CSI Neustadt 2013: Ergebnisse vom Freitag

Doppelgold für Thomas Kleis – Siegmar Stroehmer mit Heimsieg

Ja! Heute war es wirklich heiß in Neustadt, denn die Kuschelphase vom Donnerstag hatte sich erledigt. Es ging amtlich zur Sache. Und das mit voller Fahrt und ohne Gnade.

Bereits um 10.00 Uhr startete der internationale Wulschner-Preis für 8jährige Pferde (1,35m) und zur Stelle war für die Goldene Schleife Mario Stevens, der die Stute Que Pasa (v. Quidam’s Rubin/Calvados) gesattelt hatte und genau wusste, was los ist. Er war 0,3 Sekunden schneller als Sören Pedersen aus Dänemark, der den maßgeschneiderten Hengst Tailormade Quinnus im Parcours vorstellte. In der von ihm unterstützten Prüfung begnügte sich Holger Wulschner mit Platz 50 ((Mori’s Casalla).

In der Bronze-Tour ging der Sieg Richtung Bosporus an Söhret Issever (TUR) mit der 12jährigen KWPN-Stute AB 19 Yeter. Viel Freude und einen ganzen Sack Beifall gab es in der Silver-Tour für die Siegerin Louisa Dangela, die mit der 7jährigen Stute Que Bonita satte 0,09 Sekunden schneller war , als Theresa Ripke auf Queen of Life. Ein beachtliches Ergebnis für Louisa und aller Ehren wert. Wer sich die Ergebnislisten anschaut, kann sehen, dass es sich um ein internationales und vor allem hochkarätiges Starterfeld handelte.

In der Gold-Tour zeigte der ehrgeizige Christian Heck seinen Lümmel, bei dem es sich um einen 10jährigen Levisto-Wallach handelt. Eidgenössin Fiona Meier und Pimlico des Isles schlugen für die Silberne Schleife fast drei Sekunden später an. Auf drei kam Stefan Unterlandstättner vom Hauptsponsor DKB-Bank auf Alposchino. Die Investition wandelte sich so zu einem schnellen Return on Investment.

Nach der Mittagspause ging es dann mit einem CSI** (1,45m) weiter. Und wenn einer immer Bock auf einen Sieg und ein gutes Ross dafür im Stall hat, dann ist es der Kleis-Thomas aus Meck-VoPo, der mit Questa Vittoria den Kollegen Holger Wulschner samt Cavity G auf Rang zwei verwies. 14 Hundertstel Zeitabstand sind zwar nicht der Rede wert, bedeuten aber auch nur 600 statt 750 Euro Siegprämie.

Spannend und stressig wurde es für den ambitionierten Nachwuchs, denn es stand das Finale der STOOF-Junior-Future-Tour 2012/2013 ins Haus. Die beste Erfindung des Landesverbandes Pferdesport Berlin-Brandenburg seit seiner Gründung war das Highlight des Nachmittags, wenn man einmal davon absieht, dass eine junge Dame aus Sachsen gewann. Laura Schoechert aus dem sonnigen Süden legte mit der 9jährigen Stute Crazy als letzte Reiterin der Siegerrunde einen wahrhaft verrückten Ritt hin und nahm dem in Führung liegenden Philipp Makowei und seiner Stute Balouna Windana mehr als eine halbe Sekunde ab und den Sieg vor den Nüstern weg. Juliane Enders wurde auf Estefania Dritte und freute sich auf Gold-Niveau. Auch sie blieb bis zum Schluss fehlerfrei.

In der Youngster-Tour für 7jährige Pferde zeigten sich Clarissa Crotta und Caprice in glänzender Form und aller Schönheit. Vor ihnen liegt das Turnier in Basel und hinter ihnen mit einem Abstand von 0,4 Sekunden Sören Pedersen aus Dänemark (Tailormade Confidence). Dritte wurden Felix Haßmann und Latent H. Aber das Paar hatte ja schon am Donnerstag einmal Gold.

Mehr Spaß als Spannung bot das anschließende Jump’n’Run-Spektakel mit Pferd und VW Amarok. Der absolute Sprintstar war Piet Raijmakers jun. Aus Holland, der mit Chicago Z und Amarok durch die Halle fegte und außer Kondensstreifen lange Gesichter bei der Konkurrenz hinterließ. Die Nachbarn Peter Keulen und Van Schijndel’s Now or Never aus Belgien brauchten fast sechs Sekunden länger, um sich den Beifall des grölenden Publikums abzuholen. Es war eine Mordsgaudi, würde man wahrscheinlich in Bayern sagen. In unseren Breiten kann man sich auf ein „es hat gefetzt“ einigen.

Eine kleine Apachen-Live-Show brachte Unterhaltung und die Erkenntnis, dass sich ein Pferd mit Vertrauen zum Reiter auch in einem Feuerkreis hinlegt. Das sieht man auch nicht jeden Tag im Fernsehen und live schon gar nicht.

Mit einer kleinen Verzögerung wurde die Geduld des Publikums in der fast ausverkauften Lindenau-Halle fürstlich belohnt. Letzter Tagesordnungspunkt war nämlich das Barriere-Springen mit einem 31er Starterfeld. Spring-As Thomas Voß unkte schon vor Beginn, dass es wohl bis in den neuen Tag hinein gehen würde. Und so kam es auch. Das Feld ging mit der Maximalhöhe von 1,65m ins Rennen und 19 Paare trafen sich im ersten Stechen wieder. Nach 1,75m blieben davon noch neun übrig, die sich an die 1,85 wagten. Sechs davon gingen über die 1,95m und zwei blieben übrig. Das waren Thomas Kleis mit Quick Vainqueur und zur Freude des heimischen Publikums Siegmar Stroehmer und Lucie. Kurz nachdem Ralf Stehr und Peter Mächold die oberste Stange auf zwei Meter Höhe geschraubt hatten, kam die erlösende Nachricht, dass sich die beiden Rivalen Kleis und Stroehmer auf einen gemeinsamen Sieg geeinigt hätten. Das ging für alle Beteiligten in Ordnung und die letzte Siegerehrung des Tages brachte dem Mann in den Neustädter Farben noch einmal viel Beifall, den er sich mit Lucie auch redlich verdient hatte.

Es war ein sehr angenehmer Tag in Neustadt beim CSI, der kurzweilig und spannend, unterhaltsam und beindruckend war. Die Profis kommen so langsam in Wallung und holen die großen Kanonen raus. Denn ab morgen wird spätestens im DKB-Preis ab 15.00 Uhr scharf geschossen. Dann kann man sich wieder auf Spitzensport der allerersten Kajüte freuen. Das CSI wird auch in diesem Jahr allen Ansprüchen gerecht. So soll es bleiben.

HIER gibt es alle Ergebnisse vom Freitag auf einen Blick.

HIER gibt es alle Videos des Tages.

Foto Jump’n’Drive: Angelique Rebentisch – www.photobyangelique.de