22. Heinersdorfer Parkturnier 2016: Immer schön ruhig

Felix Ewald

Lea Tamme

Lena Zehe

Ralf Eisert

Uwe Nordt

Volker Paschke

Der Reit- und Fahrverein Gutshof Behlendorf führte am vergangenen Wochenende in seinem 26. Jahr sein 22. Turnier durch. Das sind durchschnittlich 0,85 große Reitsportevents pro Jahr. Rechnet man noch die zahlreichen Flutlichtspringen, Weihnachtsreitereien und sonstige Veranstaltungen hinzu, kommt man leicht auf mehr als vier Termine im Jahr, die sich ums Pferd drehen. Da ist also mächtig was los auf dem Gutshof Behlendorf und im Heinersdorfer Schlosspark. Man möchte also meinen, da steppt der Papst im Kettenhemd – tut er aber nicht. In Heinersdorf beim 22. Parkturnier jedenfalls lief alles schön ruhig und entspannt ab. Wie immer. Keine Hektik, keine Aufregung, kein Geschrei – höchstens zu den Siegerehrungen vielleicht.

Nebenan war es zumindest am Samstag etwas lauter. Auf dem Fußballplatz hatte der SV Blau-Weiss Heinersdorf sein Pokalspiel gegen den SV Falkensee-Finkenkrug. Das Match ging mit 1:5 verloren. Das einzige Tor des Tages durch den Gastgeber wurde lauthals bejubelt. Mehr Anlass zur Freude gab es dort leider nicht.

Ganz anders dagegen auf den Reitplätzen nebenan. In zwanzig Prüfungen der Disziplinen Dressur und Springen wurde kräftig gekämpft, bis alle Sieger ermittelt waren. Das dauerte insgesamt zwei Tage. Die Richter Ralf Breselow, Konstanze Dassler, Claus Förster, Anna Jensen, Ludwig Kautz und Antje Offinger konnten sich über Arbeit jedenfalls nicht beklagen. Im Parcours hatte sich das neue Nordlicht Ralf Stehr mit seinem Assistenten Dirk Großmann vergnügt. Das Parcoursteam lauerte wie immer hinter den Strohballen unter der großen Eiche vor dem Richterturm.

Neu waren in diesem Jahr große, offene Pavillons, unter denen man allen Wetterunbilden trotzen konnte. Petrus hatte aber nichts Böses im Sinn und ließ die Behlendorfer in Ruhe. Schließlich sollte die Dekoration an der Bande lange halten. Heinersdorf wartete erneut mit vielen Schleifen, Blumenkränzen und geschmückten Wagenrädern auf. Das Auge reitet schließlich mit. Für die kleinen Racker stand eine große Hüpfburg bereit. Ein Reitsportgeschäft war vor Ort und in Sachen Ernährung und Genuss muss man sich in Heinersdorf sowieso keine Sorgen machen.

Der Dressurplatz liegt ein wenig abseits vom großen Trubel, was den Reitern bestimmt gefällt. Hinter den hohen Sandwällen ist man geschützt vor Wind und Schall. Das kam am Samstag zuallererst den jungen Damen der E-Dressur zugute. Louisa-Marie Berngen vom RC Klosterdorf holte sich auf Pia Pimenta  die erste Goldene des Tages vor Lea Elisa Schwenn mit Lovson’s Lady (SG Wiesenau). Dritte wurden Jessica Albrecht und Winterstar.

Zwei Dutzend Starter drängelten sich in der A*-Dressur. Michele Romana Bullemer vom RFV Falkenberg hatte mit dem dreizehnjährigen Wallach Rüpel die beste Leistung erbracht und erhielten in der Konsequenz die goldene Schleife. Auf dem Podium durften ebenfalls Platz nehmen: Anne Andres / Asra sowie Nadine Zimmermann / Flantino. Die Noten: 8,3/7,8/7,6.

Am Samstagnachmittag startete die L* auf Trense. Sieg und Schleife gingen in die Hauptstadt zum LRV Lübars. Mit der Wertnote 8,0 konnte sich Martina Wedel auf Royal-Rubin gegen die Konkurrenz durchsetzen. Michele Romana Bullemer und ihr Rüpel packten zu Gold noch Silber dazu (7,6). Für den Gastgeber erreichte Ute Moritz auf Raffaello den dritten Rang.

