Der Celler Landbeschäler Don Frederico ist Hannoveraner Hengst des Jahres 2012

Don Frederico wird in Verden mit dem Titel

"Hengst des Jahres" ausgezeichnet.

Verden. Ein würdige Kulisse für einen beeindruckenden Vererber: Knapp 3.000 Gäste feierten in der ausverkauften Niedersachsenhalle in Verden den Hannoveraner Hengst des Jahres 2012: Don Frederico. Gemeinsam mit der R+V/Vereinigte Tierversicherung zeichnet der Hannoveraner Verband ein Mal im Jahr einen bedeutenden Hannoveraner Hengst aus, 2012 wird dem Celler Landbeschäler diese  Ehre zu Teil. Züchterin Angelika Westerhoff freute sich über ein Ölgemälde des Künstlers Manfred Busemann und einen gutdotierten Scheck.

Angelika Westerhoff aus Bleckede hatte ihre Stute Cleopatra mit Ausnahmebeschäler Donnerhall angepaart: Don Frederico wurde 1997 geboren und von Klaus Bünger, Oetzen, aufgezogen. Der Rappe entstammt dem Stutenstamm der Schwanjungfrau, der unter anderem Stempelhengst Lanthan hervorgebracht hat. Bei seiner Körung 1999 in Verden begeisterte der sportliche Youngster die Körkommission und Gäste in der Niedersachsenhalle, wurde zum Siegerhengst proklamiert und wechselte in den Besitz des niedersächsischen Landgestüts. Bei der Hengstleistungsprüfung in Adelsheidsdorf brillierte Don Frederico erneut, schloss die Aufgabe als Zweiter von 45 Teilnehmern ab und gewann souverän den Teilindex Dressur mit 151,67 Indexpunkten. Fünf- und sechsjährig trat er bei den Bundeschampionaten in Warendorf auf und nahm 2006 als erster Landbeschäler überhaupt am Finale des Nürnberger Burgpokals in Frankfurt teil, bei dem er die Einlaufprüfung für sich entschied. Heute ist Don Frederico mit Obersattelmeister Ole Köhler in der Dressur bis zur schweren Klasse erfolgreich.

Nicht nur im Sport, vor allem in der Zucht hat der Celler Landbeschäler Großartiges geleistet. Gleich aus seinem ersten Jahrgang stammen der Bundeschampion Dantonisius und die Vizechampionesse Dark Carlotta, beide aus Weltmeyer-Müttern. Aktuelle Shooting-Stars made by Don Frederico sind die Silbermedaillengewinnerin der Olympischen Spiele in London, Diva Royal mit Dorothee Schneider, und Isabell Werths Grand Prix-Pferd Don Johnson FRH. 25 seiner Söhne sind vom Hannoveraner Verband gekört, darunter der aktuelle Bronzemedaillengewinner der fünfjährigen Dressurpferde bei den Bundeschampionaten in Warendorf, Don Darius, und der Weltmeister der jungen Dressurpferde 2008, Dramatic. Über 2.500 Nachkommen sind beim Hannoveraner Verband registriert, davon 178 Staatsprämiensuten und -anwärterinnen, 325 Hannoveraner fanden über die Auktionen neue Besitzer. Bereits 2009 wurde Don Frederico mit dem Grande-Preis ausgezeichnet. Zuchtleiter Dr. Werner Schade fasste zusammen: *Mit dem Titel Hengst des Jahres  honorieren wir Vererber, die Nachkommen liefern, die im internationalen Spitzensport auftreten. Genau dies ist die herausragende Eigenschaft von Don Frederico. Er punktet mit Leistungsbereitschaft, Kraft und Ehrgeiz und gibt eben diese wichtigen Eigenschaften an seine Söhne und Töchter weiter. Er hat Maßstäbe gesetzt."

