7. FN-Bundeskaltblutschau: Die „Dicken“ begeistern in Berlin

Kaltblüter sorgen für volle Ränge bei der Grünen Woche

Berlin (fn-press). Vor vollen Rängen hat im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in Berlin die 7. FN-Bundeskaltblutschau stattgefunden. „Die Schau der Kaltblüter in der Tierhalle der Internationalen Grünen Woche ist immer wieder einmalig und bewirkt eine unglaubliche Stimmung unter den Züchtern und Besitzern der Kaltblüter“, freute sich Schauleiterin Dr. Teresa Dohms-Warnecke vom Bereich Zucht der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). „Aber auch die vielen Besucher und Prominenten aus Politik und Wirtschaft ließen sich von den ‚Dicken’ begeistern.“

Insgesamt kämpften 89 Hengste und Stuten um den Titel des Bundessiegers 2013. Unter dem Applaus der Zuschauer wurden acht vierbeinige „Topmodels“ – vier Stuten und vier Hengste – der Rassen Rheinisch-Deutsches Kaltblut, Schleswiger Kaltblut, Süddeutsches Kaltblut und Schwarzwälder Kaltblut gekürt.

Die in Deutschland am meisten verbreitete Kaltblutrasse ist das Rheinisch-Deutsche Kaltblut, das seine genetische Heimat in Belgien hat. Bundessieger 2013 wurde der im Jahr 2005 im Rheinland gezogene Hengst Hartmut v. Hoppeditz – Hanfried. Er ist aus der Zucht von Hannelore Koch aus Nümbrecht und im Besitz des Nordrhein-Westfälischen Landgestütes in Warendorf. Zum Reservesieger wählten die Richter den ebenfalls aus dem Nordrhein-Westfälischen Landgestüt stammenden fünfjährigen Hengst Martell v. Markant – Hermann aus der Zucht von Annette Schürmann (Billerbeck). Der Zuchtverband Westfalen stellte auch die diesjährige Bundessiegerin des Rheinisch-Deutschen Kaltbluts Nala v. Nelson – Astor. Die Stute stammt aus der Zucht von Gerhard Rosemeier aus Detmold und ist im Besitz von Paul und Stefan Winkelmann aus Lüdinghausen. Reservesiegerin wurde die von der Langut’Elbeland’Axien e.G. gezogene und im Besitz stehende Stute Hanka v. Achat – Elias aus dem Zuchtverband Sachsen-Thüringen.

Aus dem hohen Norden stammt das Schleswiger Kaltblut, das auf den dänischen Jütländer zurück geht und zu den auf der „Roten Liste“ stehenden, vom Aussterben bedrohten Rassen zählt. Zum Bundessieger kürten die Richter dieses Jahr den fünfjährigen Hengst Celsius v. Sultan – Zorn aus der Zucht von Andreas Noll (Bad Orb). Celsius erhielt ebenso den Sonderehrenpreis für den Hengst mit der besten Note in einer Leistungsprüfung, die er im letzten Jahr mit der Endnote 9,08 absolvierte. Ausgestellt wurde der Hengst von Bernd Hansen aus Schleswig-Holstein. Dieser stellte auch den Reservesieger Bismark v. Wächter – Efendi, der von Irmgard Stolten-Goetsche aus Hartenholm gezogen wurde. Bei den Stuten hatte die sechsjährige Stute Ruanda v. Major – Duell aus der Zucht und im Besitz von Karin Kahrs (Verden) die Nase vorn. Reservesiegerin wurde die siebenjährige Stute Abendbotin v. Torsballig – Zeppelin aus dem Zuchtverband Schleswig-Holstein, dessen Züchter und Besitzer Bernd Hansen (Silberstedt) ist.

