59. Januarturnier Swakopmund 2016: Der Tag der Springderbys

Salom Nghinamito

Lea Duhnsen

Nadia Braune

Die Minions-Quadrille

SkyDive4Fun

Svenja Späth

Mehr als zweihundert Zuschauer verbrachten den Sonntag auf dem Gelände des Reitervereins Swakopmund. Das lag zum einen am sehr schönen Wetter und zum anderen an den hochkarätigen Wettbewerben. Neun Prüfungen wurden von weit mehr als einhundert Reitern absolviert. Während es am Vormittag noch um das Sammeln von Punkten ging, gehörte der Nachmittag den berühmt-berüchtigten Derbys.

Am Vormittag begann der zweite Tag mit der 70cm-Klasse. Die meisten Punkte in der schnellsten Zeit sammelte Carmen Piepmeyer auf Jason. Nur etwas langsamer waren Nadine Esselmann und Okakambe Royal unterwegs. Sie hatten ebenfalls die volle Punktzahl, ebenso wie Emily Braune, die mit Moritz im Parcours war. Nur knapp an einer Platzierung rutschte Lea Duhnsen vom Team Germany vorbei. Sie belegte auf Bandito Rang vier.

10 cm höher ging es für zwanzig Starter um den Sieg. Kirsten Savage hatte mit Okakambe Dondolo einen verlässlichen Sportpartner unter dem Sattel. Das Paar siegte vor Candice Behrens vom Gymkhana Club Windhuk auf Adcon Savana. Besondere Freude bereitete der dritte Platz Friderike Haase. Sie fuhr mit Claratal Duneside Kiera die erste Platzierung für Deutschland ein. Der Knoten war geplatzt.

Sechzehn Paare tummelten sich in der 90er Klasse. Einmal mehr zeigte Pia Gebhardt aus Walvis Bay, was in ihr und ihrem Bastos Twahil steckt. Schnell und sicher ging es durch den Parcours von Cord Cordes. Apropos Parcours: In dem war nicht nur Herr Cordes zugange, sondern quasi als Vize-Parcourschef gleichfalls ebenso der Vorsitzende der Namibian Equestrian Federation, Trevor Mills. Die beiden hatten wegen der vielen guten Leistungen der Reiter nur wenig zu tun. Das erfreute niemanden mehr als die Zuschauer – und natürlich die Parcoursbauer. Auf den Plätzen reihten sich Ramona Röschlau/Two Boy und Jessica Kreiner/Kiara ein.

Die Stangen wurden auf einen Meter Höhe gelegt. Ganz vorne konnte sich die Dauersiegerin des vergangenen Jahres - Nadine Flemming- mit Seeis Shelton behaupten. Sie ging als letzte Starterin auf den Platz und verdrängte die bis zu diesem Zeitpunkt führende Nicole Nederlof und Trip Travel Frischgewaagd Trabant auf Rang zwei; Sheena Dürr und Claratal Duneside Kiera dahinter.

Die Punktespringen am Vormittag endeten mit der 1,10m-Wertung. Metzger Drilling Bodenhausen Zambesi und Svenja Späth hatten volle Punktzahl und waren schneller als Michelle Künzle auf M&A’s Caskari. So endete die erste Tageshälfte. Am Mittag wurde nicht etwa geschlafen. Zwei Highlights warteten auf das Publikum. Zum einen war da der Kostümwettbewerb zu Pferde, den eine „schwer verletzte“ Dané Myburgh auf Max gewann (der sah übrigens dank Schminke und Verbänden ebenfalls arg mitgenommen aus). Die Juroren Heidi Snyman und Bianca Henrichsen machten sich ihren Job nicht leicht und hatten viel zu tun, denn acht Paare wollten die goldene Schleife. Silber ging außerdem an Charlotte Habicht, die sich und Pony Little Miss Muffet ganz in Schwarz-Rot-Gold gekleidet hatte. Ein Einhorn erhielt die weiße Schleife. Auf diesem saß Xanté Snyman.

Danach gab es reichlich Action. Die Firma SkyDive4Fun mit ihrem Chef Derick Gey van Pittius zeigten eine Showeinlage der besonderen Art. Auf dem Springplatz landeten vor den Augen der Zuschauer sechs gestandene Männer mit ihren Fallschirmen. Warum diese Extremsportler zusammen mehr als 20.000 Sprünge auf der Uhr haben, zeigten sie bei sehenswerten Manövern und sicheren Landungen eindrucksvoll. Am Platzrand war man begeistert.

Am Nachmittag wurde es wieder sportlich – und zwar richtig sportlich. Die Derbys gingen los. Vierzehn Hindernisse mit 22 Sprüngen warteten auf die Teilnehmer. Der Parcours war satte 700m lang. Kein Pappenstiel und nichts für Zartbesaitete. Um es vorwegzunehmen: Drei Reiter stiegen vorzeitig vom Pferd ab. Sanitäter waren aber nicht notwendig.

Den Anfang machte das Timber Ex 90cm. Nur eine einzige Starterin schaffte den Umlauf mit null Fehlern und hatte somit leichtes Spiel. Ein Stechen war nicht notwendig. Nadia Braune und Luna Properties Diamond Rock siegten und wurden von allen Seiten gelobt. Ehemann Matthias kommentierte zur Siegerehrung ihren Ritt mit den Worten: „Und du wolltest eigentlich gar nicht mitreiten!“ Weiter auf dem Podium: Svenja Späth/Davetsaub Lagan sowie Tanya Coetzee/Locarno Millennium.

Im Novel Ford 1,00m-Derby hatten sich dreizehn Paare eingeschrieben. Eine in diesem Jahr schon recht erfolgreiche Dame trug sich erneut als Siegerin in die Protokolle der Richter ein: Svenja Späth und Metzger Drilling Bodenhausen Zambesi mussten im Stechen gegen Nadine Flemming auf Seeis Eymet ran. Beide blieben fehlerfrei und Svenja hatte die schnellere Zeit. So einfach geht das! Rang drei erkämpfte sich im Umlauf Sheena Dürr, die mit Claratal Duneside Kiera sehr sicher unterwegs war; leider aber zwei Abwürfe in Kauf nehmen musste.

Blieb noch die Königsklasse, in der sich Salom Nghinamito gegen die kleine, aber feine Konkurrenz durchsetzte. Er hatte mit Bodenhausen Inkognito ein Top-Pferd am Start und den Sieg am Ende verdient in der Tasche. Salom musste, wie Nadia und Svenja auch, nach der Siegerehrung ein unfreiwilliges Wasserbad nehmen. Diese schöne Tradition wurde von der Konkurrenz gerne wiederbelebt – zum Leidwesen der Erstplatzierten…

Der Tag hatte für alle Anwesenden noch ein allerletztes Highlight vorbereitet. Jenna Gilchrist, Carmen Piepmeyer und Tristan Keulder zeigten unter Leitung von Tanja Reinhardt eine Dressurquadrille der besonderen Art. Zwei kleine Minions (die Mädchen) jagten eine Banane (Tristan) durch das große Dressurviereck. So viele Kameras und Camcorder waren in Swakopmund gleichzeitig selten in Betrieb.

Tag zwei hatte es beim 59. Januarturnier Swakopmund in sich. Die Zuschauer wurden bestens unterhalten. Das lag am guten Sport und den Showeinlagen.

Fotos von Jan-Pierre Habicht ©