Berlin-Mariendorf: Baltimore As in überragender Manier

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Berlin-Mariendorf: Baltimore As in überragender Manier

 

Der Hengst gewinnt mit Roland Hülskath den Vierjährigen-Marathon um 30.000 Euro Preisgeld

Die Entlastung geht an Gerd Biendl und Dschingis Khan

 

„Die Frage war in erster Linie, wie der Braune mit dem Bänderstart zurechtkommt – und er hat die Sache wirklich fein gemacht“, strahlte Roland Hülskath unmittelbar nach seinem Triumph bei dem mit satten 30.000 Euro Preisgeld dotierten Vierjährigen-Marathon. In der Tat: Drei Wochen nach seinem großartigen Erfolg bei der Derby-Revanche präsentierte sich Baltimore As aus dem Besitz von Marion Jauß erneut in bärenstarker Verfassung und ließ seinen neun Konkurrenten trotz einer Zulage von vierzig Metern nicht den Hauch einer Chance.

Am Wettmarkt wurde der Ganymede-Sohn, der zugleich die Tagesbestzeit von 15,7/2.540m trabte, mit einer Quote von 132:10 allerdings deutlich unterschätzt. Gleich sechs Gegner rangierten in der Gunst des Publikums vor ihm. Darunter auch der Hengst Independence (Andreas Gläser), der als einziger Teilnehmer von der Grundmarke aus ins Rennen ging und logischerweise sofort an der Spitze zu finden war. Während Anky Kievitshof (Rob de Vlieger) und Admiral Newport (Heiner Christiansen) nach Galoppaden schnell aus der Partie waren, hatten sich Like that Diamant (Gerd Biendl), Mary’s Boy (Robbin Bot), Shali’s Alesi (Roman Spengler), Golden Sunlight (Heinz Wewering) und Baltimore As hinter dem führenden Independence wie auf einer Perlenschnur aufgereiht.

Bei Durchgangszeiten im siebzehner Bereich änderte sich an dieser Reihenfolge lange nichts. Erst eine halbe Runde vor dem Ziel kam Bewegung ins Spiel, als sich Like that Diamant in die zweite Spur orientierte und nun auch Shali’s Alesi in die Schlacht geworfen wurde. Baltimore As hängte sich an diesen Angreifer an und bei auf 13,3 hochgeschraubtem Tempo wurde der Druck auf Independence immer größer. Ausgangs des Schlussbogens stieß Andreas Gläsers Schützling endgültig an seine Leistungsgrenze und nur wenige Sekunden später trat Baltimore As entschlossen aus dem Windschatten von Shali’s Alesi heraus. Der Jauß-Traber machte sich mit trockenem Speed sofort vom Feld frei und gewann mit dreieinhalb Längen Vorsprung völlig überlegen.

Dagegen musste sich Shali’s Alesi mächtig strecken, um das zweite Geld ganz knapp gegen den tapferen Like that Diamant zu retten. Auch Mary’s Boy, der im Finish vergeblich nach einer freien Passage gesucht hatte, endete dichtauf und erkämpfte sich nur eine Halslänge hinter Like that Diamant den vierten Platz. Schon deutlicher zurück blieb Independence wenigstens der fünfte Rang, während Velten Couture (Hans Joachim Tipke), Anaconda (Peter Strooper) und Golden Sunlight zu keinem Zeitpunkt ins Gewicht fielen und keinerlei auffällige Akzente setzen konnten.

