67. Landesturnier Bad Segeberg 2015 - Von Meistern und Meisterinnen

(Bad Segeberg) Der Platz, auf dem vom 17. - 20. September das 67. Landesturnier, präsentiert von den Volksbanken und Raiffeisenbanken, stattfindet, zählt zu den ältesten und mittlerweile auch zu den modernsten Plätzen nicht nur in Schleswig-Holstein. Vor der altehrwürdigen Tribüne ritten einst vor allem Männer, das hat sich gründlich und schon seit Jahrzehnten so gewandelt wie der Platz selbst, die Pferde und der Reitsport generell.

Sieben Medaillensätze werden im Springen und in der Dressur vergeben, bei den Junioren und Jungen Reitern nicht nach Geschlechtern getrennt, lediglich die Generation Ü21 kennt die Differenzierung nach Damen und Herren. Wobei auch das letzten Endes zwanglos gesehen wird. In der Dressur reiten alle die gleichen Prüfungen - mal gewinnen Frauen, mal Männer - seit 2014 gibt es eine gemeinsame Meisterschaft für Damen und Herren. Von den sieben Goldmedaillen gingen im vergangenen Jahr fünf an Frauen: Laura-Jane Hackbarth (Brickeln) gewann als erste Frau überhaupt die LM der Springreiter, Jenny Johansson (Elmshorn)  sicherte sich den Damentitel und Theresa Ripke (Steinfeld) das Gold bei den Junioren im Parcours. In der Dressur trumpfte Ninja Rathjens (Barmstedt) bei den Jungen Reiter(innen) auf und Franziska Schwiebert (Kattendorf) bei den Junior(innen).  Die einzigen männlichen Titelträger waren Wolfgang Schade (Hamburg) in der Dressur und Philipp Battermann (Schülp) im Springen bei den Jungen Reitern.

Daran war vor 67. Jahren gar nicht zu denken, auch wenn Frauen auch damals schon selbstverständlich im Sattel Platz nahmen - nur in Wettbewerben waren sie zahlenmäßig nicht eben stark vertreten. Längst ist es ganz selbstverständlich, dass die Damen weit oben mitmischen und das ist auch der Pferdezucht zu verdanken, die durch Veredlung leichtere, immer besser werdende Pferde hervorgebracht hat. Gut geritten werden müssen die allerdings von Männern wie Frauen gleichermaßen.

Besser geworden ist auch der Landesturnierplatz selbst. Trotz der Unterteilung in Gras- und Sandflächen misst der sattgrüne Platz noch stolze 140 mal 100 Meter, der Sandplatz, der beim 67. Landesturnier als Abreiteplatz dient, hat eine 80 mal 65 Meter große, wetterfeste Fläche. Damit und den drei Dressurplätzen sowie einem weiteren Abreiteplatz auf Sand, hat Bad Segebergs einstige Rennkoppel sportlich üppige Möglichkeiten zu bieten. Und das im vertrauten Ambiente mit der denkmalgeschützten Tribüne, dem „grünen Turm“, der schon vor 30 Jahren genauso aussah wie jetzt oder dem Richterturm am großen Springplatz. Und immer noch ist das Landesturnier ein Treffunkt für Pferdeleute….