CSI Neustadt 2013: Die Ergebnisse vom Samstag

 

Mario Stevens mit Doppelsieg!

Nein, es war kein leichter Hauch von internationalem Spitzensport beim CSI in Neustadt. Es wehte nämlich eine kräftige Brise! Das merkte man nicht nur an der proppenvollen, tropisch warmen  Lindenau-Halle, sondern auch an den euphorischen Reaktionen des Fachpublikums, welches sich das Springsportereignis mit aller Wonne reinzog. Belohnt wurden die Anwesenden von Spitzensportlern aus 16 Nationen, die heute zu sehen waren. Leider ging die Sache für die ausländischen Gäste aus nah und fern eher nicht so gut aus. Man kann auch sagen, dass eigentlich fast nix zu holen war.

Beim Prinz-von-Homburg –Springen am Morgen waren manche Experten noch nicht am Start, denn nach dem Barrierespringen gestern mit dem Ende lange nach Mitternacht, fing die Party erst recht spät an und zog sich dementsprechend auch lange hin. Aber es ist ja schließlich auch Wochenende.

Das A**-Springen ging jedenfalls an Stina Packheiser und die 8jährige Stute Lena. Für die Goldene Schleife reichten 17 Hundertstel Vorsprung auf Lara-Isabel Wendel und Soccer. Von den 21 angetretenen Paaren blieb die Hälfte fehlerfrei.

In der Bronze-Tour war es der Belgier Peter Keulen, der auf Van Schijndel's Now Or Never den Platz ohne Fehler und als Schnellster wieder verließ. Natalie Blanke und Contino holten sich Silber, fanden aber etwas mehr Gefallen am Parcours als der Belgier und blieben deshalb auch mehr als fünf Sekunden länger drin. Quirin Stegmann hatte Cinzano Chris gesattelt und blieb ebenfalls fehlerfrei. Von der Siegeszeit trennten ihn aber bereits fast zehn Sekunden.

In der Silber-Tour langweilte uns Louisa Dangela, weil sie doch tatsächlich schon wieder auf ihrer 7jährigen Stute Que Bonita gewann. Die Dame scheint in Hochform zu sein und schielt bestimmt schon voller Ehrgeiz auf die Landesmeisterschaften im Sommer. Die Schärpe sei ihr gegönnt. Hat ja schließlich auch eine kompetente Trainerin. Vom Silberrang schaut Lisa Kowalski mit Latino zu Louisa auf. Die Uhr blieb bei ihr leider mehr als eine halbe Sekunde später stehen.

In der güldenen Tour waren es Theresa Ripke und die 12jährige Stute Queen of Life, die vielleicht niemand so recht auf der Pfanne hatte, die aber in der zweiten Phase mit ordentlich Gas den Sieg herausarbeiteten. Platz zwei ging hier an Michael Wittschier und Galaxy HS vor Julia Mackerodt mit Clitschko.

Nach dem Mittagessen gab es als Verdauungsunterhaltung eine Ponyspringprüfung der Holsteiner Schaufenster Pony-Jugend-Förderung auf A*-Level. Der 10jährige Hengst Aladin wurde von Julia Kuschel zum Sieg gesteuert – Wertnote 8,2. Eine 7,9 errang das Paar Marieke Reimers/Melvin. Louisa Pace und Kaylady reihten sich dahinter mit einer 7,8 ein. Spätestens zur Ehrenrunde war wieder allen klar, wie wichtig der Ponysport für den Nachwuchs im Allgemeinen und die gute Stimmung in der Halle ist. Trotzdem lauerten alle nur auf das Highlight des Tages.

