Das Derby bleibt in Hamburg: Dachverband DVR gibt klein bei

Albrecht Woeste,  Präsident des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen (DVR), hat gestern Abend in einer Presseerklärung die in Galoppsportkreisen  äußerst umstrittene Ausschreibung des Deutschen Derby ab dem Jahr 2013 widerrufen.

Im Gegensatz zur DVR-Darstellung erfolgte dieser Schritt jedoch nicht freiwillig, sondern war die Reaktion auf eine drohende gerichtliche Auseinandersetzung mit dem Hamburger Renn-Club (HRC).

Ursprünglich hatten der HRC und das DVR, "im Interesse des inneren Friedens",  vereinbart, im Anschluss an die außergerichtliche Einigung - auf der nur noch die Unterschrift des DVR-Präsidiums fehlte - eine gemeinsame Presseerklärung abzugeben, deren Wortlaut bereits abgestimmt worden war.

Vorgestern hatte dann DVR-Anwalt und -Präsidiumsmitglied Jan-Anthony Vogel im Namen von Woeste per Email um Fristverlängerung bis gestern Nachmittag gebeten - mit den Worten:  "Der Unterzeichner versichert, dass es nur terminliche Gründe sind, die für die Verschiebung der zugesagten Erklärung verantwortlich sind."

Eugen-Andreas Wahler, Erster Vorsitzender des HRC: "Eigentlich war damit alles schon in den vielzitierten 'trocknen Tüchern'."

Der Hamburger Renn-Club hält es für seine Pflicht, die Interessen des Rennsports und auch besonders die seiner Mitglieder und der Hansestadt Hamburg, welche gerade die Errichtung der neuen Doppelrennbahn für Trab und Galopp plant, mit Nachdruck zu vertreten.

Er besteht daher auf der Einhaltung von Verträgen, welche bereits in den Jahren 2007 und 2008 zwischen dem HRC und dem DVR getroffen wurden. Hierin ist vereinbart worden, dass das Deutsche Derby mindestens bis zum Jahr 2028 in Hamburg-Horn ausgetragen werden wird.

Im Namen des Vorstands

Eugen-Andreas Wahler