André Schiller mit geballter Faust

 

André Schiller mit geballter Faust


Der Berliner gewinnt das mit 10.000 Euro dotierte Finale des Herbst-Pokals

der Vier- und Fünfjährigen mit seinem Stallcrack General  Eckandre, schiller,

Beide Vorläufe gehen an Georg Frick

 

Die Freude war unübersehbar: Als André Schiller den Sieg unmittelbar vor Augen hatte, streckte er mit triumphaler Geste die Faust in die Höhe. Vorausgegangen war eine taktische Meisterleistung des 49-jährigen Amateurfahrers, mit der er seine neun Konkurrenten aus dem Profilager auf die Verliererstraße geschickt hatte. Mit einem Pferd, auf das er zu Recht stolz sein darf: dem Hengst General Eck.

Dass sich André Schiller und sein am Toto nur als 148:10 rangierender Außenseiter für das Finale einiges vorgenommen hatten, wurde schon auf den Anfangsmetern des aus zwei Bändern gestarteten internationalen Standardrennens klar. Denn noch vor Erreichen des ersten Bogens schickte Schiller General Eck an Mister Tempo (Michael Nimczyk) vorbei an die Spitze. An dritter Stelle hatte sich zunächst Nintendo SAS (Georg Frick) vor seinem aus dem zweiten Band hervorragend eingetretenen Trainingsgefährten Eddington (Benjamin Hagen) eingeordnet.

Doch Georg Frick fackelte mit seinem 24:10-Favoriten nicht lange und sorgte mit einem Angriff auf den Piloten gleich für Spannung. Mit einer Durchgangszeit von 15,5 setzte sich Nintendo SAS auf Zielhöhe endgültig an General Eck vorbei an die Spitze. Außen daneben kontrollierte Eddington (36:10) fortan die zweite Spur. Für die beiden bayrischen Traber sah es also gut aus, denn bis Ende der Gegenseite kam nur wenig Bewegung ins Spiel. Lediglich San Sicario (Thomas Panschow) ging vor der Schlusskurve in die dritte Spur. Doch während Eddington aus dem letzten Bogen heraus mit jedem Schritt stärker wurde, war San Sicarios Pulver schnell verschossen und der am Ende nur siebtplazierte Wallach konnte die Lücke zur Spitze schon eingangs der Zielgeraden nicht mehr schließen.

Genau das war für General Eck der Schlüssel zum Erfolg, denn André Schiller steuerte seinen Schützling zweihundertfünfzig Meter vor dem Pfosten problemlos von der Innenkante weg. So sehr sich der mittlerweile an Nintendo SAS vorbeigezogene Eddington auch mühte – dem höllischen 13,0-Speed des Außenseiters hatte er nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen. Mit 16,5/1.900m sprang obendrein ein beachtlicher Gesamtschnitt für den fulminant spurtenden General Eck heraus. Anderthalb Längen hinter Eddington verteidigte Nintendo SAS das dritte Geld.

Mr. Tempo blieb hauchdünn vor Rajtantajtan Whiz (Daniel Wagner) Vierter. Schon deutlicher zurück folgte der stets innen gehaltene, aber nie Akzente setzende Veneziano (Detlef Fleischer) vor dem ausgepowerten San Sicario sowie Salvegiacomo (Roland Hülskath), der von Anfang an stets zu weit aus dem Rennen gelegen hatte. May Girl (Thomas Heinzig) dagegen behauptete bis eine halbe Runde vor dem Ziel die Idealposition als viertes Pferd außen, begab sich dann aber komplett auf den Rückzug und wurde Letzte. Mademoiselle Mo (Heinz Wewering) war nach einem kapitalen Startfehler sofort aus der Partie.

