CDI**** GLOCK HORSE PERFORMANCE CENTER 2014: Ein Leben für die Dressur

…ein Leben in Ausbildung

So einfach und leicht sehen die schwersten Dressurlektionen aus. Die Pferde scheinen den Takt zu fühlen, reagieren auf die feinsten Hilfen ihres Reiters, die für den Betrachter nahezu unsichtbar wirken. Still sitzen sie auf ihren Pferden und zaubern einen atemberaubenden Tanz hoch zu Ross ins Viereck. Millionen von Menschen weltweit bewundern die Dressurstars unter dem Sattel. Wie die besten drei Pferde im Weltcup Finale 2014: Valegro, Damon Hill NRW und GLOCK’s Undercover. Doch wie schafft ein Dressurpferd den Tanz in die ganz großen Arenen?

Es ist eine Geschichte vom Suchen und Finden, vom Zusammenpassen und Zusammenwachsen, vom richtigen Fördern und Fordern, von Vertrauen und Hingabe, von einer lebenslangen Partnerschaft und einem lebenslangen Lernen.

Die Suche nach einem passenden Pferd ist spannend, denn Pferde und Menschen sind sich in vielerlei Hinsicht ähnlich. Es gibt Sensible, Draufgängerische, Brave und auch richtig ausgefuchste Schlitzohren, Körperbewusste, Intelligente, Lernwillige, Ehrgeizige und Faule. Große und Kleine sind dabei, sportlich Aussehende und eher unbeholfen Wirkende.

Genau wie der Mensch hat auch das Pferd manchmal mehr und manchmal eher weniger Talent, Stärken und Schwächen. Diese sowohl beim Reiter als auch beim Pferd zu erkennen und zu fördern ist nur ein Teil vom großen Geheimnis hinter den Dressurkulissen. Ein anderer Part ist konzentriertes Arbeiten mit einer idealerweise ganz sanften aber frühen Förderung mit dem richtigen Partner.

Schon im Kindesalter kann der geübte Trainer ein kommendes Reittalent erkennen. Das Sich-Einfühlen am Pferderücken und das Eins-Werden ist ein Geschenk. Es benötigt Training, Lob, Arbeit an sich selbst, Kritikfähigkeit, Einfühlungsvermögen, Fokussierung und nochmal Training, Training, Training. Nicht viel anders sieht es bei den Pferden aus. Schon im Fohlenalter erkennt der Profi ob der heranwachsende Vierbeiner ein kommender Dressurstar werden kann.

Am Weg ein aufgehender Stern am Dressurhimmel zu sein, spielt der Charakter eine große Rolle. Will der Reiter an sich arbeiten, kann er Kritik vertragen, will er sich einfühlen anstatt sich dem Pferd aufzuzwingen, ist er entspannt, losgelassen, sitzt er im Pferd? Hat das Pferd Freude am Sich-Bewegen, an der Arbeit und am Lernen neuer Lektionen, ist es sensibel aber dennoch gelassen, lässt es sich ganz auf den Reiter ein?

Am weiten Weg zur höchsten Stufe der Dressurausbildung gibt es beinahe so viele Philosophien wie Pferde.

Doch eines bleibt immer klar: ein Dressurpferd so auszubilden, dass es mit Freude und Spaß im großen Sport mitmischen kann, ist mehr als nur ein kurzer Auftrag. Es ist eine jahrelange Aufgabe, eine Herausforderung, ein Abenteuer. Doch wenn die Ausbildung gelingt, ist es vor allem eines: Eine tiefgehende Partnerschaft zwischen Reiter und Pferd.

Foto: Er hat die Gene seines berühmten Vaters Totilas und einen berühmten Reiter als Ausbilder und so kann der Weg in die hohe Kunst der Dressur beginnen: GLOCK’s Toto Jr. und Edward Gal. © Arnd Bronkhorst