Das war es schon am ersten Tag des Turniers. Wie gesagt, ging alles ohne Hektik. Am Sonntag allerdings schlug Ute Moritz in der A**-Dressur zurück und brachte dem RFV Behlendorf die Goldene Schleife auf Raffaello (7,4). Zu den Plätzen zwei und drei ritten Corinna Genrich / Cool Man sowie Josephine Rückheim / Romina.

Stefanie Klaar vom PSV Galgenberghof Müncheberg und Count Karon hießen die Sieger in der L*-Dressur auf Kandare. Petra Neufert vom MLRZFV Heinersdorf belegte auf Fürst Hanley Rang zwei. Stefanie Klaar reichte der Sieg nicht. Mit Duchesse Trinity konnte sie außerdem Rang drei belegen. Ein schöner Erfolg für sie.

Im Reiter-WB der drei GGA trat der Nachwuchs gegeneinander an. Und wieder konnte sich der Gastgeber mit einer goldenen Schleife schmücken. Diese holte Helene Maria Moritz auf dem achtjährigen Reitponywallach Molito. Für den PSV Oderland war Hannah Mendrala angetreten. Mit Candy konnte sie sich auf Rang zwei platzieren. Dahinter gab es die nächste Schleife im Heimspiel: Chiara Kaulisch und My Golden Dream legten für ihren Verein Ehre ein.       

Auf dem Springplatz waren es wesentlich mehr Prüfungen, die eingeläutet wurden. Am Samstag startete das Parkturnier mit einem E-Stil. Sandra Rauche vom RFV Altranft klaute zusammen mit Richard Löwenherz die goldene Schleife Lena Zehe, die auf Restituta für den austragenden Verein in den Parcours ging. Juliane Puzicha und Gräfin Hikno ritten mit der weißen Schleife nach Hause (8,0/7,8/7,0).

Felix Ewald feierte in der Springpferde-A** im Anschluss einen Doppelsieg. Mit dem fünfjährigen DSP-Wallach Cosmopolitan P (Cellestial / Champion Du Lys) siegte er vor dem sechsjährigen OS-Wallach Crowbar (zu deutsch: Brechstange! - Chap / Kolibri). Jana Tamme und der sechsjährige Holsteiner Wallach Cassim (Cassini II / Acorado I) reihten sich dahinter ein.

Volker Paschke rückte die Verhältnisse in der Springpferde-L wieder etwas gerade. Auf dem sechsjährigen DSP-Wallach Cosmic Quantum Ray (Colestus / Quinn Step) wurde es der Sieg. Felix Ewald musste sich auf Cosmopolitan P mit Silber begnügen. Sasha Rubienke mischt mittlerweile ebenfalls ganz vorne mit. Der Reiter vom BSV Guben Nord holte Rang drei auf dem fünfjährigen Holsteiner Hengst Dialetto (v. Diarado).

Weiter ging es mit einem A*-Springen. Die für den RFV Bugk startende Anna Herfurth siegte mit ihrer Cellini/Lesotho-Stute Cerafina  verdammt knapp vor Jennifer Ullrich und Corado (Rang zwei) und Lyn Tamme auf Gipsy Choice (Rang drei).

Danach wurde kräftig am Gashahn gedreht. Im Zeit-L lief die Stoppuhr gnadenlos weiter. Ralf Eisert und Cloe-Carisma hatten den Turbo rechtzeitig gezündet und machten es sich auf dem obersten Treppchen gemütlich. Mit drei Sekunden Rückstand kamen Andreas Groth und Lisabell ins Ziel, bevor sich Ralf Eisert erneut in Szene setzen konnte: Rang drei auf Centero. Uwe Nordt sah nach der Siegerehrung wie ein Weihnachtsbaum aus. Er belegte die Ränge vier, fünf und sechs. Für mehr als drei Schleifen war kein Platz mehr am Zaumzeug.

Das Highlight am Samstag war auf dem Springplatz ein M* mit Stechen. Felix Ewald und die neunjährige OS-Stute (Con Air / Sandro Boy) ließen sich den Sieg nicht nehmen. Ebenfalls bis zum Schluss fehlerfrei auf den Plätzen zwei bis vier: Andreas Groth / Lisabell, Lea Tamme / Cadeau du ciel, Stefanie Klaar / Charming Caprice. Fünf von 27 Paaren hatten sich für den verkürzten Parcours qualifiziert.