Auch wenn am Ende kein voller Erfolg für Georg Frick heraussprang, dürfte der bayrische Trainer über seinen Ausflug nach Berlin kaum enttäuscht gewesen sein. Denn der 47-jährige Profi schnitt sich ein großes Stück des Preisgeldkuchens ab und beherrschte mit seinen Pferden beide Vorläufe des Standardrennens. Sowohl Nintendo SAS als auch Eddington gewannen die Vorentscheidungen mit viel Autorität. Natürlich wurden auch im Rahmenprogramm weitere exzellente Leistungen geboten. Valentino As und Thomas Panschow drückten der internationalen Klasse ihren Stempel auf. Das Gespann fackelte nicht lange und übernahm ausgangs des ersten Bogens die Spitze, am Ende sprang ein überlegener Erfolg in der Tagesbestzeit von 14,8/1.900m heraus. Die Gewinnsummenklasse bis 40.000 Euro ging an den 15,5/1.900m trabenden Salut (Roland Hülskath), der außen herum mit Belgino (Heiner Christiansen) keinerlei Mühe hatte. Mit Shaparrell, dem die unnötige Tempohatz seiner Hauptkonkurrenten sehr entgegenkam, war der Goldhelm ebenfalls dominant.

Neben Frick und Hülskath punktete auch Heinz Wewering doppelt. Mit All in Times übernahm der 29-malige Deutsche Meister sofort die Führung. Der prominent gezogene Dreijährige bewies bei seinem knappen Kampferfolg viel Moral und steigerte seinen Rekord auf 16,8/1.900m. Treffer Nummer zwei sprang für Wewering dann mit Scottish Way heraus, der seine Reserven erst im Einlauf ausspielte. Für dessen Besitzer Ulrich Mommert entwickelte sich der Nachmittag ohnehin erfreulich, denn der Berliner Rennvereinspräsident ging mit Donald Douglas, der trotz siebenmonatiger Pause seine Serie sofort wieder aufnahm, auf die Siegerparade und freute sich außerdem über den Triumph von Defiant Dancer (Heiner Christiansen). Dem bildhübschen Wallach hatten schon dreijährig große Hoffnungen gegolten, eine Verletzung machte dann aber einen Strich durch die Rechnung. Nach seinem beeindruckenden 15,0-Erfolg auf der Meilendistanz ist Defiant Dancer nun ebenso wie der schon beim zweiten Lebensstart seine Maidenschaft ablegende Franzl Crown (Benjamin Hagen) on top.

Ein weiterer waschechter Siegertyp präsentierte sich außer Konkurrenz: Nach 82 großartigen Einsätzen, die er allesamt für den guten Zweck – nämlich zugunsten der Kinderstation des Berliner Krankenhauses St. Joseph – bestritten hatte, verabschiedete sich Peter Kwiets Charity-Traber Glückauf in den wohlverdienten Ruhestand und wird sein Leben zukünftig als Reit- bzw. Pensionspferd genießen. 30.380 Euro Preisgeld, die durch weitere Spenden noch einmal um 10.000 Euro aufgestockt wurden, hatte der Wallach bei seinen 27 Siegen und 44 Platzierungen für die gute Sache verdient und wurde dafür vom Mariendorfer Publikum kräftig gefeiert. Die Leiterin der Kinderstation, Frau Dr. Beatrix Schmidt, wird Glückauf natürlich in bester Erinnerung behalten – wie auch die gesamte Veranstaltung, denn mit Esbas Diablo konnte die Medizinerin beim Gästefahren prompt ihr Debüt im Sulky gewinnen.

Ein Bericht über die Verabschiedung von Glückauf wird heute (12. September) vom TV-Sender RBB im Magazin „zibb“ (18.30 Uhr) gezeigt.

Die Videos des Renntages sehen Sie auf www.berlintrab.de

Gesamtumsatz: 133.199,47 Euro – Bahnumsatz: 43.661,60 Euro – Außenumsatz: 89.537,87 Euro

Der nächste Mariendorfer Renntag findet am Sonntag, dem 18. September ab 13.30 Uhr statt.