Breeders-Crown-Meeting Berlin-Mariendorf 2013: Alle Wege führen nach Berlin

 

Beim großen Mariendorfer Breeders-Crown-Meeting werden fast 400.000 Euro Preisgeld verteilt. Am ersten Tag stehen die fünf- bis siebenjährigen Traber im Mittelpunkt.

Berlin-Mariendorf, 2. November 2013 (Beginn 17.30 Uhr).

Deutschlands Züchter können dem bevorstehenden Wochenende voller Stolz entgegenblicken, denn sie sind es, die den Grundstock und den Lebenspuls des Trabrennsports bilden. Bei der zweitägigen Breeders-Crown-Veranstaltung in Mariendorf präsentieren sie die Früchte ihrer Arbeit – und das in einer schier unglaublichen Vielfalt. Denn beim Blick auf die Starterfelder wird eines sofort klar: Es gibt wohl kaum ein prominentes deutsches Trabrennpferd, das bei diesem Festival des Sulkysports nicht dabei ist. Dementsprechend üppig fällt natürlich auch der finanzielle Stellenwert des Trotter-Gipfels aus: Inklusive der Züchterprämie werden fast 400.000 Euro Preisgeld an die Sieger und Platzierten verteilt.

Bei dem elf Rennen umfassenden Auftakt am Samstag geht es aber nicht nur für die Aktiven und Stallbesitzer um viel Geld, sondern die Abendveranstaltung ist auch für das wettende Publikum überaus attraktiv. Gleich im 1. Rennen wird ein Siegjackpot in Höhe von 2.000 Euro ausgespielt. Die meisten Einsätze werden sicherlich auf Michael Nimczyk und den glattgehend nahezu unbezwingbaren Trombone wandern. Weitere Siegjackpots in Höhe von jeweils 1.000 Euro werden im 6. und im 11. Rennen ausgeschüttet. Beide Prüfungen stellen Breeders-Crown-Entlastungen dar und die Frage nach den Favoriten ist hier weitaus offener. Bei den älteren Stuten werden wohl Cosmic Love (Gerd Biendl), Recordtime (Michael Schmid) und Almasi (Gerhard Mayr) eine bedeutende Rolle übernehmen, während bei der Entlastung der dreijährigen Hengste und Wallache vor allem Hallo again (Robin Bakker), Immosand (Robbin Bot), Abaton (Maik Esper) und SJ’s Victor (Michael Nimczyk) weit vorne zu erwarten sind.

Der erste ganz große Knüller des Wochenendes steht im 4. Rennen auf dem Programm. Denn diese Prüfung ist nicht nur der Auftakt der mit 5.000 Euro Garantieauszahlung versehenen V5-Wette, sondern auch in sportlicher Hinsicht ein absolutes Highlight. Beim Hauptlauf der fünf- bis siebenjährigen Stuten geht es um ein Preisgeld in Höhe von 37.356 Euro und den größten Teil dieses Prämienkuchens wollen sich zwei schwedische Topfahrer abschneiden. Jörgen Sjunnesson hat mit Jitanes die Startnummer eins erwischt – nicht unbedingt die beste Ausgangslage. Aber angesichts der herausragenden Bilanz der Varenne-Tochter wird der Skandinavier, der die Stute in Vertretung ihres Trainers Peter Untersteiner bisher viermal gesteuert hat, die Fahrleine voller Vertrauen in seine Hände nehmen. Denn Jitanes reist nicht nur mit einem frischen, in dreizehner Zeit in Solvalla erzielten Sieg an, sondern sie ist auch die deutsche Rekordhalterin über die Sprint- und Mitteldistanz.

