Berliner Studentenreiter mit CHU in Müncheberg: Da haben die Wände gewackelt

Der Tag der Deutschen Einheit platzierte sich in diesem Jahr an einem Samstag und das CHU der Berliner Studentenreiter am gleichen Wochenende in Müncheberg. Auf dem dort ansässigen Galgenberghof ist die Akademikerdichte schon recht hoch. Hinzu kamen die angehenden geistigen Größen Deutschlands, um sich ihre Meriten hoch zu Ross zu verdienen. Die wurden von Mannschaften aus zwölf verschieden Städten Deutschlands gestellt und sorgten von Beginn an für Stimmung.

Für die richtige Fortbewegung sorgten Pferdebesitzer aus Berlin und Brandenburg, die den Studentenreitern ihre Pferde zur Verfügung stellten. Ihnen wurde traditionell in der Abschlusszeremonie gesondert und ausdrücklich gedankt. Und was wird da gleich laut gerufen? „OOOOOOOOOOH PFERDEBESITZER!!!“

In der Natur der Sache liegt es aber bei Studentens, dass nicht nur geritten wird, sondern mindestens ebenso ordentlich gefeiert. Das geschieht meist auf recht - sagen wir mal - stimmungsvolle Art und Weise. Während sich nämlich die einen im Sattel abplagten, trieben es die anderen am Platzrand recht bunt und klatschten, tanzten, sangen oder alles zusammen.

Das CHU stand in diesem Jahr unter dem Motto "CHU Allstars: Superstars unter sich". Die Aufgaben und somit Erscheinungsbild und zu leistende Showeinlagen wurden wie folgt verteilt:

Braunschweig als Matthias Reim

Bonn als Helene Fischer

Halle als DJ Ötzi

Hamburg als Die Atzen

Hannover als Die Toten Crackhuren im Kofferraum

Ilmenau als Jürgen Drews

Iserlohn als Andreas Gabalier

Kiel als Micky Krause

Leipzig als Der Wendler

Magdeburg als Die Flippers

München als Andrea Berg

Oldenburg als Wolle Petry

Nun kann man sich halbwegs vorstellen, wohin der Hase auf dem CHU lief und welche Stimmung entstanden ist. Und wenn man die ganze Sache im Kopf verzehnfacht, kommt es so in etwa hin. Kleiner Tipp: Auf Facebook kann man unter CHU Berlin einige Videos bestaunen, wie die Party respektive das Turnier abliefen. Eine nicht enden wollende Abfolge aus Schlachtrufen, Gesang, Tanz und Baggerversuchen. So, wie es sich für angehende Akademiker gehört.

Kleinere Vorfälle waren ebenfalls zu verzeichnen. Am Samstag stürzte ein Pferd im Anhänger; bekam gottlob nur ein paar Schürfwunden ab. Im Rahmen der Springwettbewerbe wurden zwei oder drei Bodenproben genommen. Und irgendjemand verletzte sich den Mittelfinger, was dazu führte, dass diese Person das Wochenende damit verbrachte, den verbundenen Stinkefinger zu zeigen. Wie zu hören war, wurde die Partylocation ein wenig in Mitleidenschaft gezogen. Das Hauptnahrungsmittel war der Döner, was allgemeine Zustimmung fand. Die restlichen Highlights gehörten dem Sport.

Für den Sieger in der Kombination wurde ein aus Metall angefertigtes Pferd mit Studentenmütze auf dem Kopf ausgelobt. Es wurde von dem bekannten Künstler Joachim Matz gemacht („Der mit dem Stahl malt“). Außerdem waren wieder reichlich feine Preise am Start; Decken und Sschabracken, sogar VIP-Tickets für Horses & Dreams. Den Hauptpreis für den Sieg in der kombinierten Einzelwertung holte sich Monika Durbajllo aus Hamburg („MAAAAAAINE PERLE!“). Sie lag in der Wertung vor Marieke Groke (Hannover) sowie Tanina Schuldt (ebenfalls HH). Die Einzelwertung Dressur ging an Dana Lange aus Magdeburg. Brit Haselhoff aus Hamburg und Marieke Groke belegten die Podiumsplätze.

