58. Reit- und Springturnier Okahandja: Der Samstag mit den Derbies und einer Dreifachsiegerin

Annette Künzle

Carmen Piepmeyer

Emma Tromp

Gesche Gilchrist

Gedenkparade für Otto Fischer

Svenja Späth

Der Samstag hatte in Okahandja beim 58. Reit- und Springturnier achtzehn Prüfungen im Zeitplan. Die erste Glocke der Richter ertönte am Dressurviereck bereits um 07.50 Uhr. Geritten wurde wieder auf allen drei Plätzen. Summa summarum hatten die Richter fast 350 Starts zu bewerten. Die letzten Wettbewerbe fanden unter Flutlicht statt.

Zur Mittagszeit wurde auf dem Springplatz zu Pferde und zu Fuß aufmarschiert. Die Reiter und ihre Angehörigen gedachten Otto Fischer, der am 12. August dieses Jahres im Alter von 88 Jahren verstorben war. Otto Fischer war ein Gründungsmitglied des Reitclubs Okahandja. Er führte den Verein viele Jahre und einen Großteil der heute noch benutzten Anlagen sind unter seiner Ägide entstanden. Als Otto Fischer selbst nicht mehr aktiv im Reitsport war, stellte er sich trotzdem weiterhin dem RCO und den Turnieren als Helfer und Berater zur Verfügung. Fast zweihundert Anwesende erwiesen Otto Fischer mit einer Schweigeminute die letzte Ehre.

Die Dressurreiter hatten am Samstag vier Prüfungen zu absolvieren. Für den Nachwuchs ging es mit der Pony Rider Novice 1 los. Emma Tromp holte sich auf Brand New Day die erste Schleife des zweiten Turniertages. Sie hatte vier weitere junge Amazonen gegen sich, die sich aber mit den Plätzen danach zufriedengeben mussten. Das waren Sarita Roussow/Claratal Serano (2.), Leone Janbey/The Outlaw (3.), Marlene Reisenauer/Seeis Achilles (4.) sowie Jenna Gilchrist/Claratal Bardolino (5.). Carmen Piepmeyer und Jason sorgten für ihren Sieg in der Pony Rider Novice 4. Für Carmen sollte der Tag allerdings noch besser werden. Sarita Roussow und Claratal Serano bestätigten ihre Leistungen und erhielten erneut Silber. Marlene Reisenauer konnte sich mit Seeis Achilles die weiße Schleife verdienen. Auf Rang vier: Tamsin Louw mit Sphinxblick Kim.

Die Junioren und Erwachsenen hatten ebenfalls zwei Chancen auf höhere Weihen. In der Junior/Adult Dressage Novice 1 ging der Sieg an den Gymkhana Club Windhoek. Kirsten Chiappini und ihr Playboy zeichneten dafür verantwortlich. Auf dem Podium landeten außerdem Linda Freyer mit Fire Flight sowie der junge Vater Holger Kleyenstüber auf Rathmor Sapphire. Am Platzrand saßen Ehefrau Silvia und die gemeinsame Tochter Aria. Die ließ sich im Übrigen vom lauten Vorlesen der Prüfungsaufgabe durch die Mutter nicht stören und blieb ruhig. Vielleicht wusste sie, worum es geht. Weiterhin platziert in dieser Prüfung: Camille Detavernier mit Amaar Shatina und Loona (4. U. 5.), Karin Schommarz/Büllsport Nanuk. Hausherrin Petra Fischer/Davetsaub Diana und Gesche Gilchrist/Seeis Dansuelo teilten sich Rang sieben vor Karin Schommarz mit ihrem zweiten Pferd Beau Cheval; Elizabeth Rossouw und Büllsport Constantin auf Rang zehn.

Junior/Adult Dressage Novice 4: Gesche Gilchrist hatte sich ihren Wallach Seeis Dansuelo eigentlich für die Springen reserviert. „Zuzu“, wie Dansuelo genannt wird, macht aber auch im Viereck eine gute Figur. Das Paar siegte vor Kirsten Chiappini und Playboy. Im Reitsport bekannte Namen auch auf den folgenden Plätzen: Linda Freyer/Fire Flight, Holger Kleyenstüber/Rathmor Sapphire, Yvonne le Roux/Seeis Contanus, Karin Schommarz/Beau Cheval, Camille Detavernier/Amaar Shatina. Petra Fischer und Sumari Piepmeyer teilten sich Rang acht mit ihren Pferden Davetsaub Diana (auch eher ein Springpferd) und Precious Gift. Das waren die Dressuren am Samstag.

Auf dem Springplatz gehörte der Vormittag den American Jump Off-Wettbewerben. Dabei dürfen alle Teilnehmer, die den Umlauf fehlerfrei gemeistert hatten, sofort ins Stechen. Siegreich war hier Carmen Piepmeyer auf Jason – Gold Nummer zwei an diesem Tage… Ebenfalls gemäß Richterspruch auf Rang eins: Nicole Hoth mit Domino aus Windhoek. Die Platzierten dieser Prüfung(2. – 5.): Leone Janbey/The Outlaw, Emily Braune/Moritz, Jayd Bassi-Hanssen/Abraham, Hamish Stewart/Losberg Casanova.

Camille Detavernier und Amaar Shatina hatten bereits Schleifen in der Dressur gesammelt. Gold war bis dahin nicht dabei. Dann eben im American Jump Off über 80 cm! Abigail Jamieson aus Otjiwarongo kam auf Rang zwei mit Cherubim Kay; Kordula Voigts/Zonjati Bon Gondolier auf der Drei. Die Plätze vier bis sieben: Nicole Becker/Zonjati Khaleesi, Kayla de Wet/Candy, Laura Fietz/Mahashi Ivan, Tamsin Louw/Sphinxblick Kim.

