39. Hannoveraner Elite-Fohlen- und Zuchtstuten-Auktion 2013: De Niro setzt Maßstäbe

 

Hannoveraner D-Blut bei Elite Fohlen- und Zuchtstuten-Auktion begehrt wie selten zuvor

Verden. Dass die komplette deutsche Dressurmannschaft bei der in einer Woche stattfindenden Europameisterschaften in Herning mit D-Blut" beritten ist, weckte nachweislich Begehrlichkeiten und die zeigten sich bei der 39. Elite Fohlen- und Zuchtstuten-Auktion in Verden. Zwei Tage, drei Fohlen in der Spitzenklasse - und das von einem Züchter und demselben Vererber De Niro. Das hat es in der Geschichte der Hannoveraner Auktionen noch nicht gegeben. Und noch eine historische Bestmarke wurde geknackt: Für Zuchtstute St.Pr.A. Solaika legten Kenner 62.000 Euro an. Auch das gab es noch nie.

Preisspitze insgesamt war Freiherr: Leichtfüßig, absolut taktsicher und bewegungsstark - so trabte der junge Hengst v. Metall/Stedinger (Z. + Ausst.: Hermann Rugen, Heeslingen) durch das Rund der Niedersachsenhalle. Kein Wunder, dass ein spannendes Bieterduell folgte. Pferdekenner aus Deutschland und Dänemark wollten Freiherr - eine Kundin aus Deutschland bekam ihn für 31.000 Euro.

99 Fohlen wurden am ersten Tag zum Verkauf angeboten. Zweitteuerste Offerte war Donna Doria v. De Niro/Sandro Hit. Aus der Zucht von Gerold Gögele aus Bleckede stammend, kostete das junge Bewegungstalent 29.000 Euro und wurde von Auktionator Bernd Hickert nach Indonesien versteigert.

Am zweiten Auktionstag standen 122 Fohlen zum Verkauf. Zu den Preisspitzen avancierten erneut zwei Nachkommen des Ausnahmevererbers De Niro: Darios (MV: Stedinger) und Denisa (MV: Hohenstein). Sein züchterisches Können bewies wieder Mal Gerold Gögele aus Bleckede, der beide Fohlen ausstellte. Die zwei jungen Sportler kosteten jeweils 26.000 Euro; Darios hat in Dänemark eine neue Heimat gefunden, Denisa tritt die Reise nach Kanada an. Zuchtleiter Dr. Werner Schade fasste zusammen: „Die Qualität der Hengstfohlen war hoch. Ich freue mich schon jetzt darauf, viele von ihnen hier bei uns auf der Körung wieder zu sehen. Die Nachfrage nach den Stutfohlen, die fast alle sehr sportlich auftraten und über ein modernes Pedigree verfügten, war hoch." Mit 6.572 Euro war das durchschnittliche Preisniveau für die Fohlen 2013 deutlich höher als im vergangenen Jahr. Von den 221 Auktionskandidaten haben 86 im Ausland einen neuen Heimatstall gefunden. Mit zwölf Einkäufen führt Dänemark die Statistik an, gefolgt von den USA und Schweden mit jeweils acht Fohlen.

Bei den 21 Zuchtstuten der Kollektion gab es eine Sensation: Die vierjährige Staatsprämienanwärterin Solaika v. Soliman de Hus/Wesley (Z. + Ausst.: Detlef Ruddat, Kirchlinteln) erzielte einen Preis von 62.000 Euro. So viel wurde in der Geschichte der Hannoveraner Auktionen noch nie für eine Zuchtstute bezahlt. Solaika wird in Italien auf große Aufgaben vorbereitet. Die Hannoveraner Stuten kosteten im Durchschnitt 12.524 Euro, sechs von ihnen haben in fünf Nationen außerhalb Deutschlands eine neue Heimat gefunden.

Auktionsleiter Jörg-Wilhelm Wegener zog ein positives Resümee unter die zweitägige Absatzveranstaltung: „Die Entscheidung, die Auktion an nur zwei Tagen stattfinden zu lassen, war richtig. Die Kundschaft ist ganz gezielt zu uns gekommen. Außerdem war die zeitliche Nähe zur Weltmeisterschaft der jungen Dressurpferde für uns ein Vorteil. Viele internationale Gäste sind in Verden geblieben und der Hannoveraner Verband hatte für diese Zeit eine englischsprachige Züchterrundreise organisiert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: In 22 Nationen wurden die Fohlen verauktioniert."

Foto von Kiki Beelitz