CHIO Aachen 2016: „Ich bin und bleibe euer dankbarer Hans Günter Winkler“

Foto von CHIO Aachen/ Michael Strauch: Hans Günter Winkler winkt dem Publikum im Hauptstadion des CHIO Aachen

HGW mit einer Gala geehrt

Stockholm, Rom, Tokio, Mexiko, München und Montréal – hier hat Hans Günter Winkler, die größte Reitsportlegende aller Zeiten, seine imposanten Olympischen Siege gefeiert. Aachen aber war stets der Ort, der ihm in seiner reitsportlichen Karriere am meisten bedeutet hat. An unzähligen CHIO Aachen und Championaten, die in der Kaiserstadt ausgetragen wurden, hat er teilgenommen. Hier, in der Soers,  ist er der unangefochtene Publikumsliebling, hier hat er drei Mal den Großen Preis von Aachen gewonnen, hier kennt ihn jedes Kind.

Am Freitagnachmittag wurde ihm im Rahmen des CHIO Aachen 2016 eine eigene Gala präsentiert von NetAachen im Hauptstadion gewidmet. Drei Jubiläen gaben dazu Anlass: Vor 60 Jahren feierte „HGW“  – so sein prägnantes Namenskürzel – Doppelgold bei den Olympischen Spielen in Stockholm, vor 30 Jahren wurde er in Aachen anlässlich der Weltmeisterschaften in Aachen aus dem aktiven Reitsport verabschiedet und dieses Jahr, am 24. Juli, feiert er seinen 90. Geburtstag. „Ich bin tief gerührt, dass so viele Menschen heute in mein reitsportliches Wohnzimmer gekommen sind, um mit mir zu feiern“, zeigte sich Winkler sichtlich gerührt, um kurze Zeit später anzuschließen: „Ich bin und bleibe euer dankbarer Hans Günter Winkler.“ Großer Applaus von den Rängen.

Neben Wegbegleitern wie David Broome, Nelson Pessoa, Paul Schockemöhle oder Otto Becker sowie einem Videorückblick und einer Videobotschaft von IOC-Präsident Dr. Thomas Bach wurde ihm und „seinen Gästen“, dem Aachener Publikum, ein rund 45-minütiges Programm geboten, welches bedeutende Stationen seines reitsportlichen Lebens noch einmal Revue passieren ließ. Sehr beeindruckend: Ein Schaubild, welches aus rund 125 braunen Ponys bestand. Sie verkörperten die Siege des „Dreamteams“ Winkler-Halla – 125 an der Zahl. Eine Kindergruppe präsentierte hingegen die Olympischen Ringe in Anlehnung an Winklers Olympia-Erfolge und U25-Reiter zeigten eine Springquadrille. Denn nach seiner reitsportlichen Karriere setze Winkler sich mit verschiedenen Förderprogrammen für den Nachwuchs im Reitsport ein – bis dato. Musikalisch begleitet wurde das vielseitige Programm vom Heeresmusikkorps Koblenz, das nicht nur den „Kurfürsten Reitermarsch“ im Stadion erklingen ließ, sondern natürlich auch die Nationalhymne für diesen besonderen Ehrengast.

Wie ein Andenken stand während des gesamten Programms „Halla“ mitten auf dem „Heiligen Rasen“, die Wunderstute, mit der HGW so viele Erfolge auf internationalem Parkett feiern konnte. Natürlich „nur“ in Form einer Bronzestatue, die extra für diese Gala aus Warendorf, Winklers Wohnort, nach Aachen transportiert wurde. 1979 verstarb das Ausnahmepferd, über das Winkler einmal sagte: „Sie hat einfach eine Schraube locker, genau wie ich.“

Zum Ende der Gala gab es noch eine besondere Überraschung für Winkler: Eine Zuschauerchoreografie auf der AachenMünchener Tribüne, sowie Transparente mit den Worten „Danke“ und „HGW“. Und wie es sich für eine wahre Koryphäe des Reitsports gehört, wurde Hans Günter Winkler zum Ende der Gala mit viel Applaus und stehenden Ovationen vom Publikum bei strahlendem Sonnenschein auf seine Ehrenrunde geschickt. Ein emotionales Finale für einen ganz Großen des Reitsports.