58. Reit- und Springturnier Okahandja 2016: Der Sonntag mit Parade und Pokalen

Abschlussparade in Okahandja

Aniké Maritz

Aniké Maritz, Detlef Fischer, Michelle Künzle

Pia Gebhardt auf Bastos Twahil

Sarita Rossouw

Tamsin Louw

Der letzte Tag des 58. Reit- und Springturniers in Okahandja war eigentlich nur ein halber. Wegen der langen Strecken hatten alle Teilnehmer die Chance, am frühen Nachmittag gen Heimat aufzubrechen. Vorher jedoch hatten die Veranstalter des RCO zwölf Prüfungen im Programm. Das war in der Dressur kein Problem, auf dem Springplatz allerdings gab es fast ein Dutzend Stürze zu verzeichnen. Eine Reiterin musste sogar mit der Ambulanz ins Krankenhaus nach Windhoek gebracht werden, um sicherzustellen, dass nichts Schlimmes passiert ist.

Über die Gründe der vielen „Bodenproben“, wie man in Reiterkreisen zu sagen pflegt, wurde spekuliert – so richtig plausible Antworten gab es hinter der Bande keine. Der September bildet den Abschluss der Saison und viele Pferde haben bereits reichlich Starts hinter sich. Wahrscheinlich ist auch, dass die Kraft noch nicht bei jedem Sportler für drei verdammt lange Turniertage reicht. Da sind kleinere Missgeschicke nicht immer zu vermeiden. Aber die Reiterschar im südwestlichen Afrika ist bekanntlich schon immer hart im Nehmen. Die Devise: Aufstehen! Staub abklopfen! Weiter reiten!

In sieben Prüfungen mit vierzig Starts mussten die Dressurrichter ihre Bewertungen abgeben. Carmen Piepmeyer, die am Vortag dreifach Gold eingefahren hatte, siegte in der Pony Riders Elementary 1. Aniké Maritz und der ausdrucksstarke Baron von Sphinxblick galten als Favoriten in der Junior/Adult Elementary 1. Sie enttäuschten das Publikum nicht. Seeis Dansuelo unter Gesche Gilchrist wurde auf zwei platziert vor Camille Detavernier mit Amaar Shatina - Nadia Braune/Diamond Rock und Linda Freyer/Fire Flight gemeinsam auf Rang vier. In der Junior/Adult Elementary 4 zeigten Aniké und Baron, dass ihr Erfolg keine Eintagsfliege war. Sie siegten hier ebenfalls. Silber und Weiß für Sonja Kipping Thirion und Cassius, Camille Detavernier/Amaar Shatina.

Danach wurde es recht einsam für Nadine Flemming, denn die Zahl ihrer Gegner hielt sich in Grenzen. Diese junge Frau hat sich ihre vier (!) goldenen Schleifen trotzdem redlich und mit der nach Reglement notwendigen, zu erbringenden Leistung verdient. Auf Seeis Eymet gewann sie die Junior/Adult Elementary Medium 1 und 4; auf Seeis Shelton die Junior/Adult Medium 1 und 4. Ende der Dressur in Okahandja.

Auf dem Springplatz gab es neben den erwähnten Missgeschicken viele sehr gute Leistungen zu erleben. In den 21 Point Accumulator-Prüfungen müssen die Reiter bei fehlerfreien Ritten jeweils einen Umlauf und zwei Stechen bewältigen. In der 70cm-Klasse gelang das Sarita Roussow auf Claratal Serano am besten. Maribeth Connor und Nuri Malik mussten sich mit Rang zwei zufrieden geben. André Human wurde auf  Muleb Dritter. Leone Janbey/The Outlaw auf vier und Carmen Piepmeyer/Jason auf fünf.

Kordula Voigts und Zonjati Bon Gondolier dominierten die 80er Klasse des Punktespringens. Die Ehre des zweiten Platzes hatten Abigail Jamieson und Cherubim Kay. Hamish Stewart hatte im Springen davor eine der besagten Bodenproben genommen und zeigte sich hier bestens aufgelegt: Rang drei mit Mahashi Jupiter. Blaue und rote Schleife: Jayd Bassi-Hanssen/Abraham, Camille Detavernier/Amaar Shatina. Ein weiterer seltener Anblick in der Siegerehrung: Ein zweiter Herr. In diesem Fall ist es Olaf Falk mit Falkano Shirano auf Rang sechs.

Dafür gab es für die Männer im Sattel über 90cm nichts zu holen. Werner Bartsch hätte die Ehre seiner Geschlechtsgenossen retten können, verpasste die Platzierung aber nur knapp. So teilten sich folgende Frauen die Plätze eins bis fünf: Siegerin Svenja Späth/Davetsaub Miranda, Nadia Braune/Diamond Rock, Svenja Späth/Davetsaub Sans Souci’s, Dr. Beate Voigts/Voigtskirch Salvano, Karin Schommarz/Büllsport Nanuk.

Fehlanzeige mit männlichen Platzierten auch in der 1m-Klasse. Alles Damen ganz vorne. Und von der Siegerin hat man schon viel gehört in den letzten Jahren und wird das bestimmt auch weiterhin. Pia Gebhardt aus Walvis Bay und Bastos Twahil räumten Gold mit einem beherzten, sehr schnellen Ritt im zweiten Stechen ab. Gesche Gilchrist und Seeis Dansuelo waren etwas langsamer unterwegs. Die Luft aber zwischen Hufen und obersten Stangen zeigt aber, dass da in den nächsten Jahren noch viel mehr gehen wird. Dritte und Vierte: Nicole Becker/HNSS Watami, Martina Bartel/Rockadero.

Das letzte Springen des Turniers in Okahandja hatte eine Sprunghöhe von 110/120cm. Und fast hätte es geklappt mit den Männern, wenn Detlef Fischer mit Davetsaub Miranda die letzte Stange oben gelassen hätte. Die Zeit hätte gereicht. So siegte Aniké Maritz auf ihrem Capone vor Detlef und Michelle Künzle mit Seeis Mon Gold auf Rang drei.

Detlef Fischer als einer der Turnierorganisatoren war nach dem letzten Wettbewerb zufrieden mit dem Ablauf. „Das hat doch alles ganz gut geklappt“, resümierte er in seiner bescheidenen Art. Dafür war aber mal wieder harte Arbeit, persönlicher Einsatz und viel Leidenschaft für den Reitsport notwendig.

Letzter Tagesordnungspunkt war die Abschlussparade mit allen Teilnehmern des Turniers. Überreicht wurden die Pokale, deren Stiftung bis in die Gründungszeiten des Vereins im Jahre 1958 zurückreicht. Südwestafrikanischer Stallgeruch haftet am Metall und den hölzernen Podesten. Die eingravierten Namen künden von der langen Reitsportgeschichte, die in Okahandja geschrieben wurde. Hier sind die Preisträger des Jahres 2016:

Erfolgreichster Kinderreiter in Dressur und Springen

„Phoals-Trophy“

Tamsin Louw – Sphinxblick Kim

Erfolgreichster Kinderreiter Springen

„Clydon-Trophy“

Abigail Jamieson – Cherubim Kay

Erfolgreichster Juniorenreiter Dressur und Springen

„Friends oft he Horse Trophy“

Nadine Flemming – Seeis Eymet

Erfolgreichster erwachsener Reiter

„Mayor of Okahandja Trophy“

Michelle Künzle – Seeis Mon Gold

Erfolgreichster Reiter des Turniers im Springen

„Town of Okahandja Trophy“

Michelle Künzle – Seeis Mon Gold

Fotos von Jan-Pierre Habicht ©