Auch die Entlastung des Vierjährigen-Marathons war stattlich dotiert. Acht Teilnehmer stritten sich um das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro und am Ende gab es ein klares Resultat. Ähnlich wie der Sieger des Hauptlaufs war auch der von Gerd Biendl gefahrene Dschingis Khan (37:10) eine Klasse für sich. Ganze vier Längen trennten den aus der Donna Lisa (161.088 Euro Gewinnsumme) gezogenen Hengst von den zweit- und drittplatzierten Neandertal (Thorsten Tietz) und Kamina (Roland Hülskath). In 17,0/2.500m brauchte der Fuchs zudem noch nicht einmal ansatzweise alle Karten aufzudecken. Schon gleich nach dem Start war Dschingis Khan an die Spitze gestürmt, hatte dann Ike Kievitshof (Benjamin Hagen) die Tempoarbeit überlassen und war ausgangs der letzten Gegenseite blitzschnell wieder zur Stelle, als der am Ende viertplatzierte Konkurrent nicht mehr zwingend wirkte.

Das Rahmenprogramm der Mariendorfer Veranstaltung wurde von Thorsten Tietz beherrscht, dem drei Siege gelangen. Der Berufsfahrer punktete zunächst mit Jean Pierre Corner (22:10). Der Wallach hatte keinen guten Start erwischt und lag zunächst am Feldende. Nach einer bärenstarken Aufholjagd steckte der Traber seine Nüstern aber genau auf der Ziellinie in Front. Schon deutlicher fiel der Erfolg mit Vic Timberlake (32:10) aus, der seine Reserven erst im Einlauf ausspielte und sehr sicher gewann. Treffer Nummer drei war für Tietz dann mit Anastacia (96:10) fällig, die sich in 15,9/1.609m weiter gesteigert präsentierte und den gewiss nicht schlechten Pie in the sky (Gerd Biendl) klar überspurtete.

Für Roman Matzky, der für alle drei Tietz-Siege als Trainer verantwortlich zeichnete, sprang sogar noch ein vierter Erfolg heraus:  Willtakethechance (12:10) sprintete bei dem mit 10.000 Euro Garantieauszahlung ausgestatteten Viererwetten-Rennen auf der Gegenseite am gesamten Feld vorbei und war bei seinem siebenten Sieg hintereinander völlig andere Ware. Für seine Pilotin Sarah Kube bedeutete dies den 27. Saisontreffer. Mit dieser Bilanz liegt die Berlinerin in der bundesweiten Amateurfahrerwertung deutlich voraus und die neun Zähler zurück rangierende Marie Lindinger muss schon ein ordentliches Schippchen drauflegen, wenn sie ihre Konkurrentin noch bis zum Jahresende einholen will.

Die übrigen Sieger des Renntages: Beim Monté bescherte Evita (59:10) ihrer Reiterin Cathrin Nimczyk den fünfzigsten Karriereerfolg. Nach einem Traumverlauf als zweites Pferd innen war die Stute im Einlauf schnell im Vorteil. Jaycee, der sich mit seinem neuen Trainer Daniel Wagner aus dem Schlussbogen heraus spielerisch vom Feld gelöst hatte, bewies, dass er die hohe Wertschätzung seines Besitzers Jürgen C. Dieck zurecht genießt. Salut (Gerd Biendl) beherrschte die Gewinnsummenklasse bis 40.000 Euro in souveränem Stil, obwohl er in dem zum Gänsemarsch formierten Feld als Erster in die Angriffsspur gegangen war. Der als Gästefahren ausgetragene „Preis des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg“ wurde eine sichere Beute von Herana (18:10), die mit der ehemaligen Amateurfahrerin Chantal Solhart, die zugleich die Lebensgefährtin von Heinz Wewering ist, als Tipp des Tages galt. Den Paukenschlag des Nachmittags setzte Mad Simoni, der die geschonte Lage an der Innenkante mit seinem Trainer Manfred Zwiener in einen 283:10-Außenseitersieg ummünzte.

Die Videos des Renntages sehen Sie auf www.berlintrab.de

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Gesamtumsatz: 141.821,63 Euro – Bahnumsatz: 55.805,00 Euro – Außenumsatz: 86.016,63 Euro

Der nächste Mariendorfer Renntag findet am Montag, dem 5. September ab 18.30 Uhr statt.