59. Januarturnier Swakopmund 2016: Der letzte Tag mit den Dressur-Küren und der Abschlussparade

Svenja Späth und Ekkehard Bollinger

Aufstellung zur Abschlussparade auf dem Springplatz

Aniké Maritz und Baron von Sphinxblick

Kyra Roets und Okakambe Oskar

Mia Piepmeyer erhält den Pokal von Matthias Braune

Silvia Kleyenstüber bei der Siegerehrung

Tag fünf und bereits der letzte auf dem 59. Januarturnier in Swakopmund. Das Wetter zeigte sich noch einmal im besten Swakop-Style und erfreute die vielen Reiter mit Sonnenschein und ab dem späten Vormittag auch mit einem kühlenden Nordwestwind, nachdem er in den Morgenstunden noch aus Richtung Namib wehte.

Nicht weniger als fünfzehn Wettbewerbe suchten am Mittwoch ihre Sieger und Platzierten. Die fast einhundert Starts wurden auf alle vier Dressurvierecke verteilt. Hochbetrieb herrschte beim Reiterverein Swakopmund bis zum Schluss. Gleich früh durfte der Nachwuchs zeigen, was in ihm steckt. In der Pony Rider Preliminary-Klasse gewann Kyra Roets auf Okakambe Oskar die Schleifenjagd vor Geena Sadlowski auf Horse Mania Fire Fly. Beide Mädchen sind mit der Ausbeute an Platzierungen sicher zufrieden.

Im Lollipop-Test, vergleichbar mit einem deutschen Reiterwettbewerb Schritt und Trab, war es Cheree Britts, die auf Bandito ihren goldenen Erfolg feiern durfte. Mit der silbernen Schleife kamen Alyssa Hopking und Junior aus der Prüfung heraus. Alyssa hatte damit insgesamt vier Schleifen auf dem Turnier erkämpft. Mutter Janine war stolz und zufrieden.

Danach wurde Schwarz-Rot-Gold für die Siegerin am Fahnenmast gehisst. Friderike Haase und Precious Gift  konnten sich in der Pony Rider Novice relativ deutlich an die Spitze setzen (69,09%) und Gold für das deutsche Team einheimsen. Friderike dürfte ebenfalls recht entspannt Richtung Berlin heimfliegen. Im Gepäck befinden sich mehrere Schleifen aller Farben.

Svenja Späth ist jung an Jahren, aber bereits eine recht erfahrene Reiterin. Sie organisiert und realisiert fast im Alleingang die Ausbildung der Pferde auf dem familieneigenen Davetsaub-Gestüt. Es regnete förmlich Schleifen und Pokale in den ersten Tagen des neuen Jahres. Eine goldene kam dazu – in der Junior Preliminary-Klasse.

„Ich dachte, in der Namib werden nur Oryxe gezüchtet“, scherzte Richter Dieter Voigts gegenüber Doris Kleemann, der Züchterin des Hengstes Baron von Sphinxblick. Der 10jährige, von Silvia Kleyenstüber ausgebildete Dunkelbraune trug seine Reiterin Aniké Maritz zum Sieg in der Junior Novice. 72,41% konnten sich sehen lassen.

In der Pony Rider Elementary ging die Erfolgsstory zwischen Friderike Haase und Precious Gift weiter. Erneut Gold für das Paar auf Zeit. Da muss Friderike wohl noch einen großen Sack Möhren per Luftfracht von Deutschland nach Namibia schicken, um sich zu bedanken.

Nadine Flemming hatte in den letzten Tagen ganz gut aufgeholt, was ihr Schleifenkonto anging. In der Dressur wurde es für sie ein äußerst erfolgreicher Tag. Den Anfang machte sie mit Rang eins in der Junior Elementary auf Seeis Shelton.

Gesche Gilchrist war eigentlich an allen Tagen fast ausschließlich mit der Organisation des Turniers beschäftigt, gab Interviews und fand Lösungen für alle Herausforderungen. Viel Zeit blieb nicht für den eigenen Sport. Trotzdem nahm sie sich die Zeit und startete in der Adult Preliminary. Auf Seeis Dansuelo gelang ihr ein souveräner Triumph. Mit 72,61% war sie der Konkurrenz weit voraus.

