CHIO Aachen 2016: Ingrid Klimke im Interview

Foto von CHIO Aachen/ Michael Strauch: Ingrid Klimke im Stallbereich des CHIO in Aachen

Die erfolgreiche deutsche Vielseitigkeitsreiterin Ingrid Klimke startet beim CHIO Aachen 2016 im DHL-Preis in der Team- und Einzelwertung. Auch für sie ist dies die letzte Möglichkeit, sich vor den Olympischen Spielen, die im August in Rio de Janeiro stattfinden, für die Mannschaft zu empfehlen. Schließlich gilt es, dort den Titel zu verteidigen. Wer glaubt, dass die 48-Jährige allein diese Herausforderung annimmt, liegt falsch. In der Dressur ist Klimke ebenfalls in der Kleinen Tour zu sehen. Ihren CHIO-Start hat sie aber schon mit „Pferd und Sinfonie“ am 9. Juli eingeläutet. Bei dieser beliebten Showveranstaltung zeigte sie gemeinsam mit ihrem Bruder Michael ein beeindruckendes „Pas de Deux“ unter Flutlicht. Im Interview erzählt der Aachener Publikumsliebling, welche Erwartungen sie an den diesjährigen CHIO Aachen hat.

In diesem Jahr wird der CHIO Aachen für Sie ja ein richtiger Familienausflug.

Klimke: Das kann man wohl so sagen. Es ist schön, dass auch meine Tochter Greta dabei sein kann, da ja Ferien sind. Sie ist bereits zum zweiten Mal bei der Eröffnungsfeier dabeigewesen und empfand es natürlich als ganz große Ehre, in diesem Jahr passend zum Partnerland Schweden als Pippi Langstrumpf auftreten zu dürfen. Da war selbst ich ganz aufgeregt! Und was das für eine tolle Eröffnungsfeier war, ich bin immer noch hin und weg. Beeindruckend!

Ihre Tochter ist mit 12 Jahren ebenfalls schon erfolgreich als Reiterin unterwegs. Kommt sie ganz auf die Mama?

Klimke: Ich glaube, sie reitet ein bisschen bedächtiger als ich. Aber auf jeden Fall ist sie mit der gleichen Begeisterung und Freude dabei wie ich. Und das ist das wichtigste!

Zurück zu Ihnen. Mit welchen Erwartungen kommen Sie nach Aachen?

Klimke: Aachen ist für mich die letzte Sichtung vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. Daher versuche ich natürlich, Hale Bob in seiner Topform zu halten und mich mit ihm in Aachen bestmöglich zu präsentieren. Aktuell arbeiten wir noch an vielen Feinheiten, aber ich kann schon jetzt sagen: Er ist richtig gut in Schuss! Schön ist auch, dass mein Pferd Escada dabei sein wird, was mein Hauptsponsor SAP ermöglicht. Daher fiebere ich dem Turnier-Wochenende mit viel Vorfreude entgegen!

Ein Sieg mit der Mannschaft dürfte das große Ziel sein.

Klimke: Möglich ist das auf jeden Fall. Wir haben ja schon oft mit dem Team in Aachen gewonnen. Trotzdem kommen wir nie mit der Einstellung nach Aachen, eine lockere Runde zu reiten. Wir wissen, dass wir alles geben müssen, um hier in dieser anspruchsvollen Prüfung eine Chance zu haben, den Team-Titel zu gewinnen.

Wenn es gelingt, können Sie den Riesenschwung mit nach Rio zu nehmen.

Klimke: Ja, wenn ich letztendlich im Team bin, auf jeden Fall. Denn in Aachen werden Topbedingungen geboten, mit den Stadien, diesem riesengroßen Springplatz. Das ist natürlich auch für die Pferde noch einmal Atmosphäre pur, bevor es dann beim Championat weitergeht.

Sie starten beim CHIO Aachen aber nicht nur im „DHL-Preis“.

Klimke: Ja, das stimmt. Ich habe auch die wunderschöne 8-jährige Fuchsstute „Geraldine“ mit nach Aachen gebracht. Nach dem ersten Auftritt im Preis der VUV bin ich schon richtig zufrieden, auch wenn es natürlich noch Optimierungsbedarf gibt. Ebenfalls mit von der Partie: Mein Trakehner-Wallach „Parmenides“, ein Vielseitigkeitspferd, das aber auch schon das eine oder andere S-Springen gewonnen hat. Mit ihm werde ich in der neuen Prüfung, dem „Lavazza-Preis“, am Samstagabend starten.

Eine Showprüfung, die Springreiter, Fahrer und Vielseitigkeitsreiter zusammenbringt. Wie finden Sie das?

Klimke: Ich finde es sowieso schön, dass die Vielseitigkeit seit 2006 ein fester Bestandteil des CHIO Aachen ist. Und ich denke, dass die hohen Zuschauerzahlen für sich sprechen. Am Geländetag ist alles voll und die Zuschauer feuern immer kräftig an. Zum Abschluss, beim Einritt im Hauptstadion, wird man immer von dieser unglaublichen Atmosphäre empfangen, die auf der Welt einzigartig ist. Wenn dann auch noch eine solche Stimmungs-Prüfung hinzukommt, ist das für uns Vielseitigkeitsreiter einfach klasse!