Im Süden beheimatet ist das Süddeutsche Kaltblut, die heute größte Kaltblutpopulation in Deutschland. Salvator II v. Samurei – Veltino heißt hier der neue Bundessieger aus der Zucht und im Besitz von Nikolaus Onnich (Bad Kohlgrub) aus dem Zuchtverband Bayern. Reservist ist der von Hermann Ober aus Traunstein ausgestellte sechsjährige Hengst Silvester v. Schiwago – Vandino. Züchter von Silvester ist Johann Anzenberger aus Aschau. Bundessiegerin wurde die Stute Euphoria S v. Valdano – Schwarz-Weiss aus der Zucht und im Besitz von Johann Schelle aus Deisenhofen (Zuchtverband Bayern), die ebenfalls mit dem Felix-Hoesch-Wanderehrenpreis der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) ausgezeichnet wurde. Die DLG möchte mit diesem Sonderehrenpreis eine Siegerstute mit der höchsten Fruchtbarkeitsleistung ehren und somit deren züchterischen Erfolg besonders anerkennen. Zur Vizechampionesse kürten die Richter die fünfjährige Marie v. Garant – Dirnstein aus der Zucht und im Besitz von Xaver Büchl aus Rottach Egern (Zuchtverband Bayern).

Das Schwarzwälder Kaltblutpferd stammt – wie der Name schon sagt – aus dem Schwarzwald und wird wegen seiner Dunkelfuchsfarbe auch als Schwarzwälder Fuchs bezeichnet. Sein besonderes Kennzeichen ist die blonde Mähne und der blonde Schweif. Zum Bundessieger dieser Rasse avancierte in Berlin der sechsjährige Hengst LVV Modigliani v. Modus – Direkt (Züchter: Mansuet Rißler, Biederbach), der sich wie der siebenjährige Reservesieger Wilder Retter von Wilderer – Retter (Züchter: Andreas und Franz Rieder, Waldkrich) im Besitz des Baden-Württembergischen Haupt- und Landgestütes Marbach befindet. Bundessiegerin wurde die Stute Iphigenie v. Federweisser – Wilderer. Züchter und Besitzer der Stute ist Ute Kaltenbach aus St. Märgen (Baden-Württemberg). Reservesiegerin bei den Schwarzwälder „Damen“ wurde die vierjährige Stute Fox-Lady v. Federsee – Montan aus der Zucht und im Besitz von Heinrich Neumaier aus Hofstetten (Baden-Württemberg).

FN-Bundesprämie für zwölf Hengste

Bei besonders guter Bewertung durch die Richter bestand für die Hengste in diesem Jahr zum ersten Mal die Möglichkeit, die FN-Bundesprämie zu erhalten. Diese von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) verliehene Auszeichnung ging insgesamt an zwölf Hengste der vier vorgestellten Rassen. In der Rasse Rheinisch-Deutsches Kaltblut konnten neben den oben genannten Bundes- und Reservesiegerhengsten weitere vier Hengste dieses Prädikat erlangen. Der von Werner Schröer (Recke) gezogene Huckleberry v. Helmut – Orloff im Besitz von Franz Wippermann (Thuine), der im Besitz des Landgestütes Moritzburg stehende Antonio v. Amethyst von Wernstedt – Amaris (Züchter: Hans-Jürgen Schulz, Kalbe/M.) sowie Axel von Axien v. Achat – Uwe, der vom Landgut’Elbeland’Axien e.G. gezogen wurde und nun im Besitz von Olaf Peter (Gransee) steht. Ein weiterer ausgezeichneter Hengst dieser Rasse stammt aus der Zucht und dem Besitz der Brücker Agrar und Landschafts GbR Haseloff: Contador v. Condor I – Famulus (Brandenburg-Anhalt). In der Rasse des Süddeutschen Kaltblutes dürfen zukünftig drei Hengste den Titel „FN-Bundesprämiehengst“ tragen. Dies ist neben Bundes- und Reservesieger der Hengst Salvator I v. Samurei – Veltino aus der Zucht von Nikolaus Onnich (Besitzer: Jakob Hackl – HHG Regen, Zachenberg). Die weiteren vergebenen Bundesprämien gingen an den Bundessiegerhengst des Schleswiger Kaltblutes sowie die Bundes- und Reservesiegerhengste der Schwarzwälder Füchse. Dr. Teresa Dohms-Warnecke/Katja Wagner