Silvia Kleyenstüber hatte ein wenig gelitten, weil ihr Ehemann Holger am Vortag in der Dressur gegen sie gewonnen hatte. Der Champion hatte aber nur einen Tag Freude an seinem Titel. Silvia nahm ihm diesen nämlich sofort wieder ab und stellte die alte Rangordnung her. 66,35% waren dafür notwendig, um auf Luna Properties Pohlands Wendywood den Ehemann vom Thron zu stoßen (Rang zwei). Außerdem sackten Silvia und Wendy gleich noch den Sieg in der Adult Elementary ein. Auch hier war ihr der Göttergatte dicht auf den Fersen. Aber es half alles nichts. Holger und Rathmore Sapphire nur auf Rang zwei.

Der sportliche Abschluss wurde in Swakopmund auf dem 59.Januarturnier musikalisch. Die Freestyle-Wettbewerbe bildeten zwar noch nicht den Abschluss der fünf ereignisreichen Tage, waren aber bei Zuschauern und Sportlern begehrt. Alles, was Augen, Herz und Ohren für den Reitsport hat, war auf den Beinen und schaute zu. Schließlich waren die letzten Küren in Swakopmund vor fünf Jahren zu sehen.

Erste Siegerin in der Pony Rider Novice Freestyle wurde Nadine Esselmann auf Weissenfels Mahati. Die beiden tanzten mit 74,38% zu Gold. Aniké Maritz und Baron von Sphinxblick verbuchten für sich den Erfolg in der Junior/Adult Novice Freestyle und Nadine Flemming auf Seeis Eymet in der Elementary-Klasse. Auf dem Turnierplatz toste nach jeder Vorstellung der Beifall auf und machte die Reiter zu Stars. Das waren tolle, emotionale Augenblicke.

Die Abschlussparade wird in jedem Jahr von allen Reitern gebildet, die am Turnier teilgenommen haben. Der Vorsitzende Wido Bartsch hatte ein letztes Mal die Ehre, sich bei den Sportlern und Organisatoren zu bedanken. Sie leisteten den Hauptteil der Arbeit und bildeten die Grundlage für Siege, Platzierungen und somit die Beiträge zur namibischen Reitsportgeschichte. Das 59. Januarturnier ehrte im Anschluss die Gewinner der Pokale und Ehrenpreise. Das sind:

Best Style Children: Nadine Esselmann

Best Style Junior: Svenja Späth

Café Anton Wanderpokal – Best Style Adults: Detlef Fischer

Claudia Holbeck Gedächtnispreis: Stefan Gellert

Bester Kinderreiter Dressur und Springen auf einem Pferd: Pia Gebhardt und Bastos Twahil

Bester Junior Dressur und Springen auf einem Pferd: Nadine Flemming und Seeis Shelton

J. von Wenzel Nmaib-Pokal für den Reiter mit der besten Pflege für sein Pferd: Sheena Dürr

Holger & Silvia Wanderpokal für den besten Kinder-Springreiter auf einem Pferd: Pia Gebhardt und Bastos Twahil

Reiterverein Swakopmund Wanderpokal für den größten Sportsgeist: Detlef Fischer

Erfolgreichster Junioren-Springreiter auf einem Pferd: Svenja Späth und Metzger Drilling Bodenhausen Zambesi

Erfolgreichster Erwachsenen-Springreiter auf einem Pferd: Michelle Künzle und M&A’s Caskari

Erfolgreichster Kinder-Dressurreiter auf einem Pferd: Tamsin Louw

Erfolgreichster Junioren-Dressurreiter auf einem Pferd: Aniké Maritz und Baron von Sphinxblick

Erfolgreichster Erwachsenen-Dressurreiter auf einem Pferd: Holger Kleyenstüber und Rathmore Sapphire

Jüngster Teilnehmer auf dem Turnier: Mia Piepmeyer

90cm Timber Ex Springderby Wanderpokal: Nadia Braune und Luna Properties Diamond Rock

1,00m Novel Ford Derby Floating Trophy: Svenja Späth mit Metzger Drilling Bodenhausen Zambesi

1,10m Café Anton Springderby Wanderpokal: Salom Nghinamito und Bodenhausen Inkognito

Nikki van der Bijl Gedächtnisplakette für den Gewinner Bestes Kind in der Dressur-Kür: Nadine Esselmann

Bester Erwachsenen-Reiter Dressur-Kür: Dr. Beate Voigts

Fotos von Jan-Pierre Habicht ©