Breeders Crown auf der Trabrennbahn Berlin-Mariendorf 2014: Ein Festival des Trabrennsports

 

Große Namen: Am ersten Tag der Breeders Crown treten Vierbeiner-Helden wie Lobell Countess, Dream Magic BE, Chapeau, Banks und Georgina Corner in Mariendorf an. Große Summen: Für die Sieger und Platzierten geht es am Auftaktabend um über 200.000 Euro Preisgeld. Große Gewinnchancen: Auf das wettende Publikum warten Jackpots und Garantien in Höhe von 29.000 Euro.  

Samstag, 1. November 2014 (Start des 1. Rennens um 18 Uhr / Beginn des BTV-Expertentalks auf German Trot TV bereits um 17.10 Uhr).

Der erste Tag des Breeders-Crown-Meetings stellt ein Rendezvous der großen Namen dar. Traber-Helden wie Lobell Countess, Dream Magic BE, Georgina Corner und What A Feeling, die allesamt den Kampf um das Blaue Band bzw. den Siegerpokal des Stuten-Derbys gewannen, und herausragende Pferde wie Banks und Chapeau treten auf dem frisch sanierten Mariendorfer Geläuf an und versprechen dem Publikum Rennsport der Extraklasse. Man darf sich absolut sicher sein: Das Berliner Wochenende, an dem es für die insgesamt 230 startenden Sulkygespanne um 470.000 Euro an Preisgeld und Züchterprämien geht, wird ein Stück Geschichte schreiben.

Rund 200.000 Euro der genannten Gesamtsumme werden bereits am Auftaktabend verteilt und im absoluten Mittelpunkt stehen natürlich die beiden nach Geschlechtern getrennten Breeders-Crown-Läufe der älteren Pferde. Die fünf- bis siebenjährigen Stuten geben sich als erstes die Ehre – nämlich im 7. Rennen, das zugleich der Startschuss zu der mit 1.000 Euro Jackpot aufgestockten Daily-Double-Wette ist. In dem Achterfeld werden es Helena von Haithabu (Thomas Heinzig) und Britany (Heinz Wewering) schwer haben. Und selbst für eine Seriensiegerin wie Indra Comtesse (Josef Franzl) und für Daydream (Dennis Spangenberg), die im Finale der mit 20.000 Euro dotierten Internationalen Amateur-Meisterschaft in Bahrenfeld auftrumpfte, wird die Aufgabe alles andere als ein Spaziergang sein.

Denn sie treten gegen vier sportliche Schwergewichte an, die längst sechsstellige Gewinnsummen vorweisen können. Die diesmal von Hugo Langeweg jun. gesteuerte Lobell Countess ist das europaweit am meisten bekannte Pferd unter ihnen. Die Stute, die 2011 das Deutsche Traber-Derby gewann und im Vorjahr im Matadoren-Rennen eine hervorragende Leistung ablieferte, ging auch in der Höhle des Löwen – nämlich auf den Pariser Bahnen – ihren Weg. Der Sieg im Prix du Parc des Princes auf der Piste in Enghien in der persönlichen Bestzeit von 1:12,0 min. und vorzügliche Platzierungen in Vincennes sprachen in dieser Saison deutliche Worte. Die edel ausschauende Traberlady hat zweifellos viel vom Können ihres Vaters Abano As, dem gewinnreichsten deutschen Traber aller Zeiten, geerbt.

Dass Lobell Countess zuletzt nur Fünfte war und aus einer kurzen Pause kommt, sollte man nicht überbewerten. Die überaus startschnelle Stute bringt so viel Klasse mit, dass sie als Tipp des Tages gelten darf. Doch auch die anderen drei Hochkaräter im Teilnehmerfeld sind nicht ohne: Die Varenne-Tochter Jitanes (Jörgen Sjunnesson) beruft sich auf einen frischen Sieg in Örebro, Georgina Corner (Thorsten Tietz) hat in den letzten zwei Jahren in Mariendorf nur ein einziges Rennen verloren und What a Feeling (Michael Nimczyk) neigt zwar zu Formschwankungen, wächst aber an guten Tagen über sich hinaus. Der beste Beweis war das Aufeinandertreffen mit Jitanes im November 2013: Damals schlug What a Feeling der Gegnerin ein Schnippchen und stürmte zum Breeders-Crown-Sieg.

