Der Renntag in Berlin-Mariendorf am 29. April 2013: Tietz-Triplette und Tschechen-Power

 

Der Stammbesucher-Renntag wird vom Berliner Champion und den ausländischen Gästen beherrscht

Mariendorf, 29. April 2013. Diesmal spielte auch das Wetter mit: Der erste Stammbesucher-Renntag der Saison 2013 wurde zu einem vollen Erfolg, denn das Publikum nahm begeistert an den vielen Aktionen teil. Auch im Winnercircle gab es Stammgäste: Thorsten Tietz gelang ein Dreifacherfolg und neben dem Berliner Champion konnten vor allem die aus Tschechien angereisten Sportler bärenstarke Akzente setzen.

Den ersten Treffer landete Tietz mit der offensiv vorgetragenen Envie de Paris, die ihr Tempo in Front eisern durchzog. Die Stute ließ auch den feinen Schlussangriff von La Joliette (Heinz Wewering) abprallen. Glückwünsche gab es dafür vom Stammbesucher Günter Schwarz, dessen Tochter Cindy selber Traberbesitzerin ist. Zu Thorsten Tietz’ zweitem Erfolg, den er mit fast identischer Taktik mit Not to Bi erzielte, gratulierten dann wenig später Carsten Zimmermann und Nicole Schulze. Den dritten Punkt fuhr der Silberhelm mit Zora Island heraus. Die bei elf Starts nunmehr siebenmal siegreiche Stute machte vor den Tribünen ein mächtiges Fass auf und gab das Kommando in 16,2/1.900m bis zum Pfosten nicht mehr ab.

Der Berliner Champion agierte also in Glanzform – aber auch den aus Tschechien angereisten Gästen gelang ein bravouröser Auftritt. Das erste dicke Ausrufezeichen gab es durch Filip Lajner, der die 249:10-Außenseiterin Damalia zu einem glanzvollen Sieg steuerte. Keine Frage – von dieser Stute wird man noch einiges hören. Der unterwegs an vierter Stelle innen postierten Traberlady stand zwar das Glück zur Seite, denn auf der Schlusshalben kamen mehrere ihrer Konkurrenten von den Beinen. Aber Damalias Schnelligkeit beeindruckend. Ihr Reisebegleiter Bon Ami trumpfte ebenso imposant auf. Der Wallach, der von dem in Tschechien beheimateten Niederländer Alle Loman gesteuert wurde, flog im Einlauf wie ein Pfeil an allen vorbei und der Siegfahrer gab sich bei der von Nicole Dörfler vorgenommenen Ehrung angriffslustig: „Wir werden Bon Ami als nächstes im hochdotierten Mariendorfer Geburtstagsrennen am 12. Mai starten. Der Dunkelbraune wird dort garantiert Geld verdienen.“

Genau die gleiche Marschroute ist nun auch für Bogey Boko vorgesehen. Der Traber des Rennstalls Living Dream empfahl sich für das Berliner 35.000-Euro-Rennen mit einem triumphalen Erfolg in der Tagesbestzeit von 15,0/1.900m und schlug in der Hand seines Trainers Maik Esper keinen Geringeren als Gaius R.A. (Daniel Wagner). Noch zu Beginn der Zielgeraden hatte der Aleo-Trotter wie der sichere Sieger ausgesehen – aber dann wuchsen Bogey Boko regelrecht Flügel. Herzliche Glückwünsche zu Maik Espers tollem Erfolg gab es vom Namensgeber des Rennens, dem Stammbesucher Thomas Pajong.

Daniel Wagner musste über die Niederlage von Gaius R.A. allerdings nicht lange grübeln, denn der zweimalige Mariendorfer Champion ging nur zwanzig Minuten später mit Vulkan auf die Ehrenrunde. Der Wallach stürmte im Einlauf an Kasella (Thorsten Tietz) vorbei. Die Gratulation nahm im Anschluss Joachim Krummhaar vor – einer der treuesten Mariendorfer Stammbesucher, der schon seit sechzig Jahren keinen Renntag versäumt und wenig später Zeuge des zweiten Treffers für die Trainieranstalt Wagner wurde. Die von Josephine Schiller präsentierte Afreiha nutzte in einem Bänderstartrennen von der Grundmarke aus konsequent ihren Vorteil und war Start bis Ziel nicht zu stoppen.

„Eigentlich wette ich Heiner Christiansen immer – nur diesmal hatte ich ihn nicht auf dem Schein“, räumte der Stammbesucher Siegfried Strey bei der Siegerehrung von Lord of Magic ein. Der Berliner Rennsportfan hatte bewusst auf einen Außenseiter gesetzt – doch Heiner Christiansen ließ sich mit dem 22:10-Favoriten nicht die Butter vom Brot nehmen. Der erst auf den letzten dreihundert Metern in die Schlacht geworfene Joker-Mauritz-Sohn gewann sicher. Mit einer ganz anderen Taktik schlugen Heinz Wewering und Klasido zu, denn das Gespann gab eine Runde lang in der Außenspur Gas und löste sich am Ende überlegen von der Konkurrenz. Für die Gratulanten bei der Siegerehrung, das Ehepaar Dieter und Edith Warring, war das Resultat keine Überraschung. „Ich kann nur eines sagen: Auf Heinz Wewering ist immer Verlass und ich hoffe, dass er noch viele Rennen in Berlin fährt“, lobte Dieter Warring den 29-maligen Deutschen Meister.

Die Videos des Renntages sehen Sie auf www.berlintrab.de

Gesamtumsatz: 95.004,72 Euro – Bahnumsatz: 30.279,50 Euro – Außenumsatz: 64.725,22 Euro

Die nächste Veranstaltung findet am Montag, dem 6. Mai statt. Beginn ist um 18.30 Uhr!