Der Preis der Deutschen Kreditbank AG, eine Internationale Springprüfung mit Siegerrunde (1.50 m), war mit 60 Startern voll bis obenhin und dauerte entsprechend lange. Als dritter Starter war Felix Haßmann auf Horse Gym's Balzaci dran und legte eine Zeit vor, an die erst wieder der 39. Starter verbesserte. Es war Vorjahressieger Mario Stevens, der mit Corlanda OLD das perfekte Springblut  unter dem Leder steuerte. Damit hatte es sich dann aber auch im ersten Umlauf. Zur Siegerrunde quälte man sich etwas durch den Parcours, bis die Spezialisten den kürzesten Weg durch die Bahn fanden. Es war wieder Felix Haßmann, der die Bestzeit erzielte und es war auch wieder Mario Stevens, der als letzter Reiter dem armen Haßmann das Gold wieder entriss. Die Vollendung der Schmach bestand in einem Vorsprung von mehr als zwei Sekunden. Ja, der Mario hat es eben drauf und das preußische Publikum tröstete sich schnell darüber hinweg, dass ihr Holgi Wulschner mit Cha Cha Cha G nur den zehnten Platz erreichte. Auch Andreas Ripke führte zwischendurch im finalen Umlauf. Am Ende war es für ihn und Calmado das Ergebnis für den dritten Rang.

In der Youngster-Tour für 8jährige Pferde auf M**-Niveau gab es im Anschluss zwar viele Kandidaten auf den Sieg, aber nur einer hatte wirklich das Zeug dazu. Dieser eine ging als letzter Starter in den Parcours und kam mit Que Pasa als Sieger wieder heraus. Und auch heute wurde die Stute (v. Quidam’s Rubin) von Mario Stevens geritten! Der Kerl schafft es doch tatsächlich, innerhalb von zwei Stunden, zwei fette Siege abzuräumen. Vielleicht hält man es von Seiten des Veranstalters im nächsten Jahr geheim, ob der Stevens kommt. Nicht dass die anderen nachher noch die Lust verlieren… Sören Pedersen (DEN) und Tailormade Quinnus waren a bisserl langsamer und mussten sich mit der Silbernen Schleife begnügen.

Und dann war auch schon wieder Abendbrotszeit. Zur Unterhaltung der Zuschauer gab es ein vom Brandenburgischen Haupt- und Landgestüt durchgeführtes Programm. 225 Jahre nach Gründung präsentiert sich der Betrieb selbstbewusst und stolz – dazu gibt es nach den Erfolgen der letzten Zeit auch reichlich Anlass. Star des Abends und der Show war der 14jährige Brandenburger Prämienhengst Quaterman.

Und wer die Nüstern noch nicht voll hatte vom schönen Springsport, der konnte sich ab 22.00 Uhr noch mit einer S*-Zeitspringprüfung vergnügen. 38 Paare flogen durch die Lindenau-Halle. Lange Zeit sah es so aus, als wenn Dirk Klaproth und Graf Moritz den Sieg davontragen würden. Der Klaproth ist in Neustadt ja auch schon recht erfolgreich gewesen. Allerdings hatte Tim Rieskamp-Goedeking etwas dagegen. Als vorletzter Starter ging er zusammen mit dem 12jährigen Wallach Royale's son in die Arena und kam als Sieger wieder heraus. Er war genau 1,5 Sekunden schneller als DK.

Und jetzt noch eine Preisfrage an alle Teilnehmer, die schon seit Jahren zum CSI nach Neustadt kommen und sich bestimmt als so eine Art Stammgäste bezeichnen würden: Kennen Sie Sascha Kruck? Nein? Der ist dort in der Lindenau-Halle seit dem 2008er CSI. An jedem Turniertag, immer in der Halle und immer auf dem Platz zwischen den Prüfungen. Klingelt’s jetzt? Der junge und sehr sympathische Mann aus Barenthin in der Prignitz ist der Einsammler des Stutenstuhls. Und in dieser seiner Funktion hat er bestimmt schon mehr Beifall erhalten, als so mancher Profi-Reiter. Selbst La Ola-Wellen gab es schon für ihn. Liegt wahrscheinlich daran, dass er mit einem Affenzahn durch die Halle rennt und die Äppel einsammelt, die dort meist vor lauter Aufregung abgeparkt werden. Sollte nur mal am Rande erwähnt werden…

HIER gibt es  alle Ergebnisse des CSI Neustadt 2013 vom Samstag.

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