60. Januarturnier Swakopmund: Der dritte Tag war nicht ohne

Jenna Gilchrist und Arkab Knoffel

Michelle Künzle mit Sovereign

Nadine Esselmann mit Weissenfels Mahati

Noag Kairua mit Okakambe Coster

Sumari Piepmeyer mit Legolas

Svenja Späth mit Metzger Drilling Zambezi

Nach den vielen Feierlichkeiten des ersten Tages und den Eröffnungswettbewerben des zweiten Tages wurde es am Freitag stramm sportlich. Nicht weniger als neunzehn Prüfungen in Dressur und Springen wurden durch die Richter bewertet. Der Vormittag gehörte den Freunden des Reitsports im Viereck und der Nachmittag war ein Fall für alle, die Pferde gerne fliegen sehen. Es waren auch ein paar Reiter dabei, die den namibischen Boden küssten, aber alles lief glimpflich ab. Das Personal vom St. Gabriels Community Trust hatte insgesamt wenig zu tun.

Etwas anstrengender war es da schon für die Turnierteilnehmer, die ab acht Uhr auf die Plätze mussten. Um die zweihundert Starts wurden eingeläutet. Das ist nicht ungewöhnlich, spätestens aber beim Springen wurden die Zuschauer dann doch überrascht. Der Nachmittag begann nämlich mit der höchsten Klasse über 1,20m und endete mit der niedrigsten Sprunghöhe. Obwohl das nicht ganz stimmt, denn kurz vor Einsetzen der Dämmerung stand das Top-Ten-Springen ins Haus. Dazu später mehr.

Erstmal zu den Ergebnissen der Dressur: In der Childrens Preliminary Dressage machte Jenna Gilchrist auf Arkab Knoffel das Rennen vor Innocent Tjitavi mit Okakambe Mogli. Linda Badenhorst und Flenters ritten auf Platz drei. Nadine Esselmann und Weissenfels Mahati taten es Jenna gleich und siegten in der Childrens Novice Dressage. Ebenfalls auf dem Podium: Kyra Roets / Okakambe Oskar sowie Carmen Piepmeyer / Jason.

Der Sieg in der Junior & Adult Preliminary Dressage war eine Gemeinschaftsproduktion aus Deutschland und Namibia. Kira Mier und Davetsaub Miranda hießen die Sieger in dieser Klasse. Außerdem waren platziert: Ingrid Kotze / Opto Namibia Assegai Sentinel, Noag Kairua / Okakambe Coster (Platz zwei und drei).

In der Childrens Elementary Dressage war Kyra Roets auf Okakambe Oskar einsame Spitze. Aniké Maritz und Baron von Sphinxblick machten es Kyra in der Junior Elementary Dressage nach. Hier belegte Julia Esslinger Rang zwei mit Wildfang aus der Zucht von Coudelaria Struchtemeier.

Die Erwachsenen hatten ihre Herausforderung in der Adult Elementary Dressage. Diese meisterte Gesche Gilchrist mit Seeis Dansuelo am besten. Ein wenig warten in der Siegerehrung mussten Sumari Piepmeyer / Legolas und Kathrin Schaefer-Stiege / Büllsport Mister X (2./3.).

Nadine Flemming vom Gymkhana Club Windhoek sammelt ja bekanntlich gerne goldene Schleifen. Diesem Hobby ging sie mit Seeis Shelton in der Junior & Adult Medium Dressage nach und holte sich den Sieg. So erging es ebenfalls Tanja Sibold auf Dusty. Sie krönte ihren Ritt in der Childrens Elementary Dressage mit einem Sieg. Aniké Maritz und Baron von Sphinxblick thronten in der Junior Elementary Dressage ganz oben.

Die vorletzte Dressurprüfung des Tages war eine Adult Elementary Dressage. Hier konnte sich Sumari Piepmeyer auf Legolas gegen den Rest des Starterfeldes durchsetzen. Sie verwies Gesche Gilchrist / Seeis Dansuelo und Silvia Kleyenstüber / Atlanticus auf die Plätze. Nadine Flemming holte ein weiteres Gold in der Junior & Adult Medium Dressage. Sie hatte den treuen Seeis Shelton als Sportpartner.

