung.             

Gesamtumsatz: 15.709,54 Euro - Außenumsatz: 14.230,54 Euro.

Unser Terminhinweis: Der nächste Mariendorfer Renntag findet am Freitag, dem 26. Februar ab 17.30 Uhr statt. Im Mittelpunkt stehen dann acht hochdotierte PMU-Rennen.