In der 90er Klasse ging ein Schimmel mit sehenswerter Springmanier an den Start und siegte unter seiner Reiterin Nadia Braune: Diamond Rock stand das Gold gut auf seinem weißen Fell. Franmarie Lang-Becker und Mercury aus Omaruru holten sich Silber vor Jayd Bassi-Hanssen auf Okonjima Jessica. Vierte und Fünfter: Charmaine Meintjies/Mobile Tack Shop Davetsaub Katarina, Werner Bartsch/Sphinxblick Aragon.

In der Klasse bis 100cm waren es vier Damen, die sich die Schleifen aufteilten. Ariane Wieland hatte allerdings mit M&A’s Caskari den Vortritt, wie das bei einem Sieg so üblich ist. Pia Gebhardt und Bastos Twahil folgten ihr; ebenso Nicole Becker/HNSS Watani (3.) und Linda Freyer/Claratal Goldregen (4.).

Zwei Damen teilten sich in der höchsten Klasse über 110/120cm drei Schleifen. Michelle Künzle fuhr einen Doppelsieg ein und belegte die ersten beiden Ränge mit Seeis Mon Gold und Locarno di Caprio. Michi riss in Erwartung des Sieges bereits über dem letzten Sprung die Hände in die Luft und ritt zügellos über die Ziellinie. Für Svenja Späth und Bodenhausen Zambezi blieb - zumindest in dieser Prüfung - die weiße Schleife.

Am Nachmittag baute Parcourschef Cord Cordes für die Precision and Speed-Wettbewerbe auf. Über 70cm machte Carmen Piepmeyer aus Swakopmund mit Jason ihren dritten Sieg an diesem Tag perfekt. So erfolgreich waren an diesem Wochenende in Okahandja nur wenige. Charmaine Meintjies besetzte mit Brave Warrior den Silberrang. Emily Braune und Moritz fahren in Weiß an die Küste zurück. Auf vier und fünf: Sarita Roussow/Claratal Serano, Alexandra Duvel/Shakira.

Abigail Jamieson hatte mit Cherubim Kay in der 80cm-Klasse die schnellste Zeit ohne Abwurf und setzte sich vor Michelle Künzle, die auf Sheiks Affair knapp dahinter landete. Tamsin Louw und Sphinxblick Kim rangierten auf drei. Ferner auf der Ehrenrunde: Karin Schommarz/Büllsport Nanuk, Nicole Becker/Zonjati Khaleesi, Kordula Voigts/Zonjati Bon Gondolier, Nadine Esselmann/Okakambe Royal (4-7).

Charmaine Meintjies vergoldete ihren Auftritt in der 90cm-Klasse. Sie hatte ihre Stute Mobile Tack Shop Davetsaub Katarina am Start. Silber: Stefne van der Westhuizen/Magical Mistress, Weiß: Laura Pflippen/Happy Pets Bella Mia, Vier und fünf: Werner Bartsch/Sphinxblick Aragon, Nadia Braune/Diamond Rock. Das war es mit den „ganz normalen“ Springen. Am späten Nachmittag wurde es dann richtig heiß. Mehr als dreihundert saßen auf der Tribüne und unter dem Sonnendach. Es war Derby-Zeit! Der Kurs war satte 820m lang und führte über den steinumrandeten Wall, den Billiard, einen Wassergraben und Pulvermanns Grab mit einem ebenfalls überbauten Wassergraben. 26 Reiter-Pferd-Paare mussten 14 Hindernisse mit 21 Sprüngen ohne Fehler überwinden. Das gelang nicht vielen Reitern. Diese Zerreißprobe für die Nerven der Reiter war für das Publikum allerdings beste Unterhaltung.

Das erste Derby-Gold über 100cm zog sich Annette Künzle auf Seeis Elton an Land. Sie blieb als einzige Starterin dieser Klasse fehlerfrei. Pia Gebhardt und Bastos Twahil sowie Gesche Gilchrist auf Seeis Dansuelo machten das Siegerpodest vollständig. Noch einen Zacken schärfer ging es in der 110/120cm-Klasse zu. Drei Favoritinnen machten den Sieg unter sich aus. Obwohl Svenja Späth und Bodenhausen Zambezi am Ende leichtes Spiel hatten, denn sie hielten das Punktekonto bis zur Ziellinie sauber. Der Rest hatte Fehler: Nadine Flemming und Seeis Eymet , Sheena Dürr und Claratal Duneside Kiera hießen die Platzierten hinter Svenja.

Aber der Tag war noch nicht zu Ende. Im Kostümwettbewerb unter Flutlicht durften sich die Reiter verkleiden. Die größte Show lieferten Emma Tromp und Joslyn Clynning ab. Sie waren als Räuber bzw. Polizist unterwegs und sorgten mit passender Musik, Pistolen und einer wilden Verfolgungsjagd  auf den Rängen für Stimmung. Den Abschluss des Samstags machten die Pferdepfleger mit ihren Reitern zum Highlight. Siegreich war das Team von Gesche Gilchrist mit Seeis Dansuelo.

Als dann endlich alle Pferde versorgt waren, wurde in der Reiterbar nach dem Abendbrot wild getanzt. Siege wurden gefeiert und der eine oder andere nahm sich für den letzten Turniertag noch etwas vor. Der zweite Tag beim 58. Reit- und Springturnier endete – eher am Sonntag…

Fotos: Jan-Pierre Habicht ©