8. Kutschenrallye Werneuchen 2013: Meldungen vom Volksfest

 

Eine bessere Vokabel kann man für die Kutschenrallye der Reit- und Fahrgemeinschaft Werneuchen leider nicht mehr finden. Wenn 24 Gespanne auf fünfhundert Menschen treffen, die sich voller Wonne dem Fahrsport widmen und Nicole Heinrich die Moderation übernimmt, bleibt kein Auge trocken – und auch keine Kehle. Volksfeststimmung eben. Sie schwadronierte wieder und dabei höchst unterhaltsam über die Teilnehmer, den Sinn von alkoholhaltigen Getränken oder besser über den Unsinn des Gegenteils davon und über Gott und die Welt. Selbst mit geschlossenen Augen wäre es noch ein Freude gewesen dabei zu sein.

In diesem Jahr allerdings lief es etwas anders. Schon der Termin war günstiger als in einigen Jahren davor. Mit einem gigantischen Aufwand wurde der Festplatz hergerichtet. Zu dem gehörte diesmal eine zweite Hüpfburg, die auch noch für den Wettkampf benötigt und in der Zwischenzeit reichlich vom Nachwuchs malträtiert wurde. Das absolute Highlight der 8. Kutschenrallye war allerdings der Mega-Swimmingpool aus Strohumrandung mit Gurten, Plane und Wasser. Fertig!

 

Der Startschuss fiel um 10.00 Uhr. Es ging zum Hindernisfahren. Da rückten die Schaulustigen so langsam an. Spätestens zur Mittagszeit brannte dann der Baum beim Geländefahren. Nicht jeder fand auf Anhieb den richtigen Weg und wurde von Nicole sanft aber bestimmt wieder zurückgepfiffen. Das Ende der Geländestrecke ist in Werneuchen immer der Wassergraben. Es klickte reichlich, denn von der Sauerei wollten viele Schaulustige ein Bild haben. Der Beifahrer von Kerstin Dallmann, Dirk Behlow, tauchte trotz großen Marathonwagens bis zur Nase in die feuchte Brühe ein. Es war für die fünfhundert eine Wonne dabei zu sein, um zu sehen, wie die meisten den langen Turniertag mit nassen Klamotten begannen. Aber es ahtte sich für alle Beteilgten gelohnt, denn am Platzrand sparte man nicht mit Beifall und wohlgemeinten Pfiffen.

 

Beim Drive & Drive ging es für die Starter unter anderem durch den aufgestellten Pool. Da wurde schon mal die eine oder andere Rechnung beglichen, wie man hörte. Beifahrer schubsten ihre vorgesetzten Piloten in die Fluten und sorgten für den zweiten Teil des Nassmachns während der diesjährigen Kutscnerallye.

Das Kostümfahren als traditioneller Abschluss der Kutschenrallye vor der Siegerehrung ist dann das letzte Highlight in Werneuchen. Obwohl das nicht ganz stimmt, denn zu später Stunde wurde noch ein Lagerfeuer entzündet, welches weithin sichtbar von einem Pferdesport-Event kündete, das es in dieser Größenordnung in Werneuchen noch nicht gab. Zusammen mit den Organisatoren vom Reit- und Springturnier in Schönfeld haben sich zwei Vereine und ihre Mitglieder aus eigener Kraft und mit fast ausschließlich privater Unterstützung auf den Weg gemacht, die Stadt Werneuchen und ihre Ortsteile trotz vieler Vorbehalte zu einem weithin geachteten und beliebten Standort für den Pferdesport zu machen. Das verdient in hohem Maße Anerkennung.

 

Anerkennung solles nun auch geben für die Sieger der 8. Werneuchener Kutschenrallye. Bei den Einspännern holte sich die Goldene Schleife Kerstin „DalliDalli“ Dallmann aus Münchehofe, die zwar einen nassen Dirk als Beifahrer hatte, aber außerdem noch den Wanderpokal als schnellste Fahrerin abräumen konnte. Auf Platz zwei kam hier Roy Hentschel vor Jörg Herrmann.

Bei den Zweispännern gab es einen Heimsieg für René Juckel mit seinen beiden schwarzen Antriebsaggregaten; gefolgt von Saskia Hoffmann, die mit den zwei Shettys Gippsy und Onyx eine wahrhaft gute Figur machte. Platz drei ging an Dieter Klopsteg aus Berlin-Buch.

Und auch das ist in Werneuchen gute Tradition geworden: Für den langsamsten Fahrer oder die langsamste Fahrerin gibt es in jedem Jahr eine leckere Torte. Und so wie DalliDalli schnellste Frau wurde, bekam Ute Klopsteg das Naschwerk für die, sagen wir mal sicherste Ausfahrt.

Neu im Starterfeld gesichtet wurden Heiko Krakowski aus Weesow mit einem sportlichen Ponygespann, Herr König aus Mehrow und Lucy mit ihrer Kuh Betty. Wieder im Fahrsport aktiv ist unser „Doc“ Roland Zech, der mit Jim und Beam seine beiden treuen Zugpferde angespannt hat.

 

Sponsoren der 87. Kutschenrallye waren die Sparkasse Barnim, die Freiwillige Feuerwehr Werneuchen, die Stadtwerke Werneuchen, die Wellness-Scheune Werneuchen, horseven, Reitsportfachgeschäft Margit Targatsch aus Neuenhagen, Landwirtschaftsbetrieb André Heinrich, Landwirtschaftsbetrieb Andreas Diekmann, das Berliner Volksgut Birkholz, Bautransporte Assmann und die Autoverwertung Wiesenberg.

Es bleibt zu hoffen, dass der Pool zum Standard wird, denn mehr Spaß kann man neben dem Wassergraben eigentlich nicht mehr haben.

Wer mehr über die Reit- und Fahrgemeinschaft Werneuchen will, klickt auf www.reiterhof-heinrich.de/verein.html

HIER geht es zu einer Bilderserie vom Geländefahren

Alle Fotos von Jan-Pierre Habicht ©