5. Sphinxblick Vielseitigkeitsturnier in Swakopmund: Es war so heiß

Namibia ist ja nicht gerade bekannt für sein gemäßigtes Klima. Und während hierzulande einige Turnierveranstalter im vergangenen Sommer über viel zu viel Regen geklagt haben, sehen in Namibia die meteorologischen Tatsachen in Südwestafrika etwas anders aus. Man mag es ja kaum glauben, aber da unten ist gerade Sommer-wenn es so etwas wie Winter dort überhaupt gibt. Und da plagt man sich nicht mit Temperaturen im Endzwanziger-Bereich herum, sondern eher so auf dem Level über der 40er-Marke. Selbst der gemeine namibische Reiter empfand die Temperaturen als hoch. Und die können dort schon einen richtigen Stiefel ab – die Pferde auch!

Unter diesen unvermeidbaren und kuscheligen Bedingungen fand Anfang Dezember das 5. Sphinxblick Vielseitigkeitsturnier statt. Ausrichter war der erfahrene Reitverein Swakopmund, der sein Domizil in der Nähe des Sphinxblick Gestüts bei Usakos, dem Austragungsort, hat. In der Nähe ist in Namibia auch irgendwie relativ, denn von Swakopmund bis dorthin sind es etwa 150 Kilometer. Für hiesige Verhältnisse schon etwas weiter auseinander. In Namibia sagt man einfach „Nachbar“ zueinander, wenn man sich so dicht auf der Pelle hängt. Die Bevölkerungsdichte ist nicht so hoch – in Namibia. Die Dichte der Reiter in Namibia ist noch „etwas“ geringer. Da muss man über solch lächerliche Entfernungen schon mal hinwegblicken.

Hauptsponsor für das Buschi-Event war die Firma Wesbank Transport (Pty) Ltd. Das Turnier war dem Andenken des großen Unterstützers des RV Swakopmund gewidmet: Mr. Melvyn van Rooyen.

Im fünften Jahr hat sich das Turnier herausgemacht. Die Zahlen der Zuschauer steigen ebenso wie die Anzahl der Teilnehmer. Darüber freut sich hüben wie drüben jeder Veranstalter. Zur Vol. 5 nahmen immerhin 38 Sportler-Paare am Turnier teil. Das ist eine stolze Zahl. Aber links unten in Afrika sagt so eine Zahl nicht viel aus. Denn eines ist mal klar: Die Turniere dort haben noch sehr viel mit Spaß, Lebensfreude und Leidenschaft für den Reitsport zu tun. Da sind Teilnehmerzahlen höchstens für die Organisation wichtig. An den Abenden zwischen den Wettbewerben widmet man sich in Namibia übrigens den gleichen Freizeitaktivitäten wie hier…

Wie zu hören war, hat man in Namibia so einiges vor. Im nächsten Jahr wollen die Jungs und Mädels aus Swakopmund mit Erlaubis der NAMEF (Namibia Equestrian Federation) und Unterstützung der FEI das erste internationale Ein-Stern-Turnier in der Vielseitigkeit auf die Hufe stellen. Das ist ein anspruchsvolles Ziel und es bleibt zu hoffen, dass alles so klappt, wie die sich das da unten so vorstellen. Aber dort glüht man so für den Reitsport und hat schon so viele Schwierigkeiten und Hindernisse (!) überwunden, dass auch diese Herausforderung mit Sicherheit gemeistert wird.

Zum Buschi-Event in diesem Jahr wurde für die Geländestrecke der international erfahrene Course-Designer David Evans aus UK verpflichtet, der kürzlich den britischen Bill Thomas Memorial Award für sein Lebenswerk erhielt und den Organisatoren vormachte, wie ein moderner Geländeparcours aus transportablen Hindernissen aussieht. Mr. Evans wurde unterstützt durch Andy Griffiths (FEI ****  Technical Delegate), der jetzt für die Entwicklung des Vielseitigkeitssports in Osteuropa und im südlichen Afrika verantwortlich ist. Als FEI-Richterin in der Dressur fungierte Christina Klingspor aus Schweden. Sie war auch die offizielle Vertreterin der FEI vor Ort und gab dem Turnier den entsprechenden würdigen Rahmen.

Am Samstag startete das Turnier mit der Dressur in den frühen Morgenstunden. Die Geländestrecke folgte am gleichen Tag nach der größten Hitze am späten Nachmittag. Unter tierärztlicher Aufsicht gingen die Reiter mit ihren Pferden auf die anspruchsvolle Strecke. Am Sonntag blieb dann für die frühen Morgenstunden noch das Springen, bevor die Vielseitigkeitschampions des Jahres gekrönt wurden. Für den Springparcours zeichnete Sven  Hass verantwortlich und Richterin beim Springen war die erfahrene Sabine Reimers, die von Detlev Voigts und Bryn Mathias noch zwei weitere geschulte Augenpaare beigestellt bekam.

Hier sind die Sieger der Wettbewerbe:

Heinke Kleyenstueber Trophy:

Children’s (70) Champion – Candice Behrens with Mandat (Foto im Text Mitte)

Cafe Anton Trophy:

Welcome (70) Champion – Michelle Leuschner with Pretty Smart

Hotel Schweizerhaus Trophy:

Pre-Novice (80) Champion – Alexandra Roehl with Alpha So Cool(Foto im Text unten)

Financial Consulting Services Trophy:

Novice (90) Champion – Laura Pflippen with Da Capo (Foto im Text oben)

Sphinxblick Stud Trophy:

Intermediate (100) Champion – Franziska Leinberger with Adcon Camelot

SHEN Eventing Development Prize:

Andrew Gillies

Der RV Swakopmund bedankt sich auf diesem Wege recht herzlich bei allen Sponsoren, Organisatoren, Teilnehmern, Helfern und Zuschauern. Er gratuliert allen Sportlern und zollt ihren Leistungen Respekt. Besonderer Dank geht an die FEI und die NAMEF, die die Teilnahme der Offiziellen ermöglicht haben. Sie alle machten aus dem 5. Sphinxblick Vielseitigkeitsturnier eine unvergessliche Zeit.

Es folgen noch einige weitere Eindrücke vom Turnier. Vielen Dank an den RV Swakopmund, der uns diese Fotos zur Verfügung gestellt hat.

Annette Freyer mit Claratal Seniorita

 

Parcoursbegehung mit den Offiziellen David Evans,Christina Klingspor, Andy Griffiths, Reinhard Voigts

 

Ernus Smith mit  Navarah

 

Holger Kleyenstuber- Rathmor Sapphire

 

Michelle Leuschner-PrettySmart

 

Siegerehrung

Fotos: privat