Im Springen war Carlotta von Spieß aus Bonn der Sieg nicht zu nehmen. Johanna Helmke (München) sowie Monika Durbajllo ritten zu Silber und Weiß. Sportlich-mathematisch musste es in der Team-Wertung fast zwangsläufig auf einen Sieg des hanseatischen Olympia-Bewerbers hinauslaufen. Mit gerade einmal 52 Zählern siegte Team Hamburg (Monika Durbajllo, Max Rother, Brit Haselhoff). Doch es wurde ein Doppelsieg für die größte Stadt an der Elbe, denn das Team Hamburg Bundis (Leonie Johannsmann, Merle Kreye, Tanina Schuldt) belegte mit 65,5 Punkten Rang zwei vor Ilmenau (96 Punkte; Linda Oppel, Nicole Zacher, Nadine Zacher). Falls sich nun jemand fragt, wo denn die Berliner abgeblieben sind - die dürfen laut Reglement im Heimspiel nicht antreten!

Der wichtigste Preis darf aber nicht vergessen werden, schließlich ist er so etwas wie die Krone des CHU: Der Baggerpreis. Der bestand in diesem Jahr aus einem Tanga, Nippelklemmen, Feuchttüchern und einem Stift von einer Sexualtherapeutin. Den Preis teilten sich zwei männliche Küken aus Bonn und München. Die Namen liegen der Redaktion vor, werden aber aus ermittlungstaktischen Gründen nicht genannt!

Jetzt ist wieder Ruhe eingekehrt auf den Feldern und in den Wäldern rund um Müncheberg. Die Marienkirche steht noch und der Galgenberghof ist ebenfalls in Betrieb. Fast ein Jahr lang kann nun Entspannung einsetzen. Die ist allerdings ab dem 30. September 2016 vorbei, denn dann geht es in Müncheberg wieder rund mit dem nächsten CHU! So ist es beschlossen.

Fotos von Patricia Redzimski © - noch viel mehr Bilder und Videos auf Facbook unter CHU Berlin

Ergebnisse CHU Berlin 2015 in Müncheberg:

Einzelwertung kombiniert:

1 Monika Durbajllo (HH)

2 Marieke Groke (H)

3 Tanina Schuldt (HH 2)

4 Brit Haselhoff (HH)

5 Nadine Zacher (IL)

6 Merle Kreye (HH 2)

7 Linda Oppel (IL)

8 Max Rother (HH)

9 Johanna Helmke (M)

10 Leonie Johannsmann (HH2)

11 Anna Schönwald (KI)

12 Beena Taudor (OL)

 

Einzelwertung Dressur:

1 Dana Lange (MD)

2 Brit Haselhoff (HH)

3 Marieke Groke (H)

3 Johanna Müsse (H)

5 Monika Durbajllo (HH)

6 Merle Kreye (HH 2)

7 Tanina Schuldt (HH 2)

7 Anna Schönwald (KI)

9 Leonie Johannsmann (HH2)

10 Marie-Therese Leuchten (BN)

11 Nicole Zacher (IL)

12 Max Rother (HH)

 

Einzelwertung Springen:

1 Carlotta von Spieß (BN)

2 Johanna Helmke (M)

3 Monika Durbajllo (HH)

4 Marcus Emmerich (L)

5 Tanina Schuldt (HH 2)

6 Marieke Groke (H)

6 Nadine Zacher (IL)

8 Linda Oppel (IL)

8 Michélle Reil (OL)

10 Ilka Goos (MIX)

10 Joelle Lenz (M)

12 Max Rother (HH)

 

Teamwertung:

1 Hamburg (HH) 52.0 Punkte (Monika Durbajllo, Max Rother, Brit Haselhoff)

2 Hamburg Bundis (HH 2) 65.5 Punkte (Leonie Johannsmann, Merle Kreye, Tanina Schuldt)

3 Ilmenau (IL) 96.0 Punkte (Linda Oppel, Nicole Zacher, Nadine Zacher)

4 Hannover (H) 110.0 Punkte (Marieke Groke, Karen Hindriks, Johanna Müsse)

5 Magdeburg (MD) 123.5 Punkte (Dana Lange, Philipp Bock, Sebastian Schulze)

6 München (M) 133.5 Punkte (Joelle Lenz, Antonia Zanker, Johanna Helmke)

7 Halle (MIX) 138.0 Punkte (Florian Hickmann, Ilka Goos, Daniel Zinßius)

8 Leipzig (L) 144.5 Punkte (Marcus Emmerich, Max Mehlhorn, Leda Führ)

9 Kiel (KI) 150.0 Punkte (Melinda Kemlein, Anna Schönwald, Anne Janke)

10 Oldenburg (OL) 152.0 Punkte (Michélle Reil, Natascha Benardos, Beena Taudor)

11 Bonn (BN) 155.5 Punkte (Yannick Fischer, Marie-Therese Leuchten, Carlotta von Spieß)

12 Braunschweig (BS) 163.5 Punkte (Ole Barkowski, Gemma Wisotzki, Viktoria Isabel Schütte)