Breeders Crown auf der Trabrennbahn Berlin-Mariendorf: Prominente Gäste

 

Der zweite Tag des Berliner Meetings wird zu einem internationalen Gipfeltreffen: Mariendorf begrüßt Fahrer aus acht europäischen Nationen – darunter auch die Sulky-Legende Jean-Pierre Dubois.

Sonntag, 2. November 2014 (Start des 1. Rennens um 14 Uhr / Beginn des BTV-Expertentalks auf German Trot TV bereits um 13.15 Uhr).

Er ist ein Idol, eine Legende des Trabrennsports: Der Franzose Jean-Pierre Dubois triumphierte gemeinsam mit seinen Söhnen Jean-Etienne und Jean-Philippe vier Mal beim Prix d’Amérique, dem wichtigsten Trabrennen der Welt. Er ist zugleich das Oberhaupt einer berühmten Züchter-Dynastie. Dass der 74-jährige Ausnahmesportler gemeinsam mit Fahrern aus sieben weiteren europäischen Nationen am zweiten Tag des Breeders-Crown-Meetings in Mariendorf an den Start geht, ist für den Veranstalter also eine große Ehre und beweist den internationalen Stellenwert des Berliner Events.

Ein roter Teppich wird für den bedeutenden Gast und die vielen anderen prominenten zwei- und vierbeinigen Teilnehmer des Zwölf-Rennen-Programms zwar nicht ausgerollt – aber das ist eigentlich auch gar nicht nötig, denn seit der kompletten Sanierung des Geläufs präsentiert sich die Derby-Piste geradezu wie ein luxuriöser Flor. In Mariendorf herrscht also Feststimmung – und da zu einem herausragenden sportlichen Event auch ein außergewöhnliches Wettangebot gehört, hat der Rennverein ein gewaltiges Spektrum von Aktionen auf die Beine gestellt. Am Sonntag werden Jackpots, Garantieauszahlungen und Prämien in Gesamthöhe von über 60.000 Euro ausgelobt. Der absolute Knaller ist dabei natürlich die im 5. Rennen beginnende V5-Wette, die mit 30.000 Euro Garantie inklusive 16.100 Euro Jackpot ausgestattet ist.  

Doch schon vor dem V5-Start geht es richtig zur Sache. Die Veranstaltung, bei der es für die Sieger und Platzierten Preisgeld und Züchterprämien in Höhe von über 260.000 Euro zu gewinnen gibt, strotzt voller Highlights. Im besonderen Mittelpunkt stehen natürlich die sechs Breeders-Crown-Hauptläufe. Der erste von ihnen wird als 3. Rennen gestartet, hier gehen die dreijährigen Stuten an den Ablauf. Und was für welche! Die gesamte Spitze ist vertreten: Die Stutenderby-Siegerin Pippa Barosso (Hugo Langeweg jun.) misst ihre Kräfte mit Emma di Quattro (Dennis Spangenberg) und Stacelita (Josef Franzl) und obwohl die Letztgenannte rein von der Papierform her natürlich das zu schlagende Pferd ist, ist der Sieg noch lange nicht unter Dach und Fach. Denn es ist das erste Mal, dass Stacelita auf diese beiden vorzüglichen Konkurrentinnen trifft und auch die beim St.-Leger-Stutenlauf vollauf überzeugenden Pocahantos Diamant (Rob de Vlieger) und Star Potential (Robin Bakker) werden sich in den Wettkampf einmischen.

Gut zwanzig Minuten später folgt bereits der Hauptlauf der zweijährigen Hengste und Wallache (4. Rennen). Im Feld befinden sich zwei frische Sieger: Der über seine Blutlinien mit Ini Lou und INXS of Fire verwandte Yahoo (Michael Schmid) und der aus der niederländischen Derby-Siegerin Until the End stammende Feel the Heat (Robin Bakker). Doch schon die Tatsache, dass in diesem Rennen fünfzehn Pferde an den Start gehen, macht die Sache unberechenbar. Der von Conrad Lugauer gesteuerte Centurion gehört jedenfalls unbedingt mit auf den Wettschein. Der Youngster des Besitzerehepaars Bosner lieferte in Jägersro bereits einen sechzehner Schnitt ab. Sehr viel Aufmerksamkeit verdient aber genauso der von Jean-Pierre Dubois präsentierte Bohemian Rhapsody: Denn seine Mutter ist keine Geringere als die französische Vierbeinerheldin Bahama, die in ihrer schier unglaublichen Rennkarriere 1,6 Millionen Euro Preisgeld verdiente.

