7. Kutschenrallye Werneuchen: Alle Ergebnisse und mehr Spaß als erlaubt

So viele Veranstaltungen mit Pferden sind in diesem Jahr schon in Regen und Schlamm versunken. Da freut es einen doch, wenn es mal von einem meist sonnigen und trockenen Turniertag zu berichten gibt. In diesem Fall schien dieses Ding, welches in diesem Sommer noch nicht so oft am Start war, für die Reit- und Fahrgemeinschaft Werneuchen lange genug. Und der leuchtende Fixstern tat den anwesenden über vierhundert Besuchern gut. Man könnte fast sagen, sie wurden von angenehmer Strahlung verwöhnt.

Neben der Haut freute sich in Werneuchen aber auch das eine oder andere Auge über die sportlichen Darbietungen der Teilnehmer.

Und in Werneuchen wird im Gegensatz zu sehr vielen anderen Fahrsportveranstaltungen in Brandenburg die Nachwuchsgewinnung wirklich groß geschrieben. Bei der Kutschenrallye steht dieser Nachwuchs regelmäßig im Mittelpunkt und kann sich unter Wettkampfbedingungen ausprobieren, ohne dass es gleich schlechte Wertungsnoten und Punktabzug hagelt. Außerdem gibt es obendrein auch noch viel mehr Beifall vom Publikum, denn um die achthundert klatschenden Hände treiben selbst ungeübte Fahrsportler zu Höchstleistungen.

Und wer mit Kutschen, Pferden und langen Leinen nix anzufangen wusste, konnte sich auf dem Turniergelände trotzdem amüsieren. Rudi Mehlich hatte wieder seinen eigenen, hochprozentigen  Spirit von den Werneuchener Obst-Plantagen mitgebracht. Langoš aus Ungarn, Eis aus Melchow, Kuchen von den Vereinsmüttern und Nackensteak aus dem Tiefkühlregal waren die kulinarischen Partner von frisch Gezapftem und Eisschokolade. Für Kinder gab es eine große Hüpfburg der Sparkasse Barnim, Ponyreiten, Bastelspaß und Schminken. Es ließ sich den ganzen Tag aushalten im Osten Brandenburgs. Und abends am Lagerfeuer ebenso.

Auf dem Platz war der Tag in vier Wettbewerbe aufgeteilt. Die beiden Prüfungen im Hindernisfahren waren vornehmlich dem meist ernsthaften Sport gewidmet. Die zweite Hälfte des Tages mit dem Drive’n’Drive-Wettbewerb und dem Kostümhindernisfahren gehörten eindeutig in die Spaß-Fraktion. Zwischen den beiden Hälften gab es ein kleines Showprogramm. June Damen vom Reitverein Ahornhof aus Willmersdorf zeigten eine Dressurquadrille und eine junge Dame führte ihre schwarz-weiß gescheckte Ferse vor, die sich als Zugkuh recht gut machte und ab und an auch mal in den leichten Trab verfiel. Es wäre allerdings etwas übertrieben, wenn man da von Eleganz gesprochen hätte – aber wer weiß, was die Ausbildung alles so bringt…

Die Drive’n’Drive-Qualen mussten alle Teilnehmer über sich ergehen lassen. Der Stelzenlauf vor dem Back-2-Back-Tandem war ja noch erträglich, aber wer sitzt auf dem Drahtesel schon gerne hinten – und dann auch noch verkehrt herum!? Es war in jedem Fall eine Belustigung für die Zuschauer und wahrscheinlich auch ein Gaudi für die Sportler, die mal nicht auf dem Bock alle Fäden in den eigenen Händen hielten.

Das Kostümhindernisfahren als krönender Abschluss der Fahrwettbewerbe brachte für einige Damen die Erkenntnis, dass ein Wassergraben und schöne Röcke einfach nicht zueinander passen. Hochschlagendes Wasser macht im Graben nicht halt vor dem unteren Ende des weiblichen Kleidungsstücks – konnte man als Zuschauer lernen… Trotzdem gab es wieder viele kreative Einfälle von Elvis, Kürbissen und Knastkutschen bis hin zu Leichenwagen und Elfentransportern.

Die 7. Werneuchener Kutschenrallye war im Landkreis Barnim vielleicht sogar die einzige Fahrsportveranstaltung des Jahres. Das Engagement der Mitglieder der RFG Werneuchen kann in diesem Zusammenhang nicht hoch genug eingeschätzt werden. Viele fleißige Hände machten aus der Kutschenrallye wieder ein Ereignis, dass der Region und dem Fahrsport nützt und mit dazu beiträgt, dass die Bedeutung des Fahrsports in Brandenburg zunimmt. Weiter so, liebe Werneuchener!

 

Es folgen die Platzierungen der 7. Werneuchener Kutschenrallye 2012 (keine Trennung von Großpferden und Ponys):


Zweispänner

1.Platz  Saskia Hoffmann gesamtzeit 7min 03

2. Platz Dieter Kloppsteg Gesamtzeit 7 min 33

3 Platz  Andreas Bossdorf  Gesamtzeit 7 min 35

Einspänner

1 Platz Kerstin Dallman  Gesamtzeit 5 min 58

2 Platz Karsten Knoblauch Gesamtzeit 6 min 43

3 Platz Anne Scharmann    Gesamtzeit 7 min 58

Zwei erste Plätze für das beste Kostüm:

Dorothea Wüstenhagen und Paula Schmidtchen

 

Gesamtwertung

1 Platz Kerstin Dallman (nachdem Kerstin „Dalli“ Dallman den Wanderpokal dreimal hintereinander gewann, kann sie ihn sich jetzt in die Trophäenvitrine stellen-Glückwunsch!)

2 Platz Karsten Knoblauch

3 Saskia Hoffmann

Aller-langsamster  Tortengewinner

Paula Schmidtchen

 

Bilder zur 7. Kutschenrallye finden Sie HIER

Fotos von Jan-Pierre Habicht