CSI GLOCK HORSE PERFORMANCE CENTER 2015: Der Weg der Jungpferde in den großen Sport

 

Reitsportstars im Sattel beim CSI3* im GLOCK HORSE PERFORMANCE CENTER

Die Reiter freuen sich schon jetzt: Im GHPC erwartet die AthletInnen von 29.1. bis 1.2. 2015 ein Gesamtpreisgeld von 235.000 Euro. Die Nachwuchspferdespringen und die Möglichkeit, in den CSI1*-Bewerben auch die eigenen Schüler zu coachen, machen das Season Opening für die Stars der Reitsportszene besonders attraktiv.

 

Die Champions erkennen

Kaum ein anderes Format zieht auf internationalen Springturnieren so viel Fachpublikum an wie Jungpferdespringen. Kein Wunder, präsentieren die ReiterInnen hier doch potenzielle vierbeinige Superstars. Die Challenge dabei ist, die Champions von morgen zu erkennen. Doch noch so viel Talent allein macht noch keinen Meister. Beste Ausbildung heißt das Zauberwort!

Worin liegt das Geheimnis in der Ausbildung eines guten Springpferdes? Und wie gelingt der Übergang in die höheren Klassen? Man sollte meinen, es sei ein simples Erfolgsrezept. Ein Pferd mit idealer Anatomie und guter Abstammung ergibt kombiniert mit einem guten Reiter ein Siegerduo. Doch ganz so einfach ist es nicht. Wie bei allen Sportlern gibt es auch bei Pferden große Unterschiede. Die einen zeichnen sich von Kindesbeinen an durch ihre Neugier, den Ehrgeiz und die Suche nach neuen Herausforderungen aus. Die anderen sind zurückhaltend, wirken gar scheu und entfalten erst mit der richtigen Hilfestellung ihr volles Potenzial.

 

In der Ruhe liegt die Kraft

Die Ausbildung ist eine diffizile Sache. Sie ist ein Wechselspiel aus Fördern und Fordern, Höhenflügen und Rückschlägen und erfordert vor allem drei Dinge: Vertrauen, Geduld und Zeit. Ein guter Reiter versteht es, den Pferden im Parcours durch ruhige Runden Sicherheit zu geben. Er drängt nicht von Beginn an auf den Sieg und schnelle Erfolge. Ganz selbstverständlich geht er auf gewisse Eigenheiten und Charakteristika eines Nachwuchspferdes ein, ohne es in seinem jugendlichen Übermut einzuengen. Denn ebenso wie ReiterInnen gibt es auch Pferde mit mehr oder weniger Talent für den Parcours. Jedes davon hat seine ganz eigenen Stärken und Schwächen.

Diese zu identifizieren und zu fördern macht einen großen Teil des Mythos Spitzenpferd aus. Gezielte Lektionen im Dressurviereck und abwechslungsreiche Gymnastikübungen, die das Pferd mit Spaß an der Arbeit zum Mitlernen animieren, sind nur eine Facette der Ausbildung. Ausritte ins Gelände fördern die Trittsicherheit und bieten den Jungspunden ebenso wie alten Haudegen einen „Tapetenwechsel“. Selbstverständlich macht auch das Parcourstraining viel aus. Doch ohne das richtige Maß an Rittigkeit und Durchlässigkeit wird nicht mal der sprunggewaltigste Youngster Freude am Sport haben.

Internationale Turnierluft schnuppern die jungen Pferde in der Regel erstmals mit sechs Jahren. Die Parcours in den Jungpferdeprüfungen entsprechen dabei stets dem Ausbildungsstand und Alter der Vierbeiner. So wird ihnen das Sammeln von ersten Eindrücken und Erfahrungen im Turniergeschehen ermöglicht, ohne sie dabei zu überfordern. Die vierbeinigen Nachwuchshoffnungen können an ihren Aufgaben wachsen und jedes Jahr steigert sich der Schwierigkeitsgrad ein wenig. Mit acht Jahren schließen die Youngster ihre Karrieren als Nachwuchspferde ab und wechseln in das Lager der „Großen“.

Haben ihre ReiterInnen in den drei Jahren zuvor alles richtig gemacht und den Spaß am Sport für die Pferde im Fokus behalten, so dürfen sie auch in Zukunft auf einen verlässlichen Sportpartner zählen.

Der Weg zum internationalen Spitzenpferd ist also lang und für die Ausbildung gibt es beinahe so viele Philosophien wie Pferde.

Doch eines ist klar: Ein Pferd so auszubilden, dass es mit Freude und Spaß im großen Sport mitmischen kann, ist mehr als nur ein kurzer Auftrag. Es ist eine jahrelange Aufgabe, eine Herausforderung, ein Abenteuer. Doch wenn die Ausbildung gelingt, ist es vor allem eines: eine tiefgehende Partnerschaft zwischen Reiter und Pferd.

Fotos:

Ihr jugendliches Alter sieht man GLOCK’s Debalia gleich an. Sie wird von GLOCK Rider Gerco Schröder (NED) mit Umsicht und viel Geduld an den großen Sport herangeführt. © Arnd Bronkhorst

Der Österreicher Jürgen Krackow setzt in der Ausbildung seiner Pferde auf eine gebisslose Zäumung namens Bosal. © Michael Rzepa

Alles richtig wurde bei der Ausbildung von Zenzation gemacht. Mit der inzwischen 11-jährigen KWPN-Stute hat der selbst erst 19-jährige Bertram Allen (Nr. 15 der Welt!) schon viele Erfolge gefeiert. © Michael Rzepa