In der Partie steckt also viel Pfeffer – und das kann man wahrlich auch vom Hauptlauf der fünf- bis siebenjährigen Hengste und Wallache behaupten, der als 10. Rennen ausgetragen wird. Denn dort kommt es zu einem Duell, das Erinnerungen weckt: Der Derby-Sieger Dream Magic BE trifft mit seinem Trainer Josef Franzl auf genau das Pferd, das damals an dem denkwürdigen 5. August 2012 im wichtigsten Rennen Deutschlands vor ihm die Ziellinie passierte, dann aber im Anschluss von den Stewards disqualifiziert wurde. Auf Chapeau also, der diesmal von Michael Nimczyk gesteuert wird. Beide Pferde sind mittlerweile zu echten Internationalen gereift. Dream Magic BE verkaufte sich nicht nur in Frankreich teuer, sonder bewies auch in Bahrenfeld enorme Qualitäten, als er im Vorlauf des Hamburg-Cups Konkurrenten wie Mr. Piccolit bezwang. Chapeau kreuzt regelmäßig mit genau der gleichen Sorte Gegner die Klingen und feierte in dieser Saison schon Siege auf vier verschiedenen schwedischen Bahnen: Gävle, Romme, Mantorp und Jägersro.

Diese beiden Pferde gegeneinander laufen zu sehen, ist sicherlich bereits das Eintrittsgeld wert. Doch auch zwei andere Teilnehmer wecken große Gefühle: Nämlich der 09,9-Rekordtraber Banks, der für seinen Trainer und Fahrer Michael Larsen wie geschaffen ist und eine unglaubliche Harmonie mit seinem gesamten Stallteam bildet, sowie der von Thorsten Tietz präsentierte Harry’s Bar, der trotz seines Handicaps – der Wallach ist auf einem Auge blind – regelrecht die Lunge aus sich rennt, um den Menschen, die sich um ihn kümmern, viel Liebe zurückzugeben. Zumindest was die Emotionen anbelangt, entwickelt sich der durch Wild Viking (Michael Schmid), Punk (André Bakker), Sahir (Gerhard Mayr), Hamilton As (Thomas Panschow) und Dschingis Khan (Gerhard Biendl) komplettierte Hauptlauf quasi zum Rennen des Jahres.

Viel Aufmerksamkeit werden aber auch die acht an diesem Abend ausgetragenen BC-Entlastungen genießen. Nicht nur, weil vier von ihnen – nämlich das 2., 4., 6. und 9. Rennen – jeweils mit der Mariendorfer Supersieg-Wette (5.000 Euro Garantieauszahlung inklusive 1.000 Euro Jackpot) verknüpft sind, sondern weil auch diese Prüfungen nur so von prominenten Pferde- und Fahrernamen strotzen. Was die Männer an der Fahrleine anbelangt, gehen außer den zuvor schon im Text erwähnten Profis und der gesamten deutschen Spitze weitere internationale Topleute wie Arnold Mollema, Rob de Vlieger, Robin Bakker und Robbin Bot an den Start und was die Pferde betrifft, seien hier stellvertretend für alle anderen erstklassigen Traber nur Kaliber wie Montecore Mo (5. R.), Way Scott (6. R.) oder Jag Heuvelland (12. R.) genannt.                          

Tipps:

1.Rayman – Premiere de Mai – Pokerface Diamant  

2.Boss Hoss – Succesful – Sambuco

3.Miss Chablis – Freccia rossa – Honoree – Hippie

4.Donna Kievitshof – Inari – La Joliette

5.Montecore Mo – Grumetti – New Generation – Vantastic

6.Way Scott – SJs Sunday – Good man

7.Lobell Countess – Jitanes – Georgina Corner

8.Julio Cortina – Hallo again – Lucky Luke

9.Imi Para Mi – Emma F Boko – Born to win

Foto von Marius Schwarz: Thorsten Tietz und Georgina Corner

10.Dream Magic BE – Chapeau – Banks – Harry’s Bar

11.     Immosand – Love You Corner – Zhao Burgerheide

12.     Jag Heuvelland – Zatopek Boshoeve – Halifax