CHIO Aachen 2012: „In Aachen zu reiten, ist etwas ganz Besonderes.“

 

Dressur-Star Helen Langehanenberg im Gespräch

Dressurreiterin Helen Langehanenberg ist die Frau der Stunde. Zweite im Weltcup, Deutsche Meisterin und Top-Favoritin auf den Sieg beim Weltfest des Pferdesports, CHIO Aachen. Eine Woche vor Beginn der Dressur-Prüfungen auf dem traditionsreichen Turniergelände in der Aachener Soers sprachen wir mit der 30-Jährigen.

In den letzten Monaten haben Sie große Erfolge gefeiert. Haben Sie zuletzt eigentlich mehr trainiert oder gefeiert?

Natürlich habe ich auch ein bisschen gefeiert, gerade nach meinem Sieg bei den Deutschen Meisterschaften in Balve. Ich habe jedoch schnell wieder in den Alltag zurückgefunden und viel trainiert – schließlich stehen wichtige Turniere an, wie der CHIO in Aachen.

Wie fühlt sich die Favoritenrolle an?

Ich beschäftige mich nicht mit der Frage, ob ich eine Favoritenrolle einnehme oder nicht. Ich konzentriere mich lieber auf meinen Sport. Ich möchte so wenig Fehler wie möglich machen und möglichst gut reiten. Da ist es für mich unerheblich, ob ich in einer Favoritenrolle gesehen werde oder nicht.

Spüren Sie gar keinen Druck?

Natürlich merke ich, dass „Dami“ und mir in letzter Zeit mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, gerade von den Medien. Das ist schön, ändert aber nichts daran, dass ich hart trainiere. Druck löst die neue Situation in mir nicht aus. Wir werden einfach reiten wie immer – ganz entspannt und mit viel Spaß.

Seit 2010 haben Sie Damon Hill in Ihrem Stall, was macht dieses Pferd so besonders?

Dami ist ein Weltklasse-Pferd. Er kann klar unterscheiden, was gerade ansteht. Er ist lieb, menschenbezogen, er denkt mit, und er will immer Höchstleistungen bringen. Das merke ich immer, kurz bevor wir in das Dressurviereck einreiten. Dann habe ich das Gefühl, dass er mit jedem Schritt immer etwas größer und stolzer wird. Dami ist ein Pferd, das riesigen Spaß am Dressursport hat.

Der Dressursport hat sich in den letzten Jahren sehr verändert. Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation?

Der Sport wurde lange dominiert vom Zweikampf zwischen Isabell Werth und Anky van Grunsven. Außerdem hatte Deutschland ein Abo auf Mannschaftstitel. Ich freue mich darüber, dass längst auch andere Nationen wie England und natürlich die Niederlande auf absolutem Weltklasse-Niveau reiten und das Dressurreiten in letzter Zeit so viel Popularität genießt. Das ist gut für uns, aber das ist auch sehr gut für die vielen talentierten Nachwuchssportler, die so mehr Chancen für eine sportliche Karriere erhalten.

Was haben Sie für Ziele beim CHIO Aachen 2012?

Ich möchte möglichst gut reiten und wenige Fehler machen. Ich starte das erste Mal in der Mannschaft, darauf freue ich mich besonders. Denn die derzeitige Mannschaft ist toll, wir verstehen uns riesig – so können wir ganz nebenbei auch mit dem alten Vorurteil der Dessurzicken aufräumen (lacht). Im Ernst: In Aachen zu reiten, in diesem Stadion, vor diesen Zuschauern, das ist etwas ganz Besonderes.