22. Rüdnitzer Distanzritt „Barnimdistanz“ 2012: Das wird heiß

Rüdnitz liegt ja bekanntlich in der Nähe von Bernau und Bernau irgendwie in der Nähe von Berlin. Wenn man nach Rüdnitz kommt, fallen einem zwei Sachen auf: Zum einen ist der Ort recht gepflegt und hat viele neue Straßen, was in der Gegend noch nicht selbstverständlich ist. Zum anderen findet man in Rüdnitz an jeder Ecke einen Reiterhof. Und wie das im Leben mal so ist, wenn es eine ausreichend große Zahl von Reiterhöfen gibt, finden sich irgendwann auch mal ein paar aufrechte und mutige Gestalten mit Reitstiefeln und Elan und gründen einen Verein. In diesem Falle handelt es sich um den Reit- und Fahrverein Rüdnitz, der sich in der Gegend auch noch mit einem richtigen Reitturnier beliebt gemacht hat.

Der Reit- und Fahrverein Rüdnitz unterscheidet sich von anderen Reitvereinen dadurch, dass er offen und bereitwillig die Arbeit der Medien unterstützt und alle Interessenten mit dem notwendigen Material versorgt. Das schafft nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch jede Menge Sponsoren, die dem kleinen aber feinen Haufen gerne helfen. Und wenn andere Distanzreiter gerne für und unter sich bleiben, geben die Rüdnitzer allen Interessenten die Chance, sich über das Distanzreiten im Allgemeinen und die Barnimdistanz im Besondern zu informieren.

Und nun geht es am 28. April dieses Jahres auf dem Reitplatz in Rüdnitz endlich los. Leider: Distanzreiten ist nichts für Weicheier und Langschläfer. Ab 06.00 Uhr gibt es Kaffee und Brötchen am Start. Es werden drei Strecken mit verschiedenen Distanzen beritten. Während die 27 km noch für Nachwuchs,  Späteinsteiger und Hobbyreiter reserviert sind, spricht die 55 km – Distanz eher die ambitionierten Könner an. Die 82 km – Strecke ist nur etwas für Hartgesottene und echte Kämpfer. Der halbe Hundertmeiler ist so etwas wie der Halbmarathon für Leichtathleten – nur eben viermal so lang.

Es starten zuerst und logischerweise die Teilnehmer für die 82 km – Strecke. Die Strecke führt sie über Lanke nach Wandlitz und dann weiter bis zum Wendepunkt nach Marienwerder. Dort befindet sich der nördlichste Punkt. Bis dahin reiten auch die 55 km – Teilnehmer. Zeit für Sightseeing bleibt aber nicht.

Für die Sportler, die auf die 27 km lange Strecke gehen, wird das Gebiet um Lanke zum Reitrevier. In Wandlitz gibt es einen Punkt, an dem eine Pause gemacht wird. Auf der Strecke befinden sich vier Tierärzte und weitere 30 Helfer, die für einen reibungslosen Ablauf sorgen werden und den Puls kontrollieren (der Pferde).

Liebe Waldbesucher, wundern Sie sich nicht, wenn Sie an Bäumen kryptische Symbole aus frischer , weißer Kalkfarbe entdecken. Diese dienen zur Orientierung für die Reiter und haben nichts mit ländlichem Okkultismus zu tun. Bitte waschen Sie die Farbe nicht ab, sonst finden die Sportler nachher womöglich den Weg nicht mehr zurück zum Stall.

Und wenn Sie schon in den Forst so zwischen Rüdnitz – Lanke – Wandlitz – Marienwerder gehen, kann Ihnen der Wetterbericht leichte Wolken und 27°C (!!!) zur Mittagszeit versprechen. Das wird ein Traum mit Picknickkorb am Wegesrand und dazu frische und sportliche Pferdeäppel direkt vom Hersteller. Brandenburger Natur zum Nulltarif und Sport ohne Stadion. Wochenende kann so schön sein.

Fotos von Katharina Bohm