Ab auf den Springplatz. Alle Wettbewerbe waren als Zwei-Phasen-Springen ausgeschrieben. Los ging es über 1,20m. Michelle Künzle und Voigtskirch Sovereign gewannen das Duell gegen Svenja Späth und Metzger Drilling Zambezi. Spannung bis zum Schluss war garantiert, denn bei Svenjas schnellem Ritt fiel leider erst die letzte Stange, die über den Sieg entschied. Das war ein Einstand nach Maß für den Nachmittag. Am Platzrand hatten sich mehr als einhundert Schaulustige eingefunden. Michelle Künzle schlug über 1,10m gleich noch einmal zu und vergoldete ihren Start mit Locarno Di Caprio. Familie Braune war wie immer vollzählig auf dem Turnier und konnte sich gemeinsam über den zweiten Platz von Tochter Laura mit Zonjati Bon Camilo freuen. Weiterhin platziert waren Annette Künzle / Seeis Elton, Ingrid Kotze / Opto Namibia Assegai Sentinel, Kerstin Garbade / Voigtskirch Avatar (3.-5.).

Jessica Kreiner von der Reitgemeinschaft Otjiwarongo machte der Besitzerin ihres Pferdes Manna from Heaven, Daniela Kolb, eine große Freude. Daniela hatte am Freitag Geburtstag und erhielt die goldene Schleife aus der 1,00m-Klasse. Ariane Wieland und Bee Bee Jay ritten auf Rang zwei vor Sumari Piepmeyer / Precious Gift, Sabine Gogol / Zalencia.

2-Phasen-Springen 90cm: Jayd Bassi Hanssen konnte sich über einen Doppelsieg freuen. Sie war nicht zu schlagen, denn sie hatte Jessica und Assegai Scandal gesattelt. Eine Sekunde länger brauchte Jessica Kreiner mit Kiara im Parcours. Werner Bartsch / Branic Always a Pleasure und Karin Schommarz / Bellissima Beau Cheval waren ebenfalls in den Plätzen. Alle hatten null Fehler in der zweiten Phase.

Die Reitgemeinschaft Otjiwarongo konnte in der 80cm-Klasse einen weiteren Sieg verbuchen. Der ging auf das Konto von Abigail Jamieson, die mit Cherubim Kay im Parcours unterwegs war. Carmen Piepmeyer / Jason sowie Nicole Nederlof / Claratal Corvette auf den Ränge zwei und drei.

Noag Kairua war für Okakambe bereits am Vortag erfolgreich und untermauerte sein Können über 70cm. Er steuerte Okakambe Coster über die Hindernisse; Kyra Roets / Okakambe Dondolo mit Silber.

Blieb noch das Beste zum Schluss. Im Top Ten-Springen traten die besten Reiter des vergangenen Jahres in der 1,10m/1,00m-Klasse an. Es ging, ähnlich wie in der Global Champions Tour durch zwei Umläufe und ein Stechen. In diesem Stechen traten vier Paare gegen einander an. Zuerst musste Kerstin Garbade auf Voigtskirch Avatar ran und legte eine fehlerfreie, schnelle Zeit vor. Aniké Maritz und Capone blieben zwar ebenfalls fehlerfrei, kamen aber an die Garbade-Zeit nicht heran – vorerst also Platz zwei. Nadine Flemming und Allround-Talent Seeis Shelton betraten die Bühne und ließen alles oben. Auch sie ließen alles oben und schoben sich vor Aniké und Capone. Bis zu diesem Zeitpunkt lag Kerstin noch in Führung. Fehlte noch Svenja Späth mit Zambezi. Svenja setzte alles auf eine Karte und legte den Gashebel auf Anschlag. Die letzte Stange vor der Zeitnahme wackelte verdächtig, blieb aber oben. Die Zeit war mit mehr als zweieinhalb Sekunden deutlich besser, als die von Kerstin Garbade. Das war nicht nur ein Sieg, sondern gleichzeitig der Gewinn des Jackpots von stolzen 3000 Namibia-Dollar. Ein bombastischer Abschluss für diesen dritten Tag des 60. Januarturniers in Swakopmund.