3. Tag der offenen Stalltür: Familien schnupperten Stallluft

Warendorf (fn-press). Geschätzte 150.000 Besucher folgten am 6. Mai dem Aufruf „Komm zum Pferd“, mit dem 720 Vereine und Betriebe in ganz Deutschland zum „Tag der offenen Stalltür“ auf ihre Höfe einluden. Schnupperrunden auf dem Pferderücken, Putzen, Führen: Fast alle Gastgeber boten erste Reiterlebnisse und hautnahen Kontakt mit Ponys und Pferden. Beim Freiberger Hof Rühmann stieg sogar eine NDR-Redakteurin zum ersten Mal in den Sattel und warb so im Fernsehen für den Tag der offenen Stalltür bei den Veranstaltern in Hamburg.

„Ich schätze, dass wir bis zu 800 Gäste auf dem Gelände hatten“, freute sich Michael Kranz, Vorsitzender des Reitvereins Sulzbach. Bei der Mehrheit der Tag-der-offenen-Stalltür-Veranstalter bestand die Gästeschar überwiegend aus Familien. Und das war auch gewollt. „Wir möchten vor allem die Familien ansprechen und legen unseren Schwerpunkt auf Kinder und Jugendliche“, erklärte Jugendwartin Inga Vogt vom Reitverein Wittekind in Enger. Mit der Aktion wollen die Vereine und Betriebe nicht nur dem Pferdesport etwas Gutes tun, für ihn werben und neue Mitglieder gewinnen. „Ziel unserer Aktion ist es, dass die Kinder Kontakt zum Pferd aufnehmen können und den Bezug zu einer wunderschönen Freizeitbeschäftigung finden“, so Michael Kranz. Wie er sind auch seine Kollegen vom Hobby Pferd überzeugt und wissen, dass der Umgang mit dem Vierbeiner gut tut. „Ich kann nicht sagen, was es ist, dass Menschen ihr Verhalten positiv verändern lässt, wenn sie sich mit Pferden beschäftigen“, sagt Sabine Auracher vom Pferdesportverein Schloss Kapfenburg in Lauchheim-Hülen, „aber aus meiner langjährigen Erfahrung weiß ich, dass es definitiv so ist.“ Davon sollen möglichst viele Menschen profitieren. „In der Schule wird den Kindern schon soviel abverlangt. Hier können sie ohne Leistungsdruck den Kopf frei bekommen“, betont Ingrid Holtgrewe, Vorsitzende des Reitervereins Bad Driburg. Aber nicht nur Kinder schalten im Stall ab. „Hier braucht man keine Mascara, kein I-Phone und keine E-Mails“, sagt Dithild Mackenschins, Chefin des Dümpenhofes in Wachtendonk. Das klingt auch für Erwachsene verlockend.

Neben eigenen Praxiserfahrungen auf dem Pferderücken und bei der Pferdepflege standen Voltigier-, Reit- und Rassevorführungen auf dem Programm fast aller Veranstalter. Hinzu kamen Vorträge von Tiermedizinern, Physiotherapeuten, Sattlern und Hufschmieden, Programmpunkte wie Pferd und Hund oder Malwettbewerbe und Kinderschminken. Darüber hinaus war natürlich immer für das leibliche Wohl gesorgt. Für den Pferdesport zu werben: das gelang den meisten Veranstaltern. Zumal sie neben den Pferden als Werbebotschafter überzeugende Zweibeiner aufboten. „Wir dürfen hier alles ausprobieren und werden auch richtig gefordert – das macht Spaß“, wirbt die zehnjährige Patricia vom Reit- und Fahrverein Kloster Heiligenrode. Die vierjährige Anna weiß nach dem Besuch auf dem Reiterhof St. Georg in Sulzbach schon, was sie einmal werden möchte: „Reitlehrerin“. Aber auch Jungs sind zu begeistern. Der fünfjährige Theo nimmt stolz auf dem Rücken eines weißen Shetland-Ponys vom Reit- und Fahrverein Parkidylle in Kromlau/Gablenz Platz. Seine ältere Schwester ist schon vom Pferdevirus infiziert – zum Gefallen der Mutter: „Ein schönes Hobby. Linda kommt gern hierher.“

Der bundesweite „Tag der offenen Stalltür“ ist eine gemeinsame Initiative der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) und der Landespferdesportverbände. Er fand in diesem Jahr zum dritten Mal statt. Von Bayern bis Schleswig-Holstein – bundesweit öffneten die Ställe und Betriebe ihre Türen. Sie zeigten die große Vielfalt der Möglichkeiten mit dem Pferd und begeisterten neue Menschen für das Pferd und den Pferdesport. Der nächste „Tag der offenen Stalltür“ findet voraussichtlich im Frühjahr 2014 statt. Bo