Bericht vom Renntag in Mariendorf am 10. Juni 2013: Pretty Ripped und Daniel Wagner bärenstark

 

Das Gespann gewinnt das klasse besetzte Viererwettenrennen. Abano Boy und Heinz Wewering glänzen ebenfalls mit einer makellosen Leistung. André Schiller gelingt der 100. Sieg im Sulky und Thorsten Tietz ein Doppelerfolg.  

Im Mariendorfer Viererwetten-Rennen hatte der Hauptstarter ein wirklich erstklassiges Feld unter Order. Ein glasklarer Topfavorit war in dem zehnköpfigen Feld zwar nicht auszumachen – doch am Ende siegte mit dem von seinem Trainer Daniel Wagner gesteuerten Pretty Ripped (36:10) in 16,3/1.900m dann doch eines der gemeinten Pferde. Für den US-Hengst, der die Führung unterwegs nur kurzzeitig abgegeben hatte, wurde es auf den letzten Metern allerdings mächtig eng. Am dichtesten rückte ihm Herman Nasad (Maik Esper) auf den Pelz. Der Traber des Rennstalls Living Dream wurde von den Stewards jedoch wenig später aus der Wertung genommen. Er hatte es für Lord of Magic (Heiner Christiansen) zu eng gemacht. Der Mommert-Traber bekam also nachträglich den zweiten Platz zugesprochen und servierte seinen Anhängern stattliche 58:10 als Place-Quote. Überaus attraktiv war auch Auszahlung für die richtige Viererwetten-Reihenfolge, die mit Makemefamous MS (Heinz Wewering) und Pershing Shadow (Manfred Zwiener) auf den weiteren Rängen stolze 12.392:10 betrug.

Natürlich war auch das über die lange Distanz ausgetragene Rennen der Gewinnsummenklasse bis 70.000 Euro prominent besetzt. Nach einigen munteren Führungswechseln wurde es erst im letzten Bogen richtig ernst, als der bei 17:10 gehandelte und von Heinz Wewering gesteuerte Abano Boy angriff. Der mit Zulage bedachte Hengst lief nahezu grußlos an Zuccero (Daniel Wagner) vorbei und verabschiedete sich ohne Umschauen in 15,9/2.520m von seinen Gegnern. Der sonst so zuverlässige Zuccero spürte dagegen das abgeleistete Pensum in den Knochen und spielte beim Kampf um den Ehrenrang, den Meringo Star (Daniel Goehrke) knapp gegen Major Eck (Dennis Spangenberg) für sich entschied, keine Rolle mehr.      

Ein großes Augenmerk ruhte an dem herrlichen Mariendorfer Frühsommerabend insbesondere auf den dreijährigen Derby-Kandidaten, wobei die Berliner Hoffnungen auf einen Sieg des Stall-Preussen-Trabers Theodor Fontane (Thorsten Tietz) leider schon eine halbe Runde vor dem Ziel platzten. Der großkalibrige Hengst, der schon bald nach dem Start an dritter Stelle gelegen und sich gerade auf den Vormarsch begeben hatte, erlaubte sich eine Galoppade und wurde disqualifiziert. Der Sieg ging stattdessen an einen bayrischen Gast: An Josef Franzl, der mit Ciao Amore in völlig überlegener Manier in 16,6/1.900m Start bis Ziel auftrumpfte. Der Love-You-Sohn ist derzeit noch nicht erfasst und ließ dem ebenfalls für das Blaue Band genannten Oldtimer Diamant (Heinz Wewering), der stets auf dem zweiten Platz gelegen hatte und sich bei seinem zweiten Lebensstart deutlich gesteigert präsentierte, keinerlei ernsthafte Chance.

Thorsten Tietz musste sich aber nicht lange über den Ausfall von Theodor Fontane ärgern, denn der Berliner Champion ging als einziger Sportler zweimal mit seinen Pferden auf die Ehrenrunde. Der erste Tagessieg gelang dem Profi mit Kalido. Tietz schickte Harald Krogmanns Hengst schon ausgangs des ersten Bogens an Pipilo Jet (Heiner Christiansen) vorbei an die Spitze und diese Reihenfolge blieb bis zum Zielpfosten erhalten. Beeindruckend war nicht nur der Stil des Erfolges, sondern auch die Kilometerzeit: Kalido kam in 15,4/1.900m dicht an seinen persönlichen Rekord heran. Nur eine Zehntelsekunde über dieser Marke – nämlich bei 15,5/1.900m – lag der Schnitt bei Tietz’ zweitem Treffer, diesmal im Sulky von Spicy A.. Der Hengst der Besitzerfamilie Hahn drängte im ersten Bogen Vulkan (Daniel Wagner) aus der Führungsrolle und hielt seinen einzigen gefährlichen Gegner mit anderthalb Längen Vorsprung problemlos in Schach.          

Der Berliner Renntag hatte gleich mit einem echten Hammerschlag begonnen. Das Ergebnis des Auftaktrennens war zwar kaum verblüffend, denn nach vielen guten Platzierungen waren General Eck und sein Besitzer André Schiller für einen vollen Erfolg geradezu überfällig. Aber dass der Triumph derart überlegen ausfallen würde, war dennoch nicht zu erahnen. Trotz seiner Zwanzig-Meter-Zulage stürmte der siebenjährige Hengst rasch an die vierte Position außen und ließ sich in dieser optimalen Lage erst einmal mitziehen. Als André Schiller dann auf der Schlusshalben auf das Gaspedal trat, war es um die Gegner schnell geschehen. General Eck stürmte in erstklassigen 15,4/2.020m mit vier Längen Vorsprung auf und davon und bescherte seinem Fahrer ein rundes Jubiläum, nämlich den 100. Sulkysieg.

Auch die Leistungen der übrigen Sieger waren mehr als sehenswert. Rhinestone hatte sich bisher noch nicht in der Hauptstadt vorgestellt und glänzte auf Anhieb mit einem Volltreffer. Katharina Kramer beorderte die Stute noch vor der Tribünengeraden an die Spitze und die Braune machte im Einlauf nach klug eingeteilter Fahrt genügend Reserven frei. Die Fünfjährige hat sich in den letzten Monaten prächtig entwickelt. Ein Kompliment, das auch auf Rock of Gibraltar zutrifft, der unter der Regie von Maik Esper mit jedem Tag besser wird. Der Reado-Sohn, der für die Farben von Anja Sokollis läuft, steckte einen Rennverlauf in zweiter Spur mühelos weg und offenbarte bei seinem Erfolg über Kentucky Diamond (Benjamin Hagen) viel Speed. Eine reine Endkampfentscheidung lag auch dem hochverdienten Sieg von Grummel zugrunde, der seit dem Frühjahr immer besser in Schwung kommt. Sein Fahrer Michael Hamann versteckte den oft unter Wert geschlagenen Wallach lange in hinteren Regionen und leitete den schwungvollen finalen Angriff erst beim Erreichen der Zielgeraden ein.  

Die Videos des Renntages sehen Sie auf www.berlintrab.de

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Gesamtumsatz: 81.029,18 Euro – Bahnumsatz: 21.807,00 Euro – Außenumsatz: 59.222,18 Euro

Die nächste Veranstaltung – der große Kaiser’s Familien-Renntag – findet am Sonntag, dem 16. Juni statt. Im Mittelpunkt stehen das mit 10.000 Euro dotierte Master-Rennen IV und der Trial I des Criterium der Vierjährigen um 7.000 Euro Preisgeld. Beginn ist um 18.30 Uhr!