Foto von Silke Buße

 

Hannoveraner Hengstkörung in Verden

Verden. Drei Tage feierten Züchter, Reiter und Pferde-Kenner aus der ganzen Welt die jungen Hannoveraner Hengste in Verden. 87 Zweieinhalbjährige stellten sich der Körkommission um Zuchtleiter Dr. Werner Schade. 52 von ihnen wurden gekört, 17 darüber hinaus mit einer Prämie ausgezeichnet: zehn Dressuraspiranten und sieben Springexperten.

Der Geburtsjahrgang glänzte mit vielen Qualitäten und einer breiter Spitze: Die Leistungspedigrees waren vielfältig, die elitären Mutterstämme abgesichert. Zuchtleiter Dr. Werner Schade urteilte: *Die Dressurhengste präsentierten sich mit überragender Bewegungsqualität und sehr modernen Typen. Das Freilaufen und Freispringen war sehr gelungen. Die springbetont gezogenen Hengste zeigten sich souverän, sicher und vermögend über den Hindernissen."

Die anschließende Auktion endete mit einem soliden Ergebnis. Die 52 gekörten Hengste kosteten im Durchschnitt 52.000 Euro. Zu den teuersten Offerten avancierte ein Dancier/Rotspon-Sohn (Z.: Jan-Niclaas von Holten, Langen, Ausst.: Detlef Ruddat, Kirchlinteln). Der prämierte bewegungsstarke Rappe kostete 320.000 Euro. Bestbezahlter Springhengst war ein prämierter Canstakko/Singular Joter-Sohn (Z.: Klaus-Heinrich Brinkmann, Heeslingen, Ausst.: Mathieu Beckmann, Wettringen), der einem dänischen Gestüt 65.000 Euro wert war. Sechs Hengste kosteten über 100.000 Euro. So erwarb das Landgestüt Celle gemeinsam mit der Hengststation Poll in Hörem einen prämierten Vivaldi/Donnerhall-Sohn (Z.: Hans Heinrich Schnadt, Rinteln, Ausst.: Rolf Trute, Cremlingen) für 260.000 Euro. Ein prämierter Diamond Hit/Florestan I-Sohn (Z.: Nicole Wanning, Schüttorf, Ausst.: ZG Wanning, Schüttorf) wurde mit 220.000 Euro bezahlt. 35 Hannoveraner bleiben in Deutschland, 17 starten ihre Karrieren im Ausland. Für die nicht gekörten Hengste wurden im Schnitt 19.250 Euro angelegt. In diesem Lot war ein Don Frederico/Rotspon-Sohn (Z.: Petra Biebrich, Adelheidsdorf, Ausst.: Gestüt Sprehe, Löningen) mit 57.000 Euro der teuerste Kandidat.  *Die große Nachfrage hat uns überwältigt und sendet ein starkes positives Signal", zog Dr. Werner Schade eine positive Bilanz. *Sowohl die privaten Hengsthalter als auch die Staatsgestüte investieren mit diesen qualitätvollen Hengste in eine erfolgreiche Zukunft."

Der Hengstmarkt in Verden war die letzte Auktion von Friedrich-Wilhelm Isernhagen. 37 Jahre stand er auf dem Pult in der Niedersachsenhalle und versteigerte mit seinem ganz eigenem Charme Hannoveraner Reitpferde, Hengste, Stuten und Fohlen. Manfred Schäfer erklärte in seiner Laudatio: *Friedrich-Wilhelm Isernhagen ist ein hochgeschätztes Mitglied der Hannoveraner Familie. Er ist ein ausgezeichneter Kenner der Szene mit hoher Kompetenz, der jedem Pferd und jedem Mensch viel Aufmerksamkeit widmete und dabei stets sachlich blieb." In Anerkennung für seine Verdienste für den Hannoveraner Verband wurde Friedrich-Wilhelm Isernhagen die goldene Ehrennadel verliehen und von den 2.500 Besuchern mit Standing-Ovations gefeiert.