Ihre Hauptgegnerin ist schnell gefunden: Die von Joakim Lövgren präsentierte Lasbek-Stute Elaine – ebenfalls eine Tochter des zweimaligen Amérique-Siegers Varenne – geht von der Fünf aus ins Rennen. Obwohl die Braune zuletzt in Jägersro nicht durchdrang, ist ihre Klasse unbestreitbar, denn alleine in der Saison 2012 hat Elaine über 50.000 Euro Preisgeld in Schweden verdient. Bei ihrem vorletzten Start maß die Siebenjährige schon einmal mit Jitanes die Klingen. Doch obwohl Elaine an diesem Tag zur persönlichen 11,6-Bestmarke stürmte, biss sie sich an ihrer Widersacherin, die noch vier Zehntel schneller unterwegs war, deutlich die Zähne aus. Die Frage wird also sein, wie schnell Jitanes von der Position eins aus auf freie Fahrt findet. Hat die Sjunnesson-Stute erst einmal die Tête, wird sie auch von den anderen Teilnehmern wie Parisienne Blue (Josef Sparber), What a Feeling (Roland Hülskath), Miss Chablis (Christoph Schwarz) und Kamina (Michael Nimczyk) nicht zu bezwingen sein.

Das ebenfalls mit 37.356 Euro dotierte Pendant für die fünf- bis siebenjährigen Hengste und Wallache wird als 9. Rennen ausgetragen. Hier ist Jörgen Sjunnesson zwar nicht dabei, dafür hat Joakim Lövgren aber erneut ein starkes Pferd vom Gestüt Lasbek zur Hand: Der Wallach Grumetti konnte dem aktuell besten deutschen Traber, nämlich Bagley, beim Vorlauf des mit 60.000 Euro dotierten Hamburg-Cup als einziger folgen und schien den Adamas-Crack zu Beginn der Zielgeraden sogar zum Kampf stellen zu können. Auch wenn Bagley diesen Angriff souverän parierte, war es jedenfalls ein glänzender Auftritt von Grumetti, der dann im Finale sofort von den Beinen geriet. Davor siegte der Braune in zwölfer Zeit in Jägersro und agierte bis auf wenige Ausnahmen auch auf höchstem Niveau stets bravourös.

Der Lasbeker ist also ein ganz heißer Sieganwärter – aber er muss einige dicke Brocken aus dem Weg räumen. Neben Pferden wie Wild Viking (Michael Schmid) und Independence (Andreas Gläser), die schon große Klasse bewiesen haben, aber derzeit ein kleines Formtief durchlaufen, stechen drei weitere Starter sofort ins Auge, nämlich Abano Boy, Going As und Baltimore As. Der Erstgenannte war mit seinem Trainer Heinz Wewering dreimal hintereinander unter Wert geschlagen, weil er mehrfach in der Startphase auf Schwierigkeiten stieß. Diesmal ist die Ausgangslage mit der Nummer neun aus der zweiten Reihe zwar nicht besser – doch das ändert nichts an der hohen Meinung, die Wewering von seinem Schützling hat. Going As war ebenfalls im Pech, als er beim Mariendorfer Geburtstagsrennen um 25.000 Euro Preisgeld gleich nach wenigen Metern radikal umgefahren wurde. Danach rückte Josef Franzl die Bilanz des Stall-Germania-Hengstes mit einem überlegenen Sieg in Daglfing wieder gerade. Der Dritte im Bunde ist der stets von Roland Hülskath gesteuerte Baltimore As. Der Star des Gestüts Neritz traf es nach überwundener Krankheit in dieser Saison schwer an. Mit der Vier hat der Hengst aber eine optimale Startnummer erwischt. Er wird sich teuer verkaufen

Unsere Tipps:

1.Trombone – Faust Hanover – Butterfly Boshoeve

2.Emerald Bay – Laufey – Pocahontas Diamant  

3.Herold As – Calypso H – Easy Lover  

4.Jitanes – Elaine – Parisienne Blue

5.Abasi – Merana – Onetheway Diamant – Vicky Corner  

6.Cosmic Love – Recordtime – Almasi

7.Il Lamborghini – Harry’s Bar – Dschingis Khan

8.Sir Mathijs – Kalido – Hobard

9.Baltimore As – Abano Boy – Grumetti

10.La Joliette – Honeybee – Demi Kievitshof

11.Hallo again – Immosand – Abaton