25 Paare mussten am Sonntag früh aufstehen, um im E-Springen zu reiten. Für das Reitsportzentrum Waldesruh war Florian Knispel erfolgreich. Die goldene Schleife wurde an den vierzehnjährigen Mecklenburger Wallach Globus gesteckt. Denise Hollinger vom Kurmärkischen RV Schneeberg konnte sich auf ihrer Stute Rubina für Silber empfehlen. Etwas langsamer für Weiß: Lena Zehe und Restituta.

Das A*-Stil mit Stechen wurde geteilt in Reiter ohne bereits erlangte RLP in dieser Saison und mit RLP. In der ersten Abteilung hatten also alle die eine Chance, die bis dato noch nicht so erfolgreich waren. Eine sehr faire Geste des Veranstalters, die den Startern eine übermächtige Konkurrenz vom Halse hielt. Das kam in erster Linie Juliane Völlger vom SV Wellmitz zugute. Sie vergoldete ihren Ritt auf Gialotta. Vereinskameradin Sarah Korinek und Chasper rangierten dahinter. Alexandra Gässler vom RFV Waldkante durfte sich mit Lord Ramiro die weiße Schleife von den Richtern holen.

Elisabeth Nagel vom PSV Galgenberghof hatte in der zweiten Abteilung schon mehr Gegner. Trotzdem behielt sie auf Count Karon die Oberhand und verwies den Rest des Feldes auf die Plätze. Dort landeten Jennifer Ullrich / Corado sowie Lena Zehe /Restituta.

Die besten drei Paare hatten im Glücksspringen auch die meisten Punkte. Die Siegerin musste demnach über die Zeit ermittelt werden. Ein Amazonen-Trio machte dabei die Plätze unter sich aus. Denise – im Gück – Hollinger und Rubina hatten die Uhr auf ihrer Seite und sprangen zu Gold. Marie Musiol vom RV Beeskow schmückte ihre achtjährige Cancoon-Stute Candy Girl mit Silber. Die weiße Schleife war Diana Holland und Ed Eskadron vorbehalten.

Das Publikum am Sonntag hatte Glück und durfte den Springreiter-WB vor den beiden letzten großen Prüfungen des Turniers erleben. Hinter der Bande stand auch Anett Gebauer, die dabei zusehen konnte, wie sich ihre Tochter Maja auf Candy an die Spitze des Feldes setzte. Da hatte sich doch der Trainingsaufwand gelohnt. Ebenfalls vor großer Kulisse erfolgreich: Lisa Laske mit Napoleon (Rang zwei).

Vorletzter Termin für die Springreiter in Heinersdorf war das Zwei-Phasen-L. Von den 23 Startern durften zwölf eine Extrarunde drehen. Zehn von ihnen ließen alles oben. Mit Kondensstreifen wurde Uwe Nordt im Parcours gesichtet. Auf Zahrino gab es kein Halten und für die Gegner keine Chance – Sieg! Zwei Sekunden langsamer waren Max Maiwald und Come Back. Niklas Eberhardt wollte eigentlich woanders starten und entschied sich dann doch für Heinersdorf. Der Lohn war ein dritter Platz in dieser Prüfung.

Den Großen Preis von Heinersdorf wollten sich fünfzehn Paare nicht entgehen lassen. In der Springprüfung der Klasse M** mit Siegerrunde hatte ein Quartett die Chance aufs Weiterkommen. Einige Favoriten auf den Sieg mussten im Umlauf bereits passen. Einer jedoch hatte beide Pferde fehlerfrei durch Runde eins gebracht. Felix Ewald verdoppelte somit seine Siegchance und nahm diese auch wahr: Auf der neunjährigen OS-Stute Contine Du Ruy (Con Air / Sandro Boy) zog er die Konkurrenz ab und siegte vor seinem Kollegen Philipp Lyck, der Cleo FM unter dem Leder hatte. Lea Tamme und Cadeau du ciel sicherten sich Rang drei vor Felix Ewald mit seinem zweiten Pferd Dree Boeken’s Diarados Roeschen.

So ging das 22. Heinersdorfer Parkturnier im Jahre 2016 zu Ende. Viele Siege blieben im heimatlichen Landkreis Oder-Spree; viele Schleifen bei den Gastgebern, die sich fraglos wieder sehr viel Mühe gaben, um es den Reitern, Pferden, Offiziellen und Zuschauern so angenehm und entspannt wie möglich zu machen. Und diese Mühe wurde belohnt mit vielen Starts und vielen Zuschauern. Well done, liebe Behlendorfer!

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Fotos von Jan-Pierre Habicht ©

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