Wie schon erwähnt, beginnt im 5. Rennen die V5-Wette. Der Auftakt hat es in sich, denn obwohl das Teilnehmerfeld nur acht Pferde umfasst, gehen mit Adrian Cliv BR (Heinz Wewering), dem zuletzt in Bahrenfeld bärenstarken Ozon (Gerhard Biendl), N Cor Star (Josef Franzl), Rieto (Robbin Bot) und Panasonic Diamant (Robin Bakker) nicht weniger als fünf frische Sieger an den Start. Wir wollen uns an dieser Stelle aber ganz auf den nächsten Breeders-Cown-Hauptlauf konzentrieren: das 7. Rennen. Dort sind die zweijährigen Stuten gefordert. Beim Hamburger Grand-Prix-Meeting gewann Terrific Pic (Vincenzo Castiglia) den Stutenlauf zum Preis des Winterfavoriten durch den Open Stretch mit einer Länge vor Indira Bo (Heinz Wewering), die trotz eines anspruchsvollen Verlaufs kurz vor dem Ziel schon wie die Siegerin aussah. Vor diesen beiden Pferden braucht sich aber April Love nicht zu verstecken – ihr Trainer Jorma Oikarinen wagte sich mit der Dunkelbraunen sogar in den Winterfavorit-Hauptlauf und die Stute rechtfertigte dieses Vertrauen mit einem grandiosen Ehrenplatz restlos. Beltaine (Jean-Pierre Dubois) kann dagegen noch überhaupt nicht beurteilt werden. Aber die Debütantin hat sich dennoch einen Hinweis verdient, denn sie ist die kleine Schwester von Stacelita.

Das 9. Rennen wird als Hauptlauf der vierjährigen Hengste und Wallache ausgetragen und einer, der schon bei der letzten Breeders Crown – damals noch mit Heinz Wewering im Sulky – als Sieger über die Linie sprintete, könnte erneut auf die Ehrenrunde gehen: Shoemaker läuft mittlerweile unter der Regie von Joakim Lövgren und die ersten gemeinsamen Auftritte waren vielversprechend, denn in Aby und in Jägersro sprangen zweite und dritte Plätze in vierzehner Zeiten heraus. Doch auch Fridericus (Michael Nimczyk) und Stanislawski (Robin Bakker) melden Ansprüche an und einen interessanten Außenseiter darf man ebenfalls nicht übersehen – denn Shoemakers Ex-Trainer Heinz Wewering steht nicht mit leeren Händen da, sondern kann sich mit Lord Jaycee durchaus einiges ausrechnen. Der Hengst siegte im dänischen Charlottenlund in dreizehner Zeit und sein leider viel zu früh verstorbener Besitzer Jürgen C. Dieck hatte immer riesige Stücke auf den Dunkelbraunen gehalten.

Das 10. Rennen – der Hauptlauf der dreijährigen Hengste und Wallache – ist vor allem aus Berliner Sicht ein absoluter Hammer, denn hier gibt Ganystar seine Visitenkarte ab. Der muskulöse Traber hat sich in der Hand seines Trainers Maik Esper zu einem Bilderbuch-Pferd entwickelt und von der Startposition zwei aus ist völlig klar, wohin die Reise gehen wird. Die Spitze nehmen und gewinnen – so wird die Devise von Maik Esper lauten. Wer könnte diese Strategie zunichtemachen? Der Derby-Dritte Elton Attack ist diesmal wieder Heinz Wewering anvertraut. Unmittelbar nach dem wichtigsten deutschen Rennen kam der Hengst aber ebenso wie Indover (Michael Nimczyk) über Platzgelder nicht hinaus. Daher sollte man neben dem Seriensieger Louisdor (Thorsten Tietz) trotz der ungünstigen Startposition acht besonders Hoogerland (Hugo Langeweg jun.) im Auge behalten. Der von vielen Fachleuten als kommender Crack eingeschätzte Wallach musste im Sommer einige Wochen aussetzen und die großen Prüfungen auslassen. Auf sein Comeback darf man sehr gespannt sein.

Der sechste und letzte Hauptlauf – diesmal den vierjährigen Ladies vorbehalten – geht als 11. Rennen über die Bühne. Und natürlich ist auch eine Stutenderby-Siegerin dabei: Fräulein Wunder wird wie stets von Roland Hülskath präsentiert. In dieser Saison hat die Love-You-Tochter zwar noch keine Ehrenrunde bestritten. Aber ihr dritter Rang beim Stuten-Grand-Prix in Hamburg war nicht von schlechten Eltern, denn nachdem Fräulein Wunder zunächst weit aus dem Rennen gelegen hatte, machte sie im Speed noch viel Boden gut. Sie trifft allerdings auf eine unbequeme Gegnerin: Vicky Corner (Thorsten Tietz) verfügt über ein gewaltiges Laufvermögen. Leider steht sich die schwierige Stute oft selber im Weg – ihre Erfolge wechseln sich regelmäßig mit Disqualifikationen ab. Daher gehören unbedingt noch weitere Pferde wie Abasi (Gerhard Mayr), Honeybee (Victor Gentz), Grande Dame (Heinz Wewering), Elma Lane (Michael Schmid) und Joyful Angel (Hugo Langeweg jun.) mit auf den Wettschein.                          

Tipps:

1. Floh G – Regale by Pass – Antano

2. Figy F Boko – Unique Dream – Flori Dragon

3. Stacelita – Pippa Barosso – Emma di Quattro – Aint she sweet

4. Yahoo – Centurion – Feel the Heat

5. Adrian Cliv BR – Ozon – N Cor Star

6. Panama Diamant – Rosenstolz – Florana G

7. Terrific Pick – Indira Bo – April Love

8. Going As – Andersson Mo – Iron Steel

9. Shoemaker – Stanislawski – Fridericus

10. Ganystar – Elton Attack – Indover

11. Vicky Corner – Fräulein Wunder – Abasi – Honeybee

12. May Girl – Vulkan – Hainang

Foto von Marius Schwarz